Montag
September
20.00 Uhr
26.09.2016

Studio LCB
Lesung: Navid Kermani

Gesprächspartner: Nora Bossong und Norbert Miller
Moderation: Maike Albath

außer Haus!
Ort: Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin

Navid Kermani © Peter-Andreas Hassiepen

Navid Kermani, Friedenspreisträger des Deutschen Buchhandels 2015, setzt seine literarischen Erkundungen bundesrepublikanischer Gefühlswelten fort und legt jetzt einen ungewöhnlichen Liebesroman vor. „Sozusagen Paris” heißt er, und man wittert Romantik und Ironie. Ob das zusammen geht? Die Sache lässt sich einigermaßen komisch an: Ein in die Jahre gekommener Schriftsteller begegnet seiner Jugendliebe wieder, über die er gerade einen Roman geschrieben hat. Der habilitierte Orientalist Navid Kermani, 1967 als Sohn iranischer Eltern in Siegen geboren, studierte in Köln, Kairo und Bonn, lebte einige Jahre in Isfahan und ist jetzt in Köln zu Hause. In seinem umfangreichen Werk geht er immer wieder den verschiedenen Prägungen auf den Grund. Während er in seinen Poetikvorlesungen „Über den Zufall” Bezugspunkte in der deutschen Literaturgeschichte auffächerte, nahm er in seinem Essay „Ungläubiges Staunen” die Bildwelt des Christentums aus muslimischer Perspektive in den Blick. „Sozusagen Paris” knüpft an den schmalen Band „Große Liebe” an, in dem der Liebesfuror eines Heranwachsenden in der westdeutschen Provinz mit islamischer Mystik verschmolzen war. Im Studio LCB diskutiert Navid Kermani mit der Schriftstellerin Nora Bossong und dem Literaturwissenschaftler Norbert Miller über die Möglichkeiten des fiktionalen und essayistischen Schreibens.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 29. Oktober 2016, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 9 € / 5 €* (Leider war hier und ist im gedruckten Programm ein falscher Eintrittspreis angegeben.)

DLF

Dienstag
September
20.00 Uhr
27.09.2016

Die Liebe unter Aliens. Buchpremiere
Lesung: Terézia Mora

Gesprächspartnerin: Katja Lange-Müller

Terézia Mora © Peter von Felbert

„Der junge Mann war vielleicht 18, der alte ist gar nicht alt, er ist erst 57, er sieht nur aus, wie manch anderer mit 75. Alt gewordenes herzförmiges Kindergesicht. Ehemals große Augen und ein spitzes Kinn, Nasolabialfalten und Krähenfüße, aber so welche, die seitlich am Gesicht hinunterfließen, als hätte ein stetes Rinnsal (wir wollen nicht sagen: aus Tränen) sein Bett in die Haut gegraben. Mit zarter Hand so lange darüber streichen, bis sie weggehen. Falten gehen niemals weg. Streicheln ist dennoch niemals unnütz, aber der Mann, der älter ist, als er aussieht, hat niemanden, der bzw. die ihn streichelt.“ Wer möchte da nicht weiterlesen. Es sind dies die Eingangssätze der ersten Erzählung, „Fisch schwimmt, Vogel fliegt“, von Terézia Moras neuem Erzählungsband. Vorgestellt wird „Die Liebe unter Aliens“ im Gespräch mit der Schriftstellerkollegin Katja Lange-Müller, von der gerade der Roman „Drehtür“ erschienen ist. Erzählungen waren es auch, mit denen Terézia Mora 1999 mit Aplomb die literarische Bühne betrat, „Seltsame Materie“. Es folgten die Romane „Alle Tage“ (2004), „Der einzige Mann auf dem Kontinent“ (2009) und „Das Ungeheuer“ (2013), ausgezeichnet mit dem Deutschen Buchpreis. Terézia Mora zählt überdies zu den renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Ungarischen, insbesondere des Werks von Peter Esterházy.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
September
17.00 + 19.00 Uhr
28.09.2016

