Dienstag
Juni
20.00 Uhr
30.06.2015

Die Vermessung der Künste
Open air: Teju Cole und Daniel Kehlmann

Moderation: Ijoma Mangold

Englisch/Deutsch ohne Übersetzung!
Kein Vorverkauf. Veranstaltung im Garten, es sind genügend Plätze vorhanden.

Teju Cole © Tim Knox

Daniel Kehlmann © Tobias Bohm

Als Teju Coles Roman „Open City” erschien, überschlug sich die amerikanische Kritik vor Begeisterung. Unter anderem wurde der junge Autor, in Nigeria aufgewachsen, nun in New York lebend, mit W. G. Sebald verglichen. Beide verbindet ein reflexiv-essayistischer Stil. Wo die Düsternis bei Sebald allerdings ins Melancholische, ins Schwermütige neigt, hat sie bei Cole einen Zug von subtiler Härte. Ein großer Bewunderer von Sebald ist seit je Daniel Kehlmann. Auch Kehlmann ist, mit einer Wohnung in New York, zumindest ein halber Ausgewanderter. Und beide, Kehlmann wie Cole, sind eminent gelehrte Autoren, die den Kanon der Künste für ihr eigenes Schreiben fruchtbar machen. Dieser Abend bringt also zwei große Namen der aktuellen Gegenwartsliteratur zusammen, um ein Gespräch über die Literatur, die Künste, die Welt und das Auswandern zu eröffnen.

Eintritt 8 € / 5 € *

Teju Cole bei radioeins (95,8 Mhz) am 29.6., 19 Uhr

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Mittwoch
Juli
20.00 Uhr
01.07.2015

Studio LCB
Lesung: Frank Witzel

Gesprächspartner: Philipp Felsch und Klaus Walter
Moderation: Maike Albath

Frank Witzel © privat

Was war eigentlich in den siebziger Jahren los? Popmusik, Terrorismus, verrückte Verlagsgründungen, Post-68-Euphorie, verklemmte Elternhäuser, untergründig wabernde Naziideologie, eine allgemeine Politisierung? Der Schriftsteller Frank Witzel lässt in seinem über 800seitigen Roman, der mit einem Sach-und-Personen-Register ausgestattet ist, die alte BRD wieder auferstehen. „Die Erfindung der Rote Armee Fraktion durch einen manisch depressiven Teenager im Sommer 1969” (Matthes & Seitz Berlin) heißt das Mammutunternehmen, und in der Tat reimt sich ein dreizehnjähriger Ich-Erzähler zusammen, was nicht zusammen passt, und nebenbei wird er auch noch erwachsen. Das Nachkriegsdeutschland ist ebenso gegenwärtig wie der deutsche Herbst, unterfüttert durch Phantasien eines Pubertierenden. Frank Witzel, Jahrgang 1955, hat nicht nur mehrere Romane vorgelegt, sondern ist auch Zeichner und Musiker. Mit dem Radiomoderator, DJ und Musikjournalisten Klaus Walter und dem Historiker Philipp Felsch wird er über die siebziger Jahre und ihre literarischen, musikalischen und gesellschaftlichen Folgen diskutieren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. Juli 2015, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 € *

DLF

Freitag
Juli
20.00 Uhr
10.07.2015

Auf Wiedervorlage: Sebald, Kant
W.G. Sebald: „Ansichten aus dem Leben und Sterben des Immanuel Kant”

Hörspielvoraufführung in Ausschnitten
Einführung: Isabel Platthaus (WDR) Gespräch mit Kathrin Röggla und Uwe Schütte

