Montag
März
20.00 Uhr
09.03.2015

Kruso
Lutz Seiler in Lesung und Gespräch

Moderation: Katharina Schultens

Lutz Seiler © Tobias Bohm

Die Passagen über den Abwasch im „Klausner” sind großes Prosa-Kino, aber dass ein lyrisch anmutender Abenteuerroman das große Lesepublikum derart faszinieren kann, gehört zu den Wundern der neuesten deutschen Literatur. Im Mittelpunkt von Lutz Seilers „Kruso” steht die zarte Männerfreundschaft zwischen dem Aussteiger Edgar Bendler und dem geheimnisvollen Kruso, eingebettet ist sie in eine Gesellschaft von DDR-Aussteigern auf der Insel Hiddensee im Wendejahr 1989. Seilers „Ganzkörperprosa” (SZ) umkreist das Freundschafts- und das Freiheitsthema, und setzt in ihrem Schlussteil jenen DDR-Bürgern ein Denkmal, die beim Fluchtversuch über die Ostsee ums Leben gekommen sind. Der mit dem Deutschen Buchpreis 2014 ausgezeichnete Roman wird derzeit in viele Sprachen übersetzt und gibt unserem Internationalen Treffen der Übersetzer deutschsprachiger Literatur sein Motto. 28 Übersetzer aus 22 Ländern nehmen daran teil, machen sich an den Seminartagen im LCB und beim Besuch der Leipziger Buchmesse vertraut mit den literarischen Neuigkeiten hierzulande.

Eintritt 8 € / 5 € *
Eine gemeinsame Veranstaltung mit der Robert Bosch Stiftung, der S. Fischer Stiftung, dem Goethe-Institut und der Stiftung Pro Helvetia.

Dienstag
März
20.00 Uhr
10.03.2015

Der letzte Schrei
Lesung A.L. Kennedy mit Silke Geertz (deutscher Text)

Gesprächspartner: Joachim Helfer

in englischer und deutscher Sprache

A.L. Kennedy © Tobias Bohm

Im Gespräch mit dem Schriftstellerkollegen Joachim Helfer stellt A.L. Kennedy ihren neuen Erzählungsband vor: „All the rage” – in der Übersetzung Ingo Herzkes: „Der letzte Schrei”: Erzählungen „wie die Liebe selbst: Sie brechen einem das Herz, doch man will mehr davon” (The Independent). Kennedy erzählt von Paaren, die sich nichts zu sagen haben – und damit nicht aufhören können. Die sich verachten, verlassen und betrügen. Die die Liebe suchen und im Sex versanden – oder umgekehrt. Zwei, die sich völlig entfremdet haben, geben sich nach dem Essen plötzlich einen Kuss, der umso leidenschaftlicher ist, da sie sich im Grunde gar nicht kennen. Eine Frau, die endlich ihren Freund verlassen hat, irrt wie betäubt durch eine fremde Stadt, bis sie hilflos in einem Sex-Shop landet. Hinter dem Skurrilen und Absurden steht bei Kennedy die Sehnsucht nach echter Liebe, die wiederum nur eine Art des Verlierens sein mag. A. L. Kennedy, 1965 im schottischen Dundee geboren, wurde bereits mit ihrem ersten Roman „Einladung zum Tanz” (2001) berühmt und zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen britischen Autorinnen. Sie wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Kennedy lebt in London und unterrichtet kreatives Schreiben an der University of Warwick. Zuletzt erschienen der Roman „Das blaue Buch” sowie als „hanserbox“ die Erzählung „Ein schlechter Sohn”.

Eintritt 8 € / 5 € *

Dienstag
März
20.00 Uhr
17.03.2015

Aus dem Haus
Jürgen Bauer, Lilian Loke, Werner Rohner und Ulrike Almut Sandig in Lesung und Gespräch

