LCB-Logo

Quelle: http://www.lcb.de/archiv/index.htm

LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 03/2006

LCB-Programm 03/2006 als PDF

Mittwoch
März
20.00 Uhr
01.03.2006

Leyla
Feridun Zaimoglu liest aus seinem neuen Roman

Moderation: Marius Meller

Feridun Zaimoglu

Nach den filigranen Geschichten, die er in seinem 2004 erschienenen Band „Zwölf Gramm Glück“ erzählte, legt der Kieler Schriftsteller Feridun Zaimoglu in diesem Frühjahr einen opulenten Roman vor. In „Leyla“ erzählt ein Mädchen vom Leben seiner Familie im Anatolien der fünfziger Jahre. Eine archaische Gesellschaft wird geschildert, eine Welt voller Träume, Rätsel und Wunder, in der Gewalt und Zärtlichkeit miteinander verwandt sind. Aus dem Mädchen wird eine junge Frau; und als die Familie ins ferne, fremde Istanbul aufbricht, eröffnen sich für Leyla neue Horizonte. Aber auch am Bosporus kann und wird der Weg nicht enden. Feridun Zaimoglu wurde 1964 im anatolischen Bolu geboren und elektrisiert seit vielen Jahren die deutsche Öffentlichkeit mit seinen literarischen und journalistischen Texten. In seinem neuen Roman stellt er bewährt zaimogluesk und doch ganz neu die Kraft und die Pracht seiner Erzählkunst unter Beweis. Durch den Abend führt Marius Meller, Literaturredakteur beim Berliner „Tagesspiegel“.

Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Freitag
März
20.00 Uhr
10.03.2006

Buchpremiere
Michal Hvorecky liest mit seinem Übersetzer Mirko Kraetsch aus dem Roman „City: Der unwahrscheinlichste aller Orte"

Anschließend Musik von DJ Tibor aus Bratislava
Moderation: Tobias Rapp

außer Haus!!
Ort: Münzsalon in der Münzstraße 23 in Berlin-Mitte
Anmeldung erbeten unter office@muenzsalon.net

 

Der in Bratislava lebende Michal Hvorecky, geboren 1976, ist in Deutschland kein Unbekannter mehr. Neben zahlreichen Zeitschriften veröffentlichten die FAZ und die ZEIT Essays und Erzählungen von ihm. Nun liegt auch in deutscher Übersetzung ein Roman des jungen slowakischen Autors vor, eine Vision über die Zukunft Europas im Zeitalter des endgültig entfesselten Kapitalismus. Der Fotograf Irvin Mirsky ist süchtig nach Bildern und abhängig vom Internet. Als er Lina trifft, schließt er sich der Revolte an, die diese Frau anführt. Das Leben in City, der Hauptstadt Supereuropas, soll umgestürzt werden, und auch Mirsky hofft, daß sich die Übermacht der Bilder noch brechen läßt.

In Zusammenarbeit mit dem Tropen Verlag und dem Münzsalon e.V.
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Montag
März
20.00 Uhr
13.03.2006

Das Werk
Lesung: Wolfgang Hilbig

Moderation: Thomas Geiger

Wolfgang Hilbig

Unsere Reihe porträtiert Autoren , die mit dem Lebensentwurf als „freie Schriftsteller“ eine existentielle Entscheidung getroffen haben - und für die die Rede von einem „Lebenswerk“ berechtigt ist. Für wenige deutsche Autoren dürfte das so zutreffen wie für Wolfgang Hilbig, denn schon der äußere Werdegang vom Heizer im sächsischen Braunkohlegebiet zum Büchner-Preisträger macht ihn zur Ausnahmeerscheinung. Hilbig liest Lyrik und Prosa aus verschiedenen Schaffensperioden. Im Rahmen unserer Internationalen Übersetzerwerkstatt widmen sich am folgenden Tag 14 Übersetzer deutscher Literatur der Arbeit an dem Roman „Das Provisorium“.

In Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung.
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Dienstag
März
20.00 Uhr
14.03.2006

