Ausschreibung

Stilerkundungen. Die allmähliche Verfertigung des Stils beim Schreiben

Sprachübergreifendes Seminar für Literaturübersetzer und übersetzende Autoren
Vom 20. bis 24. Februar 2018 im Literarischen Colloquium Berlin
Leitung: Angelika Klammer (Lektorin) und Susanne Lange (Literaturübersetzerin)

In Stilerkundungen wollen wir den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten des Deutschen nachspüren: Wie lässt sich die Sprache modellieren? Was für eine Palette an Stilmitteln bietet sie uns? Wie können wir Charakteristika anderer Sprachen in die unsere überführen bzw. Äquivalente dafür entwickeln?

Dabei richten wir uns an Literaturübersetzer, aber auch explizit an übersetzende Autoren, um zu erkunden, wie unterschiedlich Autoren und Übersetzer mit einem Originaltext arbeiten und wie diese Ansätze sich für das Übersetzen und Schreiben fruchtbar machen lassen. Wo hilft den Autoren beim Schlüpfen in fremde Sprachwelten das Instrumentarium, das sie sich für ihr Schreiben erarbeitet haben? Wo nicht? Steht es ihnen bisweilen sogar im Weg? Bearbeiten sie ihre ersten Versionen anders als die Literaturübersetzer? Inwiefern erweitert Übersetzen das sprachliche Repertoire? Erlangen Literaturübersetzer mehr Bewegungsfreiheit, wenn sie erste Versionen mit dem Blick eines Autors bearbeiten? Durch solche Vergleiche wollen wir Fragen des Stils von verschiedenen Seiten beleuchten und einen für Autoren wie Übersetzer anregenden Austausch über die Sprache und ihre Möglichkeiten in Gang bringen.

Wir bitten die Teilnehmer, möglichst aktuelle Übersetzungen mitzubringen, die sie vor stilistische Herausforderungen gestellt haben.

Ausgehend davon sollen die verschiedensten Ausdrucksmöglichkeiten erprobt werden, etwa wie man im Deutschen Akzente und Betonungen setzt, wie man das Tempo eines Textes variiert, ihn bewegter oder ruhiger gestaltet, wie man rhythmische Strukturen erzeugt. Ebenso wollen wir die Statik langer und kurzer Sätze untersuchen, der Frage nachgehen, welche Wörter oder Wortarten Anschaulichkeit oder Abstraktheit in einen Text bringen, wie man ihm stilistische Einheit verleiht bzw. sie bewusst aufbricht, wie der gezielte Einsatz von Partikeln den entscheidenden Tupfer zu setzen vermag.

Zur Veranschaulichung untersuchen wir Texte deutschsprachiger Autoren aus unterschiedlichen Epochen daraufhin, welche Ausdrucksvielfalt das Deutsche bietet, wo es flexibel ist, wo eher starr, welche stilistischen Pendants es für fremdsprachige Strukturen bereithält. Wann darf und soll sich die Übersetzung erlauben, Sprachregeln über Bord zu werfen, eine ähnliche Freiheit zu nehmen wie der Autor? Auch darauf suchen wir Antworten.

Teilnehmen können: literarische Übersetzer mit Publikationserfahrung, übersetzende Autoren
Teilnehmerzahl: max. 12
Zielsprache: Deutsch
Veranstaltungssort:
Literarisches Colloquium Berlin
Anreise: 19. Februar 2018 (abends)
Abreise: 24. Februar 2018 (nachmittags)
Keine Teilnahmegebühr. Die Fahrtkosten werden erstattet (nach Bundesreisekostengesetz). Für die Unterbringung der auswärtigen Teilnehmer wird gesorgt.

Einzureichen sind:
1. eine kurze Bio-Bibliografie mit Kontaktdaten
2. 3-5 Seiten eines stilistisch interessanten Originals, dessen spezifische Schwierigkeiten – mit einzelnen Übersetzungsvorschlägen – in einem Begleittext benannt werden sollen. Die Texte können aus aktuellen oder zurückliegenden Übersetzungen bzw. Projekten stammen.

Einsendeschluss: 19. November 2017
die Auswahl und Benachrichtigung der TeilnehmerInnen (per Mail) erfolgt bis 15. Dezember 2017.

Bewerbungen per Mail (in Form von separaten PDFs, bitte jeweils Bewerbername im Dateinamen angeben) an:
mail@uebersetzerfonds.de (Betreff: Bewerbung Stilerkundungen)

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Ausstellungen

Urbans Orbit – Einblicke in den Nachlass eines Übersetzers | Ausstellung. 20. Oktober 2017 – 9. Februar 2018

Tina Brenneisen: Das Licht, das Schatten leert - 08. Juli - 13. Oktober 2017

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