Dienstag
September
20.00 Uhr
08.09.2015

Traumschiff

Buchpremiere: Alban Nikolai Herbst
Moderation: Wiebke Porombka

Alban Nikolai Herbst © Renate von Mangoldt

„Was vorher war und was noch kommt, versinkt in dem Bewusstsein“, notiert der alternde Gregor Lanmeister an Bord eines kleinen Kreuzfahrtschiffes auf dem Weg zurück nach Europa. „Doch alles“, denkt er weiter, „geht nur langsam unter. Wir sehen ihnen zu, den Dingen, und denken, wie gut sie doch schwimmen. Dafür gibt es ein Wort, wenn man etwas gegen die See abdichtet. ‚Kalfatern‘. Wir denken, uns kalfatert zu haben. Auch ich dachte es. Bis ich zu bleiben beschloss.“ So beobachtet er das Meer und entsinnt sich Monsieur Bayouns, der ihm ein geheimnisvolles Sperlingsspiel hinterließ, erinnert sich an die dralle, freche Frau Seifert und wird mit einer eigenwilligen Gesellschaft bekannt, die sein Bordgeschehen fortan prägt – der Gambler Gilburn etwa und ein schrulliger Meeres-Clochard, die junge Pianistin Kateryna, die er liebevoll Lastotschka nennt, sowie die stolze Lady Porto. Und leise wandelt sich die lange Reise zur See zu einer ins Herz eines sterbenden Mannes, der zwar schon lange nicht mehr spricht, auch seine Lieben nicht mehr erkennt, aber in seinem Innern um so reicher wird, je näher das Schiff seinem Tod kommt. - Wie Alban Nikolai Herbsts umstrittener Roman „Meere” (2003) ist auch „Traumschiff“ wieder bei mare erschienen. Nach Abschluss seiner romanästhetisch forcierten „Anderswelt“-Trilogie scheint Herbst sich nunmehr einem stilleren, dem quasi klassischen Erzählen zugewendet zu haben. Eine Umkehr? Wiebke Porombka wird ihn fragen. Im Netz ist „ANH“ mit dem Literarischen Weblog „Die Dschungel. Anderswelt“ allerdings nach wie vor präsent.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Montag
September
20.00 Uhr
14.09.2015

Studio LCB

Lesung: Katharina Hacker
Gesprächspartner: Ruth Schweikert und Knut Wenzel
Moderation: Maike Albath

Katharina Hacker

Israel lässt Katharina Hacker nicht los. Die 1967 in Frankfurt am Main geborene und seit vielen Jahren in Berlin beheimatete Schriftstellerin, 2006 für „Die Habenichtse” mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet, kehrt in ihrem neuen Roman „Skip” (S. Fischer Verlag) in das Land zurück, in dem sie ab 1990 zu Hause war und Philosophie und Judaistik studierte. Allerdings zieht es ihren Titelhelden Skip Landau, einen Architekten aus Tel Aviv, der sich vor allem für „das Sichtbare“ interessiert, sehr zum Ärger seiner Frau dauernd aus Israel fort. In der Mitte seines Lebens ruft ihn eine innere Stimme nach Paris, wo ihm im Hotelzimmer ein junger Mann erscheint und kurze Zeit später ein Zugunglück passiert. Etwas Ähnliches wiederfährt ihm in Amsterdam, später anderswo, jedes Mal kommt es zu einer Katastrophe. Diese Aufträge, die er nicht abzulehnen vermag, lassen beinahe seine Familie auseinander brechen. Bis Skip begreift, dass er nicht nur für die Toten, sondern auch für die Lebenden Verantwortung trägt. Katharina Hacker, in zahlreichen Romanen mit zeitgenössischen Stoffen und Erzählformen befasst, nähert sich in ihrem neuen Buch philosophischen Fragestellungen: Ob Denken traurig macht, welche Bedeutung der Tod hat und wie es sich mit dem richtigen Leben verhält. Im Gespräch mit der Autorin Ruth Schweikert und dem Theologen Knut Wenzel diskutiert Katharina Hacker über die Möglichkeiten, sich diesen großen Themen erzählerisch zu nähern.
Eintritt 8 € / 5 €
*

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk. Sendetermin auf UKW 97,7: 26. September 2015, 20.05 Uhr.

