LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 01/2018

LCB-Programm 01/2018 als PDF

   

Das LCB wünscht schöne Feiertage!

 

  LCB © Line Hoven
Donnerstag
Januar
19.30h
11.01.2018

Comic-Casino am Wannsee

Ulli Lust präsentiert Brigitta Falkner, Marijpol, Regina Hofer und Kai Pfeiffer

Ulli Lust © Barbara Dietl

Wenn sich am ersten Casino-Abend des neuen Jahres das Literaturroulette am Wannsee um Comics und Graphic Novels dreht, öffnen wir Räume unserer Villa, die sonst verschlossen bleiben: An vier unterschiedlichen Orten zeigen Künstlerinnen und Künstler ihre neuesten Arbeiten. Von Ulli Lust, der Kuratorin des Abends, erschien im Avant-Verlag »Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens« und dieses Jahr bei Suhrkamp »Wie ich versuchte, ein guter Mensch zu sein«. Ihrer Einladung folgt Brigitta Falkner, die in ihrem Buch »Strategien der Wirtsfindung« (Matthes und Seitz) durch die Welt der Parasiten wandert – und verstörend fantastische Bilder dieser Organismen schafft, in dem sie die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, strenger Formalisierung und einem literarisch-zeichnerischen Spiel verschwimmen lässt. Falkners Wiener Kollegin Regina Hofer alias Borretsch widmet sich in ihrem expressiv gezeichneten und autobiografisch geprägten Band »Blad« (Luftschacht) dem Thema Essstörungen. Die dystopische Graphic Novel »Der Eremit« (Avant-Verlag) von Marijpol befasst sich mit der Spaltung des durch Überangebot überforderten Individuums, mit fundamentalen Fragen des Lebens und Sterbens in einer überalterten Gesellschaft und – mit Obst. Kai Pfeiffer, bekannt für seine dokumentarischen Comics und gemeinsamen Publikationen mit Dominique Goblet (»Bei Gefallen auch mehr…«, Avant-Verlag), stellt sein aktuelles Projekt »Geisterhäuser« vor. Sie sind eingeladen, sich treiben zu lassen und Ihren ganz eigenen audiovisuellen Parcours durchs LCB zu gestalten!

Eintritt 8 € / 5 €*

Dienstag
Januar
19.30h
16.01.2018

Patria - Buchpremiere Fernando Aramburu

Moderation: Jörg Magenau
Deutsche Lesung: Eva Mattes

Fernando Aramburu © Ivan Gimene

»Patria« heißt Vaterland – und ebenso lautet der Titel des neuen Romans von Fernando Aramburu (Rowohlt Verlag). Es gibt Vaterländer, die scheinen unkompliziert zu sein, und dann gibt es Herkünfte, die sofort Assoziationen von politischen Verstrickungen hervorrufen. So eine Heimat ist das Baskenland. Wenn ein Baske wie Fernando Aramburu, der seit den achtziger Jahren in Hannover lebt, einen umfangreichen Roman schreibt, liegt das Thema ETA-Terrorismus sehr nah. Anhand zweier Familien, die womöglich durch einen Mord verbunden sind, erzählt Aramburu die großen Themen der Weltliteratur. In einer glasklaren, knappen Sprache (aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen) schreibt er über Schuld und Vergebung, Freundschaft und Liebe und wie Politik Zwietracht säen kann. „El País“ hat den Roman mit »Krieg und Frieden« verglichen; der Autor erhielt für das Buch die wichtigsten spanischen Literaturpreise. Anlässlich der Buchpremiere an diesem Abend liest Eva Mattes aus der deutschen Übersetzung und der Berliner Literaturkritiker Jörg Magenau spricht mit dem Autor.

