Übersetzertag 2010 | Donnerstag, 04. März 2010

Das Gleiche. Noch einmal. Anders. Über unseren Umgang mit den Klassikern

Konzeption und Leitung: Marie Luise Knott

Ach, unsere Klassiker! Kein Theater ohne Shakespeare, kein Musiksaal ohne Mozart. Wir sehen und hören das Gleiche, und doch immer anders. Von Neuübersetzungen klassischer Werke jedoch erwarten wir immer noch die „bessere“ Fassung. Der Schleier der älteren Fassungen muss gelüftet, die veraltete Idiomatik muss erneuert werden. Der „Fortschritt“ der Übersetzerkunst führe dazu, so heißt es, dass die Übertragungen dem Original immer „gerechter“ werden.

Wir wissen, dass jedes Werk der Weltliteratur seine Wirkung im Nachleben entfaltet und verändert – im Wiederlesen ebenso wie im Neuübersetzen. Denn klassische Texte zeichnen sich dadurch aus, dass sie jede Epoche neu anzusprechen vermögen und ihr ein neues Gesicht zeigen. Im Zentrum des Übersetzertags 2010 „Das Gleiche. Noch einmal. Anders.“ stehen die Erfahrungen und Entscheidungswege von Übersetzern, Musikern und Schauspielern, die sich „ihren“ Klassiker zu eigen machen. Sie erzählen von objektiven Kriterien und subjektiven Zugangsweisen. Vom Umgang mit früheren Fassungen, von der schwierigen Treue zum Original, von den Möglichkeiten und Grenzen des Heute. Schließlich gilt es, die Klassiker immer neu vor ihrem größten Feind zu bewahren: dem interesselosen Wohlgefallen.

15.00 Uhr
Begrüßung
15.15 Uhr
Andrea Ott: Jane Austen nimmt Mrs. Radcliffe auf die Schippe – aber wer ist Mrs. Radcliffe? Lehrreiches und Ergötzliches rund um die Neuübersetzung von Jane Austens Roman „Northanger Abbey“
16.00 Uhr
Wolfgang Hörner: Zwischenrufe aus dem schnöden Verlagsalltag. Herzensprojekt Klassiker zwischen Skylla des Verkaufs, Charybdis der Finanzierbarkeit und dem Maximalglück gelungener ‚Operationen‘
16.45 Uhr
Werner von Koppenfels: Nicht nur das Bessere ist der Feind des Guten. Zur Kritik von Klassiker-Neuübersetzungen
Anschließend Gespräch: Wie jede Epoche sich ihre Klassiker neu erschließt
20.00 Uhr
Marino Formenti: Das abhandene Original, oder: Haydn ist tot. Der Pianist spielt und spricht über seine Programme „Seven Last Words“ und „Kurtág's Ghosts“

Freitag, 05. März 2010

10.00 Uhr
Rosemarie Tietze: Tiefenschürfung. „Anna Karenina“ – Nöte und Freuden des Nachübersetzens
11.00 Uhr
Rüdiger Nolte: Fragwürdige Werktreue? Über den schwierigen Bezug zum musikalischen Original
Anschließend Gespräch mit Marino Formenti, Rüdiger Nolte und Rosemarie Tietze
14.00 Uhr
Gunhild Kübler: „Advocate the Azure“. Erfahrungen beim Übersetzen der Gedichte von Emily Dickinson
15.00 Uhr
Susanne Lange: Als wäre er gerade erst aufgebrochen … Don Quijote von der Mancha auf neuer Ritterfahrt durch die Sprache
Anschließend Gespräch mit Gunhild Kübler und Susanne Lange
17.00 Uhr
Udo Samel: Vielleicht stehe ich tatsächlich mit einer sehr großen Schuld vor Ihnen.

Gemeinsame Veranstaltung mit dem Deutschen Übersetzerfonds.

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