Studio LCB
Lesung: Ulrich Greiner und Volker Weidermann

Gesprächspartner: Christoph Bartmann
Moderation: Hubert Winkels

Ulrich Greiner

„Eine kurze Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis heute“ nennt der Feuilletonleiter der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung Volker Weidermann sein neues Buch in leiser Anspielung an den umstrittenen Essay von Heinz Schlaffer „Die kurze Geschichte der deutschen Literatur“. Der kleine (grammatische) Artikel markiert einen Unterschied ums Ganze. Wo Schlaffer der deutschen Literatur insgesamt nur zwei kürzere Hochphasen zugesteht - die Literatur nach 45 gehört nicht dazu -, geht Volker Weidermann in „Lichtjahre“ (KiWi) mit der Neugier des Nachgeboren heran an die frühen literarischen Jahre der Republik. Die Gegenwart mustert er mit der urteilsfreudigen Leidenschaft des Zeitgenossen. 135 Autoren aus sechzig Jahren werden vorgestellt - kenntnisreich, subjektiv und entschieden.
      Auch Ulrich Greiner (Die Zeit) hat ein Buch geschrieben, dessen Titel sich an ein früheres anlehnt. Sein „Leseverführer“ erinnert an den „Romanverführer“ Rolf Vollmanns. Doch Greiner geht einen anderen Weg: Er erzählt vom Umgang, auch von seinem Umgang mit Werken der schönen Literatur quer durch die Zeiten und Länder. „Eine Gebrauchanweisung zum Lesen schöner Literatur“ heißt sein Buch im Untertitel. Tatsächlich ist es nicht belehrend, sondern verführend.
     Volker Weidermann und Ulrich Greiner werden aus ihren Büchern lesen, und sie werden die Entwicklung der deutschen Nachkriegsliteratur bis heute Revue passieren lassen und einem Urteil unterziehen

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: 25. März 2006, 20.05 Sendefrequenzen unter: http://www.dradio.de/dlf/freq/
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Dienstag
März
20.00 Uhr
21.03.2006

Die zweite Schuld
Hubert Fichte zu Ehren

Es lesen und sprechen über Hubert Fichtes Leben und Werk Hans Arnfrid Astel, Joachim Helfer und Gerd Schäfer. Moderation: Peter Braun

Hubert Fichte

Hubert Fichte, der 1986 im Alter von nur 50 Jahren starb, hat ein großes und vielschichtiges Werk hinterlassen. Fichtes Weltreisen haben seine literarischen, journalistischen und ethnologischen Arbeiten ebenso geprägt wie seine Ausflüge in fremde Gegenden des eigenen Landes, für die die Hamburger Kellerkneipe „Palette“ ein besonders berühmtes Beispiel ist. In den sechziger Jahren war Fichte Stipendiat des LCB und nahm an der Werkstatt „Prosaschreiben“ teil. Im Frühjahr 2006 erscheint als letzter Band der „Geschichte der Empfindlichkeit“ das Buch „Die zweite Schuld“, ein Porträt des damals gerade gegründeten LCB, das sich auch als subtiles Psychogramm des entstehenden deutschen Literaturbetriebs lesen läßt. Über ihre Begegnungen mit Hubert Fichte und seinem Werk sprechen Hans Arnfrid Astel, ein Freund und Weggefährte Fichtes, der Berliner Autor Joachim Helfer und Gerd Schäfer, Literaturwissenschaftler, Journalist und Fichte-Kenner. Den Abend moderiert Peter Braun, dessen „Reise durch das Werk von Hubert Fichte“ 2005 im Fischer Taschenbuch Verlag erschienen ist.

Mit freundlicher Unterstützung durch den S. Fischer Verlag.
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Logo: S. Fischer Verlag
Donnerstag
23. März
23.03.2006

Literatur und Topographie

Ein Symposion im Rahmen des Festivals „Last & Lost. Unterwegs durch ein verschwindendes Europa"

Freitag
24. März
24.03.2006

Ausriss aus dem Titel des Veranstaltungsprogramms

Der topographische Zugang zu ihren Sujets gehört zu den aufschlußreichsten Tendenzen der zeitgenössischen europäischen Literatur. „Die Welt hinter Dukla“ (Andrzej Stasiuk), „Das letzte Territorium“ (Juri Andruchowytsch) oder „Schutzgebiet Sinistra“ (Ádám Bodor) - schon die Titel dieser Bücher verweisen auf die stark aufs Räumliche gerichteten literarischen Entwürfe heutiger Autoren. Es ist eine Literatur, die sich der Welt der Erscheinungen zuwendet: den Landschaften und Städtebildern, den Ruinen der Zivilisation, den verbotenen Territorien. Das Reisen wird zum wichtigsten Medium der Welterkundung, eine rhapsodisch-essayistische Schreibweise zum Merkmal investigativer Neugier. Mit ihrem Sinn für Schauplätze legen diese Autoren historische Schichten frei und schaffen eine Hermeneutik des Raums. Eine Renaissance der Anschauung geht vonstatten, die theoretischen Anknüpfungspunkte reichen von Herodot bis zu Alexander von Humboldt, von Walter Benjamin bis zu Bruce Chatwin. Im Rahmen von „Last & Lost“ geht ein zweitägiges Symposion im LCB den Phänomenen dieser topographischen Literatur nach. Die eingeladenen Schriftsteller, Journalisten, Geographen und Historiker liefern Beiträge zu vier Themenkreisen und diskutieren die in ihrer Vielfalt einmaligen europäischen Geschichtslandschaften. Anmeldung zur Tagung erbeten unter Tel. 030 - 81 69 96 25 oder unter becker@lcb.de.

