LCB-Programmarchiv

Aktuelles LCB-Programm (12/2018)

LCB-Programm 12/2018 als PDF

Montag
Dezember
19.30 h
03.12.2018

Studio LCB: Nature Writing
Lesung: Peter Geimer

Gäste: Hartmut Böhme, Ulrike Draesner
Moderation: Tobias Lehmkuhl

Cover

Vor fünf Jahren begründeten der Verleger Andreas Rötzer und die Autorin und Buchgestalterin Judith Schalansky die Reihe »Naturkunden« im Verlag Matthes & Seitz Berlin. Seither sind dort, in edler Ausstattung, viele klassische Texte des anglo-amerikanischen Nature Writings erschienen – J.A. Bakers »Der Wanderfalke« etwa oder »Die Berge Kaliforniens« von John Muir –, aber auch die zahlreichen, von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren geschriebenen Tierporträts stießen beim Publikum auf viel Gegenliebe. Der aktuelle Band über »Fliegen« von Peter Geimer gibt Anlass der Frage nachzugehen, ob es nicht eigentlich Franzosen und Deutsche im 18. Jahrhundert waren, die das Nature Writing begründeten. Am heutigen Abend wird auch gefragt: Warum scheint die Form der literarisch-essayistischen Naturbetrachtung gerade jetzt einen Nerv zu treffen? Stellt die Hinwendung zur Natur und zum Nachdenken über die Natur eine Form der Weltflucht oder vielmehr eine gesteigerte Form der Weltwahrnehmung dar?

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 29. Dezember 2018, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

DLF

Mittwoch
Dezember
19 h
05.12.2018

Flying Visits
Niq Mhlongo zu Gast im SAVVY Contemporary

Moderation: Cornelia Knoll

Außer Haus:
SAVVY Contemporary, Plantagenstraße 31, 13347 Berlin (Wedding)
In englischer Sprache!

Niq Mhlongo © Kai Hammer

In Soweto ist der Schriftsteller Niq Mhlongo zu Hause, einer der Stimmführer der jungen südafrikanischen Literaturszene. Nach den Romanen »Dog Eat Dog« (Ohio University Press, 2004) und »After Tears« (Ohio University Press, 2007) ist mit »Way Back Home« (Kwela, 2013, 2015 bei Wunderhorn) sein erster Roman in deutscher Übersetzung erschienen (Ü: Gunther Geltinger). Seinen neuen Roman möchte er in den kommenden Wochen als Gastautor im LCB vollenden. Mit Niq Mhlongo beginnen wir »Flying Visits«: eine Reihe mit Stippvisiten unserer Hausgäste in außergewöhnlichen Spielstätten dieser Stadt. Zu Besuch sind wir diesmal bei SAVVY Contemporary – The Laboratory of Form-Ideas: eine Initiative, die sich als diskursive Plattform und Raum für dekoloniale Praxis und Ästhetik versteht.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

Donnerstag
Dezember
19.30 h
06.12.2018

Ida
Katharina Adler

Im Gespräch: Magdalena Manker
Moderation: Daniela Dröscher

Katharina Adler © Christoph Adle

Bereits 2015 wurde das Manuskript für den Alfred-Döblin-Preis nominiert; diesen Sommer ist nun Katharina Adlers Debütroman »Ida« im Rowohlt Verlag erschienen. Im Mittelpunkt steht Ida Adler (1882-1945), Urgroßmutter der Autorin und Schwester des sozialdemokratischen österreichischen Politikers Otto Bauer. Bekannt wurde sie durch die Fallbeschreibung Sigmund Freuds, der sie unter dem Pseudonym »Dora« verhandelte – Dora, das jüdische Mädchen mit der ‚petite hystérie‘, das die Behandlung bei ihm abbrach. Mit Weitblick und scharfem Auge für Details erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Der Roman eines weitreichenden Lebens, das – mit Freuds Praxistür im Rücken – erst seinen Anfang nahm. Die Autorin studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und schreibt neben Prosa auch Essays und Theaterstücke. Sie war Mitbegründerin der Berliner Bürogemeinschaft »Adler & Söhne Literaturproduktion« (2008-2015). Durch den Abend führt Daniela Dröscher, die ebenfalls Prosa, Essays und Theaterstücke verfasst und jüngst den Band »Zeige deine Klasse. Die Geschichte meiner sozialen Herkunft« (Verlag Hoffmann und Campe) veröffentlicht hat. Die Berliner Kinder- und Jugendpsychiaterin und Psychoanalytikerin Magdalena Manker komplettiert das Podium.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Freitag
Dezember
9.30 h –
17 h
07.12.2018

