Donnerstag
Januar
20.00 Uhr
19.01.2017

Studio LCB
Simone Buchholz und Friedrich Ani in Lesung und Gespräch

Gesprächspartner: Kolja Mensing
Moderation: Tobias Lehmkuhl

Simone Buchholz © Achim Multhaupt

Friedrich Ani © Tibor Bozi

„Nackter Mann, der brennt“ heißt der neue Roman von Friedrich Ani. Obwohl der Titel schon andeutet, dass es nicht friedlich zugeht in diesem Buch, dass manche Leiche zu erwarten ist – und diese Erwartung wird nicht enttäuscht – handelt es sich doch um keinen klassischen Krimi. Wobei Friedrich Ani noch nie einen klassischen Kriminalroman geschrieben, sondern das Genre, angefangen mit den Geschichten um seinen Münchner Kommissar Tabor Süden, immer neu erfunden hat. Was also ist ein Krimi heute? Was kann der Krimi, was kann er nicht? Und wieso ist das Genre am Alpenrand wie an der Nordsee derart populär? Diese Fragen stellt das Studio LCB im Januar auch Simone Buchholz, die seit einigen Jahren die Hamburger Staatsanwältin Chastity Riley zwischen Elbe und Alster auf die Jagd nach dem Kopf des organisierten Verbrechens in der Stadt schickt. „Blaue Nacht“ heißt ihr jüngster Roman, der von gebrochenen Knochen, der Droge Krok und den besten Kumpels von St. Pauli handelt.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 28. Januar 2017, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €*

DLF

Dienstag
Januar
20.00 Uhr
24.01.2017

Dead Ladies Show mit Florian Duijsens, Antje Rávic Strubel, Katy Derbyshire
und Sigrid Grajek
Show, in englischer und deutscher Sprache

Mit Eröffnung der Ausstellung von Martina Minette Dreier:
„I am no bird, no net ensnares me“

Anna Maria von Schürmann (1607 - 1678) © Martina Minette Dreier

Die Dead Ladies Show zu Gast im LCB: eine Huldigung an Frauen der Vergangenheit, in Form eines literarischen Kabaretts. Zu feiern gibt es die zehnte Show, dies nun ausnahmsweise am Wannsee – als Rückblick und Ausschau, mit Unterhaltung, Lesung und Musik. Florian Duijsens, Antje Rávic Strubel, Katy Derbyshire und Sigrid Grajek werden drei große Künstlerinnen präsentieren: die Publizistin Dorothy Parker, die wiederentdeckte Autorin Lucia Berlin und die Berliner Entertainerin Claire Waldoff. „Macht Euch bereit für einen Abend voller Glamour und Witz, geputzte Zähne und geschärfte Zungen. Es darf gelacht werden, aber nicht mit Lehm geschmissen. Abendgarderobe ist nicht Pflicht, aber gern gesehen – wir haben ja was zu feiern.“ Auf ähnliche Weise wie die Dead Ladies Show vollzieht auch die Künstlerin Martina Minette Dreier eine Rückwendung zu ihren Vorgängerinnen in der Kunstgeschichte. Die Ausstellung, die am Abend eröffnet wird, ist mit einem Jane Eyre-Zitat überschrieben: „I am no bird, no net ensnares me“.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Januar
20.00 Uhr
25.01.2017

All dies hier, Majestät, ist Deins.
Lyrik im Anthropozän

Lesung und Diskussion mit Anja Bayer, Daniela Seel, Karin Fellner, Orsolya Kalász, Anja Utler und Daniel Falb

Anthropozän Cover

Anthropozän ist einer jener Begriffe, die so sehr einleuchten, dass sie binnen kurzer Zeit klingen, als gäbe es sie schon ewig. Dabei wurde der Begriff erst im Jahr 2000 von den Wissenschaftlern Paul Crutzen und Eugene Stoerner in einem Rundschreiben des Internationalen Geosphären-Biosphären-Programms in die Debatte gebracht. Seit der Industriellen Revolution, das meint der Begriff, ist die Erde so sehr vom Menschen geprägt, dass man von einem eigenen Erdzeitalter sprechen kann, ja vielleicht muss. Ausgehend von einer Ausstellung im Deutschen Museum in München haben die Dichterinnen Anja Bayer und Daniela Seel eine großartige und umfangreiche Anthologie mit Gedichten aus den letzten Jahren zusammengestellt, die sich mit Naturwissenschaften, Technik, mit dem Klimawandel und Rohstoffen, kurz mit der vom Menschen gemachten Umwelt beschäftigen. An diesem Abend lesen und diskutieren die beiden Herausgeberinnen mit den in der Anthologie „All dies hier, Majestät, ist Deins. Lyrik im Anthropozän“ (kookbooks) vertretenen Autorinnen Karin Fellner, Orsolya Kalász, Anja Utler und Daniel Falb.

