Dienstag
August
20.00 Uhr
30.08.2016

Astronauten / Nachts ist es leise in Teheran
Die Schriftstellerinnen Shida Bazyar und Sandra Gugić in Lesung und Gespräch

Moderation: Thorsten Dönges

Shida Bazyar © Joachim Gern

Sandra Gugic © Dirk Skiba

Shida Bazyar und Sandra Gugić, zwei junge deutschsprachige Autorinnen, sind heute Abend mit ihren Romandebüts zu Gast im LCB. Die 1988 in Hermeskeil (Rheinland-Pfalz) geborene Shida Bazyar stammt aus einer iranischen Familie. Sie studierte Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim und betrat die literarische Bühne im Frühjahr 2016 mit ihrem Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ (Kiepenheuer & Witsch). Aufwühlend, anrührend und sprachlich virtuos erzählt das Buch eine Familiengeschichte, die im Spannungsfeld der politisch-gesellschaftlichen Wirren im Iran ab 1979 beginnt 30 Jahre später in Deutschland endet. Die österreichische Schriftstellerin Sandra Gugić liest aus ihrem Erstlingsroman „Astronauten“, der 2015 bei C.H.Beck erschien. Die gebürtige Wienerin studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und gewann 2012 den Open Mike. Sechs völlig unterschiedliche Charaktere und Stimmen und ein Sommer stehen im Zentrum des Buches – und für jede Figur findet Sandra Gugić eine eigene Sprache. Die beiden Autorinnen des Abends haben sich im Mai in Kiel beim Europäischen Festival des Debütromans kennengelernt, wo sie ihren Austausch über literarische Stoffe und ihren Umgang mit Sprache begannen, den sie nun im LCB fortsetzen.

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
September
20.00 Uhr
01.09.2016

Mogador
Martin Mosebach in Lesung und Gespräch

Moderation: Denis Scheck

Martin Mosebach © Peter-Andreas Hassiepen

Nicht immer wird ein Sprung aus dem Fenster zum Sprung in eine andere Welt. Aber als der junge, auf der Karriereleiter seiner Bank schon ziemlich hoch hinaufgelangte Patrick Elff nach einem Gespräch im Polizeipräsidium aus dem Fenster springt, ist das der Beginn einer gefährlichen Reise. Er hat betrogen, die Entdeckung steht bevor. Nun sucht er Hilfe bei einem mächtigen marokkanischen Finanzmann, der ihm noch einen Gefallen schuldet, und flieht nach Essaouira, das alte Mogador. Doch auch in der Stadt an der marokkanischen Atlantikküste erweist sich das Untertauchen als schwierig. Patrick, der sich selbst als einen erlebt, der mehr oder weniger unfreiwillig in seine Tat hineingeschlittert ist, übertritt hier zum zweiten Mal in kürzester Zeit die eben noch unverrückbar scheinenden Grenzen seines Lebens, sieht die Geisterwelt, lernt Schrecken kennen, die irdische Strafen übersteigen. «Mogador» ist beides zugleich, Kriminalfall und Seelenreise, genaueste Wirklichkeitsbeobachtung und ins Dämonische ausschweifende Phantastik. Und wie immer stehen Menschenschilderungen im Mittelpunkt von Martin Mosebachs Erzählen. Die Reise nach Mogador wird zum Traum, der Patrick Elff auf den Boden der Realität zurückführt. Im Anschluss an Lesung und Gespräch lädt der Rowohlt Verlag zu einem Empfang.

Eintritt 8 € / 5 €*

Samstag
September
ab 15 Uhr
03.09.2016

LCB-Sommerfest mit dem Verlag Voland & Quist

 

LCB-Sommerfest 03. September 2016: Voland & Quist

Ahne © Oz Ordu

Sarah Bosetti © privat

Marion Brasch © Lars Reimann

Nora Gomringer © Judith Kinitz

Marc-Uwe Kling © Ramon Kramer

Unser Sommerfest feiern wir in diesem Jahr mit Voland & Quist, dem Independent-Verlag aus Dresden für junge, zeitgenössische Literatur. Mittlerweile sind in 12 Jahren über 120 Titel erschienen, die meisten als Buch mit Bonusmaterial auf CD oder DVD. Programmschwerpunkte sind Lesebühnenliteratur, Spoken-Word-Lyrik, Kinderbücher, Comedy sowie Romane und Erzählungen junger osteuropäischer Autoren. Verlegt werden z.B. Bücher von Ahne, Nora Gomringer, Kirsten Fuchs, Marc-Uwe Kling, Bas Böttcher, Jochen Schmidt, Viktor Martinowitsch, Jaroslav Rudiš und Lydia Daher.

