| Montag März 10.00 - 18.00 Uhr |
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Habe mit Schreiben mich beflißen vs. Ich habe genossen das irdische GlückEine ganztägige und sprachübergreifende Fortbildung zum Sprachgebrauch im sozialen Kontext. Für literarische Übersetzer und andere Interessierte. |
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Flugschriften und religiöse Erbauungstexte suchten ebenso die Nähe zum Leser wie das sentimentale Lied oder der moderne Zeitungsjournalismus; umgekehrt wusste, wer sich in der Gesellschaft Respekt verschaffen wollte, zu allen Zeiten prestigeträchtige sprachliche Mittel einzusetzen, um sein Gegenüber auf Abstand zu halten. Die Veranstaltung geht der Frage nach, wie das Deutsche Nähe und Distanz erzeugt. Anja Voeste stellt unter dem Titel „Anerkennung durch Sprache“ Schreibstrategien sozialer Aufsteiger seit der frühen Neuzeit vor, und Britt-Marie Schuster bietet in ihrem Vortrag „Grammatische Abweichung und stilistischer Kunstgriff“ eine kleine Kommunikationsgeschichte der Ausklammerung. Den Abschluss bildet wie immer ein Werkstatt-Teil. Der Eintritt ist frei, 10 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiss und Getränke sind vorgesehen. Anmeldung per Mail erbeten an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619. Gefördert mit Mitteln der Kulturverwaltung des Berliner Senats. |
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| Donnerstag März 20.00 Uhr |
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HausgästeLesung: Martín Kohán und Jean-Philippe Toussaint |
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Mit Martín Kohán und Jean-Philippe Toussaint sind im März zwei Erzähler von internationalem Rang zu Gast im LCB. Koháns Roman „Zweimal Juni” spielt in den Jahren 1978 und 1982, dem Jahr der Fußball-WM in Argentinien und dem Jahr des Falkland-Krieges. Diese Ereignisse bilden den äußeren Hintergrund dieses maßgeblichen Romans über die traumatische Zeit der Militärdiktatur in Argentinien. Jean-Phlippe Toussaint hat zuletzt mit „Zidanes Melancholie” den dramatischsten Moment des Berliner WM-Finales 2006 verewigt: Zinedine Zidanes Kopfstoß gegen den italienischen Abwehrspieler Marco Materazzi. Toussaint erweist sich auch hier als ein Meister der minimalistischen Erzählform. Eintritt 6 € / 4 € * |
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| Mittwoch März 20.00 Uhr |
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Berliner Prosa PrognosenLesung: Kristine Bilkau, Hannes Köhler, Emanuel Maeß, Inger-Maria Mahlke, Anne Richter, Kristina Schilke, Sina Tahayori und Andreas Martin Widmann |
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Acht Stipendiatinnen und Stipendiaten nahmen im Herbst 2009 an der Berliner Autorenwerkstatt Prosa im LCB teil. An vier Werkstattwochenenden arbeiteten die jungen Autorinnen und Autoren unter Anleitung von Ursula Krechel und Thorsten Dönges an ihren Texten. In diesem Frühjahr stellen sich die vielversprechenden Talente der Öffentlichkeit und lesen am heutigen Abend aus ihren Texten. Zur Veranstaltung liegt die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Sprache im technischen Zeitalter“ vor, in der Auszüge aus den Manuskripten aller Teilnehmer nachzulesen sind. Die Autorenwerkstatt Prosa wird von der Kulturabteilung des Berliner Senats unterstützt. Veranstaltung auf der Leipziger Buchmesse am 19. März 2010 ab 14.30 Uhr im Congress Center Leipzig – Mehrzweckfläche 4. |
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| Mittwoch April 20.00 Uhr |
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Die Leinwand
