Freitag
Juni
20.00 Uhr
21.06.2013

Zeig mir Deinen Dämon!

Podiumsgespräch zum Schriftstellertreffen „Ein Tunnel über der Spree” 2013 mit den Moderatorinnen Jutta Person, Wiebke Porombka und Katharina Teutsch sowie teilnehmenden Autorinnen und Autoren

 

Die Spielarten und Interpretationen, die der Begriff des Dämons im Wandel von Kulturgeschichte und Religionen genommen hat, sind schillernd und widersprüchlich. Von Dämonen wird man besessen, verfolgt, manchmal auch gerettet und wieder auf den rechten Weg gebracht – so, als persönlichen Schutzgeist, als innere, weise Stimme göttlichen Ursprungs verstand Sokrates den „Daimon“. Dass die Literatur ohne Dämonen nicht auskommt, nicht auskommen kann und schon gar nicht auskommen soll, liegt jedenfalls auf der Hand. Und deswegen haben wir gemeinsam mit drei Literaturkritikerinnen die Schriftsteller Judith Schalansky, Sven Hillenkamp, Jan Wagner, Teresa Präauer, David Wagner, Aris Fioretos, Monique Schwitter, Thomas von Steinaecker, Lukas Bärfuss, Kathrin Schmidt, Nico Bleutge, Tilman Rammstedt, Gunther Geltinger, Ann Cotten, Ulrike Draesner, Terézia Mora, Peter Weber, Benjamin Maack und Angelika Meier eingeladen, am 20. und 21. Juni im Rahmen des diesjährigen Schriftstellertreffen „Ein Tunnel über der Spree” über die Dämonen zu diskutieren, die ihre Arbeit als Autorinnen und Autoren prägen.

Eintritt 6 € / 4 € *

Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Mittwoch
Juni
20.00 Uhr
26.06.2013

Studio LCB
Lesung: Sabine Peters

Gesprächspartner: Jörg Magenau und Michael Braun
Moderation: Denis Scheck

Sabine Peters © Jutta Schwöbel

Sabine Peters neuer Roman „Narrengarten“ (Wallstein Verlag) ist die jüngste Fortsetzung eines faszinierenden Romanprojekts, das die Autorin mit ihrem Debut „Der Stachel am Kopf“ 1990 begonnen und über Jahrzehnte bis in die Gegenwart in Büchern wie „Abschied“ (2003) und „Feuerfreund“ (2010) vorangetrieben hat, eines Erzählens, das im Autobiographischen seinen Ausgang nimmt, diesen engen Raum aber rasch verlässt und ins Offene der Schilderung einer Gesellschaft im Wandel strebt. Aus den Erzählungen um das Schriftstellerpaar Marie und Rupert und einem facettenreichen Figurentableau aus dessen  großem Verwandten- und Bekanntenkreis ergibt sich nicht nur eine Chronik der deutschen Gegenwart, sondern im vielfältigen Reigen der Erzählerstimmen ein Fragen nach utopischen Entwicklungslinien, eine Bilanz der politischen Hoffnungen in der Bundesrepublik, ein Beharren auf die Macht der Poesie in einer entzauberten Wirklichkeit. Sabine Peters wird im „Studio LCB” mit den Literaturkritikern Jörg Magenau und Michael Braun darüber diskutieren, wie aus Leben Literatur wird oder wie viel politisches Engagement ein Roman verträgt.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 29. Juni 2013, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/
Eintritt 6 € / 4 € *

DLF

Donnerstag
Juni
20.00 Uhr
27.06.2013

Ach zum Teufel die Bilanzen!
Verleger im Gespräch

Elisabeth Ruge (Hanser Berlin) und Andreas Rötzer (Matthes&Seitz) im Gespräch mit Martin Lüdke