Viele Wege führen nach Rom … oder zum Literaturübersetzen
Berufskundeseminar für Übersetzerinnen und Übersetzer

Leitung: Eva Bonné und Marianne Gareis

Das Seminar richtet sich an alle, die mehr über die Wege zum Literaturübersetzen und die rechtlichen und wirtschaftlichen Seiten dieses Berufs erfahren wollen. Besprochen werden: Möglichkeiten des Einstiegs, Auftragsakquise, Vertragsgestaltung, Honorare, Urheberrecht, Künstlersozialkasse, VG Wort, Stipendien, Übersetzerverband und Gewerkschaft. Seminarleitung: Eva Bonné (Übersetzerin aus dem Englischen) und Marianne Gareis (Übersetzerin aus dem Portugiesischen und Spanischen).

Für einen Imbiss und Getränke bitten wir vor Ort um einen Unkostenbeitrag von 12 Euro. Anmeldungen erforderlich – bitte mit kurzer Angabe, ob Sie über das Literaturübersetzen noch nachdenken oder schon auf dem Weg dazu sind – bis 3. Dezember 2018 per Mail an: m.gareis@web.de und bonne.uebersetzung@t-online.de.

Montag
Dezember
19.30 h
10.12.2018

Blåvand
Ausstellungseröffnung

Thomas Pletzinger, Tim Dinter
Moderation: Andreas Platthaus

Ausstellung »Blåvand« © Tim Dinter, Thomas Pletzinger

Erstmalig geht der Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung an ein Autoren- und Zeichnerteam: Thomas Pletzinger und Tim Dinter. Erste Einblicke in die entstehende Arbeit »Blåvand« eröffnet die gleichnamige Ausstellung, die bis zum 20. März 2019 im LCB zu sehen sein wird. „Dass sich ein renommierter Schriftsteller und ein Zeichner zusammentun, ist in der deutschsprachigen Comicszene immer noch ungewöhnlich. Wenn dabei ein derart spannendes Projekt über das ebenso brisante wie selten behandelte Thema Entwicklungshilfe entsteht, hervorragend recherchiert, erzählt und gezeichnet, dann verspricht das ein Glücksfall für den deutschsprachigen Comic zu werden“, begründet Thomas von Steinaecker die Entscheidung der Jury.

Thomas Pletzinger wurde 1975 in Münster geboren, studierte Amerikanistik in Hamburg sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt heute mit seiner Familie in Berlin. Er arbeitet als freier Autor, Journalist, Dozent und Übersetzer. In Kürze erscheint seine Reportage in Buchform über den Basketballspieler Dirk Nowitzki.

Tim Dinter, 1971 in Hamburg geboren, zeichnete regelmäßig für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und den Tagesspiegel. Zu seinen Publikationen gehören u. a. »Cargo« (avant Verlag) und »Alte Frauen« (Zwerchfell-Verlag); zuletzt erschien seine Bearbeitung von Sven Regeners Roman »Herr Lehmann« (Eichborn Verlag). Den Abend moderiert Andreas Platthaus, Literaturchef der FAZ, Autor und Comic-Experte. Mit anschließendem Empfang.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

Dienstag
Dezember
19 h
11.12.2018

Apollo 18 – Allons Enfants!

Französisch-deutsche Expeditionen

Apollo 18 – Allons Enfants! Französisch-deutsche Expeditionen

LCB, Institut Français Deutschland und TOLEDO laden ein in die Apollo18- Rakete! Ein im weitesten Sinne französisch-deutscher Abend, bei dem Übersetzung auf Reisen, Literatur auf Gespräche, Film auf Musik trifft. Apollo18 – eine Anspielung auf die Rakete aus den »Gedichten vom Frieden und vom Krieg« von Guillaume Apollinaire, dessen Tod sich 2018 zum 100. Male jährt – präsentiert eine Performance zu Apollinaires »Bestiarium«, das im Rahmen einer Übersetzungswerkstatt neu übersetzt wurde, einen Film in progress über die polnisch-jüdische Dichterin Zuzanna Ginczanka und eine Buchpremiere von Jacques Darras.