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
Januar
20.00 Uhr
26.01.2017

Statt etwas oder Der letzte Rank.
Martin Walser in Lesung und Gespräch

Moderation: Ijoma Mangold

Martin Walser © Isolde Ohlbaum

90 Jahre alt wird Martin Walser im März. – Und bevor er das wird, erscheint ein neuer Roman: „Statt etwas oder Der letzte Rank“ (Rowohlt Verlag). „Mit der Unwahrheit ein Glückskunstwerk zu schaffen, das ist die menschliche Fähigkeit überhaupt.“ Wer sagt das? Seine Frau nennt ihn mal Memle, mal Otto, mal Bert, er versucht zu erkennen, wie aus Erfahrungen Gedanken werden. Den Widerstreit von Interessen hat er hinter sich gelassen, Gegner und Feinde auch, sein Wesenswunsch ist, sich herauszuhalten, zu schweigen, zu verstummen. Am liebsten starrt er auf eine leere, musterlose Wand, sie bringt die Unruhe in seinem Kopf zur Ruhe. „Mir geht es ein bisschen zu gut“, beginnt der Roman. „Seit dieser Satz mich heimsuchte, interessierte ich mich nicht mehr für Theorien. Alles Besitzergreifende mied ich mühelos.“ Martin Walser liest, wie es weitergeht, und spricht mit dem Literaturkritiker der „Zeit“ Ijoma Mangold.

Eintritt 8 € / 5 €*
Karten ausschließlich an der Abendkasse!

Freitag
Januar
20.00 Uhr
27.01.2017

Hafenrevue reloaded
Die Berliner Literaturszene zu Gast am Wannsee

Der Auftakt ins Berliner Literaturjahr mit literarischen Programmen
und relativ selten gehörter Musik
Durch den Abend führen: Aurélie Maurin, Claudia Schütze und Thomas Böhm

Hafenrevue reloaded 2017

Die Berliner Literaturszene ist von außergewöhnlicher Vielfalt und trifft an allen Ecken und Enden der Stadt auf ein neugieriges Publikum. Es herrscht ein Klima der Experimentierfreude, in dem sich literarische Veranstaltungsformate und Initiativen stets neu erfinden. Weil es so schön war im Herbst 2015 zur Literaturport-Relaunch-Nacht, haben wir abermals die Berliner Literaturveranstalter*innen eingeladen, an einer Hafenrevue mitzuwirken und zum Jahresbeginn zusammenzukommen. Inzwischen sind es 55 Veranstalter*innen, die ihre Termine in den Literaturport-Veranstaltungskalender einspeisen. 18 von ihnen werden sich am heutigen Abend, wie schon erprobt, in freier Form an unterschiedlichen Stellen des Hauses präsentieren. Im zweiten Teil des Abends, ab 22:00 Uhr, gibt es Musik in neuen Allianzen (Ort: Foyer). Mit Essensverkauf, Feuerzangenbowle und Feuerschale.

Mitwirkende Literaturveranstalter*innen: Akademie der Künste, ACUD MACHT NEU, ausland, Berliner Literarische Aktion e.V., Delyrium in der Brotfabrik, Der Literarische Salon Britta Gansebohm, Die Bezirkszentral-Bibliothek Marzahn-Hellersdorf „Mark Twain”, Haus für Poesie, Hauser & Tiger, Konzept*Feuerpudel, KOOK e.V., Latinale, Lettrétage, Literaturhaus Berlin, Gruppe mach art im Hönower Bürgerverein, ORi-Lesebühne, Parlandopark, Reformbühne Heim & Welt

Autor*innen: Ahne, Hinemoana Baker, Thilo Bock, Ingolf Brökel, Alexander Gumz, Stephan Groß, Robert Klages, Rafael Mantovani, Philip Meinhold, Hendrik Otremba, Eva Palm, Lea Schneider, Lutz Steinbrück, Kinga Tóth, Gernot Wolfram, Peter Wawerzinek, Jürgen Witte & zwei Überraschungsgästen.