Andreas Rötzer © Tobias Bohm

Das Verlegen von Büchern ist seit je ein schwieriges Gewerbe. Einerseits muss man mit dem Mainstream mitschwimmen, andererseits das Kommende, ja das Bleibende frühzeitig erkennen und nicht zuletzt Vergessenes wiederentdecken. Und als wäre das nicht alles schon kompliziert genug, soll sich das auch noch rechnen. Und um noch eins draufzusetzen, stellt die digitale Revolution sowohl im Verhältnis zwischen Verlag und Autor, als auch im Verhältnis zwischen Verlag und Handel eine riesige Herausforderung dar. Unser Jubiläumsprogramm nimmt daher unsere Reihe aus den neunziger Jahren 'Ach zum Teufel die Bilanzen - Verleger im Gespräch' wieder auf. Den Anfang machen die Verlegerin von Hanser Berlin, Elisabeth Ruge, und der Matthes & Seitz-Chef Andreas Roetzer. Elisabeth Ruge hat Erfahrungen mit größeren und sehr großen Häusern von S. Fischer bis Random House; Andreas Rötzer hat gezeigt, wie man als aufmerksamer Verleger mit einem kleinen Verlag ein sorgfältiges Wissenschafts- und Literaturprogramm etablieren kann. Wie schon früher moderiert der Frankfurter Literaturkritiker und Kenner der Verlagsszene Martin Lüdke die Gespräche.

Eintritt 6 € / 4 € *

Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Freitag
Juni
20.00 Uhr
28.06.2013

„Grenzgänger“ – Auf Reisen in Mittel- und Osteuropa oder Nordafrika
Mit Irina Liebmann und Tinatin Gurchiani

Moderatoren: Gemma Pörzgen und Thomas Martin Salb

Irina Liebmann © Tobias Bohm

Tinatin Gurchiani

Das Grenzgänger-Programm existiert mittlerweile im zehnten Jahr. Insgesamt 215 Schriftsteller, Filmemacher, Hörfunkautoren und Fotografen erhielten bisher Reisestipendien und recherchierten in Mittel- und Osteuropa oder Nordafrika. Heute stellen wir Neuerscheinungen aus Literatur und Film vor. In ihrer Erzählung „Drei Schritte nach Russland“ (Berlin Verlag) beschäftigt sich Irina Liebmann mit dem Land, in dem sie geboren wurde und versucht herauszufinden, ob ihr Bild von der Sowjetunion und das des heutigen Russlands sich vereinbaren lassen. Auch die georgische Regisseurin Tinatin Gurchiani begab sich in ihr Heimatland. Der Dokumentarfilm „The Machine Which Makes Everything Disappear“ entwickelte sich aus einem Film-Casting, zu dem junge Georgier eingeladen wurden, um vor der Kamera ihre Geschichten zu erzählen. Der Film zeigt die unterschiedlichsten Orte und Menschen Georgiens und erzählt dabei, wie schön das Leben sein kann und wie schwierig, wenn man davon träumt, ein Held zu sein. Durch den Abend führen die Journalistin Gemma Pörzgen und Thomas M. Salb, Leiter der Programmkoordination bei ARTE Deutschland.

Eine gemeinsame Veranstaltung des LCB und der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Förderprogramms Grenzgänger.
Eintritt frei

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Montag
Juli
20.00 Uhr
01.07.2013

Hausgäste

Teresa Präauer, Sandrine Fabbri und Nir Baram in Lesung und Gespräch

Teresa Präauer © Lev Ledit

Sandrine Fabbri © Lenos Verlag

Zu einem Abend mit dreien unserer Hausgäste dieses Sommers laden wir herzlich ein. Die Schriftstellerin und Übersetzerin Sandrine Fabbri aus Genf hat lange als Journalistin gearbeitet. Sie schreibt sowohl in französischer als auch in deutscher Sprache. Ihr Roman „Noras Mails“ (Lenos Verlag 2012) erzählt von der jungen Nora, die in Zürich und Paris ein ausschweifendes Leben führt und ihre Ängste durch Schreiben, Sex und Wodka zu bannen sucht. Nir Baram aus Jerusalem gibt uns mit seinem Roman „Gute Leute“ (aus dem Hebräischen von Markus Lemke, Hanser Verlag 2012) eine Idee davon, wie durch Ehrgeiz und die blinde Fixierung auf das eigene Fortkommen die Moral über den Haufen geworfen werden kann und die sprichwörtlichen braven Leute durch ihr unbedarftes Handeln verbrecherische Regimes unterstützen. Teresa Präauer aus Wien liest aus ihrem traumtänzerischen Debüt-Roman „An den Herrscher aus Übersee“ (Wallstein Verlag), für den sie im vergangenen Jahr mit dem Aspekte-Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Eintritt frei

