Donnerstag
April
20.00 Uhr
16.04.2015

Finissage der Autorenwerkstatt 2014
Mit Malte Borsdorf, Thomas Dörschel, Paula Fürstenberg, Nikolas Hoppe, Sarah Iwanowski, Yulia Marfutova, Christian Schulteisz, Matthias van den Höfel und Senthuran Varatharajah

Moderation: Inka Parei und Thorsten Dönges

Autorenwerkstatt 2014 © Tobias Bohm

Neun Autorinnen und Autoren nahmen im Herbst 2014 an unserer Autorenwerkstatt Prosa teil, die erstmals von der Schriftstellerin Inka Parei geleitet wurde. Auf der Leipziger Buchmesse sind die Autorinnen und Autoren bereits aufgetreten, nun kommt die Gruppe nochmals im LCB zusammen, um Auszüge aus den Projekten vorzustellen, die in der Autorenwerkstatt diskutiert wurden. Senthuran Varatharajah lässt uns an einem Gespräch im virtuellen Raum teilhaben, in dem sich zwei Stimmen zu einem Briefroman unserer Zeit vereinen. Christian Schulteisz begibt sich mit den rasantesten Mitteln der Literatur auf die Spur des Exzentrikers Jürgen von der Wense, Yulia Marfutovas Text erzählt vom magisch entrückten Leben an einem Fluss in den Weiten Russlands. Die Figuren in Sarah Iwanowskis zurückhaltend, aber sehr präzise und mit großer Lebensklugheit gearbeiteten Erzählungen agieren im Spannungsfeld von Nähe und Distanz, Nikolas Hoppes Roman erzählt komisch, traurig, turbulent vom Alltag in einem Waisenhaus in Uganda. Eine Kindheit mit allen ihr zugehörigen Merkwürdigkeiten wird von Matthias van den Höfel rekonstruiert, die Geschichte einer Familie in einem Staat, den es nicht mehr gibt und der dennoch die Gegenwart prägt, erzählt Paula Fürstenberg. Mit den unberechenbaren Figuren in Thomas Dörschels Erzählungen erleben wir Alltag und träumen von neuen Leben; und wir erleben in Malte Borsdorfs Roman die Sturmflut 1962 zwischen Hamburg und der Insel Wilhelmsburg.

Eintritt frei

Dienstag
April
20.00 Uhr
21.04.2015

Über das Wetter reden
Lesung: Peter Bichsel

Moderation: Andreas Isenschmid

Peter Bichsel © Renate von Mangoldt

Peter Bichsel, dem das Literarische Colloquium seit der Werkstatt „Prosaschreiben” im Jahre 1964 verbunden ist und der im März 80 Jahre alt wird, ist mit seinem neuesten Band „Über das Wetter reden” (Suhrkamp) zu Gast, Kolumnen aus den Jahren 2012–2015. Über das Wetter reden, also über irgendetwas. Verstanden werden, und sei es von einem, der gar nicht meine Sprache spricht. Peter Bichsels Kolumnen kommen mit jedem ins Gespräch, denn seine Kunst des Erzählens beschäftigt sich mit allem Möglichen: Jahreszeit und Wetter, Sport- und politischen Ereignissen – immer aber mit Menschen, mit Geschichten von Fremden und Freunden. Der Erzähler meint und meldet Zweifel an, auch an der eigenen Meinung. Er zielt auf eine Aussage, indem er abkommt vom Weg, hinübergleitet zu einem anderen Gegenstand, abbricht, um in einer Schlussvolte doch wieder anzuknüpfen. Dauernd sind sie in Bewegung, seine Kolumnen, das hält uns wach; wir reagieren angeregt; wir fühlen uns gut unterhalten. „Wer in hundert Jahren seine Bücher liest, wird ... einem polyphonen Klanggefüge aus tausend namenlosen Stimmen der heutigen Schweiz begegnen. Diese Stimmen flüstern, reden, lärmen, hauchen und brummen durcheinander. Dennoch ist jede einzelne trennscharf zu hören, und hinter ihr erscheint ein lebendiges Menschengesicht” (Peter von Matt). Im Anschluss lädt die Schweizer Botschaft zu einem kleinen Empfang.

