LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 05/2011

LCB-Programm 05/2011 als PDF

Donnerstag
Mai
19.00 Uhr
05.05.2011

Gedichte mit und ohne Ort
Lesung: Jan Wagner und Doris Runge

Moderation: Stephan Opitz

Außer Haus!
Ort: Vertretung des Landes Schleswig-Holstein, In den Ministergärten 8, 10117 Berlin-Mitte

Jan Wagner

Ort und Nicht-Ort verbindet die beiden Gedichtbände „was da auftaucht“ von Doris Runge und „Australien“ von Jan Wagner. Doris Runge lebt seit langem in Cismar, einem Ort, der sich selbst als Klosterdorf bezeichnet und – ganz natürlich – sind das klösterliche Leben und die Natur ein Unterton in ihren neuen Gedichten. Die Geographie gliedert den soeben erschienen Gedichtband von Jan Wagner: Die Abteilungen sind nach den Himmelsrichtungen benannt und als Schlussstein ist das Kapitel Australien gesetzt, mithin mit dem Kontinent, den Wagner noch nie besucht hat. Zwei Lyriker lesen an diesem Abend, die auf den ersten Blick nicht sehr viel mehr gemeinsam zu haben scheinen als ihren Bezug zu Schleswig-Holstein –  die eine lebt da, der andere kommt von dort. Aber bei genauerer Betrachtung ist es nicht nur das Lakonische, das beide verbindet, sondern auch ihr genau abgewogenes Sprachgefühl und ihr feines Gespür für Rhythmik. Weiteren Gemeinsamkeiten und Unterschieden wird im Gespräch Stephan Opitz nachgehen, der diesen dem zeitgenössischen  Gedicht gewidmeten Abend moderieren wird.

Der Eintritt ist frei, Anmeldung zur Veranstaltung erforderlich per mail an: veranstaltung@lv.landsh.de
Eintritt frei

Mittwoch
Mai
20.00 Uhr
11.05.2011

Der abgewandte Leviathan
Öffentliche Antrittsvorlesung zur Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik

Vortrag: Thomas Lehr

Die Veranstaltung findet im LCB statt!

Thomas Lehr

2005 wurde die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik von der Stiftung Preußische Seehandlung und der Freien Universität Berlin eingerichtet.  Gastprofessor am Peter-Szondi-Institut der FU wird in jedem Sommersemester der  Träger des Berliner Literaturpreises. Thomas Lehr, nach Herta Müller, Durs Grünbein, Ilija Trojanow, Ulrich Peltzer, Dea Loher und Sibylle Lewitscharoff der diesjährige Preisträger, hält am heutigen Abend seine Antrittsvorlesung mit dem Titel „Der abgewandte Leviathan. Notizen zur politischen Literatur im Zeitalter ihrer vermeintlichen Beliebigkeit“. Der 1957 in Speyer geborene, seit 1979 in Berlin ansässige Schriftsteller wird in diesem Sommersemester an der Freien Universität ein Kolleg für junge Autoren leiten.

Eintritt 6 € / 4 € * | Eintritt frei für Studierende

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Mittwoch
Mai
20.00 Uhr
18.05.2011

Ein irisches Kleeblatt: Roman, Erzählung, Erinnerungen
Claire Kilroy, Molly McCloskey und Hugo Hamilton in Lesung und Gespräch

Moderation und Lesung der Übersetzungen: Hans-Christian Oeser

Die Veranstaltung findet im LCB statt!