Moderation: Thorsten Dönges

Lilian Loke © Tobias Bohm

Werner Rohner © Tobias Bohm

Ulrike Almut Sandig © Tobias Bohm

In der Autorenwerkstatt und als Aufenthaltsstipendiaten beherbergt das LCB jedes Jahr junge Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Vier dieser Gäste aus den letzten Jahren stellen wir heute vor. An seinem zweiten Roman "Was wir fürchten" (Septime Verlag) arbeitete im Sommer 2014 unser Wiener Gast Jürgen Bauer. Sein Buch, angesiedelt zwischen Familienroman und Krimi, erzählt von einem Leben, das von Angst und Paranoia gezeichnet ist. Lilian Loke aus München nahm 2012 an der Autorenwerkstatt teil. Im Februar 2015 erschien bei Hoffmann und Campe ihr Roman „Gold in den Straßen“, das gewitzte Psychogramm eines Siegertypen, der an den eigenen Maßstäben von Glück scheitert. Werner Rohner, 1975 in Zürich geboren, war 2008 Stipendiat der Autorenwerkstatt und legte im vergangenen Jahr im Lenos Verlag seinen Debütroman „Das Ende der Schonzeit“ vor, der in Bereiche vordringt, in denen das Politische und das Private nicht mehr voneinander zu trennen sind. Die Lyrikerin und Prosaautorin Ulrike Almut Sandig liest aus ihrem neuen Erzählungsband „Buch gegen das Verschwinden“ (Schöffling), an dem sie 2013 im Rahmen der Autorenwerkstatt „Das zweite Buch” im LCB gearbeitet hat.

Eintritt 8 € / 5 € *

Mittwoch
März
20.00 Uhr
18.03.2015

Das Leben ist eine Insel. Literatur @ Taiwan

Lesung mit Chung Wenyin, Ho Chingbin und Hao Yuhsiang
Moderation: Meike Schlüter

Chung Wenyin © privat

Ho Chingbin © privat

Hao Yuhsiang © privat

Eine Insel im Pazifik. 23 Millionen Menschen. Bewegte Historie, komplexe Gegenwart, eine reiche literarische Tradition. In Kooperation mit taiwanesischen Partnern stellen wir in den kommenden Jahren neue Literatur aus Taiwan vor. Zwei Autorinnen, Chung Wenyin und Hao Yuhsiang, und der Autor Ho Chingbin sind im März zu Gast im LCB. Hineingeboren in die sechziger Jahre, gehören sie zu den heute prägenden Stimmen der Literatur Taiwans. Ihre Prosatexte, die erstmals in deutscher Übersetzung präsentiert werden, erzählen von Identität und Urbanität und sich rasch vollziehenden gesellschaftlichen Transformationen.

Eintritt frei
In Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium Taiwans und der Taiwan Cultural and Creative Foundation.

Montag
März
20.00 Uhr
23.03.2015

Flammenwerfer
Rachel Kushner in Lesung und Gespräch

Moderation: Bernhard Robben

in englischer und deutscher Sprache

Rachel Kushner © Lucy Raven

1975: Die Hobby-Motorradrennfahrerin Reno kommt nach einem Rekordversuch auf den großen Salzseen nach Manhattan, um in die kreativ explodierende Künstlerszene SoHos einzutauchen. In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Leben und Kunst verschwimmen, trifft sie auf eine Schar von Träumern, Revoluzzern und Phantasten: Unter ihnen auch Sandro Valera, erfolgreicher Konzeptkünstler und Erbe einer italienischen Reifen- und Motorrad-Dynastie, in den sie sich verliebt. Bei einem Besuch bei seiner Familie in deren Sommerresidenz am Comer See gerät sie in den Strudel der siebziger Jahre Italiens. Einerseits scheint dieses Jahrzehnt erst vorgestern gewesen zu sein, aber von heute aus betrachtet ist es eine vergangene Epoche. Eine Zeit, in der Kunst und Politik, politische Gewalt und Exzentrik wie selbstverständlich in einem Leben lebbar waren. Rachel Kushner, geboren 1968 in Eugene, Oregon, studierte Literatur und kreatives Schreiben in Berkeley und an der Columbia University, und arbeitete als Redakteurin in diversen Kunst- und Literaturmagazinen. „Flammenwerfer” (Übersetzung: Bettina Abarbanell) war in Amerika sehr erfolgreich und ist ihr erstes Buch auf Deutsch. Durch den Abend führt Bernhard Robben.

Eintritt 8 € / 5 € *

Donnerstag
März
20.00 Uhr
26.03.2015

Hausgäste
Gerard Donavan, Viktor Martinowitsch, Tibor Hrs Pandur und Jeroen Theunissen in Lesung und Gespräch

Lesung der deutschen Texte: Ulrich Janetzki

Gerard Donovan © Arthur Kurz

Viktor Martinowitsch © Alyna Krushynskaya

Tibor Hrs Pandur © privat

Jeroen Theunissen © Koen Broos

Zu unserem zweiten Hausgäste-Abend im Jahr 2015 dürfen wir vier in ihrem Schaffen ganz unterschiedliche Schriftsteller begrüßen.