Eintritt 8 € / 5 € *
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia.

Mittwoch
April
20.00 Uhr
22.04.2015

Studio LCB
Lesung: Wolf Schneider

Gesprächspartner: Dieter Thomä und Walter Wüllenweber
Moderation: Maike Albath

Wolf Schneider © Ullstein Bild – P/F/H

Es war einen Tag vor Kriegsende, als sich der Unteroffizier Wolf Schneider aus Angst vor Vergeltung an einem holländischen Teich fast erschossen hätte. Am Ende kam es dann doch anders, und der Zwanzigjährige warf seine Pistole ins Wasser. Einige Jahre später gestaltete er den Aufbau einer neuen, demokratischen Presse mit, traf Leute wie Konrad Adenauer, Richard Nixon oder Gina Lollobrigida, ging für die Süddeutsche Zeitung nach Washington, war Verlagsleiter des Stern, Chefredakteur der Welt, stritt mit Henry Nannen und Axel Springer, moderierte die NDR-Talkshow, leitete 16 Jahre lang die Hamburger Journalistenschule und verfasste eine Fülle von Sachbüchern. Immer wieder trieb ihn die deutsche Sprache um. Wie es dazu kam, dass ausgerechnet ein Stotterer, dem der Vater mit unorthodoxen Methoden auf die Sprünge half, Generationen von Journalisten gutes Deutsch beibrachte, erzählt Wolf Schneider in seiner Autobiographie „Hottentotten Stottertrottel”. Wolf Schneider, der in diesem Jahr neunzig wird, diskutiert mit seinen ehemaligen Schülern Dieter Thomä, Professor für Philosophie an der Uni St. Gallen, und Walter Wüllenweber, Journalist beim „Stern”, über seine Lebenserinnerungen.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. April 2015, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 € *

DLF

Freitag
April
10.00 - 18.00
24.04.2015

Step-Text. Zeitgenössischer Tanz und Literatur
Öffentliches Symposium

Konzeption: Gabriele Brandstetter, Sigrid Gareis und Florian Höllerer

Das Projekt Step-Text, das wir gemeinsam mit dem Zentrum für Bewegungsforschung (ZfB) der Freien Universität Berlin ausrichten, ist eine Plattform für den Austausch von zeitgenössischen Autoren und Choreographen, von Literatur und Tanz: mit Deufert & Plischke, Philipp Enders, Philipp Gehmacher, Händl Klaus, Martina Hefter, Anne Juren, Thomas Meinecke, Monika Rinck, Jochen Roller und Silke Scheuermann. im Vordergrund stehen Fragen zur literarischen Darstellbarkeit von Flüchtigkeit und Dynamik sowie die Auseinandersetzung mit den "Unbestimmtheiten" von Wort und Körper. Im interdisziplinären Dialog wird das mögliche Miteinander von körperbasierten Arbeitsformen und Textproduktion in der zeitgenössischen Bühnenpraxis ausgelotet. Im Juli ist eine Präsentation der Ergebnisse in Haus und Garten des LCB geplant. Im Rahmen des heutigen Symposiums stehen eine Einführung von Gabriele Brandstetter (ZfB) sowie wissenschaftliche Vorträge und Diskussionen mit Franz Anton Cramer (Paris), Alice Godfroy (Strasbourg), Krassimira Kruschkova (Wien), Lucia Ruprecht (Cambridge), Katharina Teutsch (Berlin) und Christina Thurner (Bern) im LCB auf dem Programm. Den Ablauf mit allen Beiträgen und Uhrzeiten finden Sie unter www.lcb.de.

Eintritt frei
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bewegungsforschung der FU Berlin. Unterstützt vom Hauptstadtkulturfonds.

