Programmleporello

Gerne schicken wir Ihnen unser Programmleporello zu, mailen Sie uns dazu einfach Ihre Adresse an mail@lcb.de.


Montag
Oktober
9:30h
23.10.2017

Viele Wege führen nach Rom… oder zum Literaturübersetzen
Berufskundeseminar für Übersetzerinnen und Übersetzer

Leitung: Eva Bonné und Marianne Gareis

Das Seminar richtet sich an alle, die mehr über die Wege zum Literaturübersetzen und die rechtlichen und wirtschaftlichen Seiten dieses Berufs erfahren wollen. Besprochen werden: Möglichkeiten des Einstiegs, Auftragsakquise, Vertragsgestaltung, Honorare, Urheberrecht, Künstlersozialkasse, VG Wort, Stipendien, Übersetzerverband und Gewerkschaft. Seminarleitung: Eva Bonné (Übersetzerin aus dem Englischen) und Marianne Gareis (Übersetzerin aus dem Portugiesischen und Spanischen).

Für einen Imbiss und Getränke bitten wir vor Ort um einen Unkostenbeitrag von 12 Euro. Anmeldungen erforderlich – bitte mit kurzer Angabe, ob Sie über das Literaturübersetzen noch nachdenken oder schon auf dem Weg dazu sind – bis 18. Oktober 2017 per Mail an: m.gareis@web.de und bonne.uebersetzung@t-online.de.

Dienstag
Oktober
20h
24.10.2017

Underground Railroad
Colson Whitehead
in Lesung und Gespräch

Moderation: Thomas Böhm
Lesung: Agnes Lampkin

Colson Whitehead © Erin Patrice o‘Brien

Colson Whitehead ist zu Gast mit seinem neuen Roman »Underground Railroad« (Hanser Verlag), übersetzt von Nikolaus Stingl. – Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht, doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Die Literaturkritikerin Julia Schröder schreibt: „Zu zeigen, wie unsicher Geschichtsschreibung ist, ist vielleicht das zentrale Anliegen von Colson Whiteheads Roman. Die Gedanken seiner Heldin Cora mögen darüber Aufschluss geben: ‘Die Wahrheit war eine wechselnde Auslage in einem Schaufenster, von menschlicher Hand verfälscht, wenn man gerade nicht hinsah, verlockend und stets außer Reichweite.‘“ Colson Whitehead, Jahrgang 1969, lebt in Brooklyn. Für »Underground Railroad« wurde er sowohl mit dem National Book Award als auch dem Pulitzer Preis 2017 ausgezeichnet. In Zusammenarbeit mit der Botschaft der Vereinigten Staaten.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Oktober
20h
25.10.2017

Hausgäste II

Laura Wohnlich, Isabelle Lehn und Sascha Macht
in Lesung und Gespräch

Laura Wohnlich © privat

Isabelle Lehn © Sascha Kokot

Sascha Macht © Alina Aimmelbauer

Das zweite Buch gilt als das am schwersten zu schreibende – ein Gerücht, das sich hartnäckig im Literaturbetrieb hält. Laura Wohnlich, Isabella Lehn und Sascha Macht stellen während ihres Aufenthaltes am Wannsee dieses Gerücht auf den Prüfstand, denn alle drei Autorinnen und Autoren schreiben an einem zweiten Roman. An diesem Hausgäste-Abend geben sie Einblicke in ihre neuen Projekte. Laura Wohnlich zeichnet, schreibt literarische und journalistische Texte, hat einen Kurs in Gestaltung und ein Praktikum in einer Confiserie abgeschlossen. Nach der Veröffentlichung ihres Debütromans »Sweet Rotation« (Piper Verlag) schreibt sie nun bis Mitte November in ihrer Lieblingsstadt Berlin an einem neuen Buch. Isabelle Lehn, deren Debüt »Binde zwei Vögel zusammen« bei Eichborn erschien, bezeichnet ihr zweites Prosa-Projekt selbst als „Chaos der Klänge“, in dem dokumentarische, erzählende und essayistische Text-Passagen ineinandergreifen. Sie studierte in Tübingen, Leicester und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Mit Sascha Macht verbindet sie nicht nur das Studium im DLL, sondern auch die Arbeit am Forschungsprojekt »Literarische Schreibprozesse«, das dort situiert ist. Sascha Macht nahm 2015 an der Autorenwerkstatt Prosa im LCB teil; sein Debüt »Der Krieg im Garten des Königs der Toten« erschien 2016 bei Dumont und gewann den Silberschweinpreis der lit.COLOGNE. Im LCB schreibt er an einem Roman mit dem Arbeitstitel »Zerstörer der Welten«.