Montag
Juli
20.00 Uhr
02.07.2013

Studio LCB
Lesung: Terézia Mora

Gesprächspartner: Lídia Nádori und Klaus Siblewski
Moderation: Maike Albath

Terézia Mora © Peter von Felbert

Da ist er wieder, Darius Kopp, ein gutmütiger Informatiker mit einer Neigung zum Chaos, Mitte vierzig, jahrelang beruflich erfolgreich und verheiratet mit Flora. Doch nun ist seine Existenz ins Rutschen gekommen: sein Job ist weg, seine Frau auch. Schon in ihrem letzten Roman „Der einzige Mann auf dem Kontinent” (2009) hatte die ungarisch-deutsche Schriftstellerin Terézia Mora von Darius Kopp erzählt und die neokapitalistische Arbeitswelt mit ihren Unwägbarkeiten unter die Lupe genommen. In ihrem neuen Buch „Ungeheuer” droht ihr Held endgültig an den Verhältnissen zu zerbrechen. Seine Frau Flora ist nämlich nicht einfach nur verschwunden, sondern hat sich das Leben genommen. Darius tritt eine Reise in Floras Heimatland Ungarn an und kommt den Ängsten seiner Frau nach und nach auf die Spur. Mora, 1971 in Sopron/ Ungarn geboren, debütierte 1999 mit dem Erzählungsband „Seltsame Materie”. In ihrem ersten Roman „Alle Tage” (2004) stand ein weltfremder Übersetzer vom kriegsversehrten Balkan im Mittelpunkt. Terézia Mora, die selbst zu den bedeutendsten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen zählt, legt in ihren literarischen Texten sprachlich packende Inbesitznahmen der deutschen Wirklichkeit vor. Mit ihrem Lektor Klaus Siblewski und ihrer ungarischen Übersetzerin Lídia Nádori diskutiert sie über ästhetische Herausforderungen und das Leben zwischen zwei Sprachen.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. Juli 2013, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/
Eintritt 6 € / 4 € *

DLF

Dienstag
Juli
20.00 Uhr
09.07.2013

Ein Gedicht und sein Autor (1)
Lesung: Jürgen Becker und Marcel Beyer

Moderation: Sabine Küchler

Jürgen Becker © Tobias Bohm

Marcel Beyer © Tobias Bohm

Unser fünfzigjähriges Jubiläum ist uns Anlass, literarische Reihen aus der Geschichte des LCB wieder aufzunehmen. Mittlerweile legendär ist die Reihe „Ein Gedicht und sein Autor“, die im Winter 1966/1967 zum ersten Mal über die Bühne ging. Damals waren internationale Lyriker und Übersetzer eingeladen wie Zbigniew Herbert, Lars Gustafsson oder Robert Creeley, um ihre Gedichte vorzustellen und über ihre Poetik zu sprechen. In der Wiederaufnahme laden wir jeweils zwei Dichterinnen oder Dichter aus verschiedenen Generationen dazu ein, aus ihrem Werk zu lesen und über das Schreiben von Gedichten zu sprechen. Die Moderation übernimmt die Lyrikerin Sabine Küchler aus Köln, die beim Deutschlandfunk als Featureredakteurin tätig ist. Den Anfang machen Jürgen Becker (Jahrgang 1932) und Marcel Beyer (Jahrgang 1965).

Eintritt 6 € / 4 € *

Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Donnerstag
Juli
20.00 Uhr
11.07.2013

Ach zum Teufel die Bilanzen! Verleger im Gespräch

Helge Malchow (Kiepenheuer & Witsch Verlag) und Jörg Sundermeier (Verbrecher Verlag) im Gespräch mit Martin Lüdke

