Autoren im Haus 1999

Aufenthaltsstipendiaten

Stefanie Kremser (München)
Stefanie Kremser, 1967 in Düsseldorf geboren, wuchs in Sao Paulo, Brasilien, auf. Nach einem Studium an der Münchner Hochschule für Film und Fernsehen war sie als freie Übersetzerin, Autorin, Regisseurin und Fernsehjournalistin tätig. Zwei ihrer Dokumentarfilme über Brasilien wurden auf Filmfestivals gezeigt. Derzeit arbeitet sie an ihrem ersten Roman.

Michael Lentz (München)
Michael Lentz, 1964 in Düren geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Philosophie in Aachen und München und promovierte mit einer Arbeit über Lautpoesie/-musik nach 1945. Er veröffentlichte in Anthologien, Zeitschriften, Katalogen, auf CD sowie im Rundfunk. 1998 erschienen seine beiden Bücher "ODER. Prosa" und "Zungendresche. Sprechakte" in der edition selene, Wien. Im selben Jahr nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil.

Grit Poppe (Potsdam)
Grit Poppe, 1964 in Boltenhagen geboren, studierte am Literaturinstitut Leipzig und engagierte sich von 1989 bis 1991 in der Bürgerrechtsbewegung Demokratie Jetzt, deren Geschäftsführerin für Brandenburg sie ein Jahr lang war. Sie veröffentlichte Erzählungen und Kurzgeschichten und erhielt mehrere Stipendien. 1998 erschien ihr erster Roman "Andere Umstände" im Berlin Verlag; 1999 folgte das Kinderbuch "Alabusch oder das Herz des Vulkans" (Altberliner Verlag).

CRAUSS (Siegen)
CRAUSS, 1971 geboren, veröffentlichte bisher theoretische Arbeiten zu verschiedenen literarischen Tendenzen, Gedichte, Miniaturen und Kurzprosa in Literatur- und Fachzeitschriften sowie in Anthologien. Er beteiligte sich an Performances, Varietés, Kunstaktionen und Lesungen in Schulen. Derzeit arbeitet er an seinem ersten Roman.

Leander Scholz (Bonn)
Leander Scholz, 1969 in Aachen geboren, studierte Philosophie, Kunstgeschichte und Germanistik in Bonn, Bochum und Berlin. Er veröffentlichte bislang den Roman "Jungfernpergament" im Verlag Ricco Bilger, Zürich, die Erzählungen "Zwei gegen einen" im Tropen Verlag, Köln, sowie das Hörspiel "Anne & Frank". 1998 wurde Leander Scholz der Rolf-Dieter-Brinkmann-Preis der Stadt Köln zuerkannt. Im selben Jahr nahm er am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Im Herbst 1999 erschien sein Roman "Windbraut" beim Rowohlt Verlag, Reinbek. Zusammen mit Michael Zöllner ist er Herausgeber des Buches "Die Akte Ex. Abrechnungen mit der Liebe von gestern." (Rowohlt 2000).

Manuel Karasek (Fulda)
Manuel Karasek, 1967 in Stuttgart geboren, wuchs in Hamburg und Caracas (Venezuela) auf und studierte Iberoromanistik. 1995 erschien sein Erzählband "El Tigre" in der Edition Klaus Isele, für den ihm 1995 der Literatur-Förderpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung zuerkannt wurde. Manuel Karasek ist als freier Journalist in Fulda tätig und arbeitet derzeit an der Fertigstellung eines Romans.

Autoren aus aller Welt

Viktor Pelewin (Moskau)
Viktor Pelewin, 1962 in Moskau geboren, gilt in Russland als Kultautor und wurde von "The New Yorker" zu einem der "besten europäischen Schriftsteller unter 35" gewählt. Viktor Pelewin studierte am Moskauer Gorkij-Institut Literatur, arbeitete in verschiedenen Berufen und schreibt seit 1990. Bislang hat er veir Romane und über 50 Erzählungen geschrieben, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt worden siŽnd. Auf deutsch erschien "Omon hinterm Mond" (1994), "Die Enstehung der Arten" (1995) und "Das Leben der Insekten" (1997), alle bei Reclam Leipzig, sowie "Buddhas kleiner Finger" (1999) bei Volk & Welt, Berlin. 2000 erschien "Generation P." bei Volk & Welt.