Eintritt frei

Mittwoch
November
19:30h
01.11.2017

Weiße Räume, lichtes Maß.
Unsagbar und ungesagt in der Übersetzung

Antrittsvorlesung von Esther Kinsky, August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin für Poetik der Übersetzung an der FU Berlin

Außer Haus:
Collegium Hungaricum Berlin, Dorotheenstr. 12, Berlin

Esther Kinsky © Matthes & Seitz Berlin

Anmeldung erbeten per Mail an mail@uebersetzerfonds.de bis zum 27. Oktober 2017. Eine Veranstaltung des Deutschen Übersetzerfonds in Zusammenarbeit mit dem Peter-Szondi-Institut der FU Berlin.

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Donnerstag
November
20h
02.11.2017

Sachbücher im Gespräch:
Reden wir über Geschlechter

Mit Susanne Mayer und Karin Wieland
Moderation: René Aguigah und Jens Bisky

Susanne Mayer: Männer!

Karin Wieland: Das Geschlecht der Seele

Sind Männer tatsächlich zärtlich, zumindest mit Hunden? Und ist das Bild der modernen Frau tatsächlich im Theater des frühen 20. Jahrhunderts entstanden? Letzteres ist die These der Ideenhistorikerin Karin Wieland (»Das Geschlecht der Seele. Hugo von Hofmannsthal, Bert Brecht und die Erscheinung der modernen Frau«, Hanser). Davor hat sie die vielbeachtete Doppelbiographie der Künstlerinnen Marlene Dietrich und Leni Riefenstahl veröffentlicht. Den – mitunter schreiend komischen – Blick auf die Herren nimmt an diesem Abend die Kulturreporterin und Literaturkritikerin Susanne Mayer ein (»Männer!«, Piper Verlag), die Redakteurin bei der Wochenzeitung DIE ZEIT ist. In diesem Gespräch treffen Männerbilder auf Frauenbilder, eine gelehrte Studie auf ein humorvolles Geschenkbuch sowie zwei gewitzte Autorinnen auf zwei männliche Moderatoren: René Aguigah (Deutschlandfunk Kultur) und Jens Bisky (Süddeutsche Zeitung).

Ein Mitschnitt des Abends wird am 5. November von 00:05 bis 1:00 vom Deutschlandfunk Kultur gesendet.

Eintritt 8 € / 5 €*

Freitag
November
20h
03.11.2017

Berliner Preis für Literaturkritik 2017
Preisverleihung an Tobias Lehmkuhl

Laudatio: Jens Bisky
Mit Empfang im Anschluss

Tobias Lehmkuhl © privat

Der Berliner Preis für Literaturkritik wird 2017 an Tobias Lehmkuhl verliehen. In der Begründung der Jury heißt es: „Literaturkritik, wie er sie versteht, scheut nicht die Auseinandersetzung, sondern blickt so analytisch wie pointiert auf literarische Werke. Das Spektrum seiner Interessen ist weit und offen für Entdeckungen abseits ausgetretener Pfade. Er bereichert die Literaturkritik mit seinem eigenwilligen Ton und eröffnet ihr neue Perspektiven.“ Der von Jörg A. Henle gestiftete Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre verliehen, dieses Jahr zum achten Mal. Der Jury gehörten Kerstin Hensel, Renée Zucker, Andreas Rötzer, Florian Höllerer und Ulrich Janetzki an. Die Preisträgerinnen und Preisträger der Vorjahre waren Andrea Köhler (2003), Ursula März (2005), Ijoma Mangold (2007), Stefan Zweifel (2009), Joseph Hanimann (2011), Lothar Müller (2013) und Daniela Strigl (2015).