W.G. Sebald © Renate von Mangoldt

Immanuel Kant

Es ist das einzige Drehbuch, das W.G. Sebald geschrieben hat und dessen Veröffentlichung jetzt der Literaturwissenschaftler und Sebaldschüler Uwe Schütte auf den Weg gebracht hat. Der Sender Freies Berlin hatte Sebald im September 1981 das Angebot unterbreitet, das Skript zu verwirklichen, musste das Projekt aber im Oktober 1983 aufgrund einer Restrukturierung der dritten Programme einstellen, es verschwand für mehr als drei Jahrzehnte in der Schublade. Nun hat der WDR aus dem imaginären Film ein Hörspiel gemacht: „Jetzund kömpt die Nacht herbey. Ansichten aus dem Leben und Sterben des Immanuel Kant”. Sebalds Kant wird zum Paradigma dafür, wie philosophische Geistesanstrengungen aus Notwehr gegen körperlichen Verfall resultieren, die Angst vor der eigenen Natur zur treibenden Kraft des Denkens wird. Das Hörspiel ist in Auszügen zu hören. Im Anschluss diskutiert Uwe Schütte mit der Autorin Kathrin Röggla, berühmt nicht nur für ihre Prosawerke und Dramen, sondern auch für ihre Hörspiele.

In Zusammenarbeit mit WDR3.
Sendung des Hörspiels auf WDR3 am 11. Juli 2015, 15.05 Uhr (Wdh. 23.05 Uhr) sowie als kostenloser Download unter www.hoerspiel.wdr.de.
Eintritt frei

Mittwoch
Juli
20.00 Uhr
15.07.2015

Hausgäste

Lasha Bughadse, Ciwanmerd Kulek und Réka Mán-Várhegyi in Lesung und Gespräch

Lesung der deutschen Texte: Ulrich Janetzki

Lasha Bughadse © privat

Ciwanmerd Kulek © privat

Réka Mán-Várhegyi © privat

Im Juli sind Lasha Bughadse aus Georgien, Réka Mán-Várhegyi aus Ungarn und Ciwanmerk Kulek aus der Türkei zu Gast im LCB. Ciwanmerd Kulek, 1984 in Bismil geboren, arbeitet als Sprachenlehrer, schreibt und übersetzt in die kurdische Sprache. Er wird ein Kapitel aus seinem letzten Roman „Kinder am Fluss” vorstellen. Réka Mán-Várhegyi, geboren in Rumänien, emigrierte mit ihrer Familie nach Ungarn. Ihr erstes Buch ist eine Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel „Elend im Auróra-Viertel”, erschienen 2014. Lasha Bughadse, Jahrgang 1977, ist Stückeschreiber und Romancier. Bughadse machte sich zunächst als Graphiker und Karrikaturist einen Namen und arbeitete später bei verschiedenen Literaturformaten im georgischen Fernsehen. Zu seinen international bekannten Stücken zählt „Shocked Tatyana”, eine Satire über den Heroismus des Krieges. Auch er wird einen Auszug aus einem in unserem Hause reifenden Roman vortragen.

Eintritt frei

Samstag
Sonntag
Juli
jeweils ab 18 Uhr
18.07.2015 19.07.2015

STEP-TEXT: Zeitgenössischer Tanz und Literatur. Teil II

Mit deufert&plischke, Philipp Enders, Philipp Gehmacher, Händl Klaus, Martina Hefter, Anne Juren, Thomas Meinecke, Monika Rinck, Jochen Roller, Silke Scheuermann und Studierenden der FU Berlin
Konzeption und Dramaturgie: Gabriele Brandstetter und Sigrid Gareis

Step-Text Skizze © Monika Rinck

Im April begegneten sich Autorinnen, Choreografen und Tanzwissenschaftlerinnen im LCB, um mit vielfältigen Mitteln das Verhältnis von Text und Tanz zu erforschen. Am 18. und 19. Juli entsteht aus den Gesprächen der Künstler ein Parcours in Haus und Garten des LCB, gemeinsam erarbeitet von Choreographinnen und Autoren: Thomas Meinecke und Jochen Roller arrangieren den Aufsatz „Der Lichttanz” von Jacques Rancière als choreografische Installation (Meinecke legt auf, Roller tanzt). deufert&plischke erschaffen mit Silke Scheuermann und Studierenden eine Geste der unheimlichen Vertrautheit, eine Resignation des ewigen Bundes zwischen Publikum und Akteur. Martina Hefter setzt sich mit Geist und Geistern unserer Villa auseinander. Philipp Gehmacher und Händl Klaus entwickeln dialogische Partituren, während Philipp Enders Textverräumlichungen entstehen lässt. Anne Juren nimmt das Publikum mit auf eine Reise in den eigenen Körper. Und Monika Rinck wird Textreisende auf einem Floß hinaus auf den Wannsee schicken. Es bleibt ungewiss, ob sie aus dem Text zurückkehren: Wagen Sie sich auf unseren Parcours!