Musik von und mit: Josepha Conrad, Jakob Dobers, Aurélie Maurin, Asmus Trautsch und David Wagner.

Programm der Hafenrevue:

Bühne Veranstaltungssaal

20:00 - 20:15
Begrüßung + Wunschkonzert
20:15 - 20:30
Die Bezirkszentralbibliothek Marzahn-Hellersdorf „Mark Twain”: Daniela Boremski, Kerstin Morgenstern und Renate Zimmermann spielen kleine Szenen zu Stilblüten aus dem Bibliotheksalltag
20:30 - 20:45
Hauser & Tiger: Patricia Spies und Viktoria Hahn in Lesung und Gespräch mit Hendrik Otremba, Sänger der Band Messer und Debütautor von "Über uns der Schaum" (Verbrecher Verlag, März 2017)
20:45 - 21:00
Latinale: Timo Berger stellt das Projekt Latinale sowie den Autor Rafael Mantovani vor
21:00 - 21:15
Kook e.V.: Josepha Conrad, Alexander Gumz und Eric Schumacher mit Kurzvorstellung, Musikperformance und szenischer Lesung
21:15 - 21:30
Akademie der Künste: Jörg Feßmann mit Thilo Bock und Peter Wawerzinek zu dem von ihnen herausgegebenen Buch "Das auffallend unauffällige Leben der Haushälterin Hannelore Keyn in der Villa Grassimo zu Wewelsfleth” (Verbrecher Verlag)
21:30 - 21:45
Haus der Poesie: Thomas Zandegiacomo Del Bel mit Hinemoana Baker und dem ZEBRA-Poesiefilm „Interrogating Tinkerbell“

Bühne Erkerraum

20:15 - 20:30
Gruppe mach art im Hönower Bürgerverein: Raymund Stolze mit Ingolf Brökel
20:30 - 20:45
Delyrium in der Brotfabrik: Von den Zuständen verbittert und zu körperlicher Gewalt nicht fähig treiben Stephan Groß, Robert Klages und Eva Palm das Publikum mit ihrer Angriffsprosa ins lyrische Delyrium
20:45 - 21:00
Literaturhaus Berlin: Sebastian Januszewski über die Arbeit des Hauses und über die geplante Hermann Hesse-Ausstellung
21:00 - 21:15
Konzept*Feuerpudel: Alexander Lehnert mit der Illustratorin Christine Maslok und Überraschungsgast
21:15 - 21:30
ORi-Lesebühne: Matthias Weglage mit Philip Meinhold und Lutz Steinbrück
21:30 - 21:45
Lettretáge: Denis Abrahams liest Honoré de Balzac

Bühne 1. Etage

20:15 - 20:30
Die Reformbühne Heim & Welt mit Ahne und Jürgen Witte
20:30 - 20:45
Der Literarische Salon Britta Gansebohm: Britta Gansebohm mit Gernot Wolfram
20:45 - 21:00
ausland: Lea Schneider liest Übersetzungen chinesischer Gegenwartslyrik aus der Anthologie "Chinabox" (Verlagshaus Berlin)
21:00 - 21:15
ACUD MACHT NEU: Mieke Bohl und Lukas Dubro stellen die Literaturreihen vor und geben einen Ausblick für das neue Jahr
21:15 - 21:30
Parlandopark: Hendrik Jackson wird Parlandopark (Tarnname für Revue & Revolte und Ort für lyrische Eskapaden und kritische Anwürfe) mit einem Überraschungsgast vorstellen
21:30 - 21:45
Berliner Literarische Aktion: Mit Martin Jankowski und einer Poesieperformance von Kinga Tóth