Eintritt frei

Montag
November
20h
06.11.2017

Schweizer Buchpreis 2017
Die Nominierten Martina Clavadetscher, Urs Faes und Lukas Holliger in Lesung und Gespräch

Moderation: Philipp Theisohn

Martina Clavadetscher © Ingo Höhn

Urs Faes © Lucie Silke Keil

Lukas Holliger © Werner Geiger

Drei der fünf für die Shortlist des Schweizer Buchpreises 2017 nominierten Autorinnen und Autoren machen Station im LCB. Martina Clavadeschers Roman »Knochenlieder« (Edition Bücherlese) erzählt die Geschichte von vier Aussteigerfamilien und entwirft dabei das Bild einer Welt im Ausnahmezustand. Urs Faes‘ »Halt auf Verlangen. Ein Fahrtenbuch« (Suhrkamp) ist eine fragmentarische Autobiografie in der gewohnt dichten, poetischen Sprache dieses Schriftstellers. Lukas Holliger hat mit »Das kürzere Leben des Klaus Halm« (Zytglogge Verlag) nicht nur einen Basel-Roman geschrieben, sondern auch ein tollkühnes Prosamanöver vollführt: Ein Erzähler heftet sich an die Fersen eines Mannes und drängt ihn nach und nach aus seinem Leben. Der Zürcher Literaturwissenschaftler Philipp Theisohn moderiert. Im Anschluss lädt die Schweizer Botschaft zu einem Apéro.

In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV. Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia und der Schweizerischen Botschaft Berlin.
Eintritt frei

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Dienstag
November
10-18h
07.11.2017

„Die Sonne schien, als ob sie wer bezahle“
Sprachübergreifende Fortbildung zum Konjunktiv im Deutschen

Für Literaturübersetzer und andere Interessierte
Leitung: Gabriele Leupold und Eveline Passet

Der deutsche Konjunktiv ist so formenreich, dass nicht nur im Alltagsgebrauch Verwirrung herrscht, auch die Grammatiker tun sich mitunter schwer, etwa bei der Funktionsbestimmung des würde-Gefüges. Äußerst reich sind auch die stilistischen Nuancierungsmöglichkeiten, weshalb sich frei nach Karl Valentin sagen ließe: Den Konjunktiv raffiniert und richtig gebrauchen tät ich schon wollen, aber können getrau ich mich nicht. Zwei Gäste sollen hier aufklären: Svetlana Petrova spricht über die historische Entwicklung des Konjunktivs im Deutschen und zeigt, wie sich Konjunktiv und Indikativ im Verlauf der Sprachgeschichte zueinander verhalten. Hans-Werner Eroms erläutert an Beispielen aus der deutschen Gegenwartsliteratur, wie mit dem Konjunktiv vielschichtige Abschattierungen in der Autor- und Figurenperspektive erzielt werden, und geht auch auf den Gebrauch der Verbmodi in anderen Sprachregistern ein. Den Tag runden wieder zwei Werkstätten ab.

Der Eintritt ist frei, 12 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiss und Getränke sind vorgesehen. Anmeldung erbeten per Mail an becker@lcb.de.

