LCB-Programmarchiv
Aktuelles LCB-Programm (07/2010)
| Dienstag Juli 20.00 Uhr |
![]() |
HausgästeLesung: Roman Graf, Sabrina Janesch, Daniela Janjic und Christopher Kloeble |
|
Acht junge deutschsprachige Autorinnen und Autoren erhalten in diesem Jahr das LCB-Aufenthaltsstipendium. Der vierteljährliche Arbeitsaufenthalt am Wannsee gehört zu den ältesten und begehrtesten Stipendien für junge Schriftsteller und steht deutschen, österreichischen und Schweizer Bewerbern offen, die nicht sowieso schon in dieser Stadt leben. Roman Graf, 1978 in Winterthur geboren, sorgte mit seinem Roman „Herr Blanc” im vergangenen Jahr für Aufsehen, nun erscheint sein Gedichtband „Zur Irrfahrt verführt” (Limmat Verlag). Sabrina Janesch (geb. 1985) liest aus ihrem Debütroman „Katzenberge”, der im Sommer bei Aufbau erscheinen und mit dem sie beim Klagenfurter Bachmann-Wettbewerb teilnehmen wird – genauso wie Christopher Kloeble (geb. 1982), der mit Theaterstücken, Erzählungen und dem Roman „Unter Einzelgängern” (dtv) hervorgetreten ist. Daniela Janjic (geb. 1984) wuchs in Bosnien-Herzegowina und Schweden auf und lebt seit 1993 in Winterthur. Sie studiert am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel Literarisches Schreiben und debütierte 2006 mit dem Theaterstück „Gelbe Tage”. Eintritt 6 € / 4 € |
|
| Donnerstag Juli 20.00 Uhr |
![]() |
Studio LCB
|
|
Mirko Bonné erzählt in seinen Büchern von extremen Bewegungen im Raum. Der Roman „Ein langsamer Sturz”(2002) dreht sich um die Erfahrungen eines Mannes, der einen Flugzeugabsturz in der Türkei überlebt. Die zeitgenössische Abenteuergeschichte „Der eiskalte Himmel” (2006) hat die Südpolexpedition von Sir Ernest Shackleton zum Gegenstand, der sich kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit 28 Männern ins Ungewisse begibt. Bonnés Gedichtbände „Hibiskus Code” (2003) und „Die Republik der Silberfische” (2008) spannen ebenso leichthändig Assoziationsnetze wie seine gerade erschienenen Essays „Ausflug mit dem Zerberus” (2010). Ein Fluchtpunkt, der auch den Roman „Wie wir verschwinden” (2009) bestimmt, ist der französische Existenzialist Albert Camus. Ausgehend von Camus' Unfalltod am 4. Januar 1960 rollt Bonné die spannungsgeladenen Lebensgeschichten zweier Jugendfreunde auf. In „Ausflug mit dem Zerberus” bildet Camus ebenfalls ein Kraftfeld und steht neben der Figur eines Großonkels, der einerseits Kindheitserinnerungen wachruft und sich andererseits zu einer literarischen Imagination verselbständigt. Immer wieder geht es um die Möglichkeiten der Fiktion. Oft bilden dabei Notizen über besondere Orte den Ausgangspunkt: eine Walfangstation in der Antarktis, das Flat Iron Building in New York, die Falkland-Inseln, eine Amsterdamer Kneipe. Im Studio LCB diskutiert Mirko Bonné, der 1965 in Tegernsee geboren wurde und heute in Hamburg lebt, mit seinem Schriftstellerkollegen Christoph Peters und dem Literaturkritiker Tilman Krause (Die Welt) über aktuelle Formen des Erzählens und liest aus einem unveröffentlichten Text. In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk. |
|
| Dienstag Juli 20.00 Uhr |
![]() |
Am Anfang war die Nacht Musik
|
|
Wien, 1777: Der legendäre und umstrittene Arzt und Magnetiseur Franz Anton Mesmer wird beauftragt, die Tochter des Hofbeamten Paradis zu heilen. Denn die junge begnadete Pianistin Maria Theresia Paradis ist als Kleinkind unter traumatischen Umständen erblindet. Nach den fehlgeschlagenen brutalen Behandlungsversuchen verschiedener Heiler an dem Wunderkind zeigt sich Mesmers suggestive Methode zunächst als erfolgversprechend. Dennoch löst er in Wiens akademischer Gesellschaft einen Skandal aus, die Beziehung zwischen ihm und seiner Patientin wird unterbunden und ohne wissenschaftliche Anerkennung gefunden zu haben, muss Mesmer die Stadt fluchtartig verlassen. Die Autorin, Malerin und Übersetzerin Alissa Walser hat sich dieser historischen Fallstudie in ihrem spannungsreichen Romandebüt „Am Anfang war die Nacht Musik“ (Piper Verlag) angenommen. In knappen Sätzen, mit präziser Beobachtung, konzentriert sich Alissa Walser auf das Innenleben der beiden seelenverwandten Protagonisten und verleiht ihrem Roman einen ganz eigenen, musikalischen Klang. Nach zwei Erzählungsbänden wurde das Romandebüt der Bachmann-Preisträgerin von Kritik und Lesern mit großem Lob aufgenommen. Der Literaturkritiker und Publizist Jörg Magenau führt das Gespräch mit Alissa Walser. Eintritt 6 € / 4 € |