Gundega Repse (Riga)
Gundega Repse, 1960 in Riga geboren, studierte Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Lettischen Kunstakademie. Sie schreibt Erzählungen, Romane sowie Essays und arbeitet als Literaturredakteurin, Kunst- und Literaturkritikerin für zahlreiche lettische Tageszeitungen und Literaturzeitschriften. Seit ihrem Debüt 1987 hat sie sechs Bücher veröffentlicht. Auf deutsch erschien 1998 ihr Roman "Unsichtbare Schatten" beim DuMont Buchverlag, Köln.

Imre Wirth (Pomáz)
Imre Wirth, 1964 in Budapest geboren, studierte Finno-Ugristik, Geschichte und Ästhetik. Er lehrte an der Budapester Pèter-Pázmány-Universität Ästhetik und ist heute Professor für ungarische Literaturgeschichte des 20. Jahrhunderts an der Budapester Elte-Universität. Seit 1986 vielfache Veröffentlichungen von Lyrik und Prosa in ungarischen Literaturzeitschriften. In deutscher Übersetzung erschien sein Debütroman "Geschichten aus dem Eskimokrieg" 1996 bei Volk & Welt.

Jurij Mamlejew (Moskau)
Jurij Mamlejew, 1931 in Moskau geboren, schreibt seit den 60er Jahren und gilt als Schriftsteller, der sowohl für die offizielle russische als auch für die Underground-Literatur der Sowjetzeit völlig untypisch war. Er führte lange Zeit ein Doppelleben, arbeitete tagsüber als Mathematiklehrer in einem Technikum und versammelte abends einen Kreis von Intellektuellen in seinem Kommunalkazimmer um sich. Seine Werke, in denen er dem sowjetischen Kollektivmenschen ohne persönliches Schicksal und Individualität einen adäquaten Ausdruck verleiht, wurden seit den 80er Jahren im Westen publiziert, als er schon längst in die USA ausgewandert war. Später lebte Juruij Mamlejew in Paris und kehrte 1992 nach Moskau zurück. Auf deutsch erschienen die Romane "Der Mörder aus dem Nichts" (1992) und "Die letzte Komödie" (1994), sowie der Erzählband "Der Tod des Erotomanen" (1998, alle Bücher im Residenz-Verlag, aus dem Russischen von Ulrike Zemme). Jurij Mamlejew ist Stipendiat der Stiftung Preußische Seehandlung.

Anatolij Pristawkin (Moskau)
Anatolij Pristawkin, 1931 bei Moskau geboren, verbrachte mehrere Kriegsjahre in Waisenhäusern. 1959 beendete er sein Studium am Moskauer Literaturinstitut. Im selben Jahr wurden seine ersten Erzählungen veröffentlicht. In Deutschland bekannt wurde er mit den Büchern "Schlief ein goldenes Wölkchen" (1987) und "Wir Kuckuckskinder" (1989), beide Volk & Welt, in denen er die alptraumartigen Erlebnisse seiner eigenen Kindheit künstlerisch verarbeitet hat. Seit 1991 ist der engagierte Vorkämpfer für demokratische Reformen Vorsitzender der Begnadigungskommision beim Russischen Präsidenten. Anatolij Pristawkin erhielt ein Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung.

Alexej Slapovskij (Saratov)
Alexej Slapovskij, 1957 in Tscherkalovskoje (Gebiet Saratov) geboren, studierte an der philologischen Fakultät der Universität Saratov und arbeitete als Schullehrer, LKW-Fahrer und als Radio- und Fernsehjournalist, zuletzt als Redakteur der Zeitschrift "Volga". 1985 veröffentlichte er sein erstes Theaterstück, 1989 seinen ersten Roman. Seither sind zahlreiche Theaterstücke von Alexej Slapovskij in Russland, den USA und in Deutschland inszeniert worden. Mit seinen Romanen wurde er mehrfach für den russischen Booker-Preis nominiert. Alexej Slapovskij erhielt ein Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung.