15:00 Uhr
Begrüßung (Ingo Fessmann, Leif Greinus & Sebastian Wolter) - Terrasse
15:15 Uhr
Puppentheater Eckstein: Der Reggaehase Boooo - Kinderecke
15:30 Uhr
André Herrmann: Klassenkampf - Rotunde
16:00 Uhr
Kirsten Fuchs: Der Miesepups - Kinderecke
16:30 Uhr
Sarah Bosetti: Mein schönstes Ferienbegräbnis - Terrasse
17:00 Uhr
Ahne: Ab heute fremd - Rotunde
17:30 Uhr
Dalibor Marković: Und Sie schreiben auf Deutsch? - Terrasse
18:00 Uhr
Die Lesedüne mit Marc-Uwe Kling, Sebastian Lehmann und Maik Martschinkowsky - Rotunde
18:30 Uhr
Marion Brasch: Die irrtümlichen Abenteuer des Herrn Godot - Terrasse
19:00 Uhr
Benedikt Feiten: Hubsi Dax - Rotunde
19:30 Uhr
Volker Strübing: Kloß und Spinne - Terrasse
20:00 Uhr
Matthias Hirth: Lutra lutra - Rotunde
20:30 Uhr
Nora Gomringer & Philipp Scholz: Peng! Du bist tot! - Terrasse
21:30 Uhr
Konzert: Fuck Art Let's Dance - Saal
22:30 Uhr
DJs (Marion Brasch & Sebastian Wolter) - Saal

Eintritt 8 € / 5 € / Kinder frei | Tickets online

Dienstag
September
20.00 Uhr
06.09.2016

Hausgäste
Petina Gappah (Simbabwe) und Hakan Günday (Türkei) in Lesung und Gespräch

Moderation: Priya Basil

Gespräch in englischer Sprache!

Petina Gappah © Patrick Bertschmann

Hakan Günday © Selen Özer

Es ist ein Schreiben um Leben und Tod: Memory ist eine weiße Schwarze, eine Albino, die bis zu ihrem 9. Lebensjahr in einer Township aufwuchs. Dann, so glaubt sie, wurde sie von ihren Eltern an den reichen weißen Großgrundbesitzer Lloyd Hendricks verkauft. Er kümmerte sich liebevoll um sie und ermöglichte ihr eine erstklassige internationale Ausbildung. Jetzt ist er tot, und Memory des Mordes an ihm angeklagt. Verhaftet in der Todeszelle schreibt sie ihre Geschichte auf. Petina Gappahs Debütroman „Die Farben des Nachtfalters (Arche Verlag, aus dem Englischen von Patricia Klobusiczky) erzählt ähnlich zupackend wie der neue Roman Hakan Gündays („Flucht“, btb, aus dem Türkischen von Sabine Adatepe), der sich in das Milieu der Schleuser und Menschenhändler begibt. Die Schriftstellerin aus Simbabwe und der türkische Bestsellerautor sind Exponenten einer engagierten Literatur und im September Gastautoren im LCB.

Eintritt frei

Montag
September
20.00 Uhr
12.09.2016

Studio LCB
Lesung: Sibylle Lewitscharoff

Gesprächspartner: Karlheinz Stierle und Kristina Maidt-Zinke
Moderation: Katharina Teutsch