Brücke Berlin Preis 2016

Preisverleihung an Szczepan Twardoch und Olaf Kühl
Verleihung des Brücke Berlin Initiativpreises an den Theaterverlag Henschel Schauspiel
Laudatio: Sabine Berking

außer Haus!
Ort: Deutsches Theater, Schumannstraße 13, 10117 Berlin

Szczepan Twardoch: Drach

Der polnische Autor Szczepan Twardoch und sein Übersetzer Olaf Kühl erhalten 2016 den renommierten, zum achten Mal vergebenen „Brücke Berlin“- Literatur- und Übersetzerpreis. Sie werden ausgezeichnet für den Roman „Drach“, der dieses Jahr in deutscher Übersetzung im Rowohlt Berlin Verlag erschienen ist. Um 17 Uhr findet vorab ein öffentliches Podiumsgespräch mit dem Autor und seinem Übersetzer statt. Der Theaterverlag Henschel Schauspiel erhält den Brücke Berlin Initiativpreis für seine nachhaltigen und herausragenden Bemühungen um die Entdeckung und Übersetzung bedeutender Theaterwerke aus dem mittel- und osteuropäischen Raum, beispielsweise aus Russland, Weißrussland oder Rumänien. Mit dem Initiativpreis würdigt die BHF-BANK-Stiftung den wesentlichen Beitrag von Institutionen oder Einzelpersonen, die mit ihrer Arbeit der mittel- und osteuropäischen Literatur im deutschsprachigen Raum ein Podium geben. Gemeinsame Veranstaltung mit der BHF-BANK-Stiftung, dem Goethe-Institut und dem Deutschen Theater Berlin.

17.00 Uhr

Szczepan Twardoch und Olaf Kühl im Gespräch mit Julia Riedhammer (rbb)

19.00 Uhr

Preisverleihung an Szczepan Twardoch und Olaf Kühl. Laudatio: Sabine Berking

Lesung aus „Drach“: Szczepan Twardoch und Marcel Kohler, Ensemblemitglied des Deutschen Theaters

Verleihung des Brücke Berlin Initiativpreises an den Theaterverlag Henschel Schauspiel. Laudatio: Peter Michalzik

Lesung aus „Die grüne Katze“ von Elise Wilk mit Katrin Wichmann, Elias Arens und Marcel Kohler, Ensemblemitglieder des Deutschen Theaters

Anschließend Empfang

Eintritt frei

Logo

Donnerstag
September
20.00 Uhr
29.09.2016

Herkunft
Pierre Guyotat in Lesung und Gespräch

Moderation: Michael Heitz
Lesung der deutschen Übersetzung: Natascha Bub

Pierre Guyotat (c) Diaphanes Verlag

Seltener Besuch in Berlin, Pierre Guyotat … Gerade erschien im Verlag Diaphanes die deutsche Ausgabe von „Herkunft”, übersetzt von Heinz Jatho. Guyotat berichtet von der sinnlichen, emotionalen, geistigen Formung eines Kindes, das zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in einem Dorf im Südosten Frankreichs in eine alte, katholische Familie ohne Vermögen geboren wurde. Wie die meisten seiner Bücher hat Pierre Guyotat das Buch nahezu vollständig im Indikativ Präsens geschrieben. Die Gedanken sind die eines Kindes, das nicht aufhört, seine Angehörigen zu befragen, dann die eines Heranwachsenden, der mit vierzehn Jahren zu schreiben beschließt – doch die Ideen und Konflikte, die sich darin manifestieren, sind die seiner Umgebung, seiner Zeit, seines Orts. Pierre Guyotat gilt als einer der bedeutendsten Avantgardisten und Erneuerer der französischen Literatur. 1960 veröffentlichte er seinen ersten Roman »Sur un cheval«. Im gleichen Jahr wurde er in den Krieg nach Algerien einberufen, wo er 1962 wegen Aufrufs zur Desertion und der Verbreitung verbotener Schriften in Haft kam. Mit seinen beiden Werken „Grabmal für fünfhunderttausend Soldaten” und „Eden Eden Eden”, das eine scharfe Kontroverse auslöste und jahrelanger Zensur anheim fiel, wurde er einem breiten Publikum bekannt. Nachdem sein von radikalem Formwillen geprägtes Schreiben durch eine mehrjährige psychiatrische Krise abrupt unterbrochen wurde, fand er 2006 mit dem diese Zeit verarbeitenden Werk „Coma” zurück in die Öffentlichkeit. Mit Unterstützung durch das Institut Français de Berlin.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Oktober
20.00 Uhr
05.10.2016