In Zusammenarbeit mit dem Rowohlt Verlag
Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Januar
19.30h
17.01.2018

Kritik der Motorkraft - Buchpremiere Monika Rinck

Gesprächspartner: Ekkehard Knörer

Monika Rinck © Bernd Seveke

Monika Rinck stellt ihr neues Buch »Kritik der Motorkraft« vor und spricht darüber mit dem Kulturwissenschaftler und Filmkritiker Ekkehard Knörer (Merkur). „Die »Kritik der Motorkraft« ist ein Buch, das mit höchster Sorgfalt auf überhöhte Geschwindigkeit gebracht worden ist. Get into the car! Setzen Sie sich in das Gefüge ein, lassen Sie sich mitreißen. Doch wer fährt das Vehikel? Alles ist in Bewegung – selbstlenkende Autos sowie der sich selbst lenkende Text. Presto! Prestissimo! Die erste und die zweite Person begleiten einander auf einer abenteuerlichen Reise durch eine manische Welt. Metamorphosen, Sympathiezauber über alle Gattungsgrenzen hinweg, lebende Maschinen, wortkarge Komplizen, Mischwesen, Jaguare und Zentauren, ein Wind namens Mopsos und hellseherische alte Bekannte treffen im Inneren einer gigantischen Tropenfrucht aufeinander, zur Feier einer tiefholden Dystopie am Ende des Zeitalters des Automobils. Über dem Triebgrund der Wirklichkeit erheben sich die gewaltigen Bewegungen der Seele. Doch die Beziehungen bleiben immer realistisch, selbst in einer komplett irrealen, auf den Kopf gestellten Welt. Der Motor stottert, doch erst wenn er nicht mehr funktioniert, beginnt er zu sprechen.“ Im Anschluss lädt der Verlag Brueterich Press zur Autotauschbörse, rund um die Matchbox-Sammlung von Verleger Ulf Stolterfoht.

Eintritt 8 € / 5 €*

   
Mittwoch
Januar
19.30h
24.01.2018

Felix und Felka – Buchpremiere Hans Joachim Schädlich

Moderation: Lothar Müller

Hans Joachim Schädlich © Jürgen Bauer

Die Macht und die Kunst, das sind Themen, die im Werk des 1935 in Reichenbach im Vogtland geborenen Hans Joachim Schädlich seit jeher eine bestimmende Rolle spielen. Immer wieder hangelt er sich in seinem unvergleichlich lakonischen, minimalistischen, dabei nie zynischen Stil an historischen Biographien entlang, wie etwa in seinem Besteller »Sire, ich eile. Voltaire bei Friedrich II.« oder im Erzählband »Anders«, in dem er u. a. über den Mord an Johann Joachim Winckelmann in Triest und das Leben des Mozartzeitgenossen und Komponisten Antonio Rosetti schreibt. In seinem neuen Buch, » Felix und Felka« (Rowohlt Verlag), erzählt Schädlich die Geschichte des deutsch-jüdischen Malers Felix Nussbaum und seiner polnisch-jüdischen Lebensgefährtin Felka Platek. Eine Tätlichkeit seines Malerkollegen Hanns Hubertus Graf von Merveldt zwingt Felix und Felka im Mai 1933 die Villa Massimo zu verlassen. Die Rückkehr nach Deutschland ist den beiden verwehrt; es beginnt eine Odyssee durch Europa. Hans Joachim Schädlich gelingt eine außerordentliche Doppelbiographie zweier Künstler, die unter den menschenverachtenden Zwängen der rassistischen Verfolgung standen. Lothar Müller, Literaturredakteur der Süddeutschen Zeitung, führt durch den Abend.

In Zusammenarbeit mit dem Rowohlt Verlag.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Donnerstag
Januar
19.30h
25.01.2018

Studio LCB – Der erste Roman zur Europäischen Union
Lesung: Robert Menasse

Im Gespräch: Günter Verheugen, Meike Feßmann
Moderation: Tobias Lehmkuhl

Robert Menasse © Rafaela Proell (Suhrkamp Verlag)