Das Verlegen von Büchern ist seit je ein schwieriges Gewerbe. Einerseits muss man mit dem Mainstream mitschwimmen, andererseits das Kommende, ja das Bleibende frühzeitig erkennen und nicht zuletzt Vergessenes wiederentdecken. Und als wäre das nicht alles schon kompliziert genug, soll sich das auch noch rechnen. Und um noch eins draufzusetzen, stellt die digitale Revolution sowohl im Verhältnis zwischen Verlag und Autor, als auch im Verhältnis zwischen Verlag und Handel eine riesige Herausforderung dar. Unser Jubiläumsprogramm nimmt daher unsere Reihe aus den neunziger Jahren "Ach zum Teufel die Bilanzen - Verleger im Gespräch" wieder auf. Am zweiten Abend unserer Reihe stehen Helge Malchow, Verleger von Kiepenheuer & Witsch, und Jörg Sundermeier vom Berliner Verbrecher Verlag Rede und Antwort. Kiepenheuer & Witsch ist ein traditionsreiches Haus das Autoren wie Gabriel Gárcia Márquez, Heinrich Böll  oder Don DeLillo verlegt aber immer auch Debütanten im Programm hat. Jörg Sundermeiers Verbrecher Verlag setzt auch auf Debütanten, fällt aber immer wieder auch durch Trouvaillen wie Erich Mühsams Tagebücher auf. Den Abend moderiert der Frankfurter Literaturkritiker und Kenner der Verlagsszene Martin Lüdke.

Eintritt 6 € / 4 € *

Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Mittwoch
Juli
20.00 Uhr
17.07.2013

Ein Gedicht und sein Autor (2)
Lesung: Karin Kiwus und Jan Wagner

Moderation: Sabine Küchler

Jan Wagner © Tobias Bohm

Am zweiten Abend unserer wieder aufgenommenen Reihe „Ein Gedicht und sein Autor“ stellt Sabine Küchler zwei Berliner Lyriker vor: Karin Kiwus und Jan Wagner. Karin Kiwus leitete viele Jahre die Abteilung Literatur der Akademie der Künste. Sie debütierte 1976 zur Hochzeit der „Neuen Subjektivität“ mit dem Gedichtband  „Von beiden Seiten der Gegenwart“, ihr bislang letzter Lyrikband „Nach dem Leben“ erschien 2006 im Suhrkamp Verlag. Jan Wagner, geb. 1971 in Hamburg, ist einer der profiliertesten Dichter der mittleren Generation. Wagner publizierte bisher fünf Gedichtbände, zuletzt „Die Eulenhasser in den Hallenhäusern“ (Hanser Berlin 2012), in dem er drei Dichter erfindet, um seinen Aufenthalt in der Villa Massimo lyrisch zu bearbeiten. Wagners Lyrik zeichnet sich durch ihr außerordentliches Formbewusstsein und den spielerischen Umgang mit den formalen Traditionen der Dichtung aus. Die beiden Autoren lesen aus ihrem Werk und sprechen über das Schreiben und wie es sich verändert.

Eintritt 6 € / 4 € *

Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Samstag
Juli
15 - 20 Uhr
20.07.2013

Kleine Verlage am Großen Wannsee

Die Verlage A1 (München), Asphalt & Anders (Hamburg), Berenberg (Berlin), Binooki (Berlin), Diaphanes (Zürich/Berlin), Dörlemann (Zürich), Edition Fünf (Gräfelfing), Edition Rugerup (Hörby), J. Frank (Berlin), kookbooks (Berlin), Lilienfeld (Düsseldorf),  Luxbooks (Wiesbaden), Mairisch (Hamburg), Matthes & Seitz (Berlin), Milena (Wien), Mitteldeutscher Verlag (Halle), Poetenladen (Leipzig), Rimbaud (Aachen), Salis (Zürich), Secession (Zürich/Berlin), Transit (Berlin), Verbrecher (Berlin), Voland & Quist (Dresden) und Das Wunderhorn (Heidelberg) mit ihren Autoren zu Gast im LCB

 

 

Im Jubiläumsjahr laden wir zum mittlerweile achten Mal ausgewählte Verlage aus dem deutschsprachigen Raum an den Wannsee ein. 24 Verlage haben unsere Einladung angenommen und stellen ihre Bücher und Autoren am heutigen Nachmittag und Abend in entspannter Atmosphäre vor. Alle Literaturfreundinnen und -freunde sind herzlich eingeladen zu stöbern, zu entdecken, sich auszutauschen. Für kulinarische Genüsse wird gesorgt sein; welche Autorinnen und Autoren wann auftreten, erfahren Sie hier ab dem 8. Juli 2013.