Im Anschluss Musik im Foyer ab 22:00 Uhr

Eintritt 8 € / 5 €*

Montag
Januar
20.00 Uhr
30.01.2017

Buchpremiere: „Kraft“
Lesung: Jonas Lüscher

Moderation: Lothar Müller

Jonas Lüscher © Ekko von Schwichow

Im Jahr 2013 erschien als Erstling „Frühling der Barbaren“ von Jonas Lüscher. Die Novelle über eine aus dem Ruder laufende Hochzeitsgesellschaft von Londoner Investmentbankern in einem Luxushotel in der nordafrikanischen Wüste war ein großer Erfolg und wurde in viele Sprachen übersetzt. Jetzt erscheint sein erster Roman „Kraft“. Kraft ist Rhetorikprofessor aus Tübingen, der sich in einer Lebenskrise befindet. Ausgerechnet die von Leibniz aufgenommene Theodizeefrage könnte zur Lösung der Probleme Krafts werden. Sein alter Kollege und Freund István, Professor an der Stanford University, lädt ihn zur Teilnahme an einer wissenschaftlichen Preisfrage ins Silicon Valley ein. Kraft soll in einem 18-minütigen Vortrag begründen, weshalb alles, was ist, gut ist und wir es dennoch verbessern können. Für die beste Antwort ist eine Million Dollar ausgelobt. Jonas Lüscher wird an diesem Abend zum ersten Mal aus seinem Buch lesen. Durch den Abend führt der Literaturkritiker der „Süddeutschen Zeitung“ Lothar Müller.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia
Eintritt 8 € / 5 €
*

Dienstag
Januar
20.00 Uhr
31.01.2017

Hausgäste

Erik Arellana Bautista, Gaea Schoeters, Marek Zagańczyk und Thomas Depryck in Lesung und Gespräch

Erik Arellana Bautista © Olaf Malzahn

Gaea Schoeters © Annelies van Parys

Marek Zaganczyk © privat

Thomas Depryck © Alice Piemme

Heute Abend begrüßen wir die ersten Hausgäste des Jahres 2017 auf der LCB-Bühne. Erik Arellana Bautista arbeitet als Menschenrechtsaktivist, Dokumentarfilmer, Journalist und Autor unermüdlich gegen das Vergessen der im kolumbianischen Konflikt Verschleppten und Verschwundenen. In seinen Werken verarbeitet er auch persönlich Erlebtes, so etwa im Gedichtband „Transitos de un hijo al Alba“ (2011). Der polnische Theaterwissenschaftler und Schriftsteller Marek Zagańczyk ist als Albrecht-Lempp-Stipendiat im Haus. Gaea Schoeters ist Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Journalistin. Die Flämin gewann 2012 den Grote Prijs Jan Wauters für ihren herausragenden und kreativen Sprachgebrauch. Ebenfalls aus Belgien stammt Thomas Depryck. Das Stück „Der Reservist“ gewann zahlreiche Preise, u. a. den Prix Georges Vaxelaire 2013 und den Internationalen Autorenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2016.

Eintritt frei

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
08.02.2017

Das Weiße Meer: Marseille – Berlin
Tore zu anderen Welten

mit Leyla Dakhli, Thierry Fabre, Christian Garcin, Jörg Magenau, Katerina Poladjan, Philippe Pujol, Jaroslav Rudiš, Stanisław Strasburger und Christina Weiss

Logo

„Das weiße Meer“ ist das Mittelmeerprojekt der Allianz Kulturstiftung und des Literarischen Colloquiums Berlin. Wir erkunden auf literarischem Wege Mittelmeermetropolen, in diesem Jahr Marseille. Wir wollen untersuchen, wie sich Städte durch ihre geographische und mentale Nähe zu anderen Kulturräumen verändern und bereichern. So wie Marseille das Tor zu Nordafrika ist, wird Berlin für zahlreiche Kunstschaffende, Autorinnen und Autoren aus Mittel- und Osteuropa zu einer Möglichkeit, einen anderen kulturellen Raum oder schlicht einen größeren Markt zu erreichen, vielleicht sogar zu erobern. An diesem Abend im LCB werden wir auf zwei Podien Berlin und Marseille unter diesen Aspekten untersuchen. Unter der Moderation von Jörg Magenau sprechen Katerina Poladjan, Jaroslav Rudiš und Stanisław Strasburger über Berlin. Philippe Pujol, Thierry Fabre und Christian Garcin unterhalten sich mit der Soziologin Leyla Dakhli vom Marc Bloch Centre Berlin über Marseille. Christina Weiss, ehemalige Staatsministerin für Kultur, begrüßt. In der Pause laden wir zu einem mediterranen Büffet.