Sibylle Lewitscharoff © Tobias Bohm

Vom „Guten, Wahren und Schönen“ sind die Poetikvorlesungen Sibylle Lewitscharoffs überschrieben, als wollten sie etwas wieder gutmachen. Vom Unguten, Unwahren und Grotesken handeln ja die meisten ihrer Texte. Die Büchner-Preisträgerin von 2013 ist mit ihrem neuen Roman „Das Pfingstwunder“ (Suhrkamp) im Studio LCB zu Gast. Darin lässt sie vierunddreißig Danteforscher aufeinander losgehen und nicht nur sämtliche Höllenkreise der „Göttlichen Komödie“ durchschreiten, sondern auch besagtes Pfingstwunder erleben. Wie immer spricht Lewitscharoff auch in diesem Roman in Zungen zu ihren Lesern. Um hier nun lustvoll Exegese zu treiben, ist der Dante-Biograf Karlheinz Stierle mit auf dem Podium, die Literaturkritikerin und Lewitscharoff-Laudatorin Kristina Maidt-Zinke sowie Katharina Teutsch bei ihrer Premiere als Studio LCB-Moderatorin.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 24. September 2016, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €*

DLF

Dienstag
September
20.00 Uhr
13.09.2016

Kollisionen
Buchpremiere des neuen Romans von Florian Scheibe

Moderation: Wiebke Porombka

Florian Scheibe © privat

Florian Scheibe nahm im Herbst 2013 an unserer Autorenwerkstatt „Das zweite Buch“ teil. Und dieses Buch ist nun da. Im Zentrum steht die Kollision sozialer Gegensätze: Die Architektin Carina und ihr Partner, der Journalist Tom, wohnen in einer Dachgeschosswohnung mit Blick über die Stadt. Dass der Park vor ihrer Haustür nicht der sauberste ist, stört sie genauso wenig wie die unmittelbare Nähe zur Drogenszene. Dort, unter der Hochbahn, lebt die sechzehnjährige Mona. Normalerweise gibt es zwischen beiden Welten nur wenige Berührungspunkte, doch nun werden sie auf schicksalhafte Weise zusammengeworfen: Denn während sich Carina und Tom seit Langem vergeblich ein Kind wünschen, ist Mona ungewollt schwanger… Mit einem Sinn für die bisweilen absurde Komik menschlichen Strebens entwirft Florian Scheibe einen schillernden Gesellschaftsroman, über den Michael Krüger schrieb: „Der Zusammenprall zweier Welten. Florian Scheibe erforscht mit unheimlicher Präzision die Psychologie seiner Figuren“. Im Anschluss an Lesung und Gespräch lädt der Verlag Klett-Cotta zu einem kleinen Umtrunk anlässlich der Buchpremiere.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
September
20.00 Uhr
14.09.2016

Reden wir über die Zukunft. Sachbücher im Gespräch
Mit Marina Münkler und Oliver Nachtwey

Moderation: René Aguigah und Jens Bisky

Herfried Münkler + Marina Münkler: Die neuen Deutschen. Das Land vor seiner Zukunft

Oliver Nachtwey: Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne

Die alte Bundesrepublik ist unwiederbringlich vergangen. Nur mühsam lernt das gegenwärtige Deutschland, die neuen Realitäten zu akzeptieren; der Streit um Einwanderung, Flüchtlingspolitik und soziale Ungleichheit entzweit die Gesellschaft. Neue politische Bewegungen erschüttern die politische Kultur des Landes. Zeit, darüber zu reden, was geschieht, was verloren geht, was nachfolgen könnte. Wie lässt sich inmitten der Aufgeregtheiten ein klarer Kopf behalten? Die Literaturwissenschaftlerin Marina Münkler fragt in ihrem, gemeinsam mit Herfried Münkler verfassten Buch „Die neuen Deutschen. Das Land vor seiner Zukunft“ (Rowohlt Berlin) nach Risiken, Gefahren und Chancen angesichts der Wanderungs- und Fluchtbewegungen. Der Soziologe Oliver Nachtwey spürt dem Zusammenhang von Abstiegserfahrungen und Aufbegehren nach („Die Abstiegsgesellschaft. Über das Aufbegehren in der regressiven Moderne“, Suhrkamp Verlag). Ein Gespräch über Konflikte, Ängste und Zukunftsszenarien.