Vertraute Dinge, fremde Dinge
Teju Cole in Lesung und Gespräch

Eröffnung der Foto-Ausstellung A Room with a View
Gesprächspartner: Thomas Böhm

Ausstellung: Teju Cole – A Room with a View. 5. Oktober 2016 – 20. Januar 2017

Teju Cole © Tobias Bohm

Teju Cole, dessen Bücher und Fotografien weltweit für Aufsehen sorgen, hat den Juni letzten Jahres als Stipendiat im LCB verbracht. Entstanden sind in dieser Zeit sowohl Texte, die in den Essayband „Vertraute Dinge, fremde Dinge“ (Hanser Berlin) eingegangen sind, als auch Fotografien. Letztere sind nun – unter dem Titel „A Room with a View“ - zum ersten Mal in einer kleinen Ausstellung zu sehen, jedes Foto begleitet von einem kurzen Kommentartext. Thomas Böhm spricht mit Teju Cole über dieses Zusammenspiel von Bild und Text und, damit eng verwoben, über die neu erschienenen Essays. In ihnen betrachtet Cole Kunst, wie er die Welt betrachtet: mit dem Blick eines unsystematischen Historikers, der zunächst beobachtet, beschreibt, das Offensichtliche betrachtet, um zum weniger Offensichtlichen vorzudringen, das darunter liegt. Seine Essays handeln vom Unterwegssein, von politischer Moral, von Rassismus und von dem, was ihn geistig nährt, ob Essays von Baldwin, Gedichte von Tranströmer oder neue Meister der Fotografie auf Instagram. Und immer wieder zieht er erhellende Verbindungen, von der konkreten Gegenwart zur Dichtung, von der Geschichte zur Kunst.

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
Oktober
20.00 Uhr
06.10.2016

Handbibliothek der Unbehausten
Volker Braun in Lesung und Gespräch

Gesprächspartnerin: Katharina Schultens

Volker Braun © Renate von Mangoldt

Aus Anlass seines neuen Gedichtbandes „Handbibliothek der Unbehausten“ (Suhrkamp Verlag)kommt Volker Braun ins Gespräch mit der Dichterkollegin Katharina Schultens: Wovon spricht die Dichtung zu Beginn des 21. Jahrhunderts? Noch immer, oder nun erst, von der Wildnis der Gesellschaft. Am Kilometer Null der Empörung, auf der Puerta del Sol in Madrid, sah Volker Braun die Handbibliothek, die seinem neuen Buch den Titel gibt. In ihm stehen die Gedichte wie in improvisierten Regalen, einzelne kleine Schriften, leicht herauszugreifen und zu benutzen. Und von Wanderwesen & Fabelarbeitern ist darin die Rede, den Nackten und den Vermummten, der ungesättigten Menge (ein Riß geht hindurch bis zum Bodensatz), der unbehausten Menschheit. Der Dichter sieht sich auf der warmen Erde, worin die Sohlen wohnen, eine Zuflucht der Sinne suchend und Lust, nicht Hoffnung ziehend aus dem Rohstoff. Die vier Sammlungen entstanden in zehn Jahren neben den Prosa- und Theatertexten. „Gedichte sind der Kern der Arbeit, das beiläufige Eigentliche.“

Eintritt 8 € / 5 €*

Dienstag
Oktober
20.00 Uhr
11.10.2016

Hausgäste

Mercedes Lauenstein, Jeff Schinker, Carlo Spiller, Michelle Steinbeck und János Áfra in Lesung und Gespräch

Mercedes Lauenstein © Juri Gottschall

Jeff Schinker © privat

Carlo Spiller © privat

Michelle Steinbeck © privat

János Áfra © Dóra Pazonyi

„Schreiben ist Wichtigtuerei, Arroganz, Aufmerksamkeitsgeilheit, totaler Narzissmus und erbärmlichste Bedürftigkeit“ - so illustriert Mercedes Lauenstein das tägliche Ringen mit ihrem Beruf. Sie ist einer von vier jungen Hausgästen, die heute Abend die Bühne des LCB betreten: zwei aus der Schweiz, einer aus Luxemburg und die zitierte Autorin aus München.

Mercedes Lauenstein, die als freie Journalistin für Zeit, SZ, Welt und andere Medien schreibt, hat im vergangenen Jahr ihren Debütroman „nachts“ veröffentlicht und arbeitet derzeit im LCB an ihrem zweiten Buch.

