Dienstag
August
20.00 Uhr
11.08.2015

Hausgäste

Christina Maria Landerl, Maxime Coton, Florian Gantner und Stefan Sprenger in Lesung und Gespräch

Maxime Coton © privat

Florian Gantner © privat

Stefan Sprenger © privat

Sommergäste aus Belgien, Österreich und Liechtenstein stellen wir am heutigen Abend vor. Christina Maria Landerl wurde 1979 im oberösterreichischen Steyr geboren und lebt in Wien. 2011 veröffentlichte sie bei Schöffling ihr Debüt „Verlass die Stadt”, das Nico Bleutge in der Süddeutschen Zeitung als „funkelndes kleines Buch” lobte, „das die Welt und die Sprache immer wieder zum Glühen bringt”. Maxime Coton, Jahrgang 1986, lebt in Anderlecht und ist derzeit auf Einladung der Delegation der Französischen Gemeinschaft und der Wallonischen Region zu Gast im LCB. Er arbeitet als Lyriker und Filmemacher und veröffentlichte 2014 den Band „L’imparfait des langues” im Verlag Arbre à paroles. Florian Gantner aus Wien wurde 1980 geboren und veröffentlichte 2012 im laurin Verlag den Roman „Sternschnuppen der Menschheit”. Derzeit arbeitet er an seinem neuen Prosa-Projekt „O.M.”, das sich im Spannungsfeld von Fiktion und Wissenschaft, Literatur und Geschichtsschreibung bewegt. Stefan Sprenger aus Schaan in Liechtenstein beschäftigte sich im Band „Katzengold”, einer Mischung aus Reportage und Erzählung, mit den komplexen Zusammenhängen zwischen Boden, Geld und Herrschaftsverhältnissen im Fürstentum Liechtenstein. Im LCB arbeitet er an seiner Erzählung „Tschütscher”, aus der er heute liest.

Eintritt frei

Mittwoch
August
20.00 Uhr
12.08.2015

Romane in der Rotunde

Sherko Fatah: „Der letzte Ort”
Moderation: Thomas Geiger

open air!

Sherko Fatah © Tobias Bohm

Niemand in der deutschen Gegenwartsliteratur kann so über Gewalt schreiben wie Sherko Fatah. Sein neuester Roman „Der letzte Ort“ (Luchterhand 2014) spielt irgendwo im Irak, könnte aber auch sonstwo in einem der mittlerweile gar nicht so wenigen anderen failed states angesiedelt sein, in denen ein entfesselter Islam mit seinen Glaubensbrüdern und dem Westen gleichermaßen im Kampf liegt. Im Roman bilden der aus der ehemaligen DDR stammende Albert und sein Übersetzer eine Schicksalsgemeinschaft. Sie werden zusammen Opfer einer Entführung und erleben gemeinsam eine Odyssee durch eine von Gewalt beherrschte Landschaft. Am beklemmensten an „Der letzte Ort“, für den der Autor mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet wurde, aber ist, wie viel man über die oft ausweglos erscheinende Lage im Mittleren Osten hätte wissen können, wenn man sich nur dafür interessiert hätte. An diesem Abend im Rahmen unserer Reihe „Romane in der Rotunde“ geht es um Fragen wie die nach einer Poetologie des Schreibens über Gewalt, über das subkutane Wissen der Literatur und über die Schwierigkeiten miteinander zu sprechen, wenn man aus zwei sehr unterschiedlichen Kulturen kommt.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.
Eintritt 8 € / 5 €
*

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Dienstag
August
20.00 Uhr
18.08.2015

Sprachinstallateur. Ein Abend für Thomas Kling

Mit Nora Gomringer, Ulrike Janssen und Norbert Wehr
Gesprächsleitung: Marcel Beyer

Thomas Kling © Renate von Mangoldt

Am 1. April 2005 verstarb Thomas Kling im Alter von 47 Jahren. Er war, das wusste man bereits damals, einer der einflussreichsten Dichter der deutschsprachigen Literatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er war ein Dichter, der sich sehr früh bewusst war, dass Dichtung nicht zuletzt ein performativer Akt ist. Er erfand für sich den Begriff des „sprachinstallateurs“. Seine Konzentration galt vor allem dem auswendig gesprochenen bzw. abzulesenden Text, den er als seine Partitur begriff. Oder um ihn zu zitieren: „Der Dichter erhebt seine Stimme, bringt die in seinen Texten installierten Klimata erneut zur Sprache und weiß dennoch: weißes rauschen…“ Klings Poetik der Vielstimmigkeit und sein Fokus auf die performativen Möglichkeiten des Gedichts haben die Lyriklandschaft aufgerührt und verändert. Zu seinem 10. Todestag erschien nunmehr, herausgegeben von Norbert Wehr und der Hörfunkautorin und -regisseurin Ulrike Janssen, „Die gebrannte Performance“ (Lilienfeld Verlag). Auf vier CDs und damit auf mehr als vier Stunden reiner Hörzeit, kann man so ausgewählte Auftritte von Thomas Kling nachhören und seine Gedichte lebendig erfahren. Darüber hinaus enthält die sorgfältig edierte CD-Sammlung zwei aussagekräftige Gespräche mit Thomas Kling zu seiner Poetik sowie Texte von ihm und Weggefährten im beigefügten Booklet. An diesem Abend wird „Die gebrannte Performance“ mit Hörproben und im Gespräch mit den Herausgebern Ulrike Janssen und Norbert Wehr sowie der Dichterin und Auftrittspoetin Nora Gomringer vorgestellt. Durch den Abend führt der Lyriker und Freund Thomas Klings Marcel Beyer. Wir bedanken uns bei der Kunststiftung NRW, die nicht nur die Edition großzügig förderte, sondern auch diesen Abend.

Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Donnerstag
August
20.00 Uhr
20.08.2015

Studio LCB
Lesung: Ulrich Peltzer

Gesprächspartner: Ursula März und Kathrin Röggla
Moderation: Hubert Winkels

Ulrich Peltzer © Tobias Bohm

„Angefangen wird Mittendrin“ so überschrieb Ulrich Peltzer seine Frankfurter Poetikvorlesung, die er 2011 gehalten hat. Wenn er das obige Zitat auch als eines aus der Werkstatt meinte, ist das Mittendrin aber auch ein wesentliches Merkmal seines Schreibens. Wer bestimmt in einer Gesellschaft, wo die Mitte ist, wer bestimmt den Diskurs und wie ist das eigentlich mit der Beteiligung des Einzelnen in einer Gesellschaft? Das sind die Fragen, die den Autor Ulrich Peltzer seit seinen ersten Büchern, deren stiller Held auch immer das alte West-Berlin war, sein ganzes Leben als Autor beschäftigt haben. Immer wieder spielen die sechziger und vor allem die siebziger Jahre in seine Bücher hinein. Sein neuer Roman „Das bessere Leben“ nimmt viele der alten Fragen wieder auf, er geht einerseits zurück in die USA zu Zeiten des Vietnamkrieges, andererseits beschreibt er in seinem Roman, wie aus den ehemaligen Revolutionären Manager geworden sind. Manager, die ihre Geschäfte zwischen Mailand, Südamerika und Asien machen. Männer, die am Rande des ökonomischen Absturzes agieren. „Das bessere Leben“ (S. Fischer) ist ein spannungsgeladener philosophischer Roman über die Gegenwart, die ihre Vergangenheit nicht abstreifen kann. Im Studio LCB liest Ulrich Peltzer erstmals aus seinem neuen Roman und diskutiert mit der Kritikerin und Autorin Ursula März sowie mit der aus Salzburg stammenden und schon lange in Berlin lebenden Schriftstellerin Kathrin Röggla.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 29. August 2015, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 € *

DLF

Montag
August
20.00 Uhr
24.08.2015

Die Wehmut des Zeitenwechsels
„Hôtel du Nord” von Eugène Dabit und „Das Salz in der Wunde” von Jean Prévost

Die Übersetzerinnen Patricia Klobusiczky und Julia Schoch in Lesung und Gespräch
Moderation: Thorsten Dönges

Eugène Dabit: Hôtel du Nord

Jean Prévost: Das Salz in der Wunde

Klar und schnörkellos sind diese Übersetzungen zweier großer Romane der französischen Zwischenkriegszeit. Patricia Klobusiczky, eine der renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Englischen und Französischen, hat „Das Salz in der Wunde” von Jean Prévost für den Manesse Verlag erstmals ins Deutsche übertragen. Prévost erzählt die Genese eines Aufsteigers, der das faszinierende Spiegelbild des Angestellten ist – und neben diesem auch eine der mythischen Figuren des frühen zwanzigsten Jahrhunderts. Nicht aber Fleiß, Ehrgeiz und Tugend treiben und begleiten die Karriere von Dieudonné Crouzon, es ist Rachsucht an treulosen Freunden, die ihn treibt: Das eigene Glück wird umgemünzt in eine Demütigung der anderen. Julia Schoch, selbst Schriftstellerin (zuletzt erschien 2012 „Selbstporträt mit Bonaparte”), hat Eugène Dabits ikonischen Parisroman „Hôtel du Nord” für Schöffling & Co. neu übersetzt. Ganz anders als in der allzu seicht geratenen Verfilmung wird ungeschönt das Leben der kleinen Leute, der Habenichtse und Proleten geschildert. Und doch wird das Hôtel du Nord unverhofft ein Ort der Wärme. Zwei Zeugnisse einer französischen Spielart der Neuen Sachlichkeit, deren junge und gefeierte Autoren die Nachkriegszeit leider nicht erlebten, sind nun auf Deutsch zu entdecken.

Eintritt 8 € / 5 € *

Dienstag
August
20.00 Uhr
25.08.2015

Romane in der Rotunde

Nora Bossong: „36,9 Grad”
Moderation: Ursula März

open air!