Jeroen Theunissen lebt in den flämischen Ardennen. In seinem neuesten Roman „Onschold“ erzählt er von einem Kriegsfotografen, der aus Syrien flieht.

Tibor Hrs Pandur ist in Maribor in Slowenien geboren, Herausgeber der „paraliterarischen” Vereinigung I.D.I.O.T. und veröffentlichte Gedichte und Übersetzungen u.a. der Texte Jim Morrisons.

Gerard Donavan stammt aus Irland und lebt in New York. Er veröffentlichte bislang Gedichtbände, Kurzgeschichten und vier Romane, darunter der in die Longlist des Man Booker Prize aufgenommene Roman „Schopenhauer’s Telescope“.

Viktor Martinowitsch, der in Belarus geboren wurde und in Vilnius lebt, machte mit seiner Erzählung „Tabu“ und besonders mit dem Roman „Paranoia“, der in Belarus verboten wurde, von sich reden. Das Buch erschien unlängst in deutscher Übersetzung bei Voland&Quist.

Eintritt frei

Donnerstag
April
20.00 Uhr
16.04.2015

Finissage der Autorenwerkstatt 2014
Mit Malte Borsdorf, Thomas Dörschel, Paula Fürstenberg, Nikolas Hoppe, Sarah Iwanowski, Yulia Marfutova, Christian Schulteisz, Matthias van den Höfel und Senthuran Varatharajah

Moderation: Inka Parei und Thorsten Dönges

Autorenwerkstatt 2014 © Tobias Bohm

Neun Autorinnen und Autoren nahmen im Herbst 2014 an unserer Autorenwerkstatt Prosa teil, die erstmals von der Schriftstellerin Inka Parei geleitet wurde. Auf der Leipziger Buchmesse sind die Autorinnen und Autoren bereits aufgetreten, nun kommt die Gruppe nochmals im LCB zusammen, um Auszüge aus den Projekten vorzustellen, die in der Autorenwerkstatt diskutiert wurden. Senthuran Varatharajah lässt uns an einem Gespräch im virtuellen Raum teilhaben, in dem sich zwei Stimmen zu einem Briefroman unserer Zeit vereinen. Christian Schulteisz begibt sich mit den rasantesten Mitteln der Literatur auf die Spur des Exzentrikers Jürgen von der Wense, Yulia Marfutovas Text erzählt vom magisch entrückten Leben an einem Fluss in den Weiten Russlands. Die Figuren in Sarah Iwanowskis zurückhaltend, aber sehr präzise und mit großer Lebensklugheit gearbeiteten Erzählungen agieren im Spannungsfeld von Nähe und Distanz, Nikolas Hoppes Roman erzählt komisch, traurig, turbulent vom Alltag in einem Waisenhaus in Uganda. Eine Kindheit mit allen ihr zugehörigen Merkwürdigkeiten wird von Matthias van den Höfel rekonstruiert, die Geschichte einer Familie in einem Staat, den es nicht mehr gibt und der dennoch die Gegenwart prägt, erzählt Paula Fürstenberg. Mit den unberechenbaren Figuren in Thomas Dörschels Erzählungen erleben wir Alltag und träumen von neuen Leben; und wir erleben in Malte Borsdorfs Roman die Sturmflut 1962 zwischen Hamburg und der Insel Wilhelmsburg.