Ebenfalls 2015 erschienen die Novelle „Retrouvailles“ des Luxemburger Literaturwissenschaftlers Jeff Schinker und der Gedichtband „Das Scheitern der Schmetterlinge“ von Carlo Spiller aus der Schweiz. „Retrouvailles“ erzählt von einem Klassentreffen, in dessen Verlauf den Teilnehmern zusehends die Kontrolle entgleitet, während sich in Carlo Spillers Debüt eine vielversprechende Sammlung sprachlicher Capricen findet.

Unter gehörigem Aufwirbeln der Feuilletonseiten landete Michelle Steinbecks erster Roman „Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch“ direkt auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2016.

Und schließlich stellen wir den ungarischen Autor János Áfra vor, einen der interessantesten Lyriker Ungarns, der jetzt auch im Ausland entdeckt wird.

Eintritt frei

Donnerstag
Oktober
10.00 - 18.00 Uhr
13.10.2016

Bio, Mondwein, hüpfeln, Heighleitz
Eine ganztägige und sprachübergreifende Fortbildung zur deutschen Wortbildung. Für literarische Übersetzer und andere Interessierte

Mit Beiträgen von Katrin Hein und Monika Rinck
Leitung: Gabriele Leupold und Eveline Passet

 

V-Ausschnitt, herbstfertig, Überfluss, taumelig … Das Deutsche kann fast unbegrenzt Wörter bilden. Doch wie geschieht das? Und worin besteht der Reiz und Nutzen dieser Schöpfungen? Die Linguistin Katrin Hein bietet in ihrem Vortrag Das Deutsche als Wortbildungssprache einen Überblick über die wichtigsten Mittel zur Schaffung neuer Lexeme und untersucht die spezifische Qualität der so entstandenen Wörter, auch in ihrem textlichen Umfeld. Unter dem Titel „Dötterhämmerung, Masernratti, Wolfo und Pfau weh” stellt die Lyrikerin und Essayistin Monika Rinck ihr Begriffsstudio vor. Dieses richtet seit zwanzig Jahren immer weitere Kammern ein, für neue Begriffe – Findungen, die viele Patinnen und Paten haben: Brüderchen Zufall und Schwesterchen Leseschwäche sind nur zwei davon, Aufmerksamkeit und das Fähnchen im Diskurs zwei weitere ...

An die Vorträge schließen sich, wie gewohnt, zwei parallel stattfindende Werkstätten an. Der Eintritt ist frei, 12 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiss und Getränke sind vorgesehen. Anmeldung per Mail erbeten an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619.

Eintritt frei

Samstag
Oktober
20.30 Uhr
15.10.2016

Hilfe, das Volk kommt!

Szenische Lesung mit Texten von Zainab Magdy (Kairo), Ahmet Sami Özbudak (Istanbul) und Ariane Koch (Basel)

Außer Haus!
Ort: Studio R des Maxim Gorki Theaters, Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin

Zainab Magdy © privat

Ahmet Sami Özbudak © privat

Ariane Koch © privat

Für das Projekt „Hilfe, das Volk kommt! Empörung, Engagement, Aufbrüche und Sackgassen“ sind im Dezember 2015 die drei TheaterautorInnen Ariane Koch (Schweiz), Zainab Magdy (Ägypten) und Ahmet Sami Özbudak (Türkei) für einige Wochen im LCB zusammengekommen, um sich über die gesellschaftlichen Themen auszutauschen, die sie beschäftigten. Wie können gesellschaftliche Analyse, transnationales Denken und ästhetische Ausdrucksformen auf der Bühne miteinander- und ineinander wirken? Wie reagieren DramatikerInnen, deren Credo es ist, sich mit ihrem Theater in gesellschaftliche Debatten und Entwicklungen einzumischen, auf die neuen Bürgerbewegungen? Die Texte, die dabei entstanden sind, werden jetzt im Rahmen des Theaterfestivals „United Background – Theater zur Demokratie“ als szenische Lesungen im Studio R des Gorki Theaters aufgeführt.

In Zusammenarbeit mit dem Maxim Gorki Theater. Mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung
Eintritt 10 € / ermäßigt 5 €
Vorverkauf über das Maxim Gorki Theater

Montag
Oktober
9.30 - 17.30 Uhr
17.10.2016

Viele Wege führen nach Rom ... oder zum Literaturübersetzen
Berufskundeseminar für Einsteiger und Zukunftsplaner

Leitung: Claudia Steinitz und Jochen Schwarzer

 

Das Seminar richtet sich an alle, die mehr über die Wege zum Literaturübersetzen und die rechtlichen und wirtschaftlichen Seiten dieses Berufs erfahren wollen. Besprochen werden: Möglichkeiten des Einstiegs, Auftragsakquise, Vertragsgestaltung, Honorare, Urheberrecht, Künstlersozialkasse, VG Wort, Stipendien, Übersetzerverband und Gewerkschaft. Seminarleitung: Claudia Steinitz (seit 25 Jahren Übersetzerin aus dem Französischen) und Jochen Schwarzer (seit 20 Jahren Übersetzer aus dem Englischen).

