| Dienstag Mai 20 Uhr |
![]() |
HausgästeMilena Michiko Flašar (Wien), Anna Weidenholzer (Wien) und Philipp Schönthaler (Konstanz) in Lesung und Gespräch |
|
Drei junge deutschsprachige Autoren sind in diesem Monat zu Gast im LCB und stellen sich heute dem Berliner Publikum vor. In Milena Michiko Flašars drittem Roman „Ich nannte ihn Krawatte” (Wagenbach Verlag) begegnen sich zwei Außenseiter, die dem gesellschaftlichen Leistungsdruck nicht gewachsen sind, auf einer Parkbank. Christoph Bartmann lobte Flašars literarisches Kammerspiel in der Süddeutschen Zeitung als „zartes melancholisches Buch von großer sprachlicher Schönheit und Klarheit”. Eine melancholische Stimmung beherrscht auch die acht ineinander verwobenen Erzählungen von Anna Weidenholzers Debütband „Der Platz des Hundes”, der 2010 im Mitter Verlag erschien. Die Geschichten berichten vom Alltag in einer Kleinstadt, deren Einwohner in und von Möglichkeiten leben, mit kurzen Begegnungen, die sie in ihren Köpfen weiter ausbauen. Philipp Schönthaler, der seine Doktorarbeit über „Negationen des Erzählers” schrieb, war 2010 als Erzähler Stipendiat unserer Autorenwerkstatt Prosa. In diesem Frühjahr erschien sein erster Erzählungsband „Nach oben ist das Leben offen” bei Matthes & Seitz. Im Zentrum dieser irritierenden Geschichten stehen Menschen von heute in ihrer Lebenswelt, der sie zugleich ausgesetzt und entfremdet sind. |
|
| Donnerstag Mai 20 Uhr |
![]() |
Literarische Blicke in die Zukunft
|
|
Wie wird es weitergehen mit uns, wohin führt der Weg des von verschiedensten Technologien gesteuerten, global vernetzten Menschen? Was bedeutet es, wenn Körper und Geist immer besser gängigen Idealen angepasst und ihre Fähigkeiten mit Hilfe von Medizin und Technik perfektioniert werden können? Angelika Meiers zweiter Roman „Heimlich, heimlich mich vergiss” (Diaphanes) und „Replay” (C.H. Beck), der neue Roman des Münchner Schriftstellers Benjamin Stein setzen sich auf jeweils sehr eigenwillige Art mit solchen Fragen auseinander. Angelika Meiers Protagonist Dr. Franz von Stern ist selbstverständlich mit einer zusätzlichen Hirnrindenschicht und einem Mediator zwischen den Rippen ausgestattet. Und Benjamin Steins Figur Ed Rosen ist Mitentwickler und erster Träger des UniCom, eines Kommunikationsmittels, das als Implantat die Sinneswahrnehmungen seines Besitzers aufzeichnet und das, was wir Realität nennen, in „Replays” unendlich wiederhol- und veränderbar macht. Wo die Grenzen zwischen Utopie und totalitärer Bedrohung verlaufen, wie Science Fiction-Stoff und die Reflexion von Erinnerungsprozessen einander bedingen, darüber nachzudenken regen beide Bücher an. Eintritt 6 € / 4 € |
|
| Donnerstag Mai 19.30 Uhr |
![]() |
Der Pfeifenraucher steht am Bahnhof Zoo und schaut Europa an
|
|
„Ich fürchte, Du wirst mir nicht glauben: ich habe Berlin liebgewonnen.” Im Romanischen Café formulierte Ilja Ehrenburg 1923, was auf viele osteuropäisch-jüdische Migranten der 1920er Jahre zutraf: wenn auch nicht unbedingt ein Sehnsuchtsort, so war Berlin doch mehr als nur Asyl. In Tagebüchern, Zeitungsartikeln und literarischen Texten beschrieben ankommende oder durchreisende Migranten wie Fischel Schnersohn, Joseph Roth, Lew Lunz oder Ossip Mandelstam ihren Berliner Alltag zwischen Heimweh, Zugehörigkeit und Isolation – auf Russisch, Jiddisch, Hebräisch und Deutsch. Das LCB und das Jüdische Museum Berlin laden mit dieser Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Berlin Transit” dazu ein, gemeinsam mit Irina Liebmann, Ingo Schulze und Marie Luise Knott einige der Stimmen aus dem Berlin der 1920er Jahre neu zu entdecken und auf ihre Aktualität zu prüfen. Kartenreservierung unter 030 - 25993488 oder reservierung@jmberlin.de |
|
| Dienstag Juni 14.00 Uhr |
![]() |
Parallelgeschichten
|
|