Wir danken der Leipziger Buchmesse für die freundliche Unterstützung dieser Veranstaltung.
Eintritt 6 € / 4 €
*

Dienstag
Juli
20.00 Uhr
23.07.2013

Das Werk
Marlene Streeruwitz in Lesung und Gespräch

Moderation: Christian Metz

Marlene Streeruwitz

Marlene Streeruwitz ist eine der vielseitigsten, sprachschöpferischsten und streitbarsten Autorinnen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seit 1986 veröffentlicht sie literarische Texte; zunächst trat sie als Hörspiel- und Theaterautorin hervor, seit Mitte der 90er Jahre dann auch mit ihrem facettenreichen und immer wieder Genregrenzen in Frage stellenden Prosawerk. Immer hat sie ihr Schreiben theoretisch reflektiert, davon zeugen ihre zahlreichen Essays, Reden und Texte zur Poetik. Es gehe ihr darum, sagte Marlene Streeruwitz in einem Gespräch, das 1997 in der Emma veröffentlicht wurde, „für das, was bisher nicht gesagt werden konnte, einen Ausdruck zu finden”. Dabei hat sie ihren eigenen Stil für die Themen und Stoffe ihrer Literatur gefunden, eine „verletzte Sprache, die ganzen Sätzen misstraut, weil diese mit ihrer heilen Oberfläche eine Aussagesicherheit versprechen, die sie nicht halten können” (FAZ). Es sind gesellschaftliche Strukturen, die sich in der Sprache festgesetzt haben, Macht und Ohnmacht, Kontrolle und Gewalt, die Marlene Streeruwitz mit aufklärerischer Verve zu ihrem Thema macht. Und es ist immer wieder der kulturell fest verankerte männliche Blick auf Welt und Gesellschaft, den sie aufdeckt und dekonstruieren will. Der Frankfurter Literaturwissenschaftler Christian Metz unterhält sich mit der Autorin über ihr Werk.

Eintritt 6 € / 4 € *

Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin

Dienstag
Juli
19.00 Uhr
30.07.2013

Das Helvetische Fest
Literatur und Musik aus der Schweiz

Es lesen Yael Pieren, Isabelle Flükiger, Julien Maret und Christian Haller
Musik von Tatiana Heintz & Gilbert Trefzger

 

Schweiz

Mit zwei Schriftstellern aus der Romandie und zwei ihrer Kollegen aus Basel und Zürich feiern wir in diesem Jahr unser Fest der helvetischen Literatur, und natürlich wieder mit Musik! Isabelle Flükiger, geboren 1979 in Fribourg, stellt ihren Roman „Bestseller“ (Rotpunktverlag) vor, ein ironisch-kluges Buch über das Potenzial der Dreißigjährigen von heute. Lydia Dimitrow hat das Buch aus dem Französischen übersetzt und liest die deutschen Passagen. Julien Maret, 1978 in Fully geboren, wurde für sein erstes Buch „Tirade“ (Diaphanes), mit dem Prix d'encouragement de l'Etat du Valais ausgezeichnet. Er liest gemeinsam mit seinem Übersetzer Christoph Roeber, der 2012 als Goldschmidt-Stipendiat im LCB an dieser Übersetzung arbeitete. Christian Hallers neuester Roman „Der seltsame Fremde“ (Luchterhand) erzählt von einem Fotografen, der auf einer weiten Reise sich selbst auf verstörende Weise begegnet und seine Welt in Frage gestellt sieht. Yael Pieren schließlich genießt heute „Heimvorteil”, denn die 1989 in Basel geborene Autorin ist derzeit Pro-Helvetia-Stipendiatin im LCB. ihr Debütroman „Storchenbiss” (Rotpunktverlag) dekliniert die Verstrickungen von Vergangenheit und Gegenwart durch. Die Musik von Tatiana Heintz und Gilbert Trefzger ist ein Hochgenuss, und genussvoll klingt der Abend mit einer Einladung der Schweizerischen Botschaft zu Käse und Wein auch aus.

Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung Pro Helvetia und die Schweizerische Botschaft.
Eintritt 6 € / 4 € *

Sonnabend
August
ab 15 Uhr
10.08.2013

50 Jahre inmitten der Literatur

Das Sommerfest im LCB

 

 

Sommerfestfoto © Tobias Bohm

Mit John Burnside,  Arno Camenisch, Jacek Dehnel, Nora Gomringer, Christian Hansen, Renate von Mangoldt, Terézia Mora, Valzhyna Mort, Sven Regener, Sasa Stanisic, David Wagner und Überraschungsgästen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Weitere Informationen zum Programm folgen.

KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

LCB: 50 Jahre inmitten der Literatur

50 Jahre inmitten der Literatur

Es gehört wohl zu den Pointen dieser Stadt, dass der Geist der Nachkriegsmoderne Anfang der sechziger Jahre im schmucken Ambiente einer abgewohnten Gründerzeitvilla heimisch wurde. Walter Höllerer hatte im kargen West-Berlin der frühen Mauerjahre die ansteckende Vision einer künstlerischen Produktionsstätte für Autoren, Theater- und Filmemacher entwickelt, ein Haus für Sprache und Literatur im technischen Zeitalter. Die Entdeckung eines leer stehenden Terrassenhotels in schönster Wannseelage unweit der S-Bahn erwies sich dabei als Glücksfall, denn als Gästehaus war es genauso geeignet wie für ein Autorentreffen oder das eine oder andere veranstalterische Experiment.

Das „Literarische Colloquium Berlin“ (LCB), im Mai 1963 mit Fördergeldern der Ford Foundation gegründet und getragen vom Berliner Senat, wurde rasch zum Kristallisationspunkt internationaler Begegnungen und zur Bühne für die Diskussion mit dem Publikum. Tagungen der Gruppe 47, die San Francisco Poets, ein- und ausziehende Theatergruppen, Schriftsteller aus Ost und West füllten das Haus mit Leben, haben die Spuren gelegt zum Literaturbetrieb, wie wir ihn heute kennen. Fünfzig Jahre inmitten der Literatur: Das Literarische Colloquium Berlin hat seine Rolle immer wieder neu finden und interpretieren müssen. Als Veranstaltungsforum und Gästehaus, Werkstatt und Talentschmiede für Autoren und Übersetzer spielt es heute eine bedeutende Rolle. Mit seiner traditionsreichen Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“, seinen Internetprojekten und Förderprogrammen hat es die roten Fäden der Anfänge in die Gegenwart weitergesponnen.

Walter Höllerer © Renate von Mangoldt

Wir werden das Jubiläum in den vor uns liegenden Monaten gebührend feiern mit Veranstaltungsreihen, die zurück blicken und nach vorne, mit Wiedereinladungen von Gästen, mit einem großen LCB-Sommerfest am 10. August. Den Auftakt bildet ein Filmabend am 21. Mai, den wir Walter Höllerer widmen. Sein Todestag jährt sich am 20. Mai zum zehnten Mal.

Ende Mai erscheinen zwei Publikationen, auf die wir Ihre Aufmerksamkeit lenken wollen: Unter dem Titel „S-Bahn nach Arkadien. Das Literarische Colloquium Berlin in Wort und Bild" geben wir im Verlag Matthes & Seitz Berlin einen von Judith Schalansky gestalteten Band heraus, der neben einem großen Fototeil, der aus Aufnahmen der Hausfotografen Renate von Mangoldt und Tobias Bohm bestehen wird, ein Wörterbuch des LCB und des  Literaturbetriebs enthält. Stärker dokumentarisch wird sich Heft 206 unserer Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter” mit 50 Jahren LCB befassen; eine kurze Chronik des LCB und Aufsätze rund ums Jubiläum sind dort integriert.

Wir danken den Förderern unserer Jubiläumsveranstaltungen: Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin, Ernst von Siemens Kunststiftung, Verlagsgruppe Georg von Holtzbrink GmbH, Stiftung Preußische Seehandlung, Robert Bosch Stiftung GmbH. Viele Verlage und langjährige Partner des LCB haben uns unterstützt: Al Dente Catering, Allianz Kulturstiftung, Atlantis-Film, Eichborn Verlag, Briese.Zobel., C.H.Beck Verlag, Deutsche Verlags-Anstalt, dtv, Dumont Buchverlag, Hanser Verlag, Hanser Berlin, Kiepenheuer & Witsch Verlag, Klett-Cotta Verlag, Knaus Verlag, Nagel & Kimche, NVG, Piper Verlag, Rowohlt Verlag, Schöffling & Co., Selgros, Ullstein Buchverlage, Verlagsgruppe Random House Bertelsmann, Wäscherei A. Dahse, Weingut Grumbach, Zsolnay und Deuticke Verlag. Und wir danken dem Senat von Berlin für die über viele Jahrzehnte währende Unterstützung.

Medienpartner: radio eins, taz, zitty.

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