Für einen Imbiss und Getränke bitten wir vor Ort um einen Unkostenbeitrag von 12 Euro. Anmeldungen erforderlich – bitte mit kurzer Angabe, ob Sie über das Literaturübersetzen noch nachdenken oder schon auf dem Weg dazu sind – bis 11. Oktober 2016 per Mail an: claudia.steinitz@t-online.de.

Dienstag
Oktober
20.00 Uhr
25.10.2016

In den Wäldern des menschlichen Herzens
Antje Rávic Strubel in Lesung und Gespräch

Moderation: Ursula Krechel

Antje Ravic Strubel © Zaia Alexander

„Man braucht Geduld mit der Natur, auch mit der menschlichen“ heißt es an einer Stelle im neuen Roman von Antje Rávic Strubel. Mit großer Eindringlichkeit zeichnet die Autorin Szenerien am Strand oder im Wald, Bäume und Felsformationen; und mittendrin die Menschen mit ihrer Lust und ihren Launen - und ihrer Sehnsucht. Mit „In den Wäldern des menschlichen Herzens“ (S. Fischer) ist der Potsdamer Autorin eine queere Geschichte gelungen, die (fast) vollkommen auf das Gerüst theoretischer Begrifflichkeiten verzichten kann. Sie verhandelt die Irrungen und Wirrungen der Liebe und der geschlechtlichen Identität mit zarter Beiläufigkeit, sehr nah an den Figuren und doch nie voyeuristisch. Leichtigkeit vermittelt auch die Form des Episodenromans, der Figuren sich verwandeln und in neuer Gestalt, in einem neuen Leben auf die Bühne zurückkehren lässt. Gewicht verleihen dem Buch seine Sujets: Die Tragik der Liebe in Zeiten der Gewohnheit und die Frage, welche Vorbilder und Identifikationsfiguren es eigentlich für die Figuren geben kann, von denen hier erzählt wird - und für die Beziehungsformen, die sie leben. Mit Antje Rávic Strubel spricht ihre Autorenkollegin Ursula Krechel, von der zuletzt bei Jung und Jung die großartige Essaysammlung „Stark und leise. Pionierinnen“ erschienen ist.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Oktober
20.00 Uhr
26.10.2016

Das Glück der kurzen Form
Jan Brandt, Martin Lechner und David Wagner in Lesung und Gespräch

Moderation: Anne-Dore Krohn

Jan Brandt © Eva Napp

Martin Lechner @ Katja Boldt

David Wagner © Tobias Bohm

„Was die Prosa-Kunst angeht, sind Publikum und Kritik in diesen Zeiten doch recht romanfixiert. Dabei entstehen Saison für Saison wunderbare Bände mit Erzählungen, Prosaminiaturen, Skizzen und Kürzestgeschichten. Drei herausragende Bände stellen wir am heutigen Abend vor. „Wahre Geschichten aus Los Angeles“ verspricht der Untertitel von Jan Brandts neuem Buch „Stadt ohne Engel“. Dieses Text-Kaleidoskop versammelt literarische Reportagen, Kritiken und Essays. Persönliche Begegnungen und Beobachtungen verbinden sich mit Zeitungsartikeln, Twitter-Meldungen und Facebook-Einträgen zu einem kollektiven Rauschen aus dem Innenleben dieses aberwitzigen Stadt-Gebildes. An sehr viele sehr unterschiedliche Orte nimmt uns David Wagners „Ein Zimmer im Hotel“ mit. Mehr als einhundert Hotelzimmer, wie jeder sie kennt und so doch noch nie gesehen hat, beschreibt das Buch, das aufregend und anregend lauter Sensationen des Gewöhnlichen beschreibt – eine Schule des Wahrnehmens. 63 Texte auf knapp 170 Seiten bietet der Erzählungsband „Nach fünfhundertzwanzig Weltmeertagen“ von Martin Lechner. Gerade einmal drei Zeilen umfasst der kürzeste Text, der längste 14 Seiten. Die Leserinnen erwartet ein grandioses Feuerwerk von Einfällen, Hirngespinsten, Miniromanen und aberwitzigen Szenen, die die Phantasie auf Touren bringen: Es lebe die kurze Prosa!

