Montag
Februar
20.00 Uhr
08.02.2016

Zwischen Bauch und Kopf: Über die permanente Dialektik des Literaturübersetzens

Öffentliches Abschlussseminar mit Frank Heibert und Studierenden der FU Berlin

Wie verwerten Literaturübersetzer die Informationen aus der Textanalyse und die Impulse des Sprachgefühls? Wie respektieren sie die Vorgaben des Originals, ohne dessen Strukturen einfach auf Deutsch abzuschreiben, wie lösen sie sich vom Original, um im Deutschen anzukommen, ohne dabei übers Ziel hinauszuschießen? Um diese dialektischen Prozesse ging es in dem Seminar, das Frank Heibert als August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessor am Peter-Szondi-Institut der FU Berlin gehalten hat. In der öffentlichen Abschlusssitzung werden die Studierenden vorstellen, welche praktischen Erfahrungen sie in der auswertenden und der übersetzenden Textarbeit gemacht und welches theoretische Verständnis sie vom Literaturübersetzen gewonnen haben. Wer sich für Grundfragen des Literaturübersetzens interessiert, ist herzlich eingeladen.

Eine Veranstaltung des Deutschen Übersetzerfonds in Zusammenarbeit mit dem Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin.
Eintritt frei

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Mittwoch
Februar
19.00 Uhr
10.02.2016

„Das weiße Meer”: Odyssee nach Europa

Panel I: Rasha Abbas (Syrien), Amanda Michalopoulou (Griechenland) und Vladimir Arsenijević (Serbien), Moderation: Anne-Dore Krohn (RBB)
Thomas Geiger im Gespräch mit Assaf Alassaf (Syrien)
Panel II: Zsófia Bán (Ungarn), Aleš Šteger (Slowenien) und Ingo Schulze (Deutschland)
Moderation: Dieter Heß (Bayerischer Rundfunk)

Diese Veranstaltung findet in englischer und deutscher Sprache statt

Rasha Abbas © privat

Amanda Michalopoulou © Dimitris Tsoumplekas

Vladimir Arsenijevic © Nobejsa Babic / Studio Orange

Assaf Alassaf © privat

Zsófia Bán © privat

Aleš Šteger © privat

Ingo Schulze © Johannes Bock

Plakatmotiv

Hunderttausende Geflüchtete haben sich über die sogenannte West-Balkan Route auf den Weg gemacht nach Deutschland. Viele dieser Menschen sind Syrer, die vor den verheerenden Zuständen in ihrem Heimatland fliehen. Die Fluchtbewegungen von der Türkei über das Mittelmeer nach Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn sowie über Kroatien und Slowenien nach Österreich und Deutschland haben dazu geführt, dass Grenzzäune in einem vermeintlich »offenen« Europa wieder Alltag werden – nicht nur an den Außengrenzen Europas, sondern auch innerhalb der Europäischen Union.

Unter dem Titel „Odyssee nach Europa” setzen wir unser gemeinsam mit der Allianz Kulturstiftung entwickeltes Projekt „Das weiße Meer” fort. Sechs Autoren und Autorinnen wurden gebeten, ihre ganz persönliche Sicht auf das Drama der Massenflucht nach und durch Europa in einem kurzen Statement zu schildern: Rasha Abbas aus Syrien, Amanda Michalopoulou aus Griechenland, Vladimir Arsenijevic aus Serbien, Zsófia Bán aus Ungarn, Aleš Šteger aus Slowenien und Ingo Schulze aus Berlin. Diese Texte werden als Gesprächsgrundlage die Podiumsdiskussionen einleiten.

Ein Gespräch führen wir mit Assaf Alassaf, dem ersten mit dem »Weißen-Meer-Stipendium« für bedrohte Autoren und Künstler aus dem Mittelmeerraum ausgezeichnete Schriftsteller. Anliegen dieses Stipendiums der Allianz Kulturstiftung ist es, geflüchtete Autorinnen und Autoren aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten zu würdigen und durch ein Residenzstipendium im LCB oder auf Schloss Solitude bei der Integration in Deutschland zu unterstützen.