Claire Kilroy (c) Helen Kilroy

Molly McCloskey

Hugo Hamilton

Eine Irish Writers’ Tour macht Station im LCB: Claire Kilroy, geb. 1973, hat drei Romane veröffentlicht: „All Summer” (2003), ein literarischer Thriller über ein gestohlenes Gemälde, „Tenderwire” (2006), eine Liebesgeschichte über eine junge irische Geigerin und eine alte italienische Geige, und „All Names Have Been Changed” (2009), einen Campusroman. Molly McCloskey, geb. 1964 in Philadelphia, lebt seit 1989 in Irland. Ihr Roman „Wie wir leben“ über den rasanten sozialen und ökonomischen Wandel Irlands ist bei Steidl erschienen, genauso wie ihre Novelle „Schöne Veränderungen“ über eine Vater-Tochter-Beziehung. Hugo Hamilton, geb. 1953 in der Nähe von Dublin, ist Sohn einer deutschen Mutter und eines irischsprachigen Vaters, Autor von sieben Romanen und einem Erzählband. Er war Gast des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, sein neuester Roman „Der irische Freund“ (Luchterhand, 2011) handelt vom Schicksal eines serbischen Immigranten in Irland. Der Übersetzer Hans-Christian Oeser, zu Hause in Dublin und Berlin, stellt die Gäste vor und liest die deutschen Übersetzungen.

In Zusammenarbeit mit Ireland Literature Exchange; mit freundlicher Unterstützung der Botschaft von Irland.
Eintritt 6 € / 4 € *

Logo: ILE

Montag
Mai
20.00 Uhr
23.05.2011

Studio LCB
Lesung: Albert Ostermaier

Gesprächspartner: Friedrich Ani und Matthias Brandt
Moderation: Maike Albath

Die Veranstaltung findet im LCB statt!

 

Er stammt aus München, hat eine Dauerkarte für FC Bayern und ist einer der produktivsten Schriftsteller seiner Generation: Albert Ostermaier, 1967 geboren, Verfasser von preisgekrönten Theaterstücken, Libretti, acht Lyrikbänden und neuerdings auch erzählerischen Werken. Im Mai kommt sein zweiter Roman „Schwarze Sonne scheine” im Suhrkamp Verlag heraus. Ein junger Mann mit literarischen Ambitionen wächst in einem bayrischen Internat auf, wo die Kirche alles ist und der einzelne wenig. Lähmend stülpt sich die autoritäre Erziehung über die Zöglinge, und wer sich wehrt, droht von den Strukturen zermalmt zu werden. Eines Tages gerät der Held in ein unauflösbares Dilemma: Er muss sich entscheiden, ob er der Diagnose einer Ärztin glauben will, die eine tödliche Krankheit bei ihm feststellt. Zur Behandlung müsste er sich sofort nach Texas in die USA begeben. Aber hat die Ärztin überhaupt Recht? „Schwarze Sonne scheine” ist eine Mischung aus Pubertätsgeschichte und Künstlerroman, gleichzeitig thematisiert der Roman auf erhellende Weise die Spannungen in der bayrischen Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne. Albert Ostermaier liest zum ersten Mal aus seinem Buch und diskutiert mit dem Schriftsteller und Drehbuchautor Friedrich Ani und dem Schauspieler Matthias Brandt über die Fährnisse einer künstlerischen Existenz.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 28. Mai 2011 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/
Eintritt 6 € / 4 € *

Donnerstag
Mai
20.00 Uhr
26.05.2011

The Translator as (Re-) Writer
Vortrag: Susan Bassnett

Einführung: Irmela Hijiya-Kirschnereit (Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule, FU Berlin)

Die Veranstaltung findet im LCB statt!

Susan Bassnett

Susan Bassnett (University of Warwick) hat mit ihren „Translation Studies” (1980) und vielen weiteren Arbeiten Grundlegendes zur wissenschaftlichen Reflexion und Kritik von Literaturübersetzungen geliefert. Ihr Vortrag (in englischer Sprache) geht den Veränderungen in der wissenschaftlichen Diskussion literarischer Übersetzungen nach, den Fragen nach der „Sichtbarkeit” und der Präsenz des Übersetzers im Text, der kreativen Rolle des Übersetzers als Schöpfer mit einer eigenen Autonomie. Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule der FU Berlin und dem Deutschen Übersetzerfonds.