Wolf Schneider © Ullstein Bild – P/F/H

FU

DLF

Montag
April
20.00 Uhr
27.04.2015

Auf Wiedervorlage
Dantes „Göttliche Komödie”. Gespräch und Lesung mit Sibylle Lewitscharoff und Jürgen Trabant

Moderation: Maike Albath

Sibylle Lewitscharoff © Tobias Bohm

Balzacs „Verlorene Illusionen”, über die im Dezember Hans Ulrich Gumbrecht und Melanie Walz ins Gespräch kamen, waren der Auftakt der Reihe „Auf Wiedervorlage”. Diese setzt sich nun fort mit Dantes „Göttlicher Komödie“ – sie bildet den Ausgangspunkt von Sibylle Lewitscharoffs kommendem Roman, in den wir an diesem Abend schon erste Einblicke erhalten: Die „Divina Commedia” hat weltweit eine ungeheure Zahl an Übersetzungen hervorgerufen, insbesondere im Deutschen. In Rom, bei den Maltesern, an hochgestimmtem Ort auf dem aventinischen Hügel, versammeln sich Danteforscher aus verschiedenen Ländern zu einem Kongress. Und dort, zu Pfingsten 2013, ereignet sich ein neues Wunder, nicht zuletzt ein Sprachwunder… Gesprächspartner des Abends ist der Romanist und Sprachwissenschaftler Jürgen Trabant, Emeritus der FU Berlin und Professor für „European Plurilinguism“ an der Jacobs-University. Seit jeher ein Dante-Leser, betrachtet er den florentinischen Dichter aus sprachphilosophischer Perspektive. Denn Dante verbindet lateinische Gelehrsamkeit und volkssprachliche Dichtung, er schrieb sowohl auf Lateinisch als auch auf Italienisch. Dass er sich mit seiner „Göttlichen Komödie” in der Volkssprache an eine neue städtische Leserschaft richtete, war ein Wagnis, das er durch eine Theorie der Volkssprache rechtfertigen musste. Das Gespräch moderiert die Italianistin und Literaturkritikerin Maike Albath.

Eintritt 8 € / 5 € *
In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut.

Mittwoch
April
20.00 Uhr
29.04.2015

Die Sprache führt, wohin sie will
Ein Abend mit Olga Martynowa und Oleg Jurjew

Moderation: Paul Jandl

Olga Martynowa © Tobias Bohm

Oleg Jurjew © Tobias Bohm

„Selig die Zeiten der Romantik, in der die Dichter stolze Heimatlose waren und ihre Pässe aus dem Reich der Sprache. Wenn es einst einen universalistischen Begriff des Schreibens gab, so schafft der Begriff der ‚Migrantenliteratur‘ heute einen Bekenntniszwang, der allem dem nicht gerecht werden kann, was diese beiden Schriftsteller ausmacht.“ (Paul Jandl) – Olga Martynova und Oleg Jurjew sind vor fast fünfundzwanzig Jahren gemeinsam aus dem russischen Leningrad nach Frankfurt am Main übergesiedelt, und ihr Kosmos ist so weitläufig, dass sich darin mindestens zwei Kulturen finden, dass es ein glückliches poetisches Nebeneinander der Wörter und der Geografien gibt, ein Übersetzen nicht nur im wörtlichen, sondern auch im emphatischen Sinn: Wer schreibt, ist immer auch selbst unterwegs. Von ihrer Lebensreise durch Sprachen, Länder und literarische Genres, von der Leningrader Bohème und dem Frankfurter Ostend erzählen Olga Martynova und Oleg Jurjew in einer Auswahl aus ihren Texten und im Gespräch. Von Oleg Jurjew erschien 2014 auf Deutsch der Roman „Halbinsel Judatin”, übersetzt von Elke Erb und Sergej Gladkich, von Olga Martynova 2013 der Roman „Mörikes Schlüsselbein“. Im Februar wurde Martynova der Berliner Literaturpreis verliehen. Damit verbunden ist die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik, zu der sie am folgenden Tag an der FU ihre Antrittsvorlesung hält.

Eintritt 8 € / 5 € *
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.

Logo

KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

Ausstellung

Portale

litport.de

lesungen.net

Zeitschrift

Spritz

Projekte

Übersetztercolloquium

Übersetztercolloquium

Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

PETRA

borderlands