In Zusammenarbeit mit DeutschlandRadio Kultur. Sendetermin im Radio ist der 25.92016, 00:05 - 01:00 Uhr
Eintritt 8 € / 5 €
*

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Montag
September
19.00 Uhr
19.09.2016

Der literarische Salon der Antidiskriminierungsstelle des Bundes im LCB
Freier Glaube. Freies Denken. Gleiches Recht: Schriftstellerinnen und Schriftsteller diskutieren über ihre individuellen Erfahrungen mit der Religion

Mit Lena Gorelik, Lydia Haider, Christian Lehnert und Feridun Zaimoglu
Moderation: Caroline Fetscher

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?“ fragt Gretchen ihren Lover Faust – die Frage nach dem Glauben, nach dem Umgang mit religiösen Überzeugungen, Dogmen und Traditionen stellt sich jeder Generation neu. Für die Literaturgeschichte, zumal die des deutschsprachigen Raums, sind die Auswirkungen religiösen Denkens, Sprechens und Schreibens von größter Bedeutung. Was bedeutet das fürs literarische Schreiben heute? Warum rückt der Glaube eines Schriftstellers plötzlich in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung und welche Rolle kann, darf der Glaube eines Schriftstellers heute haben? Welche Konsequenzen hat es, wenn man sich zu einem Glauben bekennt oder aber nicht religiös leben möchte? Entstehen neue Allianzen, neue Spannungsfelder zwischen Religion und Gesellschaft? Woher kommt die Zunahme von Antisemitismus und Islamophobie, und wie reagieren Autoren auf diese Entwicklungen? Vier Autorinnen und Autoren unterschiedlichster Herkunft und Prägung diskutieren am heutigen Abend über die Gretchenfrage in unserer Zeit. Im Anschluss lädt die Antidiskriminierungsstelle des Bundes alle Besucher*innen des Abends zu einem Empfang.

Eintritt frei

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Dienstag
September
20.00 Uhr
20.09.2016

Der Geschmack der Wahrheit
Stefan Hertmans und Per Leo in Lesung und Gespräch

Moderation: Katharina Borchardt

Stefan Hertmans © Michiel Hendrycks

Per Leo © Tobias Bohm

„Dies ist, was wir teilen“ – mit diesem Motto ist der diesjährige niederländisch-flämische Ehrengastauftritt auf der Frankfurter Buchmesse überschrieben. Unser Beitrag zur Veranstaltungsreihe des Netzwerks der Literaturhäuser besteht in einer flämisch-deutschen Konstellation. Zwei Autoren kommen zusammen, die sich der eigenen Familiengeschichte „mit sanfter Klarheit“ (SZ) erzählerisch und reflektierend genähert haben. Stefan Hertmans' preisgekrönter Roman „Der Himmel meines Großvaters“ (übersetzt von Ira Wilhelm, Hanser Berlin) zeigt die große Geschichte in ihren privaten Bezügen, vor allem den ersten Weltkrieg als Achse, der die Erfahrungen in eine Zeit davor und eine Zeit danach teilt. Per Leo gelingt es in seinem Romanessay „Flut und Boden“ (Klett-Cotta), „Geistesgeschichte in familiäre Intimität zu übersetzen“ (SZ). In der Figur seines Großvaters zeichnet er die Geisteswelt der Nationalsozialisten nach, und läßt damit viele typisch deutsche Nachkriegsbiografien in einem neuen Licht erscheinen. Katharina Borchardt (Südwestrundfunk) moderiert den Abend.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
September
20.00 Uhr
21.09.2016