Mehr Informationen unter www.dasweissemeer.eu
Eintritt frei

Logo

Donnerstag
Februar
20.00 Uhr
09.02.2017

Ist Literatur wiederholbar?
Öffentliches Abschlussseminar

mit Christian Hansen und Studierenden der FU Berlin

Christian Hansen © privat

Ist Literatur wiederholbar? Der zur Gretchenfrage an die Übersetzung – wie hält sie’s mit der Kunst – stilisierte Titel des Seminars soll dazu einladen, die übliche Herangehensweise einmal auf den Kopf zu stellen und literarische Originale auf ihr handwerkliches Gemachtsein hin zu betrachten, die Wiederholungen derselben in Form von Übersetzungen dagegen auf ihre poetischen Qualitäten, ihren Kunstcharakter hin zu lesen. Wenn das Augenmerk weniger auf das Originalitätsgefälle zwischen Ausgangstext und Übersetzung gelegt wird, rückt die grundsätzliche Frage in den Vordergrund, wie Stimme und Körperlichkeit sprachlichen Ausdrucks in der Verschriftlichung zur Geltung gebracht werden: Wie das Analoge von Intonation und Gebärdenspiel durch klangliche, rhythmische und rhetorische Mittel dem Digitalen eines Textes eingeprägt ist. An kurzen Passagen aus „Moby Dick“, „Pierre Menard“, „Don Quijote“ und „L’Étranger“ haben August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessor Christian Hansen und seine Studentinnen und Studenten die Probe aufs Exempel gemacht.

Eine Veranstaltung des Deutschen Übersetzerfonds in Zusammenarbeit mit dem Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin.
Eintritt frei

Logo

Montag
Februar
20.00 Uhr
13.02.2017

Studio LCB
Lesung: Karl Heinz Bohrer

Im Gespräch: Mara Delius, Jürgen Kaube
Moderation: Katharina Teutsch

Karl Heinz Bohrer © Isolde Ohlbaum

Karl Heinz Bohrers intellektuelle Biografie scheint aus heutiger Sicht so märchenhaft, dass sein „Abenteuer mit der Phantasie“ für Kenner der deutschen Nachkriegsverhältnisse Pflichtlektüre ist. Jetzt nimmt der ehemalige London-Korrespondent der FAZ seine Leser und Weggefährten mit in die Vergangenheit und lässt sie darin aufleben: Bohrer führt uns in die Literaturredaktion der FAZ, die er seit 1968 leitete, bis er 1974 – nicht ganz freiwillig – an Marcel Reich-Ranicki abgeben musste. Es folgte eine Professur für Literaturwissenschaft in Bielefeld sowie Ausflüge an ausländische Universitäten, von wo aus Bohrer die linksliberale Kultur der Bundesrepublik immer wieder wie eine Störantenne aus dem Off traktierte. Die Herausgeberschaft des „Merkur“ machte ihn in den achtziger Jahren schließlich zur intellektuellen Kultfigur in Deutschland. Dann stieg Bohrer um und schrieb Prosa. Bereits in seinem Erinnerungsbuch „Granatsplitter“ gewährte er Einblicke ins Private: die prägenden Momente einer Kindheit, der Skandal, den Krieg als Ereignis, also ästhetisch wahrzunehmen. Es regnete dort nicht einfach Granatsplitter vom Himmel, sondern „farbige Sterne“. Mit Karl Heinz Bohrer diskutieren über die Existenzformen des Intellektuellen, über das Selbstdenken und über die ideenhistorische Landschaft der Bundesrepublik der FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube und die Literaturkritikerin Mara Delius (Die Welt).

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. Februar 2017, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €*

DLF

Dienstag
Februar
20.00 Uhr
14.02.2017

MOVA

Viktor Martinowitsch und sein Übersetzer Thomas Weiler in Lesung und Gespräch

Viktor Martinowitsch © Wolf Dirk Skiba

Minsk im Jahr 4741 chinesischer Zeitrechnung, eine Provinzmetropole im Nordwesten des chinesisch-russischen Unionsstaates. Trotz drakonischer Strafen gelangt immer wieder eine Droge ins Land: Mova. Wer die Mova-Briefchen liest, versteht kaum ein Wort, erlebt aber beglückende Rauschzustände. Chinesische Triaden, belarussische Untergrundkämpfer und die staatliche Suchtmittelkontrolle sind in den Drogenkrieg verstrickt. Oder geht es eigentlich um etwas ganz anderes? Schon mit seinem Romandebüt „Paranoia“ (2014) und als Stipendiat im LCB beeindruckte uns der weißrussische Autor Viktor Martinowitsch.

