LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 02/2007

LCB-Programm 02/2007 als PDF

Donnerstag
Februar
14.00 Uhr
01.02.2007

Vom Buch zum Drehbuch – vom Drehbuch zum Film

Autorenseminar mit Julia Franck und Torsten Schulz

 

Die Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Babelsberg und das LCB liegen nur zwei Steinwürfe voneinander entfernt. Wir wollen diese Nachbarschaft künftig pflegen und Autoren mit Studierenden der Filmhochschule zusammenbringen. Vom Text zum Film ist es oft ein weiter und steiniger Weg. An diesem Nachmittag mit Torsten Schulz, Professor an der HFF Babelsberg, Filmemacher und Romancier, und der Autorin Julia Franck, deren Roman „Lagerfeuer“ verfilmt werden soll, wollen wir der Frage nachgehen, was es für einen Autor bedeutet, wenn sein Buch zum Filmstoff wird. Torsten Schulz wird aus der Persepektive des Filmemachers berichten, während Julia Franck ihre Erfahrungen als Autorin schildert. In der Diskussion mit Filmstudenten sollen die Probleme benannt werden und ein fruchtbarer Dialog entstehen. Die Veranstaltung ist als Auftakt eines Gesprächs von Autoren und Filmemachern gedacht, das – bei Interesse – fortgeführt werden soll.

Um Anmeldung wird gebeten: geiger@lcb.de, oder Telefon 030 - 81 69 96 13.
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro

Montag
Februar
20.00 Uhr
05.02.2007

„Dossier K“

Lesung und Gespräch mit Imre Kertész
Moderation: Lothar Müller

Imre Kertész

Als Imre Kertész im Jahre 2002 den Nobelpreis für Literatur erhielt, zeichnete ihn die Schwedische Akademie „für ein schriftstellerisches Werk aus, das die zerbrechliche Erfahrung des Einzelnen gegenüber der barbarischen Willkür der Geschichte behauptet“. Bereits die großen Romane des 1929 in Budapest geborenen, 1944 nach Auschwitz verschleppten und 1945 in Buchenwald befreiten Kertész hatten stets auch autobiographische Lesarten zugelassen und gefunden. Im Herbst 2006 erschien im Rowohlt Verlag Imre Kertész´ Autobiographie „Dossier K. Eine Ermittlung“. In Form eines Selbstinterviews, das sich als platonischer Dialog, aber auch als Kreuzverhör lesen läßt, transportiert dieses neue große Werk des Nobelpreisträgers „den tiefsten Ernst mit den Mitteln des Zweifels, der Ambivalenz und der Ironie“, wie Andreas Breitenstein, einer der vielen begeisterten Rezensenten, in der NZZ hervorhob. Durch den Abend mit Imre Kertész führt Lothar Müller, Literaturredakteur der Süddeutschen Zeitung.

Eintritt: 6 Euro / 4 Euro

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
07.02.2007

Studio LCB

Lesung: Rolf Dobelli und Ernst-Wilhelm Händler
Moderation: Maike Albath

Ernst-Wilhelm Händler

Was haben Wirtschaft und Literatur miteinander zu tun? Rolf Dobelli und Ernst-Wilhelm Händler sind in beiden Sphären beheimatet. Dobelli, 1966 in Luzern geboren und heute in Miami und der Schweiz zu Hause, ist Betriebswirt und war viele Jahre in multinationalen Konzernen tätig, bevor er 1998 seine eigene Firma gründete und mit getAbstract zum weltweit größten Anbieter komprimierter Wissenschaftsliteratur avancierte. An seinem fünfunddreißigsten Geburtstag reichten ihm seine beruflichen Aktivitäten nicht mehr aus, und er begann, Romane zu schreiben. Seine unterhaltsam-spitzfindigen Geschichten führen in die Welt der Manager und nehmen die branchentypischen Krisenphänomene aufs Korn. In seinem jüngsten Roman „Himmelreich” (2006) verstrickt sich sein im Faktischen verwurzelter Held immer stärker in Phantasien und Sehnsüchte. Ernst-Wilhelm Händler, 1953 in Regensburg geboren, studierte Philosophie, bevor er Unternehmer wurde. Er schreibt an einem erzählerischen Projekt, das er mit der geheimnisvollen Formel „Grammatik der vollkommenen Klarheit“ umreißt. In seinen Romanen analysierte Händler die Welt der Wissenschaft, der Architektur, der Wirtschaft, zuletzt die Literaturszene. Immer wieder geht es um die Erschaffung von Wirklichkeiten, die zugleich Sprach-Kosmen sind. „Entweder man hat Freunde, oder man hat Ziele“, läßt Händler eine seiner Heldinnen in „Wenn wir sterben” sagen: das menschliche Subjekt ist nur noch im relationalen Zusammenhang der Wirtschaft denkbar. Rolf Dobelli und Ernst-Wilhelm Händler diskutieren mit Maike Albath über die Zwänge der Wirtschaft und des Schreibens.