Mittwoch
September
20.00 Uhr
16.09.2015

Telluria. Buchpremiere

Eine Leseperformance mit Vladimir Sorokin und dem Kollektiv Hammer und Nagel

Vladimir Sorokin /Kollektiv Hammer und Nagel

Eurasien, Mitte des 21. Jahrhunderts. Nach Religionskriegen, Revolutionen und Aufständen ist der Kontinent zwischen Atlantik und Pazifik in isolierte Kleinstaaten zerfallen. Russland ist in Tiefschlaf gesunken, Moskau steigt auf Kartoffelgas um, es herrscht ein aufgeklärt theokratisch-kommunofeudalistisches Regime, das Umland befindet sich in chinesischer Hand. Der Zwergstaat SSSR, Stalinische Sozialistische Sowjetrepublik, eine Oligarchen-Gründung, ist zum Paradies für Linksradikale jeglicher Couleur geworden. Das Sehnsuchtsland aber ist die Bergrepublik Telluria. Hier wird die Droge Tellur, andernorts als schweres Suchtmittel geächtet, zur Heilung eingesetzt. Um diesen Glücksstoff, der zu Nägeln gemacht und in die Köpfe gehämmert wird, dreht sich das Tun und Trachten aller Figuren des Romans, in denen wir uns selbst und die Akteure unserer Geschichte wiedererkennen. „Telluria“, Vladimir Sorokins neuer, als opus magnum gefeierter Roman entfacht in fünfzig Kapiteln ein Feuerwerk der Genres und Stile, vom Märchenton und orientalischer Poesie bis zur Live-Reportage, von Marco Polo bis Viktor Pelewin. Acht Übersetzerinnen und Übersetzer haben der deutschen Fassung (Verlag Kiepenheuer & Witsch) eine vielstimmige Gestalt gegeben. Zur Premiere werden der Autor und seine Übersetzer vom „Kollektiv Hammer und Nagel“ – vertreten durch Gabriele Leupold, Olga Radetzkaja, Andreas Tretner und Dorothea Trottenberg – dem Publikum mit einer exklusiven Performance Zugang zum Buch verschaffen.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Donnerstag
September
20.00 Uhr
17.09.2015

Die vielen Tode unseres Opas Jurek. Buchpremiere

Lesung: Matthias Nawrat
Moderation: Artur Becker

Matthias Nawrat © Sebastian Hänel

Opa Jurek hat ein dramatisch bewegtes Leben geführt: im besetzten Warschau, nachts auf der Straße, lief er in der Sperrstunde zwei deutschen Soldaten in die Arme. In der „weltberühmten” Ortschaft Oświęcim hat er als Zwangsarbeiter den Todeshunger kennengelernt. In Opole, der vom Krieg zerstörten Stadt auf dem Mond, träumte er vor den leeren Regalen seines Lebensmittelgeschäfts Nr. 6 von Delikatessen und mehrgängigen Mittagessen. Aufgestiegen zum Direktor eines Warenhauses und erfolgreichsten Delikatessenverkäufer von Opole, fand er sich dann in der Todesdunkelheit einer Zelle wieder. Nun ist er tot, es bleiben seine Geschichten. Matthias Nawrat, 1979 im polnischen Opole geboren, hat mit seinen Romanen „Wir zwei allein” (2012) und „Unternehmer” (2014) für Aufsehen gesorgt, im Sommer 2012 war er als Stipendiat zu Gast im LCB. Sein neues trauriges komisches Buch „Die vielen Tode unseres Opas Jurek” (Rowohlt Verlag) verbindet Alltag und Politik, Straßenwitz und Kriegserfahrung, Autobiographisches und Fiktion zu einem Schelmenroman über einen polnischen Großvater, der die Geschichten erzählt, die gerade im Begriff sind, Geschichte zu werden. Über den Roman spricht er mit seinem Schriftstellerkollegen Artur Becker (LCB-Stipendiat 2003), von dem zuletzt die Novelle „Sieben Tage mit Lidia” (weissbooks) erschienen ist. Im Anschluss an Lesung und Gespräch lädt der Rowohlt Verlag zu einem kleinen Umtrunk ein.
Eintritt 8 € / 5 €
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Gefördert aus dem „Grenzgänger”-Programm der Robert Bosch Stiftung.