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„Ich bin nicht Stiller”, so beginnt der berühmte Roman von Max Frisch. Sein Theaterstück „Biografie: Ein Spiel” könnte das Motto des fulminanten Doppelromans „Die Leinwand” des Münchener Schriftstellers Benjamin Stein sein. Denn in der „Leinwand” dreht sich alles um die Wahrhaftigkeit von Literatur, um die Schwierigkeit eine Identität zu erlangen und um biographische Glaubwürdigkeit in der Fiktion und in der Realität. Stein erzählt die Geschichten von Amnon Zichroni und Jan Wechsler, beide leben streng nach jüdischen Vorschriften und beider Leben ist rätselhaft miteinander verknüpft. Das Buch kann man von hinten und vorne zu lesen beginnen oder sich abwechselnd Kapitel um Kapitel in die beiden erzählten Biographien vorarbeiten. Wie ernst es Stein dann aber bei allem ist, lässt sich aus dem Wechslerteil des Buches ersehen, wenn er aus Ostberliner Sicht schildert, dass es bei den Zusammenkünften in der Synagoge weniger um Religion als um die mühsame Suche nach Identität ging. Dem gegenüber steht das Zitat eines westdeutschen Autors, der sagte, dass die jüdische Identität in Westdeutschland nur zwei Anker hatte: Israel und Auschwitz. „Die Leinwand” ist aber auch ein ganz gegenwärtiger Zeitroman, der viel vom jüdischen Leben in Europa, Israel und den USA erzählt. Durch den Abend führt der stellvertretende Chef des Feuilletons der Wochenzeitung DIE ZEIT Ijoma Mangold. In Zusammenarbeit mit dem C.H. Beck Verlag. |
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| Donnerstag April 20.00 Uhr |
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Über den ANFANG. Öffentliche Antrittsvorlesung zur Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige PoetikVortrag: Sibylle Lewitscharoff |
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Am 2. März wurde der Berliner Autorin Sibylle Lewitscharoff der Berliner Literaturpreis 2010 verliehen. Die von der Stiftung Preußische Seehandlung eingerichtete Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert und mit der Berufung auf die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der FU Berlin verbunden. Die Autorin wurde für ihr ungemein dichtes und originelles Prosawerk ausgezeichnet, das sich – in den Worten der Jury – „in seinem eigentümlichen Amalgam aus Humor und Tiefsinn gegen alle Zuordnungen sperrt. Lewitscharoffs sprachlicher Gestus ist ein geistreiches Parlando, eine virtuose Rhetorik, getragen von schrägem Witz und abgründigem Humor”. Auf ihre öffentliche Anrittsvorlesung über den ANFANG und das anschließende Gespräch mit dem Literaturkritiker Lothar Müller (Süddeutsche Zeitung) darf man gespannt sein! In Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußische Seehandlung und dem Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Freien Universität Berlin.
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| Montag April 20.00 Uhr |
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Studio LCB
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1935 in Reichenbach geboren, lagert sich in Hans Joachim Schädlichs Lebensweg die deutsch-deutsche Geschichte ab: Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte arbeitete der Schriftsteller als Linguist an der Ostberliner Akademie der Wissenschaften und verfasste erste Prosastücke, die er vergeblich bei Zeitschriften einreichte. Er schreibe gut, lautete die Begründung für die Ablehnung, sei aber zu dunkel und verneinend – man empfahl ihm einen „neuen Ansatz“. Als er 1976 gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann protestierte, verlor er seinen Posten; im Jahr darauf kam im Rowohlt Verlag sein Debüt „Versuchte Nähe” heraus und erregte großes Aufsehen. Mit sprachlicher Strenge und einer parabelhaften Konzentration entwarf Schädlich Bilder der ostdeutschen Seelenlage, wie man sie so noch nicht gelesen hatte. Noch im Winter desselben Jahres genehmigte man ihm die Ausreise. Seit seinem Prosaband von 1977 betreibt Hans Joachim Schädlich eine unbeirrbare Bestandsaufnahme, manchmal sprachspielerisch verfremdend, manchmal nüchtern und sachlich. Historische Verwerfungen geraten ebenso in den Blick wie die typisch deutschen Eigenarten eines obrigkeitstreuen Polizeispitzels in „Tallhover” (1988) oder die bundesrepublikanische Karriere des Nazi-Germanisten Schwerte in „Anders” (2003). Sein jüngster Held, ein über neunzigjähriger Emeritus der Biologie namens Fjodor Kokoschkin, ist per Schiff unterwegs nach New York und durchquert gleichzeitig seine bewegte Vergangenheit, die ihn von Odessa bis nach Berlin führte. Hans Joachim Schädlich liest aus „Kokoschkins Reise” (Rowohlt Verlag) und diskutiert mit den Autoren Hans-Christoph Buch und Richard Wagner, ob sich historische Stoffe und das eigene Leben literarisch bändigen lassen. In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk. |