In Zusammenarbeit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 24. Februar 2007, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: http://www.dradio.de/dlf/freq/
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
21.02.2007

Europäische Erzähler

Lesung: Einar Kárason (Reykjavik)
Moderation: Kristof Magnusson

Außer Haus:
Ort: Haus der Nordischen Botschaften in der Rauchstraße (Tiergarten)

 

Einar Kárason, der durch seine Trilogie „Die Teufelsinsel“, „Die Goldinsel“ und „Das gelobte Land“ berühmt wurde, zeichnet in seinem neuen Roman „Sturmerprobt“ das Porträt eines durchaus ambivalenten Helden. Eyvindur Jonsson, genannt Stormur (Sturm), ist wortgewaltig, aber alles andere als fleißig. Während seine Frau arbeitet und sich um die Kinder kümmert, sitzt der Isländer biertrinkend auf dem Balkon einer Sozialbausiedlung in Aarhus und läßt sich vom dänischen Sozialstaat umsorgen. Als er sich eines Tages von einem Verlag dazu gewinnen läßt, in der Öffentlichkeit als Verfasser eines im Obdachlosen- und Alkoholikermilieu angesiedelten Buches aufzutreten, den er möglichst authentisch verkörpern soll, übernehmen er und der isländische Literaturbetrieb sich gewaltig. So wird Einar Kárasons Roman von einer Geschichte über Stormur und das, was er seiner Familie und seinen dänischen Sozialarbeitern zumutet, zu einer humorvollen Satire auf den Kulturbetrieb und die modernen Formen des Literaturmarketings. Den Abend moderiert der in Berlin lebende Schriftsteller und Übersetzer Kristof Magnusson, von dem die deutsche Version des Romans stammt. Im Anschluß an die Veranstaltung lädt die Isländische Botschaft zu einem kleinen Empfang.

In Zusammenarbeit mit der Isländischen Botschaft in Berlin.
Eintritt frei

Freitag
Februar
20.00 Uhr
23.02.2007

Saisonauftakt

In Lesung und Gespräch: Bernd Cailloux, Wolfgang Herrndorf, Susanne Kippenberger, Wolfgang Schlüter, Johanna Straub und Antje Ravic Strubel
Moderation: Maike Albath und Frank Meyer

 

Im Saisonauftakt dieses Frühjahrs stehen einmal mehr Neuerscheinungen von sechs Berliner Autorinnen und Autoren im Mittelpunkt. Keine fiktive Geschichte, sondern das bei aller Härte immer auch urkomische reale Leben des deutschen Schriftstellers an sich schildert Bernd Cailloux in seinem in der edition suhrkamp erschienenen Erzählband „German Writing“. Die Protagonisten in Wolfgang Herrndorfs Erzählungen „Diesseits des Van-Allen-Gürtels“ (Eichborn Berlin) geben höchst unterhaltsam Auskunft darüber, was wirklich zählt im Leben eines Menschen (sei er nun Schriftsteller oder nicht…). Susanne Kippenberger, Redakteurin des Berliner „Tagesspiegel”, bringt den Lesern in ihrem Erinnerungsbuch „Kippenberger. Der Künstler und seine Familien“ sowohl den Künstler als auch den Menschen Martin Kippenberger näher, dessen Todestag sich im März zum zehnten Mal jährt. In das historische Paris zur Zeit Rousseaus, in die Blütezeit der Oper und der Aufklärung nimmt uns Wolfgang Schlüters neuer Roman „Anmut und Gnade“ mit, der in der Anderen Bibliothek erschienen ist. Das Debüt dieses Saisonauftakts stammt von Johanna Straub, die in „Das Zebra hat schwarze Streifen, damit man die weißen besser sieht.“ (Liebeskind) das Leben der Protagonistin Philippa aus der Sicht von zwölf ihr vertrauten Menschen perspektivenreich umkreist. Antje Ravic Strubel schließlich erzählt in ihrem neuen Roman „Kältere Schichten der Luft“ (S. Fischer) von einer jungen Liebe, die durch Eifersucht und Gewalt bedroht ist, obwohl und gerade weil sie in einem idyllischen schwedischen Aussteigercamp erblüht.

Eintritt: 6 Euro / 4 Euro

Mittwoch
Februar
10.00 - 17.00 Uhr
28.02.2007

Wörter suchen – Wörter finden

Ein Tagesseminar zu alten Wörterbüchern und neuesten Nachschlagewerken

 

Unsere Veranstaltungsreihe zur Geschichte der deutschen Literatursprache beschäftigte sich im vergangenen November mit Fragen des Wortschatzes. Übersetzer erhielten dabei viele Anregungen, welche Quellen sich für die Gestaltung eines „alten“ Deutsch nutzen lassen. Auf Grund der großen Nachfrage wollen wir uns diesmal noch intensiver mit Wörterbüchern befassen. Renate Birkenhauer (Straelener Manuskripte) lädt unter dem Titel „... noch völlig gangbar“ zu einem weiteren Rundgang durchs Magazin der deutschen Lexikographie des 18. und 19. Jahrhunderts ein. Regina Peeters (Europäisches Übersetzer-Kollegium Straelen) wird mit einem Beitrag zu neuen Nachschlagewerken anschließen: „Fingerübungen auf der Tonleiter” nennt sie ihren Vortrag. Das Tagesseminar ist interessant für Übersetzer, Autoren, Schreibende.

Begrenzte Teilnehmerzahl! Anmeldung erbeten per mail an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619. 10 Euro Unkostenbeitrag für einen Imbiß und Getränke.
Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

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