Dienstag
September
20.00 Uhr
22.09.2015

Leben zwischen Wirklichkeit und Fiktion

Hans Joachim Schädlich und sein Biograph Theo Buck in Lesung und Gespräch
Moderation: Thomas Geiger

Hans Joachim Schädlich © Jürgen Bauer

Am 8. Oktober wird der vielfach preisgekrönte Schriftsteller Hans Joachim Schädlich 80 Jahre alt. Pünktlich zu diesem Anlass ist in diesem Jahr im Böhlau Verlag eine erste umfassende Biographie zu Leben und Werk des in Reichenbach im Vogtland geborenen Autors erschienen. Verfasst wurde sie vom emeritierten Germanistikprofessor Theo Buck. „Präzision, Knappheit, `Röntgenblick` auf die Wirklichkeit, dynamische Transformation des Faktischen, Parabelcharakter, Ironie und kritische Verve“, so beschreibt der Biograph knapp und präzise die wesentlichen Elemente der Literatur von Hans Joachim Schädlich. Mit der Erfindung von Schott und dem ewigen deutschen Spitzel Tallhover hat der Autor für alle, die diese Romane gelesen haben, zwei unvergessliche Romanhelden geschaffen – um nur zwei Titel kurz zu nennen. Theo Bucks „Hans Joachim Schädlich – Leben zwischen Wirklichkeit und Fiktion“ ist Lebensbeschreibung und Werkanalyse in einem. Darüber hinaus, das lässt sich bei Hans Joachim Schädlich nicht vermeiden, ist die Biographie auch eine kurze Geschichte der beiden Deutschlands und der Wiedervereinigung von 1990. Denn Schädlich gehört zu den Autoren, dessen Texte nicht in der DDR erscheinen konnten. Und dann ist da noch die Sache mit B. „Die Sache mit B.“ ist der Text überschrieben, in dem Hans Joachim Schädlich die Stasibespitzelung durch seinen eigenen Bruder beschreibt. An diesem Abend lesen Biograph und Biographierter, durch den Abend führt Thomas Geiger.
Eintritt 8 € / 5 €
*

In Zusammenarbeit mit dem Böhlau Verlag

Mittwoch
September
20.00 Uhr
23.09.2015

Reden wir über das Christentum. Sachbücher im Gespräch

Mit Navid Kermani. Gesprächspartner: René Aguigah und Jens Bisky

Navid Kermani © BOGENBERGER Photographiee

„Gott ist schön“, so hieß Navid Kermanis Buch über das ästhetische Erleben des Koran. Heute ist Kermani nicht nur als Orientalist bekannt, sondern vor allem als deutscher Schriftsteller und eingreifender Intellektueller, der im Oktober mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. In seinem neuen Buch „Ungläubiges Staunen“ (C.H. Beck Verlag) versenkt sich Kermani, der Muslim, in die Bildwelt des Christentums. Wer ihm folgt, erfährt nicht nur Neues über Botticelli, Caravaggio oder Rembrandt, sondern vor allem über Schönheit und Schrecken einer Religion, die die Welt noch in der Gegenwart prägt. Ob diese Meditationen ein Sachbuch ergeben? Ohne Zweifel. Aber eines, das als literarisch gelten darf.
Eintritt 8 € / 5 €
*

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandradio. Sendetermin auf UKW 89,6: 4. Oktober 2015, 00.05 Uhr.