In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bewegungsforschung (ZfB) der Freien Universität Berlin und mit Unterstützung des Hauptstadtkulturfonds und des Österreichischen Kulturforums.
Eintritt 8 € / 5 € *

FU

FU

DLF

Dienstag
Juli
20.00 Uhr
21.07.2015

Die Glücklichen. Die endlose Stadt
Kristine Bilkau und Ulla Lenze in Lesung und Gespräch

Moderation: Dirk Knipphals

Kristina Bilkau © Tobias Bohm

Ulla Lenze © Julien Menand

Auch das Zarteste bleibt vom Gröbsten nicht unberührt. Ulla Lenze und Kristine Bilkau, die beide vor Jahren Stipendiatinnen unserer Autorenwerkstatt Prosa waren, haben Anfang des Jahres Romane veröffentlicht, die davon handeln, wie drohender sozialer Abstieg die Liebe beschwert. In Bilkaus Debütroman „Die Glücklichen” (Luchterhand) sieht es rosig aus für Isabell und Georg. Gerade wurde ihr Sohn Matti geboren, sie haben eine schöne Wohnung, er arbeitet als Redakteur und sie als Cellistin. Doch dann verlieren beide ihre Jobs – und die junge Familie steht vor ungeahnten Herausforderungen. Auch in Ulla Lenzes Roman „Die endlose Stadt” (Frankfurter Verlagsanstalt) sind die kulturellen Differenzen zwischen Holle, einer recht erfolgreichen deutschen Künstlerin, und Celal, Betreiber eines Fast-Food-Imbisses in Istanbul, immer auch durch ökonomische Differenzen grundiert. Präzise, beklemmend und in starken Szenen schildert Ulla Lenze, wie sich ihre Figuren in den Metropolen Istanbul und Mumbai verirren, verlieren und finden.

Eintritt 8 € / 5 € *

Samstag
Juli
ab 15 Uhr
25.07.2015

Kleine Verlage am Großen Wannsee

Gartenmesse: Die Verlage A1 (München), Avant (Berlin), Binooki (Berlin), Das Wunderhorn (Heidelberg), Dörlemann (Zürich), Edition Korrespondenzen (Wien), Edition Rugerup (Berlin), Guggolz (Berlin), Jung & Jung (Salzburg), kookbooks (Berlin), Lilienfeld (Düsseldorf), Luxbooks (Wiesbaden), mairisch (Hamburg), Matthes & Seitz (Berlin), Mitteldeutscher Verlag (Halle), Nautilus (Hamburg), Poetenladen (Leipzig), Reprodukt (Berlin), Secession (Zürich/Berlin), speak low (Berlin), Transit (Berlin), Verbrecher (Berlin), Verlagshaus J. Frank (Berlin) und Voland & Quist (Dresden) mit ihren Autoren zu Gast im LCB

Kleine Verlage am Großen Wannsee

Zum mittlerweile elften Mal sind ausgewählte Verlage aus dem deutschsprachigen Raum zu Gast im LCB. 24 Verlage haben unsere Einladung angenommen und stellen ihre Bücher und Autoren in entspannter Atmosphäre vor. Alle Literaturfreundinnen und -freunde sind herzlich willkommen zu stöbern, zu entdecken und sich auszutauschen. Für kulinarische Genüsse wird gesorgt sein. Welche Autorinnen und Autoren von den Verlagen im Laufe des Nachmittags vorgestellt werden, erfahren Sie ab dem 13. Juli auf www.lcb.de.

