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LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 02/2012

LCB-Programm 02/2012 als PDF

Mittwoch
Februar
20 Uhr
08.02.2012

Blumenberg, Descartes – über Philosophen schreiben

Durs Grünbein und Sibylle Lewitscharoff in Lesung und Gespräch
Moderation: Lothar Müller

Veranstaltungsabsage: Die Veranstaltung muss krankheitsbedingt leider ausfallen. Wir suchen einen Ersatztermin, bitte beachten Sie unser übliches Monatsprogramm.

 

 

Donnerstag
Februar
20 Uhr
16.02.2012

Schreiben und Übersetzen

Podiumsgespräch mit Olaf Kühl (August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessor im WS 2011/12), Marie Luise Knott (Deutscher Übersetzerfonds) und Jurko Prochasko

 

Die Grenzen zwischen dem Schreiben und Übersetzen sind fließend. Manchmal scheinen die Gemeinsamkeiten zu überwiegen. Was tut zum Beispiel Elfriede Jelinek, wenn sie Oscar Wilde übersetzt – man könnte meinen, sie schriebe einfach munter weiter. Was andererseits, wenn Hannah Arendt im Exil Englisch schreibt – übersetzt sie sich nicht selbst? Doch selbst wenn man sich weniger Freiheiten zugesteht als diese Autorinnen-Übersetzerinnen – immer ist die Übertragung auch eine Deutung. Nirgends wird das deutlicher als in der amerikanischen Fassung der Werke von Sigmund Freud, die seine Rezeption dort maßgeblich beeinflusste. Interpretierend sind aber auch die Übersetzerinnen Robert Musils ins Italienische am Werk, wie die Feinanalyse der unterschiedlichen Fassungen beweist. Das gilt erst recht für die neunzehn unterschiedlichen Übersetzungen der Gedichte des Chinesen Wang Wei. An diesen und einigen anderen Fallbeispielen hat Olaf Kühl die Titelfrage seines Seminars „Schreibst du noch oder übersetzt du schon?“ behandelt, das er als Inhaber der vom Deutschen Übersetzerfonds und der FU Berlin eingerichteten „August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung”am Peter-Szondi-Institut angeboten hat. Mit den Seminarteilnehmern sollen die Streitfragen noch einmal öffentlich ausgetragen, die Höhepunkte rekapituliert werden. Als berufene Gäste werden die Autorin Marie Luise Knott und der Psychoanalytiker und Übersetzer Jurko Prochasko das Gespräch zusätzlich befeuern.

Eintritt frei

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Dienstag
Februar
20 Uhr
21.02.2012

Hausgäste

Benny Barbash, András Gerevich und Marko Pogačar in Lesung und Gespräch

 

Etwa 40 bis 50 Schriftsteller und Übersetzer kommen pro Jahr in den Genuss eines Aufenthaltsstipendiums im LCB, um hier an neuen literarischen Projekten zu arbeiten, aber auch um die Stadt Berlin und ihr kulturelles Leben kennenzulernen. Zu den ersten Gästen dieses Jahres gehören der israelische Romancier („Mein erster Sony”, 1995) und Drehbuchautor Benny Barbash, der ungarische Lyriker, Theaterautor und Übersetzer András Gerevich und der kroatische Lyriker und Zeitschriftenmacher Marko Pogačar. Wir stellen sie an diesem Abend vor.

Eintritt frei

Donnerstag
Februar
20 Uhr
23.02.2012

Studio LCB
Lesung: Péter Nádas

Gesprächspartner: Tilman Krause und Joachim Sartorius
Moderation: Maike Albath

Péter Nádas © Tobias Bohm

„Parallelgeschichten” nennt der ungarische Schriftsteller Péter Nádas sein neues Werk. Es als einen Jahrhundert-Roman zu bezeichnen, wäre noch untertrieben. 1.728 Seiten umfasst das Buch, es entwirft ein Panorama der europäischen Zeitgeschichte, beginnt mit einem Mord im Berliner Tiergarten und führt in das Beziehungsnetz einer Familie hinein. Die historischen Wegmarken sind der Ungarnaufstand 1956, die nachrevolutionäre Phase, der Nationalfeiertag am 15. März 1961, die Vorkriegszeit in Berlin und die Deportationen der ungarischen Juden in den vierziger Jahren. Nicht nur äußere Ereignisse skandieren den Roman – der Körper selbst wird zum Schauplatz der Ereignisse. Péter Nádas, 1942 in Budapest geboren, stammt aus einer jüdischen Familie, war Fotoreporter und Journalist, bis er mit den Vorgaben für die Berichterstattung in Konflikt geriet und sich 1968 als Schriftsteller aufs Land zurückzog. Die Zensur verhinderte fünf Jahre lang die Veröffentlichung seines Debüts „Ende eines Familienromans”, das schließlich 1977 erschien. In Deutschland wurde Nádas mit seinem ebenfalls monumentalen Roman „Buch der Erinnerung” (1991) bekannt. Im Studio LCB diskutiert Péter Nádas mit dem Literaturkritiker Tilman Krause und dem Schriftsteller Joachim Sartorius über die Möglichkeiten des Erzählens.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. Februar 2012, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/
Eintritt 6 € / 4 € *

Dienstag
Februar
20 Uhr
28.02.2012

Paare, Begegnungen, Geschichten

Ulrike Draesner und Monique Schwitter lesen aus ihren Erzählungsbänden
Moderation: Katharina Teutsch

Ulrike Draesner © Tobias Bohm

Monique Schwitter © Florian Thiele

Zwei herausragende Erzählungsbände des vergangenen Jahres stehen im Mittelpunkt des heutigen Abends, und natürlich deren Verfasserinnen: Ulrike Draesner ist eine der renommiertesten Autorinnen von Lyrik und Prosa in Deutschland, ihre Texte zeichnen sich durch intellektuelle Brillanz ebenso aus wie durch erzählerische Meisterschaft. Ihr zuletzt bei Luchterhand erschienener Erzählungsband „Richtig liegen” versammelt 17 unberechenbare „Geschichten in Paaren”, über deren „Bildtrunkenheit” und „Denkgenuss” der Rezensent Rolf-Bernhard Essig in der Frankfurter Rundschau ins Schwärmen geriet. Begegnungen und Beziehungen, Abwesenheit und Verlust stehen im Mittelpunkt der 15 Erzählungen des Bandes „Goldfischgedächtnis” (Droschl) von Monique Schwitter. Die Geschichten, die die in Hamburg lebende Schriftstellerin und Schauspielerin erzählt, kommen so lapidar und schnörkellos daher, dass die Abgründe, die sich in ihnen auftun, den Lesern umso heftiger den sicher geglaubten Boden unter den Füßen wegziehen. Über Form, Inhalt und literarische Verortung der Erzählungen spricht die Literaturkritikerin Katharina Teutsch mit den Autorinnen.

Eintritt 6 € / 4 € *