In „MOVA“ (übersetzt von Thomas Weiler, Voland&Quist 2016) zeigt er sich abermals als meisterhaft komponierender Romancier mit einem Talent fürs Groteske.

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
Februar
20.00 Uhr
16.02.2017

Marcel Proust, Briefe 1879 – 1922

Lesung und Gespräch mit dem Herausgeber Jürgen Ritte
Moderation: Joachim Kalka

Marcel Proust © Otto Wegener

Marcel Proust: Briefe (Cover)

Marcel Proust gehört wie etwa James Joyce für das Englische oder Italo Svevo für das Italienische zu den großen kanonisierten Autoren der Moderne. Über sein Werk lässt sich eine ganze Epoche der französischen und damit der westlichen Kulturgeschichte ganz allgemein aufschlüsseln. So ist es kein Wunder, dass die im letzten Jahr bei Suhrkamp erschienene und von Jürgen Ritte besorgte Briefausgabe „Briefe 1879 – 1922“ breit rezipiert wurde. Dass aber die Auswahl der 572 Briefe (von annähernd 6000), die Übersetzung und vor allem die Kommentierung begeistert von der Kritik vermerkt wurde, ist nicht mehr selbstverständlich. Andreas Isenschmidt schrieb in der ZEIT, die Briefe erschienen wie „gesellige Monologe“. Aber natürlich beleuchten sie neben dem privaten Marcel Proust vor allem den Autor der „Recherche". Man kann in dieser Ausgabe den Entstehungsprozess des Jahrhundertwerks mitverfolgen. An diesem Abend berichtet der Herausgeber Jürgen Ritte im Gespräch mit Joachim Kalka über seine Auswahl und die Bedeutung Prousts bis heute.

Eintritt 8 € / 5 €*

Samstag
Februar
19.00 Uhr
18.02.2017

Die iranische Moderne (I)
Fremdheitsgefühle

Mahmoud Doulatabadi (Teheran) in Lesung und Gespräch
Moderation: Iris Radisch

außer Haus!
Ort: Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin

Mahmud Doulatabadi © Stephan Wallocha

„Man lebt und schreibt ohne Hoffnung”, sagt Mahmoud Doulatabadi in einem Interview mit Iris Radisch, es sei eine uralte Tradition in der iranischen Literatur. 1940 in einem Wüstendorf im Nordosten Irans geboren, schlug sich Doulatabadi als Jugendlicher nach Teheran durch, wo er vierzehn Jahre an seinem Epos „Kelidar“ arbeitete: eine Erzählung von Liebe und Hass und dem Überlebenskampf der Nomaden. Trotz seiner Länge von 3000 Seiten verkaufte sich das Buch mehr als hunderttausend Mal, vielfach wurde es übersetzt. Weitere Romane folgten, die ihn weltweit bekannt machten. „Seit dreißig Jahren sitze ich zu Hause”, sagt Doulatabadi, doch in seinem aktuellen, bislang nur auf Persisch erschienenen Erzählband erzählt er von Migration und Flucht und richtet so den Blick über sein Heimatland hinaus. Eine Veranstaltung im Rahmen des Programms „Die iranische Moderne“, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

Eintritt 8 € / 5 €*

Montag
Februar
10.00 - 18.00 Uhr
20.02.2017

Wenn man ein Führeschein genommen haben, ist man ja nicht gleich ein „Super Autofahrer“

Sprachübergreifende Fortbildung zu deutschen Text-Korpora
Für literarische ÜbersetzerInnen und andere Interessierte
Leitung: Gabriele Leupold und Eveline Passet

 

Ist der zitierte Satz typisch für LernerInnen des Deutschen als Fremdsprache mit Muttersprache Englisch? Wie sprechen Kinder? Seit wann schreibt man Komposita zusammen? Gab es diese oder jene Wendung schon im 18. Jahrhundert? Übersetzerinnen und Übersetzer müssen oft Sprechweisen gestalten, die sie nicht genau kennen. Hier helfen manchmal Korpora – elektronische Sammlungen von alten und neuen, gesprochenen und geschriebenen Texten. Sie sind gut geeignet, um Wörter und Wendungen in einer bestimmten Varietät und ihre typischen Kontexte und Kombinationen zu sehen. Die Linguistin Anke Lüdeling und ihr Team werden verschiedene deutschsprachige Korpora vorstellen. Nach einer kurzen Einführung lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Suchprogramm ANNIS mit seinen vielfältigen Möglichkeiten kennen und erwerben so ein unabdingbares Werkzeug, um die beständig wachsenden Korpora in ihrer Tiefe nutzen zu können.