Wir danken der Leipziger Buchmesse für die freundliche Unterstützung dieser Veranstaltung.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Donnerstag
Juli
19.00 Uhr
30.07.2015

Das helvetische Fest. Literatur und Musik aus der Schweiz

Es lesen Katja Brunner, Dorothee Elmiger, Patrick Maisano und Giuliano Musio
Musik von UFO

Schweiz

Seit der Gründung des LCB waren und sind stets Autorinnen und Autoren aus der Schweiz bei uns zu Gast; diese Nähe feiern wir in jedem Sommer vor dem eidgenössischen Bundesfeiertag mit einer Veranstaltung auf unserer Terrasse. Unsere Sommerstipendiatin Katja Brunner, 1991 in Zürich geboren, hat in den letzten Jahren mit ihren Stücken für Aufsehen gesorgt, 2013 wurde sie mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet. Auch Dorothee Elmiger verbringt derzeit einen Monat als Stipendiatin am Wannsee. Für ihren zweiten Roman, „Schlafgänger” (Dumont), eine Meditation über Migration, Körper und Staat, erhielt sie 2014 den Förderpreis zum Hermann-Hesse-Preis. Giuliano Musio, im Jahre 2005 Stipendiat der Autorenwerkstatt Prosa, hat mit „Scheinwerfen” (Luftschacht) gerade seinen ersten Roman veröffentlicht, eine Erzählung über einen seltsamen Familienbetrieb und die Macht der Erinnerung. Das Romandebüt des diplomierten Architekten Patrick Maisano erschien im Winter letzten Jahres. In „Mezzogiorno” unterhalten sich die Schweiz und Kalabrien rasant, mit Witz und Tiefgang über Herkunft und die Prägungen, die sie hinterlässt. Die Musik des Abends steuern wie schon im letzten Jahr Florian Haas-Schneider am Schlagzeug und Lukas Huber an Pianet und Elektronik bei. Irgendwo zwischen akustischen und elektronischen Klangnebeln, improvisierter Musik, Free Jazz und verzerrten Grooves, abgekoppelt von stilistischen Vorurteilen und mit Hilfe von Gästen aus fernen Galaxien versuchen die beiden als UFO auch heute Abend, von der LCB-Terrasse aus die Herrschaft über das Universum an sich zu reißen. Der Abend klingt mit einer Einladung der Schweizerischen Botschaft zu Käse und Wein aus.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung Pro Helvetia und die Schweizerische Botschaft.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Dienstag
August
20.00 Uhr
11.08.2015

Hausgäste

Christina Maria Landerl, Maxime Coton, Florian Gantner und Stefan Sprenger in Lesung und Gespräch

Maxime Coton © privat

Florian Gantner © privat

Stefan Sprenger © privat

Sommergäste aus Belgien, Österreich und Liechtenstein stellen wir am heutigen Abend vor. Christina Maria Landerl wurde 1979 im oberösterreichischen Steyr geboren und lebt in Wien. 2011 veröffentlichte sie bei Schöffling ihr Debüt „Verlass die Stadt”, das Nico Bleutge in der Süddeutschen Zeitung als „funkelndes kleines Buch” lobte, „das die Welt und die Sprache immer wieder zum Glühen bringt”. Maxime Coton, Jahrgang 1986, lebt in Anderlecht und ist derzeit auf Einladung der Delegation der Französischen Gemeinschaft und der Wallonischen Region zu Gast im LCB. Er arbeitet als Lyriker und Filmemacher und veröffentlichte 2014 den Band „L’imparfait des langues” im Verlag Arbre à paroles. Florian Gantner aus Wien wurde 1980 geboren und veröffentlichte 2012 im laurin Verlag den Roman „Sternschnuppen der Menschheit”. Derzeit arbeitet er an seinem neuen Prosa-Projekt „O.M.”, das sich im Spannungsfeld von Fiktion und Wissenschaft, Literatur und Geschichtsschreibung bewegt. Stefan Sprenger aus Schaan in Liechtenstein beschäftigte sich im Band „Katzengold”, einer Mischung aus Reportage und Erzählung, mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Boden, Geld und Herrschaftsverhältnissen im Fürstentum Liechtenstein. Im LCB arbeitet er an seiner Erzählung „Tschütscher”, aus der er heute liest.

Eintritt frei

Mittwoch
August
20.00 Uhr
12.08.2015

Romane in der Rotunde

Sherko Fatah: „Der letzte Ort”
Moderation: Thomas Geiger

open air!