Ruhe auf der Flucht
Joachim Geil in Lesung und Gespräch

Moderation: Dorian Steinhoff

Joachim Geil © Anita Schiffer-Fuchs

Hubert, Vogelkundler und Liebhaber der schönen Schrift, muss raus. Dreißig Jahre unter einem Dach mit seinem Onkel sind genug. Zwei Möglichkeiten hat der talentierte Kauz: Flucht oder Rache, denn sein Onkel hat ihn jahrelang missbraucht. Doch wohin fliehen? Vielleicht in die Welt von Jan und Daniel, einem hinreißenden Liebes- und Diebespaar, das mit leichter Hand Kunst aus Museen stiehlt und bravourös übermalt. Oder zu Jakob, dem eigensinnigen Dichter, der mit einem einzigen legendären Gedicht sein späteres Schicksal besiegelt? Vielleicht ist die Zeit auch reif, sich zu rächen. Ermutigt durch Jill, die rebellische Tochter eines skrupellosen Investors, schmiedet Hubert Pläne. Nicht blutig soll der Rachefeldzug gegen seinen Peiniger werden, sondern tödlich. Da erfährt er von fünf jungen Frauen, allesamt Opfer ungeklärter Morde. Hubert schreibt vier Briefe, mit fatalen Folgen. Joachim Geil, geboren 1970, lebt und arbeitet als Autor, Ausstellungskurator und freier Lektor in Köln. Sein Romandebüt „Heimaturlaub“ fand große Beachtung. Für die Romane „Heimaturlaub“ und „Tischlers Auftritt“ wurde er 2013 mit dem Pfalzpreis für Literatur ausgezeichnet. Heute liest Joachim Geil aus seinem soeben bei Steidl erschienenen Roman „Ruhe auf der Flucht“, moderiert von seinem Kölner Schriftstellerkollegen Dorian Steinhoff.

Eintritt 8 € / 5 €*

Montag
September
20.00 Uhr
26.09.2016

Studio LCB
Lesung: Navid Kermani

Gesprächspartner: Nora Bossong und Norbert Miller
Moderation: Maike Albath

außer Haus!
Ort: Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin

Navid Kermani © Peter-Andreas Hassiepen

Navid Kermani, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2015, setzt seine literarischen Erkundungen bundesrepublikanischer Gefühlswelten fort und legt jetzt einen ungewöhnlichen Liebesroman vor. „Sozusagen Paris” heißt er, und man wittert Romantik und Ironie. Ob das zusammen geht? Die Sache lässt sich einigermaßen komisch an: Ein in die Jahre gekommener Schriftsteller begegnet seiner Jugendliebe wieder, über die er gerade einen Roman geschrieben hat. Der habilitierte Orientalist Navid Kermani, 1967 als Sohn iranischer Eltern in Siegen geboren, studierte in Köln, Kairo und Bonn, lebte einige Jahre in Isfahan und ist jetzt in Köln zu Hause. In seinem umfangreichen Werk geht er immer wieder den verschiedenen Prägungen auf den Grund. Während er in seinen Poetikvorlesungen „Über den Zufall” Bezugspunkte in der deutschen Literaturgeschichte auffächerte, nahm er in seinem Essay „Ungläubiges Staunen” die Bildwelt des Christentums aus muslimischer Perspektive in den Blick. „Sozusagen Paris” knüpft an den schmalen Band „Große Liebe” an, in dem der Liebesfuror eines Heranwachsenden in der westdeutschen Provinz mit islamischer Mystik verschmolzen war. Im Studio LCB diskutiert Navid Kermani mit der Schriftstellerin Nora Bossong und dem Literaturwissenschaftler Norbert Miller über die Möglichkeiten des fiktionalen und essayistischen Schreibens.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 29. Oktober 2016, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €*

DLF

Dienstag
September
20.00 Uhr
27.09.2016

Die Liebe unter Aliens. Buchpremiere
Lesung: Terézia Mora

Gesprächspartnerin: Katja Lange-Müller

Terézia Mora © Peter von Felbert

„Der junge Mann war vielleicht 18, der alte ist gar nicht alt, er ist erst 57, er sieht nur aus, wie manch anderer mit 75. Alt gewordenes herzförmiges Kindergesicht. Ehemals große Augen und ein spitzes Kinn, Nasolabialfalten und Krähenfüße, aber so welche, die seitlich am Gesicht hinunterfließen, als hätte ein stetes Rinnsal (wir wollen nicht sagen: aus Tränen) sein Bett in die Haut gegraben. Mit zarter Hand so lange darüber streichen, bis sie weggehen. Falten gehen niemals weg. Streicheln ist dennoch niemals unnütz, aber der Mann, der älter ist, als er aussieht, hat niemanden, der bzw. die ihn streichelt.“ Wer möchte da nicht weiterlesen. Es sind dies die Eingangssätze der ersten Erzählung, „Fisch schwimmt, Vogel fliegt“, von Terézia Moras neuem Erzählungsband. Vorgestellt wird „Die Liebe unter Aliens“ im Gespräch mit der Schriftstellerkollegin Katja Lange-Müller, von der gerade der Roman „Drehtür“ erschienen ist. Erzählungen waren es auch, mit denen Terézia Mora 1999 mit Aplomb die literarische Bühne betrat, „Seltsame Materie“. Es folgten die Romane „Alle Tage“ (2004), „Der einzige Mann auf dem Kontinent“ (2009) und „Das Ungeheuer“ (2013), ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis. Terézia Mora zählt überdies zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen, insbesondere des Werks von Peter Esterházy.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
September
19.00 Uhr
28.09.2016