Der ungarische Autor Péter Nádas und seine Übersetzerin Christina Viragh werden für den Roman „Parallelgeschichten“, der 2012 in deutscher Übersetzung im Rowohlt Verlag erschienen ist, mit dem diesjährigen Brücke Berlin Preis ausgezeichnet. Dieser Jahrhundertroman schildert – in den Worten der Jury – „mit nicht nachlassender emotionaler und intellektueller Intensität wie Empathie die Beziehungen zwischen Lebenden und Toten, Ereignissen und Menschen, Ideologien und Gefühlen im 20. Jahrhundert. Mutig, zupackend und gedanklich präzis vermittelt Christina Viraghs Übersetzung das Oszillieren dieser Prosa. Sie erlaubt es, einem Stimmenreichtum genießend wie denkend zu folgen, in dem sich Äußeres und Inneres, Physisches und Psychisches, Reales und Imaginäres ständig gegenseitig erhellen. Péter Nádas lässt den Roman, wie wir ihn kennen, hinter sich. Nie ist die Unterwerfung des Körpers und der Seele durch die Gewalt und die Ideologien des 20. Jahrhunderts so subtil, so überzeugend und so zartfühlend dargestellt worden.“ Selten ist der weltliterarische Rang eines Romans so einhellig und über Grenzen hinweg (auch die englische und die französische Übersetzung liegen mittlerweile vor) gewürdigt worden. In unserer öffentlichen Begleitveranstaltung kommen die Preisträger selbst zu Wort. In zwei Etappen umkreisen wir die „Parallelgeschichten“, die sich „wie ein Lebewesen immer und immer wieder dem kontrollierenden Zugriff entziehen“ (C. Viragh). In Zusammenarbeit mit der BHF-BANK-Stiftung.
|
|
| Mittwoch Juni 20.00 Uhr |
![]() |
Debütanten
|
|
Zwei Romandebüts über das Heraustreten aus der Kindheit unter jeweils sehr besonderen Bedingungen werden am heutigen Abend vorgestellt. Elias Wagner wurde 1987 geboren und studiert derzeit Medizin in München. Sein erster Roman „Vom Liebesleben der Mondvögel” (Hoffmann & Campe) erzählt die Geschichte des fünfzehn Jahre alten Max, der mit seinem Vater in einem alten Bauernhaus an einem See im bayerischen Alpenvorland lebt. Für sein Lieblingsbuch „Wunderbare Insekten” interessiert er sich mehr als für den Horrorfilm Pubertät, der in seiner Umgebung läuft. Doch mit Beginn der großen Sommerferien beginnen die Ereignisse dann, sich zu überschlagen. Und Max wird mitten hineingezogen. Simon, der Erzähler in Andreas Martin Widmanns Roman „Die Glücksparade” (Rowohlt), ist ebenfalls fünfzehn Jahre alt. Und er lebt in einer völlig anderen Welt als Elias Wagners Protagonist, denn als er mit seinen Eltern auf einen Campingplatz zieht, wo sein Vater als Platzwart angestellt wird, zeigt sich der soziale Abstieg der Familie deutlich. Widmann, der 2009 Stipendiat unserer Autorenwerkstatt Prosa war und für sein Romanmanuskript 2010 mit dem Robert-Gernhardt-Preis ausgezeichnet wurde, gelingt neben einer ungewöhnlichen Milieustudie das Porträt eines Jungen, in dessen Traurigkeit die Sehnsüchte des Heranwachsenden umso heller strahlen, wie Christoph Schröder in der Süddeutschen Zeitung schrieb. Eintritt 6 € / 4 € * |
|
| Donnerstag Juni 20.00 Uhr |
![]() |
Putins Briefkasten
|
|
Marcel Beyer, Jahrgang 1965, ist Romancier, Lyriker, Musiksammler, Herausgeber, Opernlibrettist und Essayist. Vielleicht ist die Aufzählung unvollständig, aber sicher ist er einer der bedeutendsten Autoren seiner Generation. Sein letzter, von der Kritik gepriesener Roman „Kaltenburg” erschien 2008. Vor kurzem veröffentlichte er nun „Putins Briefkasten“ bei Suhrkamp. Dies ist ein Beyer-Lesebuch, das in vielfach gebrochener Weise seine Poetologie enthält und worin man erfährt, was den Autor an seiner Arbeit – dem Schreiben – interessiert. Und last but not least sind diese „acht Recherchen“, so der Untertitel, eine Hommage an Putins und Beyers Wahlheimat Dresden. Putin kam in den Achtzigern aus dem Osten an die Elbe, Beyer etwa zehn Jahre später aus dem Westen. Dazwischen lag ein Jahrhundertbruch. Marcel Beyer stellt „Putins Briefkasten“ in Lesung und im Gespräch mit Jens Bisky, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung mit Sitz in Berlin, vor. Eintritt 6 € / 4 € * |
