John Hargraves ist der Träger des Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreises 2009
John Hargraves wurde für seine 2008 im Verlag Harcourt erschienene Übersetzung von Michaels Krügers „Turiner Komödie“ ( The Executor- A Comedy of Letters ) von einer fünfköpfigen Jury als diesjährige Gewinner des Helen und Kurt Wolff Übersetzerpreises ausgewählt. Der Preis ist mit 10.000 USD dotiert und mit einem Stipendienaufenthalt im LCB verbunden.
Die Jury schrieb zur Begründung der Wahl: „John Hargraves hat ein Meisterstück abgeliefert, indem er Michael Krügers Roman Die Turiner Komödie (The Executor) in einer authentischen und eigenen Sprache im Englischen wieder erstehen ließ. Seine Sprache ist lebhaft und von durchschlagendem Humor. John Hargraves zeigt sich sensibel für den hintergründigen Unterton des deutschen Textes, für den er gute und treffende stilistische Entsprechungen in der englischen Sprache findet. In seiner Übersetzung ist kein Wort verloren gegangen, sondern die Sprache lebt mit frischer Vitalität."
John Hargraves erlangte seinen Bachelor of Arts am College von Dartmouth und promovierte an der Yale-Universität. Er unterrichtete Deutsch in Yale und am Connecticut College. Zudem ist er Pianist und spielt bei zahlreichen Bühnenauftritten die Piano-Begleitung.
Er ist Autor, Übersetzer und Redakteur. Er hat das Buch Music in the Works of Broch, Mann and Kafka (Camden House, 2001) geschrieben und übersetzte unter anderem folgende Werke: Elias Canettis Notes from Hampstead (Farrar, Straus, Giroux 1998), Dear Mrs. Strigl, die Memoiren von Hermann Broch und dessen Sohn H.F. Broch de Rothermann (Yale University 2001), Geist und Zeitgeist: The Spirit in an Unspiritual Age (Counterpoint Press, 2003), eine Essay-Sammlung von Hermann Broch mit einer Einleitung des Übersetzers, diverse Essays über Philip Roth sowie Bach: Life and Work von Martin Geck (Harcourt, Inc. 2006) und The Executor: A Comedy of Letters von Michael Krüger (Harcourt, Inc. 2008). Zudem hat er zahlreiche deutsche Übersetzungen von Philip Roths Romanen für den Verlag Hanser in München angefertigt.
Preisträger seit 1996
- 1996:
- John E. Woods für seine Übersetzung des "Zauberbergs" (The Magic Mountain) von Thomas Mann sowie für die bei Dalkey Archive Press publizierte Übersetzung Nobodaddy’s Kinder (Nobodaddy’s Children) von Arno Schmidt
- 1997:
- Leila Vennewitz für ihre Übersetzung von Jurek Beckers "Jakob der Lügner" (Jacob the Liar)
- 1998:
- John Brownjohn für seine Übersetzung von Thomas Brussigs "Helden wie wir" (Heroes Like Us) , 1997 erschienen bei Farrar, Straus und Giroux, sowie von Marcel Beyers Flughunde (The Karnau Tapes)
- 1999:
- Joel Agee für eine "Penthesilea"-Übertragung
- 2000:
- Michael Hofmann für eine Übersetzung eines Romans von Joseph Roth
- 2001:
- Krishna Winston für ihre herausragende, den Witz, die Bissigkeit und die verwickelte und verzwickte Handlung brillant wiedergebende Übertragung des Romans "Ein weites Feld" von Günter Grass, der 2000 unter dem Titel "Too Far Afield" im New Yorker Verlag Harcourt erschien.
- 2002:
- Anthea Bell für ihre Übertragung von W.G. Sebalds "Austerlitz" (erschienen bei Random House, 2001)
- 2003:
- Margot Bettauer Dembo (New York) für ihre Übertragung von Judith Hermanns Erzählungsband "Sommerhaus, später"
- 2004:
- Michael Henry Heim (Los Angeles) für seine Übersetzung von Thomas Manns "Tod in Venedig" (Death in Venice)
- 2005:
- Susan Bernofsky (New York) für ihre Übersetzung von Jenny Erpenbecks "Geschichten vom alten Kind" (The Old Child & Other Stories)
- 2007:
- Peter Constantine (New York) für seine Übersetzung von Benjamin Leberts "Der Vogel ist ein Rabe" (The Bird is a Raven)
- 2008:
- David Dollenmeyer für seine Übersetzung von Moses Rosenkranz "Kindheit. Fragment einer Autobiographie" (Childhood. An Autobiographical Fragment)
- 2009:
- John Hargraves für seine Übersetzung von Michaels Krügers „Turiner Komödie“ ( The Executor- A Comedy of Letters )