Dienstag
November
20h
07.11.2017

Das Werk
Peter Bichsel in Lesung und Gespräch

Gesprächspartnerin: Sieglinde Geisel

Peter Bichsel © Jürgen Bauer

In unserer Veranstaltungsreihe »Das Werk« geht es nicht um einzelne Bücher, sondern vielmehr um einen spielerischen Ritt durch ein Gesamtwerk. Einen solchen unternimmt Peter Bichsel an diesem Abend gemeinsam mit Sieglinde Geisel, Gründerin von »tell - Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft«. Die Anfänge von Peter Bichsels Schreiben rühren auch an die Anfänge des LCB. Hier nahm Bichsel 1964 an der Werkstatt »Prosaschreiben« teil und schrieb das Eingangskapitel des Gemeinschaftsromans dieser Gruppe (»Das Gästehaus«, 1965). Bekannt wurde er kurz darauf mit seinem Band von Kurz- und Kürzestgeschichten »Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen« (1965), dem Roman »Die Jahreszeiten« (1967), der mit dem Preis der Gruppe 47 ausgezeichnet wurde, sowie mit den »Kindergeschichten« (1969). Ebenfalls 1969 erschien »Des Schweizers Schweiz«, eine erste Sammlung von Kolumnen und Aufsätzen. Dass Bichsel dem Genre der Kolumne bis zu seinem 80. Geburtstag die Treue hielt, bezeugt das zuletzt erschienene Buch »Über das Wetter reden« (Suhrkamp, 2015), Kolumnen 2012-2015.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
November
20h
08.11.2017

Auf Wiedervorlage: Vicki Baum
Mit Sandra Richter und Julia Franck

Gespräch, Lesungen, Filmausschnitte

Vicki Baum © ullstein bild

Vicki Baum steht im Mittelpunkt des Abends, wiedergelesen von der Literaturwissenschaftlerin Sandra Richter und der Autorin Julia Franck. Wer »Babylon Berlin« beschwört, muss die Romane Vicki Baums kennen. Die jüdische Bestsellerautorin schilderte den »Tanz auf dem Vulkan« im Berlin der 1920er und 30er Jahre. Sie emigrierte in die USA, angezogen von der Filmindustrie, vertrat einen militanten Humanismus, hielt politische Reden gegen NS-Deutschland und geriet durch das Urteil der Nazis, sie schriebe rassenfeindlichen Kitsch, hierzulande in Vergessenheit. Als Klassikerin der Neuen Sachlichkeit und Starautorin Hollywoods aber schrieb sie Weltliteraturgeschichte – eine Geschichte, die noch zu entdecken ist. In diesem Sinne beschäftigt Sandra Richter (Universität Stuttgart) sich auch in ihrer neuen »Weltgeschichte der deutschen Literatur« (C. Bertelsmann) mit Vicki Baum. Sie erzählt in diesem Buch die Geschichte deutschsprachiger Literatur als Weltgeschichte. Von mehr als einem Jahrtausend Dichtung macht sie die unterschiedlichen Einflussfaktoren in den jeweiligen Epochen transparent. An dem Abend werden auch Ausschnitte aus dem Hollywoodfilm »Grand Hotel« zu sehen sein.

Eintritt 8 € / 5 €*

Dienstag
November
20h
14.11.2017

Hausgäste

Tom Nisse und Triyanto Triwikromo in Lesung und Gespräch

Tom Nisse © privat

Triyanto Triwikromo © privat

An diesem Abend lesen zwei Hausgäste des LCB aus ihren Werken und sprechen in persönlicher Atmosphäre über ihre aktuelle und zukünftige Arbeit. In den Gedichten des luxemburgischen Lyrikers, Journalisten und Übersetzers Tom Nisse werden soziale, politische und ökologische Konflikte behandelt. Fragmentierte Erinnerungen und Reflexionen über Freiheit, zwischenmenschliche Begegnungen und künstlerisches Zusammenspiel werden ihnen gegenübergestellt. Jérome Netgen übersetzte eine Auswahl der Gedichte ins Deutsche, 2012 sind sie als Sammelband (»Dass ich dich so beschnuppere«, parasitenpresse) erschienen. Der indonesische Autor Triyanto Triwikromo ist in seinem Heimatland für sein sozialkritisches Schreiben bekannt. Seine Texte tragen fantastisch-absurde Züge und setzen sich mit Gewalt gegen Randgruppen auseinander. Triwikromo studierte Literaturwissenschaft in Semarang und arbeitete als Herausgeber einer indonesischen Tageszeitung. Seine Texte wurden ins Englische, Niederländische, Französische, Schwedische – und für diesen Abend – ins Deutsche übersetzt.