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| Dienstag April 20.00 Uhr |
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Von der Weltliteratur zur global literature
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Noch kaum bemerkt und gewürdigt, doch mit Nachdruck und ungeheurer Dynamik vollzieht sich neuerdings ein Umbruch in der Bücherwelt: von der Weltliteratur zur Global Literature. Es handelt sich hierbei um eine Literatur im Transit ohne festen Wohnsitz, geschrieben von Migranten aus Weltgegenden, deren Literaturen uns bislang oft verborgen blieben – meist Krisen- und Bürgerkriegsregionen wie Äthiopien, Pakistan, Libanon oder Somalia. In unserer Veranstaltungsreihe stellt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler die bemerkenswertesten „Weltensammler“ und ihre Bücher vor. In ihrem Roman „Die Sterblichen“ (aus dem Englischen von Anette Grube, Hanser Verlag) montiert die aus China stammende Autorin Yiyun Li die Stimmen verschiedener Bewohner der chinesischen Provinzstadt Hun Jiang zu einem eindrucksvollen Requiem für die Opfer der Post-Mao-Ära. Die Geschichte beginnt im Frühling des Jahres 1979, in einer Zeit, in der die Schreckensjahre der Kulturrevolution zwar vorüber sind, doch die Allmacht und Willkür des Staatsapparates weiterhin ungebrochen zu sein scheint. Die grauenvolle Hinrichtung der Dissidentin Gu Shan steht am Anfang dieses düsteren und hoffungslosen Panoramas einer Gesellschaft, in der Mitmenschlichkeit bestraft wird und absolute Unterordnung als Überlebensmaxime gilt. Yiyun Li wurde 1972 in Peking geboren und zog 1996 zur Weiterführung ihres Biologiestudiums in die USA. Wenige Jahre später fand sie dort zu ihrer eigentlichen Berufung, dem Schreiben, und wurde bereits für ihre erste Veröffentlichung, der 2005 erschienenen Geschichtensammlung „A Thousand Years of Good Prayers“, mit zahlreichen Preisen wie dem PEN/Hemingway Award und dem California Book Award geehrt. Heute lebt Yiyun Li in Oakland/Kalifornien und lehrt Kreatives Schreiben an der University of California. „Die Sterblichen“ ist ihr erster Roman. Eintritt 6 € / 4 € * |
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| Donnerstag April 20.00 Uhr |
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Debütanten
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Zwei beachtliche Romandebüts, die beide auf originelle Weise in die ostdeutsche Provinz der Wendezeit führen, stellen wir heute vor: Julia Blesken erzählt in „Ich bin ein Rudel Wölfe“ (Jung und Jung) die Geschichte von Re, einer jungen Frau, die nach dem Mauerfall den Hof ihrer Familie, den geliebten Bruder und die Enge des Dorfes in Sachsen-Anhalt verlässt. Der erhoffte Neubeginn in Berlin misslingt; der Gegenwart entrückt, verliert sich Re in Erinnerungsbildern und bereitet ihre Rückkehr aufs Land vor. Bleskens stupendes Sprach- und Rhythmusgefühl, so das Lob in der „Welt“, verwandelt dieses schwerelose Romandebüt fast in eine Art Prosagedicht. Die Autorin, 1976 im Westen Berlins geboren, nahm 2005 an der Autorenwerkstatt des LCB teil und wurde 2009 mit dem Hermann-Lenz-Stipendium ausgezeichnet. Auch beim 1971 im sächsischen Borna geborenen Patrick Hofmann steht ein Hof im Zentrum des Geschehens. In seinem Roman „Die letzte Sau“ (Schöffling & Co.) muss das Dorf Muckau den näher rückenden Braunkohlebaggern weichen. Vor der Umsiedlung der alten Schlegels vom Bauernhof in ein Reihenhaus kommt die ganze Familie nochmal zusammen, um dem Schlachten des letzten Schweins beizuwohnen. Dabei sorgt das resolute Auftreten der attraktiven Schlachterin Diana Kampradt für Verwirrung und Konfliktstoff unter den Familienmitgliedern. Hofmann verbindet krude Szenen, geistesgeschichtliche Exkurse und komische Elemente zu einem polyphonen Portrait familiärer und gesellschaftlicher Auflösungsprozesse. Der Autor studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte, promovierte mit einer Arbeit über Edmund Husserl und lebte einige Jahre in Griechenland. „Die letzte Sau“ wurde mit dem Robert-Walser-Preis 2010 ausgezeichnet. Die Veranstaltung im Münzsalon moderiert der Literaturwissenschaftler und Lektor Dieter Stolz. Eintritt 6 € / 4 € * |
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