Da wir gemeinsam üben werden, sollten Sie ein WLAN-fähiges Notebook mitbringen. Ob Windows oder macOS (Apple) spielt keine Rolle, hilfreich wäre ein aktueller Webbrowser (Mozilla Firefox oder Google Chrome). Das WLAN sollte aktiv sein und der Akku des Geräts aufgeladen (zur Sicherheit das Ladekabel einpacken).

Der Eintritt ist frei, 12 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiss und Getränke sind vorgesehen. Verbindliche Anmeldung per Mail erbeten an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619.
Eintritt frei

Dienstag
Februar
20.00 Uhr
21.02.2017

Auf Wiedervorlage
Gottfried Wilhelm Leibniz – Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse

Oswald Egger. Buchpremiere, Film- und Bilderschau
Einführung: Hartmut Hecht

Oswald Egger © Charlotte Kons

„Honk, if you love Leibniz“ – Kann, wer sich auf Leibniz beruft, ein Narr sein? Oswald Egger wird versuchen, einige implizite Ideen bei Leibniz zusammenzureimen und in Modellen und Gedanken-
experimenten anschaulich zu machen, „wie eins zum anderen kommt“. Er tut dies in Form von Worten und Formen ohne Worte, anhand von Bildern und Filmen. Ausgangspunkt des Abends ist Oswald Eggers poetologische Untersuchung „Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse“, soeben erschienen bei Matthes & Seitz. Der Leibniz-Spezialist Hartmut Hecht (Humboldt-Universität, Institut für Philosophie) führt in den Abend ein. „Wer mich bloß aus meinen Veröffentlichungen kennt, kennt mich nicht“, schreibt Leibniz, zu dessen Ehren der Fabrikant Hermann Bahlsen 1895 sogar den Namen für Produkte seiner Cakes-Fabrik schützen ließ. Im Anschluss Leibniz-Kekse und Getränke.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
22.02.2017

Die iranische Moderne (II)
Literatur, die fremd bleibt:
Geschichten aus der Ferne erzählen

Amir Hassan Cheheltan (Teheran) und
Shahriar Mandanipur (USA) in Lesung und Gespräch
Moderation: Jutta Himmelreich

Amir Hassan Cheheltan © DAI

Shahriar Mandanipur © privat

Es sei Aufgabe des Schriftstellers, so Amir Hassan Cheheltan, von anderen Orten und Zeiten zu schreiben. Was aber, wenn die einheimische Literatur an ganz anderen Orten und in divergierenden Gesellschaften entsteht? Cheheltan und Shahriar Mandanipur gehören zu den bedeutendsten Vertretern der iranischen Gegenwartsliteratur, beide haben internationale Resonanz und restituieren mit ihrer Erzählkunst die iranische Kultur. Nur ist ihnen ihr eigenes Werk in gewisser Weise fremd: Seinen aktuellen Roman „Eine iranische Liebesgeschichte zensieren” (Unionsverlag) hat Mandanipur im Ausland geschrieben und veröffentlicht, den Iran hat er seit Jahren nicht mehr besucht. Cheheltans furioser letzter Roman „Der Kalligraf von Isfahan“ (C.H. Beck) ist wie seine letzten Bücher nicht in der Originalsprache Farsi erschienen. Trotzdem lebt und schreibt er im Iran. Beide werden aus neuen Texten lesen und darüber sprechen, wie sich ihr Schreiben in der Ferne und der Heimat verändert hat.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Programms „Die iranische Moderne“, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Montag
Februar
20.00 Uhr
27.02.2017

Kafka geht ins Kino (I)
„Im Kino gewesen. Geweint. ‚Lolotte‘.“

Hanns Zischler
Ein Stummfilmabend mit Musik, Filmerklärer und Zauberer

Hanns Zischler © Julia Baier

Hanns Zischler: Kafka geht ins Kino (Cover)