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
Oktober
20.00 Uhr
27.10.2016

Im Kopf von Teresa Präauer

Teresa Präauer durchstreift mit der Comic-Autorin Line Hoven ihr Werk und ihren neuen Roman „Oh Schimmi“. Reisebegleitung: Paul Jandl

Treresa Präauer © Tobias Bohm

Teresa Präauers Romane kennen keine Grenzen. Sie durchwandern die Genres, nehmen die Worte wörtlich, um aus ihnen neue Wirklichkeiten zu schaffen, und sie sind so bildstark, dass es nicht weit ist vom Text zur grafischen Arbeit der österreichischen Autorin. Intelligenz, Poesie und Anspielungsreichtum haben ihren prominenten Platz in einem Werk, das die Welt noch einmal neu erzählt: als Geschichte des Fliegens im Debütroman „Für den Herrscher aus Übersee“, als erträumte Freundschaft in „Johnny und Jean“ oder als „Schimmifikation“ wie im neuen Roman „Oh Schimmi“ (Wallstein Verlag), wo die Menschwerdung so weit geht, dass einer sich zum Affen macht. Mit Teresa Präauer und der kongenialen Graphic-Novel-Autorin und Illustratorin Line Hoven wird eine Reise durch einen Kosmos unternommen, der alle Himmel und Höllen der Fantasie kennt und der im LCB zur mehrdimensionalen Wirklichkeit werden soll: im Gespräch und in Bildern, in Assoziationen und Abschweifungen. Gemeinsam werden Teresa Präauer und Line Hoven über die Macht der Erfindung reden und über künstlerische Biografien, die spannend sind wie kaum andere. Die Schriftstellerin und bildende Künstlerin Teresa Präauer wurde 1979 in Linz geboren und hat für ihr Debüt „Für den Herrscher aus Übersee“ den „aspekte”-Literaturpreis bekommen. Im Sommersemester 2016 hatte sie die Samuel-Fischer-Gastprofessur für Literatur an der Freien Universität Berlin inne. Line Hoven, 1977 in Bonn geboren, hat zahlreiche Bücher illustriert und ist Autorin der Graphic Novel „Liebe schaut weg“ (Reprodukt Verlag).

Eintritt 8 € / 5 €*

Montag
Oktober
20.00 Uhr
31.10.2016

Dichterlesen.net: Unterhaltungen deutscher Eingewanderten
Mit Marica Bodrožić und Deniz Utlu

Moderation: Jan Bürger und Florian Höllerer

Marica Bodrožić © Peter von Felbert

Deniz Utlu © privat

Seit letztem Herbst ist das digitale Tonarchiv „Dichterlesen.net“ online – ein Portal, auf dem das LCB in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach und dem Literaturhaus Basel historische und aktuelle Veranstaltungsmitschnitte zum Nachhören präsentiert und in virtuellen Themenräumen Einblick in die Vielfalt der verfügbaren Audio-Materialien gibt.In unserem neuen Hörraum „Unterhaltungen deutscher Eingewanderten“ gehen die beiden Autoren Marica Bodrožićć und Deniz Utlu der Frage nach, wie sich Erfahrungen von Migration und Flucht in der deutschen Literatur widerspiegeln. Beide Autoren haben die Tonarchive in Berlin und Marbach gesichtet und auf Grundlage unzähliger Stimmen z.B. von Paul Celan, Ruth Klüger, Hilde Domin, Elias Canetti, Georges-Arthur Goldschmidt, Emine Sevgi Özdamar oder Katja Petrowskaja einen jeweils eigenen audiovisuellen Onlineparcours kreiert. Sie reflektieren in diesen, ob eine sogenannte „Migrantenliteratur“ überhaupt existiert und hinterfragen Sprachbilder wie „Heimat“, „Muttersprache“ oder „Identität“. An diesem Abend werden Marica Bodrožić und Deniz Utlu mit Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach) und Florian Höllerer (LCB) über die Polyphonie der deutschen Literatur diskutieren und einige besondere Fundstücke zu Gehör bringen.

Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem kleinen Empfang ein.
Eintritt 8 € / 5 €
*

 

Sofern nicht anders angegeben:
KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
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