Noch nie wurde der Deutschen Buchpreis für einen Roman verliehen, der so nah am Puls der Zeit zu sein scheint wie Robert Menasses »Die Hauptstadt« (Suhrkamp Verlag). Stellt er doch die Frage danach, was die Europäische Union ausmacht und wie sich die Idee eines geeinten Europa am Leben erhalten lässt. Gleichzeitig stellt sich in »Die Hauptstadt« aber auch die Frage, was zeitgenössisches Erzählen bedeutet, und wie sich ohne pamphlethaft zu werden über Politik schreiben lässt, wie es einem Autor gelingen kann, Haltung zu zeigen, ohne Partei zu sein. Ein Schwein ist da schon einmal eine gute Idee, auch eine Verschwörung scheint in unserer Dan Brown- und Fake-News-Welt Teil der abzubildenden Realität zu sein. Formwillen, Witz und kluge Psychologie kommen hinzu. Was sonst noch das Geheimnis des Romans ausmacht und wie ein Politiker das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit beurteilt, wird dieser Abend erweisen.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. Januar 2018, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €*

DLF

Freitag
Januar
19.30h
26.01.2018

Sprache der verbrannten Erde. Ein polnischer Abend

Mit Jacek Dehnel, Julia Fiedorczuk, Iwona Dorota Nowacka,
Tomasz Ososinski
, Zyta Rudzka und Arkadiusz Żychliński
Moderation: Jens Bisky

Jacek Dehnel © Cezary Rucki

Julia Fiedorczuk © privat

Iwona Nowacka © Piotr Nykowski

Tomasz Ososinski © privat

Zyta Rudzka  © privat

Arkadiusz Żychliński © privat

Mit hohem Tempo baut die nationalkonservative Regierung in Polen das demokratische System um. Die Reise gehe „in einen autokratischen Obrigkeitsstaat, in dem zwar noch regelmäßig Wahlen stattfinden und die Opposition protestieren kann, aber ein Machtwechsel fast unmöglich wird, weil die Regierung alle Kontrollinstanzen entweder paralysiert oder majorisiert hat“ – so der Befund des Politologen Klaus Bachmann. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Verwerfungen gehen mit einer Radikalisierung der Sprache einher, die der Schriftsteller Jacek Dehnel in einem Essay in der Süddeutschen Zeitung beschreibt: „Die Opposition ist nicht mehr Opposition, sondern Todfeind; im Parlament werden keine Gesetze mehr erlassen, sondern es ist Werkzeug für einen Rachefeldzug. Überall lauern Verschwörungen, die zu alten, kommunistischen Strukturen und zum Kreml führen, und jeder, der zögert, seine Meinung ändert oder Kompromissbereitschaft zeigt, wird zum Verräter, Kollaborateur und Agenten des Feindes“. Sechs polnische Schriftstellerinnen und Übersetzer sind in diesen Wochen zu Gast im LCB; wir hören literarische, politische, engagierte Stimmen aus unserem Nachbarland.

Eintritt 8 € / 5 €*

Montag
Januar
19.30h
29.01.2018

Poetische Sprache und Fremde

Öffentliches Abschlussseminar mit Esther Kinsky und Studierenden der FU Berlin

Esther Kinsky © Tobias Bohm

Esther Kinsky, aktuelle August-Wilhelm-von Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung, hat ihrem Seminar am Peter Szondi-Institut den Titel »Poetische Sprache und Fremde« gegeben. Im Zentrum standen einerseits die Diskussion poetologischer und übersetzungstheoretischer Texte (Walter Benjamin, Ernest Fenellosa, Charles Olson, Andrea Zanzotto), andererseits die praktische Arbeit an der Übersetzung des Gedichts »Dramatis Personae« von Charles Olson. In der öffentlichen Abschlussveranstaltung wird Esther Kinsky mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars auf die erarbeitete Übersetzung und die Relevanz einzelner theoretischer Positionen für diese Übersetzung eingehen.

Eine Veranstaltung des Deutschen Übersetzerfonds in Zusammenarbeit mit dem Peter Szondi-Institut der Freien Universität Berlin.
Eintritt frei

Ausstellung

»Was uns verbindet« | Mila Teshaieva | Ausstellung: 31. Mai bis 25. August 2018

Portale

litport.de

dichterlesen.net

Zeitschrift

Spritz

Projekte

Krieg im Frieden. Internationales Dramatiker*innenlabor

DAS WEISSE MEER. Literaturen rund ums Mittelmeer

Übersetztercolloquium

Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

Allons Enfants!

Netzwerk

Netzwerk der Literaturhäuser: literaturhaus.net

ARTE. Kulturpartner literaturhaus.net