LCB-Programmarchiv
LCB-Veranstaltungen 09/2007
| Montag September 20.00 Uhr |
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Wolfgang Hilbig zum Gedenken
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Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten, dass es so einen Schriftsteller wie den am 2. Juni 2007 verstorbenen Wolfgang Hilbig nie mehr geben wird. Das liegt einmal an seinem Werk, aber auch an seiner Herkunft. Er hätte der Vorzeigeautor der DDR sein können, denn Wolfgang Hilbig wuchs in Meuselwitz in wahrlich proletarischen Verhältnissen im thüringisch-sächsischen Braunkohleabbaugebiet auf. Bei Hilbig spiegelt sich dies im Stoff, nie aber im Stil. Die Welt der Hilfsarbeiter, aber auch die apokalyptische Landschaft der Abraumgebiete seiner Heimat sind Ausgangspunkt seines Erzählens gewesen. Später kamen noch zwei wichtige Romane der Nachwendezeit hinzu, der Roman „Ich“, der die von der Stasi unterwanderte Künstlerszene am Prenzlauer Berg nicht unironisch beschrieb und der tragische, autobiographisch grundierte Roman „Das Provisorium“, der den Leser schmerzhaft nachvollziehen lässt, dass Wolfgang Hilbig in keinem der beiden deutschen Staaten heimisch werden konnte. Wir wollen an diesem Abend in Lesung und Gespräch mit Autorenkollegen Hilbigs an den großen Autor erinnern. In Zusammenarbeit mit dem S. Fischer Verlag |
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| Freitag September 20.00 Uhr |
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Berliner Preis für Literaturkritik
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Der von Jörg A. Henle gestiftete Berliner Preis für Literaturkritik wird 2007 zum dritten Mal verliehen. Preisträger ist in diesem Jahr Ijoma Mangold, Redakteur im Feuilleton der Süddeutschen Zeitung. Die Jury würdigt den Preisträger für die „Genauigkeit und Empathie“, mit der er die Literaturkritik als literarische Gattung behandelt, und betont, Mangolds Texte seien „offen und neugierig, nie beliebig, nicht modisch, sondern an Stilfragen und vor allem am Finden von Qualität interessiert“. Für die Jury wird die Berliner Publizistin und Literaturkritikerin Verena Auffermann sprechen. Im Anschluss an die Preisverleihung laden wir zu einem Empfang. Eintritt frei |
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| Dienstag September 20.00 Uhr |
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Beyond the Wall. Torgespräche (1)
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Die Torgespräche im Rahmen der Ausstellung „Beyond the Wall“ spüren dem Leben und Schreiben in der geteilten und wiedervereinten Stadt nach. Die „Berliner auf Zeit“ berichten aus den 70er und 80er Jahren, der Hochzeit des Berliner Westens, als die Mauer ein unverrückbares Monument der Nachkriegszeit zu sein schien. Paradoxerweise entwickelte sich trotz politischer Großwetterlage und Isolation ein reges künstlerisches Leben; nicht zuletzt durch das Berliner Künstlerprogramm des DAAD wurde die Halbstadt zu einem Ort der Begegnung zwischen den Künsten und zwischen Ost und West. In seinem Essay „Im Freigehege“ bezeichnete Christoph Geiser (in Berlin 1983/84) kurzerhand die ganze Stadt als Zoo, während für Autoren aus Mittel- und Osteuropa wie Adam Zagajewski (in Berlin 1979/80) der Weg in die deutsche Verlagslandschaft gebahnt wurde. Der Autor und Hanser-Verleger Michael Krüger ist als ständiger Beobachter der Berliner Literaturszene an diesem Prozess maßgeblich beteiligt. „Beyond the Wall. Berlin – Freihafen der Künste“ ist ein Projekt der Stiftung Brandenburger Tor in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD und dem LCB. Kontakt: 030 - 22633030. |
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| Donnerstag September 20.00 Uhr |
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Tage. Jahre. Leben
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Was bleibt von Momenten des Glücks, wenn die Liebe vorbei ist? Was bleibt von einer bürgerlichen Existenz, wenn das Wohnhaus einer Familie bis auf die Grundmauern niederbrannte? Wieviel Nähe und Vertrautheit sind noch möglich, wenn der technische Fortschritt dem Partner pausenlose Kontrolle erlaubt? Die Erzählungen, die Arno Geiger in dem Band „Anna nicht vergessen“ (Hanser Verlag) versammelt, kreisen um die Suche nach dem Glück und das Scheitern. Arno Geiger wurde 2005 für seinen Roman „Es geht uns gut“ mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Im selben Jahr war Martin Becker, 1982 im Sauerland geboren und in Berlin ansässig, Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa im LCB. Über Beckers traumschön schlimme Geschichten, die unter dem Titel „Ein schönes Leben“ im Luchterhand Verlag erschienen sind, schrieb Terézia Mora: „Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so etwas Originelles, Überraschendes, Freches, Turbulentes, Kluges, Drastisches und dabei Warmherziges gelesen habe. Martin Becker geht aufs Ganze – so und nicht anders stelle ich mir gute Literatur vor.“ Eintritt: 6 Euro / 4 Euro |
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| Dienstag September 20.00 Uhr |
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Land