Sherko Fatah © Tobias Bohm

Niemand in der deutschen Gegenwartsliteratur kann so über Gewalt schreiben wie Sherko Fatah. Sein neuester Roman „Der letzte Ort“ (Luchterhand 2014) spielt irgendwo im Irak, könnte aber auch sonstwo in einem der mittlerweile gar nicht so wenigen anderen failed states angesiedelt sein, in denen ein entfesselter Islam mit seinen Glaubensbrüdern und dem Westen gleichermaßen im Kampf liegt. Im Roman bilden der aus der ehemaligen DDR stammende Albert und sein Übersetzer eine Schicksalsgemeinschaft. Sie werden zusammen Opfer einer Entführung und erleben gemeinsam eine Odyssee durch eine von Gewalt beherrschte Landschaft. Am beklemmensten an „Der letzte Ort“, für den der Autor mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet wurde, aber ist, wie viel man über die oft ausweglos erscheinende Lage im Mittleren Osten hätte wissen können, wenn man sich nur dafür interessiert hätte. An diesem Abend im Rahmen unserer Reihe „Romane in der Rotunde“ geht es um Fragen wie die nach einer Poetologie des Schreibens über Gewalt, über das subkutane Wissen der Literatur und über die Schwierigkeiten miteinander zu sprechen, wenn man aus zwei sehr unterschiedlichen Kulturen kommt.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.
Eintritt 8 € / 5 €
*

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Dienstag
August
20.00 Uhr
18.08.2015

Sprachinstallateur. Ein Abend für Thomas Kling

Mit Nora Gomringer, Ulrike Janssen und Norbert Wehr
Gesprächsleitung: Marcel Beyer

Thomas Kling © Renate von Mangoldt

Am 1. April 2005 verstarb Thomas Kling im Alter von 47 Jahren. Er war, das wusste man bereits damals, einer der einflussreichsten Dichter der deutschsprachigen Literatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er war ein Dichter, der sich sehr früh bewusst war, dass Dichtung nicht zuletzt ein performativer Akt ist. Er erfand für sich den Begriff des „sprachinstallateurs“. Seine Konzentration galt vor allem dem auswendig gesprochenen bzw. abzulesenden Text, den er als seine Partitur begriff. Oder um ihn zu zitieren: „Der Dichter erhebt seine Stimme, bringt die in seinen Texten installierten Klimata erneut zur Sprache und weiß dennoch: weißes rauschen…“ Klings Poetik der Vielstimmigkeit und sein Fokus auf die performativen Möglichkeiten des Gedichts haben die Lyriklandschaft aufgerührt und verändert. Zu seinem 10. Todestag erschien nunmehr, herausgegeben von Norbert Wehr und der Hörfunkautorin und -regisseurin Ulrike Janssen, „Die gebrannte Performance“ (Lilienfeld Verlag). Auf vier CDs und damit auf mehr als vier Stunden reiner Hörzeit, kann man so ausgewählte Auftritte von Thomas Kling nachhören und seine Gedichte lebendig erfahren. Darüber hinaus enthält die sorgfältig edierte CD-Sammlung zwei aussagekräftige Gespräche mit Thomas Kling zu seiner Poetik sowie Texte von ihm und Weggefährten im beigefügten Booklet. An diesem Abend wird „Die gebrannte Performance“ mit Hörproben und im Gespräch mit den Herausgebern Ulrike Janssen und Norbert Wehr sowie der Dichterin und Auftrittspoetin Nora Gomringer vorgestellt. Durch den Abend führt der Lyriker und Freund Thomas Klings Marcel Beyer. Wir bedanken uns bei der Kunststiftung NRW, die nicht nur die Edition großzügig förderte, sondern auch diesen Abend.

Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Donnerstag
August
20.00 Uhr
20.08.2015