|
| Samstag Juni 15 Uhr bis 24 Uhr |
![]() |
Land der Berge, Land der BücherEin Tag der österreichischen Literatur am Wannsee mit Bettina Balàka, Franzobel, Egyd Gstättner, Roman Marchel, Lukas Meschik, Maxi Obexer, Manfred Rebhandl, Thomas Stangl und ihren Verlagen |
|
Die Literatur Österreichs gehört seit Jahrhunderten zu den vielfältigsten und interessantesten in Europa. Adalbert Stifter und Hugo von Hofmannsthal, Robert Musil und Karl Kraus, Joseph Roth und Stefan Zweig, Thomas Bernhard und Ingeborg Bachmann sind aus der Weltliteratur nicht wegzudenken. In der Gegenwart ist es für die österreichischen Verlage nicht immer leicht, ihr Programm im viel größeren deutschen Buchmarkt durchzusetzen. Dabei gibt es in der österreichischen Verlagslandschaft viel zu entdecken. Wir haben acht Verlage eingeladen, sich mit je einem Autor auf der Gartenbühne vorzustellen: Die Verlage Czernin, Droschl, Folio, Haymon, Jung und Jung, Picus, Residenz und Zsolnay kommen an den Wannsee. In zwei Blöcken, von 16 bis 18 und von 19 bis 21 Uhr, lesen Bettina Balàka, Franzobel, Egyd Gstättner, Roman Marchel, Lukas Meschik, Maxi Obexer, Manfred Rebhandl und Thomas Stangl. Im Anschluss darf getanzt werden. Für Kulinarisches aus Österreich ist gesorgt. Den genauen Ablauf veröffentlichen wir Anfang Juni hier auf unserer Website. Mit freundlicher Unterstützung des Österreichischen Kulturforums Berlin und Literar-Mechana Wien.
|
|
| Mittwoch Juni 20.00 Uhr |
![]() |
Chroniken von Nähe und Distanz
|
|
Die Reflexion von Familienkonstellationen prägt die beiden Bücher des heutigen Abends. Der Roman „Chronik der Nähe” (Piper) von Annette Pehnt, für den sie in diesem Jahr mit dem Solothurner Literaturpreis ausgezeichnet wurde, erzählt von Großmutter, Mutter und Tochter. Immer und immer wieder versuchen diese drei Frauen, einander nahezukommen. Und immer wieder stellen sich neue Hindernisse zwischen sie, es siegt das Schweigen. So ist "Chronik der Nähe" ein Buch über Liebe und Ablehnung, Distanz und Zuneigung. Zwischen der Vertrautheit der Kindertage und der Distanz von Erwachsenen pendelt auch die Beziehung, die das Geschwisterpaar Milla und Ritschie verbindet. "In einer Sprache, die nachhallt - laut wie ein großes Schweigen" (Tobias Becker auf Spiegel Online) erzählt Hanna Lemke in ihrem zweiten Buch "Geschwisterkinder" (Kunstmann) davon, wie die Angst vor all dem wächst, was sich im Leben falsch anfühlt. Und davon, wie die beiden Geschwister sich doch wieder näherkommen. Die Bücher von Annette Pehnt und Hanna Lemke verbindet ihr genauer Blick auf die kleinen Momente des Alltags, in denen sich alles entscheidet, auf die kleinen Verschiebungen im Raum zwischen Menschen, die unsere Beziehungen ausmachen. Eintritt 6 € / 4 € * |
|
| Donnerstag Juni 20.00 Uhr |
![]() |
Studio LCB
|
|
Geboren 1932 in Köln, aufgewachsen in Erfurt, zurückgekommen ins Rheinland Anfang der fünfziger Jahre, zum WDR gegangen 1959, entwickelte sich Jürgen Becker jenseits und im Kontext seiner Leidenschaft für das künstlerisch avancierte Hörspiel (er war Leiter der Hörspielabteilung im Deutschlandfunk von 1974 bis 1993), für Kunst und Fotografie (er ist seit 1965 mit der Künstlerin Rango Bohne verheiratet) zu einem der bedeutendsten Lyriker und Prosaautoren seiner Generation. Er nahm an Tagungen der „Gruppe 47“ teil, sein erster Prosaband, „Felder“, erschien 1964 im Suhrkamp Verlag, es folgten fürderhin Lyrikbände, die von Lesern eingeatmet, von Schriftstellerkollegen bewundert, von der Kritik gefeiert und von Jurys regelmäßig mit den bedeutendsten Literaturpreisen ausgezeichnet wurden. Aus Anlass der Verleihung des Thüringer Literaturpreises 2011 äußerte sich Jürgen Becker in seiner Dankrede zu seinem literarischen Selbstverständnis: „Ein Schriftsteller (…) hält sich in der inneren Landschaft seines Bewusstseins auf. Es ist eine Landschaft, die aus Erinnerungen und Imaginationen besteht, aus Wahrnehmungen und Träumen, eine Landschaft voller Bilder, voller Sprachbilder, die das Geschehen im Leben, in der Wirklichkeit reflektieren.