Eintritt frei

Mittwoch
November
15-18h
15.11.2017

Zwischen Kunstfreiheit und Persönlichkeitsrecht

Seminar für Autorinnen und Autoren mit Prof. Eva Inés Obergfell und Dr. Ingo Fessmann

Das Spannungsfeld zwischen Kunstfreiheit und Persönlichkeitsrecht ist immer wieder Gegenstand gerichtlicher Auseinandersetzungen und neuer Rechtsprechung. Was folgt daraus fürs Schreiben? Was „darf gesagt werden”, was nicht? Wie in den Vorjahren informieren Prof. Eva Inés Obergfell (Vizepräsidentin der Humboldt-Universität und Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung, Humboldt-Universität) und Dr. Ingo Fessmann (Rechtsanwalt) über diese Entwicklungen und über neue, die Autorenrechte betreffende gerichtliche Entscheidungen.

Anmeldungen erbeten unter Tel. 030 - 816 99 60 oder mail@lcb.de.

Eintritt frei

Donnerstag
November
20h
16.11.2017

Schildkrötensoldat
Lesung: Melinda Nadj Abonji

Moderation: Thomas Geiger

Nadj Abonji © Gaëtan Bally / Suhrkamp Verlag

Sieben Jahre nach ihrem großen Schweizerischen Immigrationsroman »Tauben fliegen auf« legt Melinda Nadj Abonji ihren neuen Roman »Schildkrötensoldat« (Suhrkamp) vor. Poetisch und mit viel Sympathie erzählt sie die Geschichte des Zoltan Kertesz, dem das Glück nicht in die Wiege gelegt wurde. Der Vater ein „Halbzigeuner“, die Mutter eine Tagelöhnerin, ist Zoltan der Außenseiter in seinem serbischen Heimatdorf. Als Kind vom Motorrad gefallen, von seinem Chef, dem Bäcker, blutig geschlagen, entzieht er sich allen und sitzt am liebsten in der Scheune und löst Kreuzworträtsel. Beim Ausbruch des ersten jugoslawischen Bürgerkriegs schicken ihn, den Taugenichts und Idioten, seine Eltern zur Volksarmee, damit er zum Mann und Helden wird. Aber natürlich passt Zsoltan auch nicht in das System einer Armee. Er verweigert sich endgültig einer Ordnung, die alle Macht dem Stärkeren zugesteht. Melinda Nadj Abonji bedient sich – wie stets – einer äußerst musikalischen und bildreichen Sprache.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia.

Eintritt 8 € / 5 €*

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Dienstag
November
20h
21.11.2017

Wenn ich groß bin, werde ich Lyriker*in.
Anja Kampmann, Norbert Hummelt und Björn Kuhligk

Lesungen und Gespräche
Moderation: Thorsten Dönges

Anja Kampmann © Julia Henrich

Norbert Hummelt © Kerstin Nieke

Björn Kuhligk © Achim Wagner

Seit 2008 gibt es den Bundeswettbewerb lyrix, und Anja Kampmann und Norbert Hummelt gehören zu denjenigen, die im Rahmen dieses Bundeswettbewerbs für junge Lyrik bereits mehrere Workshops mit jungen Leuten geleitet haben. Gemeinsam mit ihrem Dichter-Kollegen Björn Kuhligk denken sie am heutigen Abend darüber nach, was in unserer Zeit gerade für Jugendliche das Faszinierende an Gedichten ist. Wie reden wir miteinander über unsere Texte, wie ist in einer Gruppe überhaupt Textarbeit möglich? Die drei Gäste auf dem Podium stellen eigene Texte vor und geben Einblick in ihre individuelle Schreibarbeit. Mit dabei sind Preisträger*innen des Bundeswettbewerbs, die tagsüber mit Anja Kampmann und Norbert Hummelt im LCB an ihren Texten gearbeitet haben. Bei Wein und einem Imbiss gibt es nach der Lesung ausreichend Gelegenheit zum Austausch. Lyrikbegeisterte und junge Schreibende sind herzlich eingeladen!

In Kooperation mit dem Bundeswettbewerb lyrix e.V.