Nora Bossong © Renate von Mangoldt

Mit kühler Eleganz widmete sich Nora Bossong in ihrem letzten Roman „Gesellschaft mit beschränkter Haftung” (2012) der sich verändernden Unternehmenskultur und spielte dabei mit den Formen des Familienromans. Ihr neuer Roman „36,9 Grad”, der in diesen Tagen im Hanser Verlag erscheint, erzählt zwei Geschichten aus zwei Epochen: die des Gramsci-Forschers Anton Stöver, der in Rom nach einem verschollenen Notizheft des italienischen KP-Gründers sucht und sich dabei in eine junge Frau verliebt. Und sie widmet sich einer Episode aus dem Leben Gramscis selbst: Der gebrechliche Philosoph, der Italien vor der Machtübernahme Mussolinis bewahren soll, verliebt sich während eines Sanatoriumsaufenthalts in der Sowjetunion in die junge Genossin Julia Schucht. Der Roman setzt dabei den Konflikt zwischen den großen Gefühlen für einen Menschen und dem großen Kampf für die ganze Menschheit in Szene. Ursula März führt im Rahmen unserer open-air-Reihe „Romane in der Rotunde” durch den Abend.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Samstag
August
ab 14.30 Uhr
29.08.2015

Das Sommerfest

25 Jahre Rowohlt·Berlin Verlag

 

Friedrich Chritian Delius © Jürgen Bauer

Katerina Poladjan © Christine Fenzl

Herfried Münkler © Tobias Bohm

Kirsten Fuchs © Paul Bokowski

Wolfgang Büscher © Frank Zauritz

Horst Evers © Hans-Georg Gaul

Sommer, Sonne, See und ein Stelldichein des literarischen Lebens sind die Grundlage des größten Literaturfestes in Berlin: Das Sommerfest des LCB feiern wir in diesem Jahr anlässlich seines 25. Geburtstags zusammen mit dem Rowohlt·Berlin Verlag. Als er im bewegten Herbst 1990 gegründet wurde, kurz nach der Wende, knüpfte das Haus Rowohlt damit nach fast einem halben Jahrhundert bewusst an seine Hauptstadttradition an. Für Rowohlt·Berlin sind die «berlinischen Züge», wie Heinrich Maria Ledig-Rowohlt sie verstand, Verpflichtung: «Lebendigkeit, Offenheit und Liberalität». Das Spektrum des Programms, das von Entdeckerfreude und dem Gespür für Neues getragen wird, reicht von Gegenwartsliteratur mit den Schwerpunkten Deutschland und Osteuropa über das politische, historische und erzählende Sachbuch bis hin zu den Hochkomikern nicht nur der Titanic-Schule. An diesem Samstag präsentiert sich der Verlag in seinem ganzen Facettenreichtum. Für Ihr leibliches Wohl ist gesorgt. Feiern Sie mit Rowohlt·Berlin und dem LCB das Buch und den Sommer!

Eintritt 8 € / 5 € / Kinder frei*

Von 15 bis 19 Uhr gibt es auf der Wiese vor dem Haus ein buntes Programm für Kinder (Spieleparcours, Malatelier etc.).

Einlass ab 14.30 Uhr

15.00 Uhr
Terrasse
Begrüßung
Gunnar Schmidt und Ingo Fessmann
15.30 Uhr
Terrasse
Friedrich Christian Delius liest aus dem unveröffentlichten Roman „Die Liebesgeschichtenerzählerin”
Moderation: Thomas Geiger
16.00 Uhr
Rotunde
Katerina Poladjan: „Vielleicht Marseille”
Moderation: Dirk Knipphals 
16.30 Uhr
Terrasse
„Kriegssplitter. Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert”
Herfried Münkler im Gespräch mit Jens Bisky
17.00 Uhr
Rotunde
Kirsten Fuchs: „Mädchenmeute”
Moderation: Thorsten Dönges
17.30 Uhr
Terrasse
Szczepan Twardoch: „Morphin” und „Drach”
Moderation: Olaf Kühl
18.00 Uhr
Rotunde
Martin Sonneborn und Oliver Maria Schmitt: „Titanic Boygroup Greatest Hits – 20 Jahre Krawall für Deutschland”
18.30 Uhr
Terrasse
„Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild”
Steffen Martus im Gespräch mit Jürgen Kaube
19.00 Uhr
Terrasse
Ulrich Matthes liest aus Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick”. Moderation: Tobias Rüther
19.30 Uhr
Rotunde
Wolfgang Büscher: „Ein Frühling in Jerusalem”
Moderation: Sylke Tempel
20.00 Uhr
Terrasse
Horst Evers: „Wäre ich du, würde ich mich lieben”
Moderation: Robert Skuppin
20.30 Uhr
Terrasse
Markus Berges („Ein langer Brief an September Nowak”) und seine Band Erdmöbel spielen alte und neue Songs

Im Anschluss Tanzvergnügen mit den DJs Markus Berges, Ekki Maas und Robert Skuppin

Logo

KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

Ausstellung

Zeitsprünge – Idee des Sitzens. Fotografien von Renate von Mangoldt

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