Studio LCB
Lesung: Ulrich Peltzer

Gesprächspartner: Ursula März und Kathrin Röggla
Moderation: Hubert Winkels

Ulrich Peltzer © Tobias Bohm

„Angefangen wird Mittendrin“ so überschrieb Ulrich Peltzer seine Frankfurter Poetikvorlesung, die er 2011 gehalten hat. Wenn er das obige Zitat auch als eines aus der Werkstatt meinte, ist das Mittendrin aber auch ein wesentliches Merkmal seines Schreibens. Wer bestimmt in einer Gesellschaft, wo die Mitte ist, wer bestimmt den Diskurs und wie ist das eigentlich mit der Beteiligung des Einzelnen in einer Gesellschaft? Das sind die Fragen, die den Autor Ulrich Peltzer seit seinen ersten Büchern, deren stiller Held auch immer das alte West-Berlin war, sein ganzes Leben als Autor beschäftigt haben. Immer wieder spielen die sechziger und vor allem die siebziger Jahre in seine Bücher hinein. Sein neuer Roman „Das bessere Leben“ nimmt viele der alten Fragen wieder auf, er geht einerseits zurück in die USA zu Zeiten des Vietnamkrieges, andererseits beschreibt er in seinem Roman, wie aus den ehemaligen Revolutionären Manager geworden sind. Manager, die ihre Geschäfte zwischen Mailand, Südamerika und Asien machen. Männer, die am Rande des ökonomischen Absturzes agieren. „Das bessere Leben“ (S. Fischer) ist ein spannungsgeladener philosophischer Roman über die Gegenwart, die ihre Vergangenheit nicht abstreifen kann. Im Studio LCB liest Ulrich Peltzer erstmals aus seinem neuen Roman und diskutiert mit der Kritikerin und Autorin Ursula März sowie mit der aus Salzburg stammenden und schon lange in Berlin lebenden Schriftstellerin Kathrin Röggla.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 29. August 2015, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 € *

DLF

Montag
August
20.00 Uhr
24.08.2015

Die Wehmut des Zeitenwechsels
„Hôtel du Nord” von Eugène Dabit und „Das Salz in der Wunde” von Jean Prévost

Die Übersetzerinnen Patricia Klobusiczky und Julia Schoch in Lesung und Gespräch
Moderation: Thorsten Dönges

Eugène Dabit: Hôtel du Nord

Jean Prévost: Das Salz in der Wunde

Klar und schnörkellos sind diese Übersetzungen zweier großer Romane der französischen Zwischenkriegszeit. Patricia Klobusiczky, eine der renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Englischen und Französischen, hat „Das Salz in der Wunde” von Jean Prévost für den Manesse Verlag erstmals ins Deutsche übertragen. Prévost erzählt die Genese eines Aufsteigers, der das faszinierende Spiegelbild des Angestellten ist – und neben diesem auch eine der mythischen Figuren des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Nicht aber Fleiß, Ehrgeiz und Tugend treiben und begleiten die Karriere von Dieudonné Crouzon, es ist Rachsucht an treulosen Freunden, die ihn treibt: Das eigene Glück wird umgemünzt in eine Demütigung der anderen. Julia Schoch, selbst Schriftstellerin (zuletzt erschien 2012 „Selbstporträt mit Bonaparte”), hat Eugène Dabits ikonischen Parisroman „Hôtel du Nord” für Schöffling & Co. neu übersetzt. Ganz anders als in der allzu seicht geratenen Verfilmung wird ungeschönt das Leben der kleinen Leute, der Habenichtse und Proleten geschildert. Und doch wird das Hôtel du Nord unverhofft ein Ort der Wärme. Zwei Zeugnisse einer französischen Spielart der Neuen Sachlichkeit, deren junge und gefeierte Autoren die Nachkriegszeit leider nicht erlebten, sind nun auf Deutsch zu entdecken.

Eintritt 8 € / 5 € *

Dienstag
August
20.00 Uhr
25.08.2015

Romane in der Rotunde

Nora Bossong: „36,9 Grad”
Moderation: Ursula März

open air!

Nora Bossong © Renate von Mangoldt

Mit kühler Eleganz widmete sich Nora Bossong in ihrem letzten Roman „Gesellschaft mit beschränkter Haftung” (2012) der sich verändernden Unternehmenskultur und spielte dabei mit den Formen des Familienromans. Ihr neuer Roman „36,9 Grad”, der in diesen Tagen im Hanser Verlag erscheint, erzählt zwei Geschichten aus zwei Epochen: die des Gramsci-Forschers Anton Stöver, der in Rom nach einem verschollenen Notizheft des italienischen KP-Gründers sucht und sich dabei in eine junge Frau verliebt. Und sie widmet sich einer Episode aus dem Leben Gramscis selbst: Der gebrechliche Philosoph, der Italien vor der Machtübernahme Mussolinis bewahren soll, verliebt sich während eines Sanatoriumsaufenthalts in der Sowjetunion in die junge Genossin Julia Schucht. Der Roman setzt dabei den Konflikt zwischen den großen Gefühlen für einen Menschen und dem großen Kampf für die ganze Menschheit in Szene. Ursula März führt im Rahmen unserer open-air-Reihe „Romane in der Rotunde” durch den Abend.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Samstag
August
ab 14.30 Uhr
29.08.2015