Daniil Granin (St. Petersburg)
Der Romanciers und Essayist Daniil Granin, der 1919 in Wolyn geboren wurde, gilt als einer der großen russischen Autoren. Seine kritischen Bücher ließen ihn mehrmals mit der offiziellen sowjetischen Kulturpolitik in Konflikt geraten. In seinem neuesten Buch "Das Jahrhundert der Angst" setzt sich Daniil Granin mit der Frage auseinander, wie Angst als Konstante des sowjetischen Lebens bis heute das Handeln der Menschen bestimmt. Daniil Granin erhielt ein Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung.

Arkadij Bartov (St. Petersburg)
Der Dramatiker und Prosaautor Arkadij Bartov, geboren 1940 in Leningrad, veröffentlichte zunächst Ende der 70er Jahre im sowjetischen Samizdat. Seit 1985 sind vier Bücher mit Prosaminiaturen und Erzählzyklen, zuletzt 1999 "Muchiniada" erschienen. Einige seiner Sprechstücke werden im Sommer auf Radio Bremen zu hören sein. Derzeit arbeitet Arkadij Bartov an einem neuen Erzählzyklus und einem Clip-Roman. Arkadij Bartov erhielt ein Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung.

Elisa Thorsteinsdottir (Reykjavík)
Die isländische Übersetzerin Elisa Thorsteinsdottir, geb. 1952 in Husavik, studierte Geschichte und Kunstgeshcichte in Freiburg und Slavistik in Moskau. Seit 1983 arbeitet sie als Übersetzerin aus dem Deutshcen und Englischen und hat u.a. Hesse und Böll, Spinnen und Krawczyk ins Isländische übertragen. Elisa Thorsteinsdottir lehrt Kunstgeschichte und wird in der Zeit ihres Aufenthalts für ihre Übersetzung von Erich Kästners "Fabian" recherchieren.

Asher Reich (Tel Aviv)
Asher Reich, 1937 in Jerusalem geboren, entstammt einer orthodoxen jüdischen Familie. Seine Militärzeit war für ihn eine prägende Begegnung mit dem modernen Staat Israel und wurde zum Wendepunkt seiner persönlichen Geschichte. Er studierte Literatur und Philosophie und war Mitherausgeber von "Moznayim", der Zeitschrift der Hebrew Writers Association. Bisher sind von ihm zehn Gedichtbände, mehrere Hörspiele, Theaterstücke und ein Roman erschienen. Auf deutsch wurde 1992 die Gedichtauswahl "Arbeiten auf Papier" (Rowohlt Verlag) veröffentlicht, 2000 erschien "Erinnerungen eines Vergesslichen" im Bleicher Verlag.

Helga Ruebsamen (Den Haag)
Die niederländishce Autorin veröffentlicht seit den sechziger Jahren Romane, Novellen und Erzählungen. Der autobiographische Roman "Das Lied und die Wahrheit" (Gustav Kiepenheuer Verlag, 1998) erzählt die Geschichte einer glücklichen Kindheit in Indonesien, die nach dem Ausbruch des 2. Weltkrieges eine dramatische Wendung erfuhr.

Aleksandr Lavrin (Moskau)
Aleksandr Lavrin, 1958 in Sovetskaja Gavan geboren, schreibt Gedichte, Prosa und Dramen. Die deutsche Übersetzung seiner Erzählung "Babotschka" wurde 1994 in der Zeitschrift "Neue Literatur" veröffentlicht. 1997 erhielt er das Reisestipendium der Alfred-Toepfer-Stiftung. Aleksandr Lavrin erhielt ein Stipendium der Stiftung Preußische Seehandlung.

Ausstellungen

Urbans Orbit – Einblicke in den Nachlass eines Übersetzers | Ausstellung. 20. Oktober 2017 – 9. Februar 2018

Tina Brenneisen: Das Licht, das Schatten leert - 08. Juli - 13. Oktober 2017

Portale

litport.de

dichterlesen.net

Zeitschrift

Spritz

Projekte

Krieg im Frieden. Internationales Dramatiker*innenlabor

DAS WEISSE MEER. Literaturen rund ums Mittelmeer

Übersetztercolloquium

Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

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