|
| Sonnabend Juli 15.00 bis 22.00 Uhr |
![]() |
Kleine Verlage am Großen WannseeDie Verlage A1 (München), Berenberg (Berlin), Bilger (Zürich), Dörlemann (Zürich), Edition Rugerup (Hörby), Klever (Wien), kookbooks (Idstein/Berlin), Lilienfeld (Düsseldorf), Luftschacht (Wien), Luxbooks (Wiesbaden), Mairisch (Hamburg), Matthes & Seitz (Berlin), Onkel & Onkel (Berlin), Poetenladen (Leipzig), Rimbaud (Aachen), speak low (Berlin), Supposé (Berlin), Verbrecher (Berlin), Voland & Quist (Dresden) und Max Marek (Berlin) mit ihren Autoren zu Gast im LCB |
|
![]() Ein kleines Jubiläum, denn bereits zum fünften Mal lädt das LCB am heutigen Nachmittag und Abend ausgewählte Verlage aus dem deutschsprachigen Raum zu unserer 'Gartenmesse' an den Wannsee ein. Zwanzig Verlage haben unsere Einladung angenommen und stellen ihre Bücher und Autoren in entspannter Atmosphäre vor. Alle Literaturfreunde sind herzlich eingeladen zu stöbern, zu entdecken und sich auszutauschen. Für kulinarische Genüsse wird gesorgt sein; auf der zentralen Bühne auf unserer Terrasse lesen u.a. Monika Rinck, Maike Albath, Florian Neuner, Günter Herburger, Donata Rigg, Ulrike Ulrich und Roland Heer. Programmablauf :
Eintritt 6 € / 4 € |
|
| Dienstag Juli 20.00 Uhr |
![]() |
Kafkas Spiele
|
|
An der Spitze unseres literarischen Kanons thront Franz Kafka, und jeder deutschsprachige Gymnasiast vernimmt zumindest einmal den Sound dieses Autors. Dennoch beruht die Kenntnis von Kafkas Werk meist auf einer äußerst schmalen Auswahl seiner Texte. Und selbst Literaturkennern stehen vor allem Alpträume vor Augen, wenn sie an Kafka denken. Ein ganz anderes, farbigeres Bild erscheint, wenn man die zahlreichen literarischen Fragmente, die Tagebücher und Briefe Kafkas mit einbezieht. In all diesen Genres hat sich seine sprachliche Produktivität entfaltet, und erst in der Gesamtschau werden viele Facetten sichtbar, die mit seinem asketischen und düsteren Nimbus als eigentlich unvereinbar gelten. Das betrifft vor allem seinen Humor, der bei Kafka in fast allen denkbaren Variationen vorkommt. „Kafkas Spiele” ist ein vom Kafka-Biografen Reiner Stach zusammgestellter Abend: eine kleine Kreuzfahrt durch den ebenso umfangreichen wie verwinkelten Nachlass Kafkas. Dabei gibt es einen Kafka zu entdecken, der offenbar Freude hat am Spiel mit Formen, Einfällen und Pointen Die Originaltexte liest der Schauspieler Bernt Hahn. Eintritt 6 € / 4 € |
|
| Donnerstag Juli 19.00 Uhr |
![]() |
Das Schweizer Fest im LCBEs lesen Erica Pedretti, Elena Jurissevich und Arno Camenisch
|
|
Auch in diesem Jahr setzt das LCB die Tradition fort, im Vorfeld des Bundesfeiertages der Eidgenossen am 1. August ein Fest der Schweizer Literatur auszurichten. Ein sprachlich und literarisch vielfältiges Programm gilt es zu entdecken: Die junge Tessiner Lyrikerin Elena Jurissevich, ihre erste Gedichtsammlung „Salmi di secondo tipo” wurde 2005 im Verlag Alla chiara fonte veröffentlicht, stellt eine Auswahl ihrer Gedichte vor. Arno Camenischs auf Rätoromanisch und Deutsch geschriebenes Prosabuch „Sez Ner“ (Urs Engeler Edition) nimmt den Leser mit zu störrischem Vieh und eigensinnigen Bewohnern auf eine sommerliche Alp am Fuße des Piz Sezner in der Surselva des Kantons Graubünden. Für „Sez Ner“ hat der 1978 in Tavanasa (Graubünden) geborene Arno Camenisch zuletzt den Berner Literaturpreis 2010 erhalten. Die Schriftstellerin und bildende Künstlerin Erica Pedretti, der wir zu ihrem 80. Geburtstag gratulieren, lässt uns mit einer Lesung aus ihrem soeben erschienenen autobiographischem Buch „fremd genug“ (Insel Verlag) an den Erinnerungen und Stationen ihrer bewegten Lebensreise teilhaben. Erica Pedretti wurde in Nordmähren geboren und kam nach Kriegsende zunächst in die Schweiz, wohin sie nach ihrer Emigration in die USA zurückgekehrt ist. Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie zahlreiche Preise, u.a. den Ingeborg-Bachmann-Preis und jüngst für „fremd genug“ den Buchpreis des Kantons Bern. Der Abend klingt mit Musik und einer Einladung der Schweizerischen Botschaft zu Käse und Wein aus. Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung Pro Helvetia und die Schweizerische Botschaft. |
|