Das Sommerfest

25 Jahre Rowohlt·Berlin Verlag

 

Friedrich Chritian Delius © Jürgen Bauer

Katerina Poladjan © Christine Fenzl

Herfried Münkler © Tobias Bohm

Kirsten Fuchs © Paul Bokowski

Wolfgang Büscher © Frank Zauritz

Horst Evers © Hans-Georg Gaul

Sommer, Sonne, See und ein Stelldichein des literarischen Lebens sind die Grundlage des größten Literaturfestes in Berlin: Das Sommerfest des LCB feiern wir in diesem Jahr anlässlich seines 25. Geburtstags zusammen mit dem Rowohlt·Berlin Verlag. Als er im bewegten Herbst 1990 gegründet wurde, kurz nach der Wende, knüpfte das Haus Rowohlt damit nach fast einem halben Jahrhundert bewusst an seine Hauptstadttradition an. Für Rowohlt·Berlin sind die «berlinischen Züge», wie Heinrich Maria Ledig-Rowohlt sie verstand, Verpflichtung: «Lebendigkeit, Offenheit und Liberalität». Das Spektrum des Programms, das von Entdeckerfreude und dem Gespür für Neues getragen wird, reicht von Gegenwartsliteratur mit den Schwerpunkten Deutschland und Osteuropa über das politische, historische und erzählende Sachbuch bis hin zu den Hochkomikern nicht nur der Titanic-Schule. An diesem Samstag präsentiert sich der Verlag in seinem ganzen Facettenreichtum. Für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt. Feiern Sie mit Rowohlt·Berlin und dem LCB das Buch und den Sommer!

Eintritt 8 € / 5 € / Kinder frei*

Von 15 bis 19 Uhr gibt es auf der Wiese vor dem Haus ein buntes Programm für Kinder (Spieleparcours, Malatelier etc.).

Einlass ab 14.30 Uhr

15.00 Uhr
Terrasse
Begrüßung
Gunnar Schmidt und Ingo Fessmann
15.30 Uhr
Terrasse
Friedrich Christian Delius liest aus dem unveröffentlichten Roman „Die Liebesgeschichtenerzählerin”
Moderation: Thomas Geiger
16.00 Uhr
Rotunde
Katerina Poladjan: „Vielleicht Marseille”
Moderation: Dirk Knipphals 
16.30 Uhr
Terrasse
„Kriegssplitter. Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert”
Herfried Münkler im Gespräch mit Jens Bisky
17.00 Uhr
Rotunde
Kirsten Fuchs: „Mädchenmeute”
Moderation: Thorsten Dönges
17.30 Uhr
Terrasse
Szczepan Twardoch: „Morphin” und „Drach”
Moderation: Olaf Kühl
18.00 Uhr
Rotunde
Martin Sonneborn und Oliver Maria Schmitt: „Titanic Boygroup Greatest Hits – 20 Jahre Krawall für Deutschland”
18.30 Uhr
Terrasse
„Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild”
Steffen Martus im Gespräch mit Jürgen Kaube
19.00 Uhr
Terrasse
Ulrich Matthes liest aus Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick”. Moderation: Tobias Rüther
19.30 Uhr
Rotunde
Wolfgang Büscher: „Ein Frühling in Jerusalem”
Moderation: Sylke Tempel
20.00 Uhr
Terrasse
Horst Evers: „Wäre ich du, würde ich mich lieben”
Moderation: Robert Skuppin
20.30 Uhr
Terrasse
Markus Berges („Ein langer Brief an September Nowak”) und seine Band Erdmöbel spielen alte und neue Songs

Im Anschluss Tanzvergnügen mit den DJs Markus Berges, Ekki Maas und Robert Skuppin

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KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

Ausstellung

Zeitsprünge – Idee des Sitzens. Fotografien von Renate von Mangoldt

Portale

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