Weitere Programmdetails ab März unter www.lastandlost.com.
Logo: Last & Lost
Programmheft

Last & Lost ist ein Gemeinschaftsprojekt des Literaturhauses München, des LCB, des Suhrkamp Verlags und der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Zum Festival erscheint ein Begleitbuch: Last & Lost. Ein Atlas des verschwindenden Europas. Hg. von Katharina Raabe und Monika Sznajderman. Mit 40 Bildseiten. 336 Seiten. Suhrkamp Verlag 2006.
Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.
Medienpartner: Deutschlandradio Kultur
Logo: Kulturstiftung des BundesLogo: Deutschlandradio Kultur
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro

Donnerstag, 23. März 2006

11.00 "Im Raume lesen wir die Zeit"
Lothar Müller: Atlas und Odysseus. Über die Raumbindung und die Ortlosigkeit der Literatur
Sebastian Lentz: Vom Spurenlesen: Raum wird Landschaft wird Text
Gasan Gusejnov: Russland: Landkarte als Karikatur
Moderation: Manfred Sapper

14.30 Wolfgang Büscher: Vom Glück, verloren zu gehen
Raoul Schrott: Die vierte Welt
Moderation: Manfred Sapper

16.00 Karpatologie
Richard Wagner: Im Karpatenbogen. Topos, Logo und Ideologem
Robert Hász: Letzte Zuflucht Karpatenbecken
Moderation: Thomas Frahm

20.00 "Vor der Tür das Ende der Welt"
Lesung: Wolfgang Büscher, Raoul Schrott und Tomas Venclova
Moderation: Ilma Rakusa

Freitag, 24. März 2006

10.00 Städtebilder
Artur Klinau: Sonnenstadt der Träume - Minsk
Tomas Venclova: Vilnius - eine Stadt in Europa
Jurko Prochasko: Lemberg - Die Präzision der Utopie
Roswitha Schieb: Breslau - Wroclaw - Breslaw. Blinde Flecken. Fremde Blicke
Moderation: Ingke Brodersen

14.00 Geopoesie
Andrzej Stasiuk: Unterwegs nach Babadag
Serhiy Zhadan: Eine Reise zum ukrainischen Anarchismus
Lutz Seiler: Das Territorium der Müdigkeit
Moderation: Ilma Rakusa

Freitag
März
20.00 Uhr
31.03.2006

Von Minsk nach Manhattan
Polnische Reportagen

Lesungen und Gespräch: Jacek Hugo-Bader, Tomasz Kwasniewski, Irena Morawska, Wlodzimierz Nowak, Lidia Ostalowska, Tomasz Patora, Pawel Smolenski, Marcin Stelmasiak, Mariusz Szczygiel
Einführung: Martin Pollack
Moderation: Uwe Rada und Jörg Plath

Logo: Polnischen Buchinstitut

Unter kommunistischer Zensur ein wichtiges Instrument der Kritik, wurde die Reportage in Polen zu einer weit verbreiteten und hoch geschätzten journalistischen Form. Der Einfluß von Autoren wie Hanna Krall und Ryszard Kapuscinski trug dazu bei, daß sich in Polen eine „vertiefte, reflexive Reportage“ (Ryszard Kapuscinski) entwickelte, deren Autoren bis heute nach neuen Formen und neuer Sprache suchen. Die anwesenden polnischen Journalisten werden in kurzen Lesungen und Gesprächen Einblicke in neun Reportagen zu Polen und seinen geographischen Nachbarn geben, die zwischen 1992 und 2005 in der „Gazeta Wyborcza“ - Polens größter Tageszeitung - erschienen sind. Alle Reportagen können in dem soeben im Zsolnay Verlag erschienenen Buch „Von Minsk nach Manhattan“ nachgelesen werden. Martin Pollack - Autor und Übersetzer und als Journalist von 1987 bis 1998 Leiter der Spiegel-Redaktion in Warschau - hat in diesem Buch elf Reportagen zusammengestellt. Er wird einleitend über das Buchprojekt und die Besonderheiten der polnischen Reportage Auskunft geben. Moderiert wird der Abend von Uwe Rada (taz, Berlin) und Thomas Urban (Süddeutsche Zeitung, Warschau), die als Autoren und Journalisten Polen zum Schwerpunkt ihrer Arbeit gemacht haben.

In Zusammenarbeit mit dem Polnischen Buchinstitut.
Eintritt: 5 Euro / 3 Euro