Donnerstag
September
20.00 Uhr
24.09.2015

25 Jahre Akademie Schloß Solitude

Solitude Atlas. Es lesen Rasha Abbas, Martin Beck, Barbara Bongartz, Vanessa Emde, Franziska Gerstenberg, Jürgen Große, Philip Kleinmichel, Anne Köhler, Anna Langhoff, Alexej Schipenko, Dirk Schulte, Gerhild Steinbuch, Anja Tuckermann, Anna Maria Volkland, Michael Wildenhain und Tod Wodicka. Moderation: Jean-Baptiste Joly

Solitude-Atlas

Auf Einladung des LCB feiert die Akademie Schloss Solitude (Stuttgart) an diesem Abend ihr 25-jähriges Bestehen in Berlin und stellt ihre neueste Publikation, den „Solitude Atlas“ vor, an dem sich 145 Autorinnen und Autoren beteiligt haben. Alle waren sie zwischen 1990 und 2015 Stipendiaten an der Akademie und haben für den Atlas einen Essay, ein Gedicht, eine kurze Erzählung, einen Brief oder einen Bildbeitrag geliefert, über die Stadt, in der sie zurzeit leben. In dieser besonderen Publikation kommen beinahe hundert Städte vor, in Europa, Nord- und Südamerika, in Afrika sowie in Zentral-, Vorder- und Südostasien. Die Texte erscheinen jeweils in der Originalsprache und in deutscher Übersetzung. Somit zeugt diese eklektische Textsammlung in zwanzig verschiedenen Sprachen von der einzigartigen kulturellen Diversität, die die Akademie Schloss Solitude kennzeichnet. An diesem Abend lesen Autorinnen und Autoren des Solitude Atlas, die zurzeit in Berlin leben. In den Abend führt Jean-Baptiste Joly ein, Direktor der Akademie, und unterhält sich mit Phil Baber, der den Atlas gestaltet, und mit Elisa Calosi, die die Arbeit der zahlreichen Autoren, Übersetzer und Lektoren koordiniert hat.
Eintritt frei

Freitag
September
ab 16.00 Uhr
25.09.2015

Denn wir haben Deutsch. Luthers Sprache aus dem Geist der Übersetzung

Übersetzertag 2015. Vorträge, Podien, Darbietungen mit Marie Luise Knott, Sibylle Lewitscharoff, Christian Hansen, Jan Wagner, Susanne Lange, Lothar Müller, Nora Gomringer, Josef Winiger, Marcel Beyer, Monika Rinck, Ulf Stolterfoht und Heinrich Detering

Luther 2017

Mit ihm steige „die fülle und freiere behandlung der literatur”, urteilte Jacob Grimm in der Vorrede zum Deutschen Wörterbuch. Und Hans Sachs, der Meistersinger, rühmte ihn „Die Wittenbergisch Nachtigall”. Der Übersetzertag 2015 widmet sich Martin Luthers Sprache. Anlass ist das Erscheinen des Buches „Denn wir haben Deutsch. Luthers Sprache aus dem Geist der Übersetzung”, herausgegeben von Marie Luise Knott, Thomas Brovot und Ulrich Blumenbach (Verlag Matthes & Seitz Berlin). Angestiftet vom Deutschen Übersetzerfonds, legen sich literarische Übersetzer und Schriftsteller in den 15 Beiträgen des Bandes mit viel Sinn fürs Feinstoffliche eigene Zugänge zu den Schriften des Übersetzer-Ahnen.

16:00 Uhr Begrüßung durch Jürgen Jakob Becker und Marie Luise Knott
16:15 Uhr Vortrag Über Wortgewalt. Sibylle Lewitscharoff
16:45 Podium Vom Geist der Übersetzung. Christian Hansen, Jan Wagner und Susanne Lange
im Gespräch mit Lothar Müller
18:15 Uhr Zwischenspiel: Großer Vorrat 1. Nora Gomringer liest Luther
18:30 Uhr Empfang
19:30 Uhr Auftakt. Luther und Melanchthon. Josef Winiger
19:50 Uhr Zwischenspiel Großer Vorrat 2. Nora Gomringer liest Luther
20:00 Uhr Podium Und haltet mir meinen Groove zugute. Marcel Beyer, Nora Gomringer, Monika Rinck und Ulf Stolterfoht im Gespräch mit Heinrich Detering
21:30 Uhr Die Bar ist geöffnet
Eintritt 8 € / 5 €
*

