Ausschreibung:
Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis

Die Literatur Israels genießt ein hohes Ansehen in Deutschland. Autoren wie Amos Oz und David Grossman oder die Schriftstellerin Zeruya Shalev haben uns in ihren Büchern mit großer Eindringlichkeit die Geschichte und Gesellschaft Israels nahegebracht; umgekehrt gehören deutschsprachige Autoren - besonders jene der klassischen Moderne von Kafka bis Bernhard - zu den wichtigen Impulsgebern der heute in Israel Schreibenden.

Diese Wechselbeziehungen sind ohne Übersetzungen nicht denkbar. Mehr noch: Qualität und Reichweite der vom Deutschen ins Hebräische und vom Hebräischen ins Deutsche übersetzten Literatur formen unsere wechselseitige Wahrnehmung. Übersetzungen beleben den literarischen und gesellschaftlichen Dialog, sie bauen Brücken zwischen unseren Kulturen, sie bereichern und vertiefen die Verbindung zwischen der deutschen und israelischen Gesellschaft.

Literaturübersetzer tragen zur Sensibilisierung und Differenzierung im deutsch-israelischen Verhältnis bei. Ihre Sprach- und Interpretationskunst sowie ihre Vermittlungsleistung zu würdigen und sichtbar zu machen, ist das Anliegen des Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreises. Er ist eine gemeinsame Initiative der deutschen und israelischen Regierung, ins Leben gerufen zum 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern im Jahr 2015.

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters und die israelische Kulturministerin Limor Livnat haben den Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreis bei den Deutsch-Israelischen Regierungskonsultationen im Februar 2014 in Jerusalem beschlossen. Die erste Preisverleihung findet 2015 in Berlin statt.

Der Preis

Der Deutsch-Hebräische Übersetzerpreis wird alle zwei Jahre abwechselnd in Deutschland und in Israel vergeben. Bei jeder Vergabe werden zwei Preisträger/innen ausgezeichnet: ein/e Übersetzer/in aus dem Hebräischen mit Zielsprache Deutsch, und ein/e Übersetzer/in aus dem Deutschen mit Zielsprache Hebräisch. Beide Preisträger/innen erhalten jeweils ein Preisgeld von 10.000 Euro. Die Preisträger/innen werden von einer deutschen und einer israelischen Jury ausgewählt.

Ausgezeichnet wird eine herausragende übersetzerische Leistung. Entscheidungsgrundlage ist eine Übersetzung, die in den vergangenen fünf Jahren als Buch erschienen ist. Neben den rein literarischen Gattungen (Roman, Lyrik, Drama) können auch Übersetzungen von Essays und anspruchsvollen Sachbüchern berücksichtigt werden.

Die erste Verleihung des Preises erfolgt 2015 in Berlin durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Monika Grütters und die israelische Kulturministerin Limor Livnat.

Das Literarische Colloquium Berlin (LCB) übernimmt die Organisation des Preises auf deutscher Seite. Bewerbungen von Verlagen und übersetzern sind bis zum 30. September 2014 (Poststempel) an folgende Adresse einzureichen:

Literarisches Colloquium Berlin
Jürgen Jakob Becker
Am Sandwerder 5
14109 Berlin
Tel. 030 - 81 69 96 25

Die Bewerbungen enthalten in sechsfacher Ausfertigung:

Über die Vergabe des Preises an den/die deutschsprachige Preisträger/in entscheidet eine unabhängige Jury:

Die Bewerbungsunterlagen werden nicht zurückgereicht. Die Entscheidung der Jury wird im Fall der Absage nicht begründet. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

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