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LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 06/2014

LCB-Programm 06/2014 als PDF

Dienstag
Juni
20.00 Uhr
03.06.2014

Über Tiere schreiben – Sachbücher im Gespräch
Lesung und Gespräch: Josef H. Reichholf und Hilal Sezgin

Moderation: René Aguigah und Jens Bisky

Hilal Sezgin © Ilona Habben

Zwei denkbar verschiedene Bücher über die Tierwelt sind in diesem Jahr bei C. H. Beck erschienen. Hilal Sezgin nähert sich den Tieren empathisch und klagt die zahllosen Tierquälereien an, die die Massentierhaltung und Tierversuche für die Medizin mit sich bringen. Ihr Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit“ ist eine Auseinandersetzung mit tierethischen Positionen und sie plädiert dafür, Tiere als Individuen mit eigenen Rechten anzuerkennen – auch in unserem eigenen Interesse. Josef H. Reichholf, einer der führenden Ornithologen in diesem Land, schreibt in seinem Buch „Ornis“ kenntnisreich über Vögel, Vogelpopulationen und über jene, die ihr Leben der Vogelwelt widmen. Ornithologen dringen in die letzten unerforschten Winkel der Erde vor. Sie jagen nach Seltenheiten, üben sich in schwierigsten Ferndiagnosen, denn Vögel zeigen mit ihren Vorkommen, ihrer Häufigkeit und Änderungen in ihren Verbreitungsmustern höchst zuverlässig an, was in unserer Umwelt geschieht. Es moderieren René Aguigah (Deutschlandradio Kultur) und Jens Bisky von der Süddeutschen Zeitung.

Ein gekürzter Mitschnitt des Abends wird am 15. Juni von 00:05 bis 01.00 von Deutschlandradio Kultur gesendet.
Eintritt 6 € / 4 €
*

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Freitag
Juni
20.00 Uhr
06.06.2014

Fisch im Ohr, Welt im Kopf. Das Abenteuer des Übersetzens

David Bellos im Gespräch mit seinen Übersetzern Silvia Morawetz und Daniel Loayza
Moderation: Frank Heibert

in englischer Sprache!

David Bellos

Wie schaffen es Menschen, sich miteinander zu verständigen – schon gar über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg? Übersetzen liegt im Kern unserer kulturellen Identität. David Bellos, Professor in Princeton (USA) und selbst  literarischer Übersetzer, wirft in seinem Buch „Was macht der Fisch in meinem Ohr?” (Eichborn Verlag) tausend spannende Fragen auf und bietet viele oft überraschende Antworten und Beispiele, in einer geistreichen tour d’horizon, die Historisches, Theoretisches und Anekdotisches gekonnt und pointiert verknüpft. „Zum Übersetzen ist schon so gut wie alles gesagt worden – aber selten so gewitzt.“ (Durs Grünbein). Im Rahmen der Tagung des Dachverbands europäischer Literaturübersetzerverbände (CEATL) diskutieren David Bellos, seine deutsche Übersetzerin Silvia Morawetz und sein französischer Übersetzer Daniel Loayza über Tücken und Wonnen des Übersetzens, moderiert von Frank Heibert.

Eine Veranstaltung der Weltlesebühne e.V. und des Eichborn Verlags in Zusammenarbeit mit dem LCB. Gefördert durch das Land Berlin (Senatskanzlei - Kulturelle Angelegenheiten).
Eintritt frei

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Mittwoch
Juni
20.00 Uhr
11.06.2014

Studio LCB
Lesung: Lutz Seiler

Gesprächspartner: Lothar Müller und Antje Rávic Strubel
Moderation: Maike Albath

Lutz Seiler © Tobias Bohm

Es begann mit Brandqualm, süßlichen Gasen und Gestank, der die Schleimhäute zerfraß: Schon in seinen ersten Gedichten machte Lutz Seiler, 1963 in Gera geboren und in der Gegend des Uranabbaus aufgewachsen, seine Herkunft zum Thema. In der Lyriksammlung „Pech und Blende” (2000) lotete er die Industrielandschaften der DDR weiter aus. 2007 gewann Seiler mit der Erzählung „Turksib” den Ingeborg-Bachmann-Preis, zwei Jahre später kam der Band „Die Zeitwaage” heraus. Im kommenden Herbst wird er seinen ersten, lang erwarteten Roman vorlegen: „Kruso”. Es geht um einen jungen Mann namens Bendler, der auf die Insel Hiddensee flüchtet, ein Ort „jenseits der Nachrichten“, wo sich alle Arten von Aussteigern und Systemverweigerern als Tellerwäscher und Saisonarbeiter durchschlagen können. Er schließt Freundschaft mit dem Inselpaten Kruso, dessen Utopie von Freiheit zu funktionieren scheint. Lutz Seiler liest zum ersten Mal aus seinem Romanmanuskript und diskutiert mit der Schriftstellerin Antje Rávic Strubel und dem Literaturkritiker Lothar Müller über das Vermächtnis der DDR.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 28. Juni 2014, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 6 € / 4 € *