Eintritt 6 € / 4 € * | Eintritt frei für Studierende

Logo: Deutscher Übersetzerfonds

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Sonntag
Mai
11.30 Uhr
29.05.2011

Verleihung des Alfred-Döblin-Preises 2011

Begrüßung: Günter Grass
Laudatio und Lesung aus dem preisgekrönten Manuskript

Außer Haus!
Ort: Akademie der Künste am Pariser Platz

Alfred Döblin

Alfred Döblin ist einer der vielseitigsten Erfinder von Erzählwelten der Moderne, er war Journalist, Programmatiker, Visionär, Satiriker, streitbarer Zeitzeuge und lebenslanger Sinnsucher. Mit Werken wie „Die drei Sprünge des Wang-lun“ oder „Berge Meere und Giganten“ weitete er die Grenzen des Erzählens aus. „Berlin Alexanderplatz“, der die Gattung des deutschen Großstadtromans 1929 etablierte, begründete seinen Weltruhm. „Wer sich selbst genügt, sei vor Döblin gewarnt!“, schrieb einst Günter Grass, der Stifter des Alfred-Döblin-Preises, der für ein Prosaprojekt vergeben wird, das sich noch in Arbeit befindet. Über 500 Autorinnen und Autoren haben sich in diesem Jahr beworben; nachdem die dreiköpfige Jury nach Lesungen im LCB am Vortag ihre Entscheidung bekanntgegeben hat, wird der vom LCB gemeinsam mit der Akademie der Künste ausgerichtete Alfred-Döblin-Preis 2011 am heutigen Vormittag in festlichem Rahmen vergeben.

Montag
Mai
20.00 Uhr
30.05.2011

Größer im Liegen
Les Murray in Lesung und Gespräch

Moderation: Tobias Lehmkuhl

Die Veranstaltung findet im LCB statt!

 

„Es lümmelt sich so selbstgefällig/ phallisch, das Kaufmanns-Und/im Liegestuhl seiner selbst.” Dies ist ein Dreizeiler aus dem neuen Band von Les Murray. „Es gibt keine Poesie in der englischen Sprache, die so verwurzelt ist in ihrer Heiligkeit, so breitblättrig in ihren Freuden und doch so intim und umgangssprachlich“, so bewundert der Nobelpreisträger Derek Walcott die Dichtung des von schottischen Einwandern abstammende Australiers Les Murrays. Der Dichter, der im australischen Nirgendwo lebt, ist einer der bedeutendsten Lyriker – nicht nur der englischsprachigen Welt  –  der Gegenwart. In einer kleinen Lesereise durch Deutschland stellt er gemeinsam mit seiner Übersetzerin und Verlegerin Margitt Lehbert seinen neuen Gedichtband „Größer im Liegen“ vor, der in diesen Tagen in der Edition Rugerup erscheint. Lesungen Les Murrays sind ein Ereignis. Durch den Abend führt der Literaturkritiker Tobais Lehmkuhl.

Eintritt 6 € / 4 € *

Dienstag
Mai
20.00 Uhr
31.05.2011

Europäische Erzähler
Lesung: Marie NDiaye

Moderation: Petra Metz

Die Veranstaltung findet im LCB statt!

Marie NDiaye (c) Catherine Hélie Editions Gallimard

Spätestens seit Marie NDiaye im Herbst 2009 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde, ist sie auch hierzulande keine Unbekannte mehr. Der preisgekrönte Roman „Trois femmes puissantes“, der 2010 in der Übersetzung von Claudia Kalscheuer unter dem Titel „Drei starke Frauen“ (Suhrkamp) erschien und Autorin und Übersetzerin den Internationalen Literaturpreis des Hauses der Kulturen der Welt einbrachte, wurde als Buch von beklemmender Schönheit gefeiert. In diesem Frühjahr erscheint mit „Selbstporträt in Grün“ (Arche) die Übersetzung des bisher persönlichsten Buches der Autorin, das 2005 in Frankreich veröffentlicht wurde. Außerdem wird der bereits 2008 erschienene Roman „Mein Herz in der Enge“ in die Bibliothek Suhrkamp aufgenommen: Gründe genug, die 1967 in Pithiviers bei Orléans geborene Schriftstellerin, die seit 2007 mit ihrer Familie in Berlin lebt, in Lesung und Gespräch vorzustellen. Durch den Abend mit Marie NDiaye führt die Romanistin Petra Metz.

Eintritt 6 € / 4 € *

Ausstellung

Urbans Orbit – Einblicke in den Nachlass eines Übersetzers | Ausstellung. 20. Oktober 2017 – 9. Februar 2018

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