Download: Flyer

In Zusammenarbeit mit der Allianz Kulturstiftung.
Eintritt frei

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Donnerstag
Februar
20.00 Uhr
18.02.2016

Franz Kafka: Betrachtung
Vernissage mit Jan Peter Tripp und Friederike Roth

Moderation: Ralph Schock

 

Franz Kafka: Betrachtung | Jan Peter Tripp · Radierungen | Ausstellung 18. Februar – 29. April 2016

Jan Peter Tripp hat sein malerisches und grafisches Werk kontinuierlich in Nachbarschaft zur Literatur entwickelt. Zeugnis davon gibt nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit seinem Jugendfreund W.G. Sebald (u.a. der gemeinsame Band „Unerzählt“, 2003) oder auch mit Hans Magnus Enzensberger („Blauwärts – Ein Ausflug zu dritt“, 2013). Nun hat Jan Peter Tripp Radierungen zu Kafkas früher Kurzprosasammlung „Betrachtung“ geschaffen, die gemeinsam mit den Texten zum ersten Mal im LCB zu sehen sind und im Verlag The Bear Press als Buch erscheinen. Günter Kunert schreibt im Nachwort der Ausgabe: „Äußeres wird [bei Kafka] zum Ausdruck des diffusen Ich und rückt in den Vordergrund: Kleiderfalten, die Frisur, das ‚Hinfahren des kleinen Fingers über die Augenbrauen‘, von ‚Kistennägeln zerkratzte Stiefel‘ […]. Plötzlich bestimmen die Dinge unser Sein, unsere Empfindungen, als wären wir ihresgleichen oder hätten sie unwillentlich belebt, wie durch einen Zauberspruch, und nun redeten sie mit uns und zeigten uns ihre Macht über uns.“ Zur Vernissage spricht Jan Peter Tripp mit der Autorin Friederike Roth, von der zuletzt der Band „Abendlandnovelle“ (2010) erschien. Es moderiert Ralph Schock, Kulturredakteur bei SR 2 KulturRadio.

Eintritt 8 € / 5 €*

Montag
Februar
20.00 Uhr
22.02.2016

Princeton 66. Die abenteuerliche Reise der Gruppe 47

Lesung und Gespräch: Jörg Magenau
Gesprächspartner: Michael Kumpfmüller

 

Gruppe 47 © Renate von Mangoldt

Jörg Magenau entwirft ein kulturgeschichtliches Panorama über das Gastspiel der Gruppe 47 in Princeton. Vor fünfzig Jahren, im April 1966, während in Vietnam der Krieg tobt, machen sich achtzig der wichtigsten deutschsprachigen Schriftsteller und Kritiker auf, um an der amerikanischen Ostküste über Literatur zu diskutieren. Unter den Schriftstellern Günter Grass, Sigfried Lenz, Gabriele Wohmann, Helga M. Novak, Hans Magnus Enzensberger und Erich Fried. Unter den Kritikern Hans Mayer, Walter Höllerer, Joachim Kaiser, Reinhard Baumgart und Marcel Reich-Ranicki. Die Regeln sind denkbar einfach: Eine Lesung dauert nicht länger als zwanzig Minuten, anschließend Diskussion über das Gehörte. Dann die Wortmeldung eines pilzköpfigen, nahezu schüchternen Mannes, der den Anwesenden »Beschreibungsimpotenz« vorwirft: Über Nacht wurde Peter Handke zum Jungstar der Literatur – und es war nicht zuletzt diese grundsätzliche Kritik, die dazu führte, dass es nur mehr zu einem letzten Treffen der Gruppe 47 kommen sollte. Über dieses besondere Wochenende im Jahr 1966 spricht Jörg Magenau mit Michael Kumpfmüller, von dem in diesem Frühjahr der Roman „Die Erziehung des Mannes” erscheint.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
24.02.2016

Im Kopf von Clemens Setz

Clemens J. Setz durchstreift mit Kathrin Passig seinen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Reisebegleitung: Paul Jandl

Clemens Setz © Hans Hochstöger / Agentur FOCUS / Suhrkamp Verlag

„Es gibt mehr Dinge zwischen Mensch und Mensch als zwischen Himmel und Hölle“, heißt es in Clemens J. Setz‘ neuem Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Von den trivialsten Zumutungen des Menschlichen erzählt dieser Koloss eines Buchs, von Liebe und Stalking, von Freaks und Nerds und vor allem von den Verschleifungen des modernen Ichs. Der Roman berichtet aus einem betreuten Wohnheim, wo der zarte Wahnsinn selbst beim Personal Methode hat, er zeigt, dass die Übergänge zwischen gesteigerter Wahrnehmungsfähigkeit und Krankheit ebenso fließend sein können wie die zwischen Realität und virtueller Welt. Die Veranstaltung unternimmt eine Reise durch den Kosmos eines der faszinierendsten und verstörendsten Romane der letzten Zeit, eine Reise durch den Kosmos von Clemens J. Setz. An zwei Orten im Saal des LCB, einander nah und doch wie von fern, werden Clemens J. Setz und Kathrin Passig im Schein ihrer Laptops aus dem Buch lesen. Die beiden kongenialen Kenner menschlicher Abgründe und digitaler Welt werden über das Gelesene reden, über Synästhesie und Glitches, über Non-Seq-Talks und über „her majesty the total fucking weirdness“ in „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Clemens J. Setz, 1982 in Graz geboren, hat mit seinen Romanen „Söhne und Planeten“, „Die Frequenzen“ und „Indigo“ Furore gemacht. Für den Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ bekam er 2011 den Preis der Leipziger Buchmesse. Kathrin Passig, Bachmannpreisträgerin des Jahres 2006, ist 1970 in Deggendorf geboren. Sie ist Autorin, Journalistin, Bloggerin und Technikexpertin.