Eintritt frei

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Mittwoch
November
20h
22.11.2017

Hund und Mond

Matthew Sweeney im Gespräch mit Jan Wagner

Matthew Sweeney © Astley Neil

Jan Wagner © Tobias Bohm

Matthew Sweeney ist einer der bedeutendsten zeitgenössischen Lyriker aus Irland. In seinen Gedichten transformiert er das Alltägliche ins Skurrile und das Unwahrscheinliche ins Selbstverständliche. Auf diese Art und Weise verwischt er die Grenze zwischen der realen und der fantastischen Welt der Poesie. Auch sprachlich oszilliert seine Lyrik zwischen zwei Polen: seinem klaren und präzisen erzählerischen Ton und seinen doppelbödigen, verdichteten Bildern. Nach der ersten Auswahl von Sweeneys Gedichten mit dem Titel »Rosa Milch« (Berlin Verlag, 2008), hat der mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnete Jan Wagner einen neuen Gedichtband des irischen Autors ins Deutsche übertragen: »Hund und Mond« erschien im August 2017 bei Hanser Berlin als zweisprachige Ausgabe. Wagner lässt in seiner Übersetzung Sweeneys schwarzen, grotesken Humor sowie die liebevolle Melancholie seiner Texte erneut zum Vorschein kommen. Im Anschluss an ihre poetische Begegnung treffen sich der Autor und der Übersetzter an diesem Abend persönlich auf der Bühne des Literarischen Colloquiums.

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
November
10:30h + 20h
23.11.2017

PARATAXE II. OSTPOL BERLIN

Ganztägiges Symposium ab 10.30 Uhr
Öffentliche Abendveranstaltung um 20 Uhr mit Iunona Guruli, Orsolya Kalasz, Julia Kissina

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Iunona Guruli © privat

Orsolya Kalasz © privat

Julia Kissina © Philipp Griess

Im Rahmen des Projektes »PARATAXE – die internationalen Literaturszenen Berlins« widmen wir uns in einem ganztägigen Symposium am 23. November 2017 ab 10.30h den mittel- und osteuropäischen Literaturszenen Berlins. Die Protagonisten der mittel- und osteuropäischen Literaturszenen Berlins gehören spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts zum festen Bestandteil der literarischen Konstellationen dieser Stadt. Für Schriftstellerinnen und Schriftsteller wie Nabokov, Zwetajewa, Gombrowicz oder Kertész war Berlin zum Teil Durchgangsstation, zum Teil Sehnsuchtsort, das Motiv der Freiheit spielte dabei stets eine entscheidende Rolle. Die Paneldiskussionen des Symposiums betreiben Feldforschungen in Geschichte und vor allem in der Gegenwart, am Abend präsentieren wir drei herausragende Autorinnenstimmen von heute: Iunona Guruli, Orsolya Kalasz und Julia Kissina. Iunona Guruli, seit vier Jahren in Berlin, wurde für ihren Erzählungsband »Die Diagnose« mit dem wichtigsten georgischen Debütpreis ausgezeichnet. In deutscher Übersetzung erscheint das Buch im Herbst 2018. Orsolya Kalasz schreibt Lyrik in ungarischer und in deutscher Sprache. Für den Band »Das Eine« (Brueterich Press) wurde ihr 2017 der Peter-Huchel-Preis verliehen. Julia Kissina zog 1990 von Moskau nach Berlin. In ihren literarischen Werken und auch in ihren Interventionen als Konzeptkünstlerin schließt sie an Strömungen der russischen Moderne an. Ihre gerade erschienene Anthologie »Revolution noir. Autoren der russischen ‚Neuen Welle‘« (Suhrkamp) ist eine Vermessung des antirealistischen Unterstroms der zeitgenössischen russischen Literatur. Die Schriftstellerin Katerina Poladjan (»Vielleicht Marseille«, Rowohlt Berlin, 2016) moderiert den Abend.