Motive »Allons enfants!« © www.allonsenfants.eu und © Stephan Tallneau

Auch mit an Bord sind die Allons-Enfants- Autor*innen, die 2017 und 2018 als deutsch-französische Tandems in verschiedene Städte Europas reisten und in Salons über ihre Erfahrungen berichten. Abschließend gibt es Konzerte von Marie Modiano und Fiston Mwanza Mujila. Mehr Infos unter www.apollo18.berlin. Eine gemeinsame Veranstaltung vom LCB, dem Institut Français Deutschland und von TOLEDO – Übersetzer im Austausch der Kulturen, einem Programm der Robert Bosch Stiftung und des Deutschen Übersetzerfonds. Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

PROGRAMM APOLLO 18:

19 h

Apollinaires »Bestiarium«
Performance

Mit den Übersetzer*innen Marion Poschmann, Leopold von Verschuer, Gernot Krämer, Christian Filips, Dagmara Kraus, Aurélie Maurin und Hans Thill.
Mit Live-Zeichnungen von Monika Rinck.

19.45 h

Bühne I:
KRIEG übersetzen
Buchpremiere und Gespräch

»Endlich raus aus dem Wald: 1914 noch einmal von vorne. Ein rasendes Thesengedicht« (KLAK Verlag): Dichter und Übersetzer Jacques Darras im Gespräch mit seiner Übersetzerin Odile Kennel.

Bühne II:
Kiew & Barcelona
Salon in deutscher Sprache

Cécile Wajsbrot, Anne Weber, Pierre Ducrozet, Hannes Köhler

Bühne III:
Russland & Belgrad
Salon auf Deutsch und Französisch mit Dolmetscher*in

Céline Minard, Marion Poschmann, Frédéric Ciriez, Sascha Reh

20.30 h

Bühne I:
» Z / Die Übersetzerin als Matrix«
Gespräch und Filmausschnitte

In Joanna Grudzinskas Filmprojekt geht es um die polnisch-jüdische Dichterin Zuzanna Ginczanka, die in Auschwitz ermordet wurde, und um die Übersetzung ihrer Gedichte. Der APOLLO-18-Abend wird aufgenommen und wiederum Teil des Filmes sein. Eine Hommage an eine vergessene Dichterin und die Kunst des Übersetzens. Mit der Filmregisseurin Joanna Grudzinska und den Übersetzerinnen Isabelle Macor und Dagmara Kraus.

Bühne II
Athen & Budapest
Salon in französischer Sprache

Mathieu Larnaudie, Julia Schoch, Matthias Nawrat, Alice Zeniter

Bühne III:
Sarajevo & London
Salon auf Deutsch und Französisch mit Dolmetscher*in

Pascal Richmann, Oliver Rohe, Yvan Alagbé, Ulli Lust

21.15 h

Konzerte:
Marie Modiano
Fiston Mwanza Mujila

mit Johannes Schleiermacher am Saxofon, Neuinterpretation der Texte Apollinaires und Improvisationen.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

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Mittwoch
Dezember
19.30 h
12.12.2018

Die Katze und der General
Nino Haratischwili

Im Gespräch: Lena Gorelik

Nino Haratischwili © G2 Baraniak

In ihrem neuen, umfangreichen Roman »Die Katze und der General« (FVA) entwirft die in Tbilissi geborene Autorin und Dramatikerin Nino Haratischwili ein eindrucksvolles Szenario vor dem Hintergrund des Zerfalls der Sowjetunion in den 90er Jahren. Ein russischer Oligarch wird in seinem neuen Leben in Berlin von seiner Vergangenheit als junger Soldat eingeholt und entwirft einen tödlichen Racheplan. Dafür braucht er die Hilfe eines deutschen Journalisten und einer georgischstämmigen Schauspielerin. Sie sieht der jungen Tschetschenin Nura erstaunlich ähnlich, die das Opfer eines grausamen Kriegsverbrechens wurde und um dessen Sühne die Handlung kreist. Inspiriert von einer wahren Begebenheit beweist Nino Haratischwili nach dem Erfolg ihrer Familiensaga »Das achte Leben (Für Brilka)« (FVA, 2014) einmal mehr ihr Gespür für packende Themen und ihr Talent als große Erzählerin. Das Buch stand auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2018. Durch den Abend führt die in St. Petersburg geborene Schriftstellerin Lena Gorelik, die 2017 ihren Jugendroman »Mehr Schwarz als Lila« (Rowohlt Verlag) veröffentlichte. Eine gemeinsame Veranstaltung des LCB und der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Förderprogramms Grenzgänger.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Montag
Dezember
19.30 h
17.12.2018