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
Februar
20.00 Uhr
25.02.2016

Studio LCB
Lesung: Thea Dorn

Gesprächspartner: Felicitas Hoppe und Wolf Singer
Moderation: Denis Scheck

Thea Dorn © Karin Rocholl

Die aktuelle Weltrekordhalterin ist Französin: Jeanne Calment wurde 122 Jahre und 164 Tage alt. Der älteste Mann der Welt ist zur Zeit der Japaner Jiroemon Kimura, der es auf 116 Jahre und 54 Tage brachte. „Who wants to live forever?” fragt Thea Dorn mit Freddy Mercury in ihrem neuen Roman „Die Unglückseligen” (Knaus Verlag), in dem die Molekularbiologin Johanna Mawet der Unsterblichkeit auf der Spur ist. Eine Begegnung in der US-amerikanischen Gegenwart des Ostküstenstädtchens Dark Harbor mit dem am 16. Dezember 1776 in Samnitz bei Haynau in Schlesien geborenen Physiker Johann Wilhelm Ritter löst in Johanna Mawet den Verdacht aus, dass andere vor ihr das Geheimnis des Siegs über den Tod gelüftet haben. Was Wunder, dass bald auch der Teufel in die Story von „Die Unglückseligen“ eingreift und sich mit dem Satz einführt: „Vergessen Sie, bitte, alles, was Sie über mich zu wissen glauben – alles!”. „Die Unglückseligen” ist ein Paukenschlag in der deutschen Gegenwartsliteratur dieses Frühjahrs. Im Studio LCB trifft Thea Dorn die Schriftstellerin Felicitas Hoppe und den Hirnforscher Wolf Singer, liest aus ihrem neuen Roman und diskutiert mit ihnen über Literatur und Leben, Tod und Unsterblichkeit.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. Februar 2016, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €*

DLF

Montag
Februar
20.00 Uhr
29.02.2016

Auf Wiedervorlage:
Marcel Proust, Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Der Proust-Übersetzer Bernd-Jürgen Fischer im Gespräch mit Norbert Miller und Andreas Platthaus

Marcel Proust

„Die Lufthoheit über Proust ist gefährdet!” übertitelte die FAZ Wolfgang Schneiders Rezension von Prousts „Im Schatten junger Mädchenblüte” in der neuen Übersetzung von Bernd-Jürgen Fischer. Der deutsche Proust ist seit vielen Jahren gleichbedeutend mit der einzigen, in den fünfziger Jahren bei Suhrkamp erschienenen Gesamtübersetzung durch Eva Rechel-Mertens und der von Luzius Keller revidierten Fassung aus den neunziger Jahren („Frankfurter Ausgabe”). Mit dem Berliner Autor und Linguisten Bernd-Jürgen Fischer hat sich nun ein Seiteneinsteiger an das Projekt einer kompletten Neuübersetzung gemacht. Eine herkulische Aufgabe, nicht nur wegen des puren Umfangs: der unerhörte Nuancenreichtum dieser Prosa mit ihren unterschiedlichen Tonfällen, Figurenreden, Beschreibungen und den für Proust so typischen Satzkaskaden verlangen nach Lösungen, die die Möglichkeiten des Deutschen bis an die Grenzen ausreizen. „Ich war sehr vertraut mit der Übersetzung von Rechel-Mertens und eigentlich auch immer zufrieden damit, bis ich mich dann schließlich mal an den französischen Text gewagt habe, und da schlug mir irgendwie eine ganz andere Stimme ans Ohr, die mir auch mehr entgegenkam, nüchtern, klar konturiert und freundlich amüsiert. Diese andere Stimme wollte ich gern zu Gehör bringen.” Bis zu Band 5, „Die Gefangene”, ist Fischers Fassung der „Recherche” mittlerweile vorangeschritten, das Erscheinen von Band 6 „Die Entflohene” kündigt der Reclam Verlag für Mai 2016 an. Zeit für eine Zwischenbilanz mit dem Kritiker Andreas Platthaus, Literaturredakteur der FAZ, und dem Berliner Philologen Norbert Miller.

Eintritt 8 € / 5 €*

KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

Ausstellungen

Birgit Weyhe: Madgermanes. Ausstellung im LCB 30.11.2015 - 12.02.2016

Birgit Weyhe: Madgermanes. Ausstellung im LCB 30.11.2015 - 12.02.2016

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