Brücke Berlin Preis 2016

Preisverleihung an Szczepan Twardoch und Olaf Kühl
Verleihung des Brücke Berlin Initiativpreises an den Theaterverlag Henschel Schauspiel
Laudatio: Sabine Berking

außer Haus!
Ort: Deutsches Theater, Schumannstraße 13, 10117 Berlin

Szczepan Twardoch: Drach

Der polnische Autor Szczepan Twardoch und sein Übersetzer Olaf Kühl erhalten 2016 den renommierten, zum achten Mal vergebenen „Brücke Berlin“- Literatur- und Übersetzerpreis. Sie werden ausgezeichnet für den Roman „Drach“, der dieses Jahr in deutscher Übersetzung im Rowohlt Berlin Verlag erschienen ist. Um 17 Uhr findet vorab ein öffentliches Podiumsgespräch mit dem Autor und seinem Übersetzer statt. Der Theaterverlag Henschel Schauspiel erhält den Brücke Berlin Initiativpreis für seine nachhaltigen und herausragenden Bemühungen um die Entdeckung und Übersetzung bedeutender Theaterwerke aus dem mittel- und osteuropäischen Raum, beispielsweise aus Russland, Weißrussland oder Rumänien. Mit dem Initiativpreis würdigt die BHF-BANK-Stiftung den wesentlichen Beitrag von Institutionen oder Einzelpersonen, die mit ihrer Arbeit der mittel- und osteuropäischen Literatur im deutschsprachigen Raum ein Podium geben. Gemeinsame Veranstaltung mit der BHF-BANK-Stiftung, dem Goethe-Institut und dem Deutschen Theater Berlin.

Eintritt frei

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Donnerstag
September
20.00 Uhr
29.09.2016

Herkunft
Pierre Guyotat in Lesung und Gespräch

Moderation: Michael Heitz

Seltener Besuch in Berlin, Pierre Guyotat … Gerade erschien im Verlag Diaphanes die deutsche Ausgabe von „Herkunft”, übersetzt von Heinz Jatho. Guyotat berichtet von der sinnlichen, emotionalen, geistigen Formung eines Kindes, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in einem Dorf im Südosten Frankreichs in eine alte, katholische Familie ohne Vermögen geboren wurde. Wie die meisten seiner Bücher hat Pierre Guyotat das Buch nahezu vollständig im Indikativ Präsens geschrieben. Die Gedanken sind die eines Kindes, das nicht aufhört, seine Angehörigen zu befragen, dann die eines Heranwachsenden, der mit vierzehn Jahren zu schreiben beschließt – doch die Ideen und Konflikte, die sich darin manifestieren, sind die seiner Umgebung, seiner Zeit, seines Orts. Pierre Guyotat gilt als einer der bedeutendsten Avantgardisten und Erneuerer der französischen Literatur. 1960 veröffentlichte er seinen ersten Roman »Sur un cheval«. Im gleichen Jahr wurde er in den Krieg nach Algerien einberufen, wo er 1962 wegen Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft kam. Mit seinen beiden Werken „Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten” und „Eden Eden Eden”, das eine scharfe Kontroverse auslöste und jahrelanger Zensur anheim fiel, wurde er einem breiten Publikum bekannt. Nachdem sein von radikalem Formwillen geprägtes Schreiben durch eine mehrjährige psychiatrische Krise abrupt unterbrochen wurde, fand er 2006 mit dem diese Zeit verarbeitenden Werk „Coma” zurück in die Öffentlichkeit. Mit Unterstützung durch das Institut Français de Berlin.

Eintritt 8 € / 5 €*

 

Sofern nicht anders angegeben:
KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

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