DLF

Donnerstag
Juni
20.00 Uhr
19.06.2014

Texte & Töne
Podiumsgespräch mit Autoren und Musikern

Moderation: Bernd Begemann

Am 18. und 19. Juni kommen 20 Singer-Songwriter und Schriftsteller im LCB zusammen, um sich über ihre Texte und die sehr individuellen Wege zum Gesamtkunstwerk Lied auszutauschen: Wie gehen die Künstler beim Schreiben und Komponieren mit dem Spannungsverhältnis zwischen den Texten und der musikalischen Gestaltung um? Welche Themen beschäftigen sie im Moment? Und was ist bei der Arbeit Handwerk, was verdankt sich der Intuition? Neben Bernd Begemann, der sich am heutigen Abend mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Treffens unterhält, nehmen Lisa Bassenge, Jan Böttcher, Cäthe, Dota, Maurice Ernst, Kat Frankie, Cora Frost, Robert Gwisdek, Susanne Heinrich, Moritz Krämer, Nino Mandl, Tilman Rammstedt, Retrogott, Monika Rinck, Christiane Rösinger, Andreas Spechtl, Frank Spilker, David Wagner und Francesco Wilking am Treffen teil. Am 19. Juli und am 15. August finden Konzertabende mit Teilnehmern des Treffens auf der Gartenbühne des LCB statt.

Gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds.
Eintritt 6 € / 4 € *

Freitag
Juni
19.30 Uhr
20.06.2014

Auf Reisen in Mittel- und Osteuropa. Ein „Grenzgänger”-Abend
Lesung und Filmvorführung mit Alexander Pehlemann und René Harder
Musik und Tanz mit DJ Selekta Pehle

Moderation: Stefan Rupp und Thomas Martin Salb

Alexander Pehlemann © Punctum/Alexander Schmidt

Seit über zehn Jahren fördert die Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Grenzgänger-Stipendiums Autoren, Filmemacher, Journalisten und Fotografen bei ihren Recherchereisen in die Länder Mittel- und Osteuropas sowie inzwischen auch nach Nordafrika und in die Türkei. An diesem Abend stellen wir zwei kürzlich erfolgreich publizierte Projekte vor. In seinem Sachbuch „Go Ost!“ (Ventil Verlag) beleuchtet Alexander Pehlemann die damalige Rolle und heutige Wahrnehmung von Subkulturen hinter dem Eisernen Vorhang. Radikal subjektiv richtet er seinen Blick auf die Vielfalt osteuropäischer Untergrundkünste, dabei immer auf der Suche nach Standpunkten, Bildern und Klängen, aber auch nach Berührungspunkten zwischen Ost und West. René Harders Dokumentarfilm „Die Hüter der Tundra“ entführt den Zuschauer auf die russische Halbinsel Kola in das letzte Dorf samischer Rentierzüchter. Durch den Abend führen der Radio Eins-Moderator Stefan Rupp sowie der Arte-Programmkoordinator Thomas Martin Salb. Zum Ausklang gibt es Musik und Tanz mit DJ Selekta Pehle.

Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Robert Bosch Stiftung.
Eintritt 6 € / 4 € *

Montag
Juni
20.00 Uhr
23.06.2014

„Vielleicht Esther“
Katja Petrowskaja in Lesung und Gespräch

Gesprächspartner: Per Leo

Katja Petrowskaja © Tobias Bohm

Per Leo © Tobias Bohm

Den Titel gibt die Urgroßmutter, die vielleicht Esther hieß und 1941 in Kiew von deutschen Soldaten niedergeschossen wird. „Vielleicht Esther” sind „Geschichten”: von den Spuren der eigenen jüdischen Familie, ihrer verzweigten Legenden, von den Abgründen des letzten Jahrhunderts. „Der eigentliche Held meines Buches ist die deutsche Sprache, die ich erst als Erwachsene zu lernen begonnen habe. Durch den Sprachwechsel entkomme ich der Identität, die mir die russische Sprache zuschreibt. […] Es entsteht eine Art Stereo-Effekt. Historisch freigesprochen, kann ich mich der Frage zuwenden, wo wir heute als Menschen stehen – unabhängig davon, wer unser Großvater war.” Den Abend moderiert der Historiker und Schriftstellerkollege Per Leo, dessen Roman „Flut und Boden” sich seinerseits der eigenen Familie nähert, dem Großvater und in ihm der nationalsozialistischen Tätergeneration. Katja Petrowskaja, 1970 in Kiew geboren, promovierte in Moskau und lebt seit 1999 als Journalistin in Berlin. Für einen Auszug aus ihrem Debüt „Vielleicht Esther” erhielt sie 2013 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2014 waren sowohl Katja Petrowskaja als auch Per Leo nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse.

Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms „Grenzgänger” der Robert Bosch Stiftung unterstützt.
Eintritt 6 € / 4 € *