Eintritt frei

Dienstag
April
20.00 Uhr
21.04.2015

Über das Wetter reden
Lesung: Peter Bichsel

Moderation: Andreas Isenschmid

Peter Bichsel © Renate von Mangoldt

Peter Bichsel, dem das Literarische Colloquium seit der Werkstatt „Prosaschreiben” im Jahre 1964 verbunden ist und der im März 80 Jahre alt wird, ist mit seinem neuesten Band „Über das Wetter reden” (Suhrkamp) zu Gast, Kolumnen aus den Jahren 2012–2015. Über das Wetter reden, also über irgendetwas. Verstanden werden, und sei es von einem, der gar nicht meine Sprache spricht. Peter Bichsels Kolumnen kommen mit jedem ins Gespräch, denn seine Kunst des Erzählens beschäftigt sich mit allem Möglichen: Jahreszeit und Wetter, Sport- und politischen Ereignissen – immer aber mit Menschen, mit Geschichten von Fremden und Freunden. Der Erzähler meint und meldet Zweifel an, auch an der eigenen Meinung. Er zielt auf eine Aussage, indem er abkommt vom Weg, hinübergleitet zu einem anderen Gegenstand, abbricht, um in einer Schlussvolte doch wieder anzuknüpfen. Dauernd sind sie in Bewegung, seine Kolumnen, das hält uns wach; wir reagieren angeregt; wir fühlen uns gut unterhalten. „Wer in hundert Jahren seine Bücher liest, wird ... einem polyphonen Klanggefüge aus tausend namenlosen Stimmen der heutigen Schweiz begegnen. Diese Stimmen flüstern, reden, lärmen, hauchen und brummen durcheinander. Dennoch ist jede einzelne trennscharf zu hören, und hinter ihr erscheint ein lebendiges Menschengesicht” (Peter von Matt). Im Anschluss lädt die Schweizer Botschaft zu einem kleinen Empfang.

Eintritt 8 € / 5 € *
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia.

Mittwoch
April
20.00 Uhr
22.04.2015

Studio LCB
Lesung: Wolf Schneider

Gesprächspartner: Dieter Thomä und Walter Wüllenweber
Moderation: Maike Albath

Wolf Schneider © Ullstein Bild – P/F/H

Es war einen Tag vor Kriegsende, als sich der Unteroffizier Wolf Schneider aus Angst vor Vergeltung an einem holländischen Teich fast erschossen hätte. Am Ende kam es dann doch anders, und der Zwanzigjährige warf seine Pistole ins Wasser. Einige Jahre später gestaltete er den Aufbau einer neuen, demokratischen Presse mit, traf Leute wie Konrad Adenauer, Richard Nixon oder Gina Lollobrigida, ging für die Süddeutsche Zeitung nach Washington, war Verlagsleiter des Stern, Chefredakteur der Welt, stritt mit Henry Nannen und Axel Springer, moderierte die NDR-Talkshow, leitete 16 Jahre lang die Hamburger Journalistenschule und verfasste eine Fülle von Sachbüchern. Immer wieder trieb ihn die deutsche Sprache um. Wie es dazu kam, dass ausgerechnet ein Stotterer, dem der Vater mit unorthodoxen Methoden auf die Sprünge half, Generationen von Journalisten gutes Deutsch beibrachte, erzählt Wolf Schneider in seiner Autobiographie „Hottentotten Stottertrottel”. Wolf Schneider, der in diesem Jahr neunzig wird, diskutiert mit seinen ehemaligen Schülern Dieter Thomä, Professor für Philosophie an der Uni St. Gallen, und Walter Wüllenweber, Journalist beim „Stern”, über seine Lebenserinnerungen.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. April 2015, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 € *

DLF

Freitag
April
10.00 - 18.00
24.04.2015

Step-Text. Zeitgenössischer Tanz und Literatur
Öffentliches Symposium

Konzeption: Gabriele Brandstetter, Sigrid Gareis und Florian Höllerer

Das Projekt Step-Text, das wir gemeinsam mit dem Zentrum für Bewegungsforschung (ZfB) der Freien Universität Berlin ausrichten, ist eine Plattform für den Austausch von zeitgenössischen Autoren und Choreographen, von Literatur und Tanz: mit Deufert & Plischke, Philipp Enders, Philipp Gehmacher, Händl Klaus, Martina Hefter, Anne Juren, Thomas Meinecke, Monika Rinck, Jochen Roller und Silke Scheuermann. im Vordergrund stehen Fragen zur literarischen Darstellbarkeit von Flüchtigkeit und Dynamik sowie die Auseinandersetzung mit den "Unbestimmtheiten" von Wort und Körper. Im interdisziplinären Dialog wird das mögliche Miteinander von körperbasierten Arbeitsformen und Textproduktion in der zeitgenössischen Bühnenpraxis ausgelotet. Im Juli ist eine Präsentation der Ergebnisse in Haus und Garten des LCB geplant. Im Rahmen des heutigen Symposiums stehen eine Einführung von Gabriele Brandstetter (ZfB) sowie wissenschaftliche Vorträge und Diskussionen mit Franz Anton Cramer (Paris), Alice Godfroy (Strasbourg), Krassimira Kruschkova (Wien), Lucia Ruprecht (Cambridge), Katharina Teutsch (Berlin) und Christina Thurner (Bern) im LCB auf dem Programm. Den Ablauf mit allen Beiträgen und Uhrzeiten finden Sie unter www.lcb.de.