„Anders als die zünftigen Germanisten, deren verbohrte Untersuchungen regelmäßig umschlagen in eine Travestie von Wissenschaft, und anders auch als die an der Schwierigkeit Kafkas ihren höheren Scharfsinn erprobenden Literaturtheoretiker beschränkt Hanns Zischler sich auf den zurückhaltenden, nirgends über den Gegenstand eines Interesses hinausstrebenden Kommentar“, schrieb W.G. Sebald, als vor zwanzig Jahren „Kafka geht ins Kino“ erschien. Nun veröffentlicht Hanns Zischler eine neue erweiterte Ausgabe (Galiani Berlin), ausgestattet mit einer DVD des Filmmuseums München, die die Filme enthält, die Franz Kafka damals sah: etwa „Die Weiße Sklavin“, „Theodor Körner“ oder „Das Kind von Paris“ mit Suzanne Privat als kleine Lolotte. „Im Kino gewesen. Geweint. ‚Lolotte'. Der gute Pfarrer. Das kleine Fahrrad. Die Versöhnung der Eltern. Maßlose Unterhaltung.“ – notiert Franz Kafka im November 1913. Hanns Zischler führt durch den Abend, nach historischem Vorbild als Filmerklärer, sekundiert von einem Zauberkünstler.

Eintritt 8 € / 5 €*

Dienstag
Februar
20.00 Uhr
28.02.2017

Kafka geht ins Kino (II)
„Nachmittag Palästinafilm“

Filmvorführung: Shiwath Zion (50 Min. R: Jakob Ben-Dov)
Diskussion: Anja Siegemund, Stewart Tryster, Hanns Zischler

„Nachmittag Palästinafilm.“ liest man, datiert auf den 23. Oktober 1921, in Kafkas Notizbuch. Auf Betreiben der zionistischen Zeitschrift „Selbstwehr“ wurde in einer geschlossenen Vorführung im Prager Kino „Lido-Bio“ der heroische Aufbruchsfilm „Shiwath Zion“ (Rückkehr nach Zion) gezeigt. „Hauptsächlich gilt es ja für die Durchschnittsmasse der Juristen, dass sie erst zu Staub zerrieben werden müssen, ehe sie nach Palästina dürfen, denn Erde braucht Palästina, aber Juristen nicht“, schreibt Franz Kafka indes 1921 in einem Brief an Robert Klopstock. Aber auch wenn Kafka zum Zionismus in einem ambivalenten Verhältnis stand, so zwang ihn doch der zunehmende Antisemitismus in Prag, sich ernsthaft mit dem Gedanken der Auswanderung auseinanderzusetzen: „Ist es nicht selbstverständlich, dass man von dort weggeht, wo man so gehasst wird (Zionismus oder Volksgefühl ist dafür gar nicht nötig)?“ Im Anschluss an den Film diskutiert Hanns Zischler mit Anja Siegemund, Leiterin des Centrum Judaicum, und Stewart Tryster, ehemaliger Leiter des Steven Spielberg Jewish Film Archives, Jerusalem.

In Kooperation mit der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Montag
März
20.00 Uhr
13.03.2017

Paul Auster: „4 3 2 1“

Moderation: Thomas Böhm

außer Haus
Ort: Großer Sendesaal des rbb, Masurenallee 8, 14057 Berlin

Paul Auster © Lotte Hansen

Am Montag, den 13. März, beginnt Paul Auster in Berlin eine fünftägige Lesereise durch Deutschland und stellt seinen neuen Roman „4 3 2 1“ vor. Der Abend, moderiert von Thomas Böhm, findet um 20 Uhr im Großen Sendesaal des rbb (Masurenallee 8, 14057 Berlin) statt.

Eine Veranstaltung von Radioeins (rbb) in Kooperation mit dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB) und dem Rowohlt Verlag. Eintrittskarten sind ab Donnerstag, 12.1., 11 Uhr, über www.rbb-ticketservice.de, im rbb-Shop am Kaiserdamm 80/81 (Tel.: 030-9799384999) sowie bei allen Vorverkaufskassen mit CTS-System erhältlich. 

 

Sofern nicht anders angegeben:
KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

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