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„Er wußte, daß es unter Umständen, die vielleicht seine Umstände waren, nur eine Generation dauert, bis der Flüchtling zum Flaneur wird.“ Der Reisende, von dem Perikles Monioudis in seinem neuen Roman „Land“ (Ammann Verlag) erzählt, steht im diplomatischen Dienst der Schweiz. In einer kleinen Kantonshauptstadt als Sohn griechischer Eltern aufgewachsen, begibt er sich auf die Suche nach der Geschichte seiner Familie, die nach der Vertreibung aus Kleinasien im ägyptischen Alexandria einen Neuanfang wagte, aber auch dort nicht bleiben konnte. Die Reisebeschreibungen dieses Romans sind leuchtende Exkursionen in die Geschichte und Gegenwart des Mittelmeerraumes. Die Buchpremiere moderiert der Berliner Schriftsteller Joachim Helfer. Eintritt: 6 Euro / 4 Euro |
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| Freitag September ab 10 Uhr |
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Übersetzertag: 10 Jahre Deutscher Übersetzerfonds |
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Im September 1997 wurde im LCB der Deutsche Übersetzerfonds gegründet – mit dem Ziel, die Kunst des Übersetzens zu fördern und damit der qualitätvollen Vermittlung fremder Literaturen ins Deutsche zu dienen. Eine Erfolgsgeschichte: mit seinen Stipendien- und Fortbildungsangeboten hat der DÜF die Übersetzerförderung in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt modellhaft weiterentwickelt. Am Anfang der Vereinsgeschichte stand der erste „Übersetzertag“ im LCB, dem viele weitere folgten mit Versuchen, die Rolle der Übersetzung in unserer Sprachkultur auf verschiedene Weise zu reflektieren, aber auch in unterhaltsamen Veranstaltungsformen umzusetzen. Dieser Tradition folgend laden wir zu einem Symposion am Vormittag und zu einer Revue von „Babeliaden“ am Nachmittag und Abend. Diskutieren Sie mit, feiern Sie mit! Übersetzungskultur – was sie prägt, was ihr fehlt 10.00 Uhr Erste Gesprächsrunde über die (versteckten) Prägungen Jürgen Trabant: Von Kratylos zu Agamemnon 12.00 Uhr Zweite Gesprächsrunde über die Rohbauten Werner von Koppenfels: Demut plus Übermut. Historische Anmerkungen zu einem unmöglichen Metier Pause Erster Akt, ab 17.00
Musikalische Einleitung mit Frank Heibert und Nicolai Thärichen Zweiter Akt, ab 20.00
Über die allmähliche Verfertigung des Textes beim Tanzen: Miriam Mandelkow und Isabel Bogdan bei der Rhythmusarbeit Projektleitung und Moderation: Ulrich Blumenbach und Rosemarie Tietze
Gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. |
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| Montag September 20.00 Uhr |
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Studio LCB
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Publizistisch bekannt geworden ist der Philosoph Rüdiger Safranski mit seinen großen Biographien deutscher Dichter und Denker, besonders der dunklen unter den hellen deutschen Geistern, also von Schopenhauer, E.T.A. Hoffmann, Heidegger, Nietzsche und zuletzt Friedrich Schiller. Populär wurde er an der Seite Peter Sloterdijks als Gastgeber des Philosophischen Quartetts im ZDF. Darüberhinaus verkörpert Rüdiger Safranski den in Deutschland eher seltenen Typus des gebildeten, verständlichen, den öffentlichen Diskurs suchenden Intellektuellen, der sich auch aktuellen Zeitfragen widmet. In seinem neuen Buch erweitert er das Genre der Biographie zur Geschichtsschreibung einer geistigen Strömung in Deutschland, und mehr als das: zur Darstellung einer Denk- und Fühlweise, einer politischen und einer universellen Lebenshaltung: „Romantik. Eine deutsche Affäre“. Wenige kulturelle Strömungen gelten als so heikel wie eben diese: Philosophische Reflexionskultur, Deutsche Innerlichkeit, kunstreligiöse Erlösungssehnsucht, nationalistischer Überschwang bis hin zur politischen Instrumentalisierbarkeit durch totalitäre Regime. Rüdiger Safranski wird seine Sicht der Deutschen Romantik vorstellen: in einer längeren Lesung aus dem neuen Buch und im Gespräch mit dem Literaturwissenschaftler Jochen Hörisch und dem Literaturkritiker Burkhard Müller. In Zusammenarbeit dem Deutschlandfunk. |
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| Dienstag September 20.00 Uhr |
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Beyond the Wall. Torgespräche (2)
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Weithin bekannt ist, dass Berlin immer der Brückenkopf für Autoren aus dem Osten Europas war, doch auch für viele Künstler aus Nordeuropa wurde diese Stadt zum Ausgangspunkt ihrer internationalen Karriere. So wie um 1900 für Ibsen, Strindberg, Brandes und Munch Berlin Ort der Inspiration und des gesellschaftlichen Lebens war, übt diese Stadt nach wie vor eine ungebrochene Anziehungskraft auf Nordlichter aus. Der Schwede Aris Fioretos lässt in seinem Roman „Die Wahrheit über Sascha Knisch“ das Berlin der 20er Jahre auferstehen, der Deutsch-Ire Hugo Hamilton begibt sich auf autobiographische Erkundungen in „Gescheckte Menschen“, während Einar Kárason, der erfolgreichste zeitgenössische Autor Islands, nicht nur tief in das Berliner Literaturleben eintauchte, sondern auch in die hiesige Fußballszene. „Beyond the Wall. Berlin – Freihafen der Künste“ ist ein Projekt der Stiftung Brandenburger Tor in Zusammenarbeit mit dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD und dem LCB. Kontakt: 030 - 22633030. |
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