Stimmen der Kritik
Lesung und Diskussion: Hannes Bajohr, Daniel Falb, Mara Genschel

Einführung und Moderation: Jutta Müller-Tamm, Simon Schleusener

Hannes Bajohr © Julia Pelta Feldman

Daniel Falb © privat

 Mara Genschel © Dirk Skiba

Wie verhält sich die Kunst zur Kritik? Ist es zwangsläufig so, dass zwischen den zwei Bereichen eine Kluft besteht? Oder existieren Anschlüsse und Übergänge, die zwischen Kunstproduktion und -reflexion, Literatur und Wissenschaft, Poesie und Poetologie vermitteln? Diese und ähnliche Fragen stehen im Fokus des Abends, an dem die Lyriker* innen Hannes Bajohr, Daniel Falb und Mara Genschel Teile ihres Werks präsentieren und über ihre literarische Praxis Auskunft geben. In den Arbeiten der drei Autor*innen wird Lyrik nicht als formvollendete, hermetische Geheimsprache begriffen, sondern als offenes Laboratorium, das die Rezipierenden experimentell und diagnostisch in die Diskrepanzen der Gegenwart verwickelt und sie dazu zwingt, über die Produktionsbedingungen literarischer Texte nachzudenken. Der Abend bildet die Auftaktveranstaltung der Reihe »Stimmen der Kritik«, deren Ziel es ist, Schriftsteller*innen, Kritiker*innen und Wissenschaftler*innen zu versammeln, die sich in ihrer Arbeit an der Schnittstelle von Kunst und Kritik bewegen. Organisiert wird der Abend (wie auch die folgenden Veranstaltungen der Reihe) von dem durch die Einstein Stiftung Berlin geförderten Drittmittelprojekt ‚Das Philologische Laboratorium‘, das an der Friedrich Schlegel Graduiertenschule der Freien Universität Berlin angesiedelt ist.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

Dienstag
Dezember
19.30 h
18.12.2018

Sexuelle Gewalt, Sex, Konsens – ein Gespräch über Grauzonen

Mit Mithu M. Sanyal & Bettina Wilpert
Moderation: Mia Frimmer

Sanyal M. Mithu © regentaucher

Bettina Wilpert © linonono

Seit #MeToo wird über Vergewaltigung und Grenzüberschreitungen, über soziale und sexuelle Geschlechterrollen, über Sex und Konsens debattiert. An den anhaltenden Diskussionen wird klar, wie überfällig diese gesellschaftliche Auseinandersetzung ist. Aber auch, dass Grenzen nicht immer klar sind und es dafür eine Sprache geben muss. Bettina Wilpert, Teilnehmerin unserer Autorenwerkstatt 2017, schildert in ihrem Roman »nichts, was uns passiert« (Verbrecher Verlag, 2018), welchen Einfluss eine Vergewaltigung auf Betroffene und Täter hat; Mithu M. Sanyal zeichnet in ihrer Kultur- und Begriffsgeschichte »Vergewaltigung – Aspekte eines Verbrechens« (Edition Nautilus, 2016) nach, wie wir als Gesellschaft über Vergewaltigung reden. Zusammen mit der Autorin, Hörspielproduzentin und ebenfalls Autorenwerkstatt- Teilnehmerin (2016) Mia Frimmer besprechen Wilpert und Sanyal ihre Texte und die Sprache, durch die wir uns an das Problem der Vergewaltigung annähern und nach einer Bewältigung suchen können.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Ausstellung

Portale

litport.de

dichterlesen.net

Zeitschrift

Spritz

Projekte

Krieg im Frieden. Internationales Dramatiker*innenlabor

DAS WEISSE MEER. Literaturen rund ums Mittelmeer

Übersetztercolloquium

Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

Allons Enfants!

Netzwerk

Netzwerk der Literaturhäuser: literaturhaus.net

ARTE. Kulturpartner literaturhaus.net