Eintritt frei
In Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Bewegungsforschung der FU Berlin. Unterstützt vom Hauptstadtkulturfonds.

Wolf Schneider © Ullstein Bild – P/F/H

FU

DLF

Montag
April
20.00 Uhr
27.04.2015

Auf Wiedervorlage
Dantes „Göttliche Komödie”. Gespräch und Lesung mit Sibylle Lewitscharoff und Jürgen Trabant

Moderation: Maike Albath

Sibylle Lewitscharoff © Tobias Bohm

Balzacs „Verlorene Illusionen”, über die im Dezember Hans Ulrich Gumbrecht und Melanie Walz ins Gespräch kamen, waren der Auftakt der Reihe „Auf Wiedervorlage”. Diese setzt sich nun fort mit Dantes „Göttlicher Komödie“ – sie bildet den Ausgangspunkt von Sibylle Lewitscharoffs kommendem Roman, in den wir an diesem Abend schon erste Einblicke erhalten: Die „Divina Commedia” hat weltweit eine ungeheure Zahl an Übersetzungen hervorgerufen, insbesondere im Deutschen. In Rom, bei den Maltesern, an hochgestimmtem Ort auf dem aventinischen Hügel, versammeln sich Danteforscher aus verschiedenen Ländern zu einem Kongress. Und dort, zu Pfingsten 2013, ereignet sich ein neues Wunder, nicht zuletzt ein Sprachwunder… Gesprächspartner des Abends ist der Romanist und Sprachwissenschaftler Jürgen Trabant, Emeritus der FU Berlin und Professor für „European Plurilinguism“ an der Jacobs-University. Seit jeher ein Dante-Leser, betrachtet er den florentinischen Dichter aus sprachphilosophischer Perspektive. Denn Dante verbindet lateinische Gelehrsamkeit und volkssprachliche Dichtung, er schrieb sowohl auf Lateinisch als auch auf Italienisch. Dass er sich mit seiner „Göttlichen Komödie” in der Volkssprache an eine neue städtische Leserschaft richtete, war ein Wagnis, das er durch eine Theorie der Volkssprache rechtfertigen musste. Das Gespräch moderiert die Italianistin und Literaturkritikerin Maike Albath.

Eintritt 8 € / 5 € *
In Zusammenarbeit mit dem Italienischen Kulturinstitut.

Mittwoch
April
20.00 Uhr
29.04.2015

Die Sprache führt, wohin sie will
Ein Abend mit Olga Martynowa und Oleg Jurjew

Moderation: Paul Jandl

Olga Martynowa © Tobias Bohm

Oleg Jurjew © Tobias Bohm

„Selig die Zeiten der Romantik, in der die Dichter stolze Heimatlose waren und ihre Pässe aus dem Reich der Sprache. Wenn es einst einen universalistischen Begriff des Schreibens gab, so schafft der Begriff der ‚Migrantenliteratur‘ heute einen Bekenntniszwang, der allem dem nicht gerecht werden kann, was diese beiden Schriftsteller ausmacht.“ (Paul Jandl) – Olga Martynova und Oleg Jurjew sind vor fast fünfundzwanzig Jahren gemeinsam aus dem russischen Leningrad nach Frankfurt am Main übergesiedelt, und ihr Kosmos ist so weitläufig, dass sich darin mindestens zwei Kulturen finden, dass es ein glückliches poetisches Nebeneinander der Wörter und der Geografien gibt, ein Übersetzen nicht nur im wörtlichen, sondern auch im emphatischen Sinn: Wer schreibt, ist immer auch selbst unterwegs. Von ihrer Lebensreise durch Sprachen, Länder und literarische Genres, von der Leningrader Bohème und dem Frankfurter Ostend erzählen Olga Martynova und Oleg Jurjew in einer Auswahl aus ihren Texten und im Gespräch. Von Oleg Jurjew erschien 2014 auf Deutsch der Roman „Halbinsel Judatin”, übersetzt von Elke Erb und Sergej Gladkich, von Olga Martynova 2013 der Roman „Mörikes Schlüsselbein“. Im Februar wurde Martynova der Berliner Literaturpreis verliehen. Damit verbunden ist die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik, zu der sie am folgenden Tag an der FU ihre Antrittsvorlesung hält.

Eintritt 8 € / 5 € *
Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.

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