Eine Veranstaltung des Deutschen Übersetzerfonds. „Denn wir haben Deutsch” wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Deutscher Übersetzerfonds

Montag
September
20.00 Uhr
28.09.2015

Hausgäste

Krystyna Dąbrowska, Julia Trompeter und Nora Wagener in Lesung und Gespräch

Krystyna Dabrowska © Maciej Grzybowski

Julia Trompeter

Nora Wagener © Patrick Galbats

Drei unserer Hausgäste zwischen Sommer und Herbst stellen sich in Lesung und Gespräch dem Berliner Publikum vor: Krystyna Dąbrowska wurde 1979 geboren und führt die große polnische Lyriktradition weiter. 2013 erhielt sie für ihren Gedichtband „Weiße Stühle” den Wisława-Szymborska-Preis und den Preis der Koscielski-Stiftung. Erste Übersetzungen ihrer Texte (Ü: Renate Schmidgall) sind in den „Akzenten” erschienen. Julia Trompeter, 1980 in Siegburg geboren, studierte Philosophie, Germanistik und Klassische Literaturwissenschaft in Köln. Bekannt wurde sie hauptsächlich durch ihre Lyrik-Performances. Gemeinsam mit Xaver Römer tritt sie unter dem Titel „Sprechduette” auf. 2014 erschien ihr erster Roman „Die Mittlerin” bei Schöffling, für den sie mit dem Förderpreis des Landes NRW ausgezeichnet wurde. Die jüngste Autorin des Abends, Nora Wagener, wurde 1989 in Luxemburg geboren und studierte Kreatives Schreiben in Hildesheim. 2011 veröffentlichte sie ihren ersten Roman „Menschenliebe und Vogel, schrei”. In diesem Jahr erschien ihr Erzählband „E. Galaxien” im St. Ingberter Conte Verlag.

Eintritt frei

Mit freundlicher Unterstützung des Polnischen Instituts.

Dienstag
September
20.00 Uhr
29.09.2015

Kleiner Versager

Gary Shteyngart in Lesung und Gespräch. Deutsche Lesung: Leo Solter
Moderation: Susanne Weingarten

Gary Shteyngart

Igor, ein asthmatischer kleiner Junge, der mit seinen Eltern in Leningrad lebt, wächst mit Sehnsüchten auf: nach Essen, nach Bestätigung, nach Wörtern. Als er fünf ist, schreibt er unter dem Einfluss seines Lieblingsbuchs „Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen“ seinen ersten Roman, „Lenins wunderbare Wildgänse“, und seine Großmutter gibt ihm für jede Seite eine Scheibe Käse. Damit er weiter zu Kräften kommt und auch seine Höhenangst überwindet, bringt sein Vater im Wohnzimmer eine Sprossenwand an, und trotz Schwindel und Schweißausbrüchen träumt Igor hoch droben, er werde Kosmonaut. Zwei Jahre später, 1979, wandert die jüdische Familie nach Amerika aus, aber erst unterwegs erfährt er mit Schrecken, wohin die Reise geht: ‚zum Feind‘. Und doch findet Igor, der sich nun Gary nennt, in New York seine erste Spielkameradin überhaupt, ein Mädchen, dem ein Auge fehlt. „Ich bin Einwanderer, und sie hat nur ein Auge, also sind wir gleich.“ Wie der „kleine Versager“ Igor wurde Gary Shteyngart 1972 als Sohn jüdischer Eltern in Leningrad (St. Petersburg) geboren und emigrierte im Alter von sieben Jahren in die USA. Er lebt in New York. „Kleiner Versager“ (übersetzt von Mayela Gerhardt, Rowohlt) ist Shteyngarts vierter Roman. Zuvor erschienen „Handbuch für den russischen Debütanten“, „Snack Daddys abenteuerliche Reise“ und „Super Sad True Love Story“, der in mehr als vierzig Sprachen übersetzt wurde.
Eintritt 8 € / 5 €
*

KARTEN AUSSCHLIESSLICH AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

Ausstellung

Zeitsprünge – Idee des Sitzens. Fotografien von Renate von Mangoldt

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