“ – Aus Anlass seines 80. Geburtstages am 10. Juli 2012 kommt in der „Stiftung Lyrik Kabinett“ unter dem Titel „Scheunen im Gelände. Mit Collagen von Rango Bohne“ ein neuer Lyrikband heraus. Der Suhrkamp Verlag veröffentlicht: „Wie es weiterging. Ein Durchgang – Prosa aus fünf Jahrzehnten“. Jürgen Becker liest und diskutiert über sein Werk mit dem Verleger und Schriftsteller Michael Krüger, der Literaturkritikerin Ursula März und dem MDR-Literatur-Redakteur Michael Hametner. Es moderiert Hajo Steinert. In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk. |
|
| Dienstag Juni 20.00 Uhr |
![]() |
„Grenzgänger“ – Auf Reisen in Mittel- und Osteuropa.
|
![]() |
Seit 2004 gibt es das „Grenzgänger“-Programm der Robert Bosch Stiftung, seit 2005 in Kooperation mit dem LCB. Autoren, die für eine Publikation in den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas recherchieren möchten, bietet das „Grenzgänger“-Stipendium die Gelegenheit zu reisen und Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln. Über 100 Stipendiaten haben schon die unterschiedlichsten Regionen bereist, und aus ihren Erkenntnissen und Erfahrungen sind spannende Bücher, Filme und Radiosendungen entstanden. Wir stellen aktuelle Neuerscheinungen vor: 19.30 Uhr: Michal Hvorecký liest aus seinem Roman „Tod auf der Donau” (Tropen Verlag) und nimmt uns und über hundert amerikanische Senioren mit an Bord der von einem trunksüchtigen Kapitän gesteuerten MS America, auf der mysteriöse Morde geschehen. Im Gespräch mit seinem Übersetzer Michael Stavaric wird Hvorecký von seinen Recherchen auf Donauschiffen berichten. 20.00 Uhr: Olga Grjasnowa erzählt in ihrem Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt” (Carl Hanser Verlag) von der rastlosen jungen Dolmetscherin Mascha, in deren Lebenswelt unterschiedliche Kulturen und Traditionen spannungsreich aufeinander treffen. Die Moderation übernimmt die Literaturkritikerin Wiebke Porombka. 20.30 Uhr: Stefan Schwietert stellt in Ausschnitten seinen Dokumentarfilm „Balkan Melodie” vor, der Marcel Cellier gewidmet ist. Vor über 50 Jahren reisten Marcel und Catherine Cellier das erste Mal hinter den Eisernen Vorhang und sammelten während vieler Jahre die traditionelle Musik Osteuropas und veröffentlichten sie auf Schallplatten und in Radiosendungen. So verhalfen sie u. a. dem legendären bulgarischen Frauenchor «Le Mystère des Voix Bulgares» zu Weltruhm. Auf den Spuren der Celliers findet der Film nicht nur die Protagonisten von damals wieder, sondern er macht sich auch auf, neue musikalische Schätze zu entdecken. Moderation: Jörg Magenau In Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung.
|
|
| Mittwoch Juni 18.30 Uhr |
![]() |
Facetten der taiwanesischen LiteraturLesung: Wu Mingyi und Wu YinningAußer Haus! |
|
Auch in diesem Jahr sind Autorinnen und Autoren aus Taiwan für einige Wochen zu Gast im LCB. Der 1971 in Taoyuan geborene Wu Mingyi gehört zu den wichtigsten Erzählern Taiwans. Sein Roman „Facettenaugen” wird derzeit ins Englische und Französische übersetzt. Wu Yinning, 1972 geboren, arbeitete nach ihrem Jurastudium als Journalistin. Sie ist mit preisgekrönten politischen Essays und Reportagen hervorgetreten und veröffentlichte mehrere Gedichtbände. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Taipeh Vertretung in der Bundesrepublik Deutschland. Anmeldung bis zum 25. Juni erbeten: Tel. 030-20361400 oder per mail: pressetaipeh-berlin@gmx.de
|
|