10.30h
Auftakt
Martin Jankowski und Jürgen Jakob Becker
11h – 13h
Fluchtpunkt Charlottengrad? Literaturenklaven gestern und heute.
Keynote: Ekaterina Vassilieva. Panelteilnehmer*innen: Ekaterina Sadur,
Alexander Filyuta, Boris Schapiro, Grigorii Arosev. Moderation: Natalia Gagarina. Featured Poet: Dora Kapralova (CZ)
14h
Pause
14.30h – 16h
Noch ist Kreuzberg nicht verloren. Literarische Grenzüberschreitungen.
Keynote: Dorota Stroińska. Panelteilnehmer*innen: Ewa Maria Slaska,
Dorota Danielewicz, Brygida Helbig, Emilia Smechowski. Moderation:
Arkadiusz Łuba. Featured Poet: Ilia Ryvkin (LIT/RU)
16h
Pause
16.30h – 18h
Berlin liegt im Osten? Neue Literatur aus Berlin.
Keynote: Irina Bondas und Dorota Kott. Panelteilnehmer*innen: Dora
Kapralova (CZ), Radka Franczak (PL), Kinga Tóth (HU), Marijana Verhoef (RS). Moderation: Boris Schumatsky. Featured Poet: Milena Nikolowa (BUL)
20h
Die Sprache gibt den Löffel ab
Iunona Guruli, Orsolya Kalasz, Julia Kissina in Lesung und Gespräch
Moderation: Katerina Poladjan
Sprecherin: Nina West

PARATAXE ist ein Projekt der Berliner Literarischen Aktion e.V. in Zusammenarbeit mit dem LCB und Literaturport und wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Eintritt für die Abendveranstaltung 8 € / 5 €*

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Mittwoch
November
20h
29.11.2017

Das schreckliche Grauen und der böse Mensch.
Roman Ehrlich
und Lorenz Just in Lesung und Gespräch

Moderation: Wiebke Porombka

Roman Ehrlich © Heike Steinweg

Lorenz Just © Julius Matuschik

„Der Normalzustand unserer Gesellschaft in dieser Zeit ist der Horror“, behauptet Christoph, eine der Figuren aus Roman Ehrlichs »Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens« (S. Fischer). Um dies zu verdeutlichen, möchte Christoph einen unkonventionellen Horrorfilm drehen – der Stoff für sein Projekt sind die Angstgeschichten, die die am Projekt Beteiligten auf der Bühne des versteckten „Café Porsche“ erzählen. Indem die Dreharbeiten eine unerwartete Wendung ins Gefährliche und Unbekannte nehmen, dehnt sich der Blick auf die heutige Gesellschaft, den dieser Roman ermöglicht, immer weiter aus. Auch Lorenz Just setzt sich in seinem literarischen Debüt mit dem Phänomen der Kehrseite der Menschheit auseinander, mit dem, was als „böse“ bezeichnet werden könnte. Im Erzählband »Der böse Mensch« (DuMont) schreibt Just über die grausamen Erinnerungen seiner Figuren, über die verschiedenen Arten und Weisen, wie diese Figuren mit ihrer Vergangenheit umgehen und über die Abgründe, die sich unerwartet vor ihnen offenbaren. Beide Autoren suchen nicht nach eindeutigen Antworten auf die Frage, was genau die Angst und das Böse sind, sondern beleuchten mit erzählerischer Versiertheit und subtiler Ironie die dunklen Bereiche des Menschlichen in seinen verschiedenen Erscheinungsformen. Über ihre Texte sprechen sie an diesem Abend mit der Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin Wiebke Porombka.

Eintritt 8 € / 5 €*


 

Sofern nicht anders angegeben:
KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

Ausstellungen

Urbans Orbit – Einblicke in den Nachlass eines Übersetzers | Ausstellung. 20. Oktober 2017 – 9. Februar 2018

Tina Brenneisen: Das Licht, das Schatten leert - 08. Juli - 13. Oktober 2017

Portale

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dichterlesen.net

Zeitschrift

Spritz

Projekte

Krieg im Frieden. Internationales Dramatiker*innenlabor

DAS WEISSE MEER. Literaturen rund ums Mittelmeer

Übersetztercolloquium

Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

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