LCB-Programmarchiv

Aktuelles LCB-Programm (04/2019)

LCB-Programm 04/2019 als PDF

Donnerstag
April
19.30  h
04.04.2019

Finissage der Autorenwerkstatt Prosa 2018
Es lesen Sebastian Behr, Valeria Gordeev, André Hansen, Carolin Krahl, Marc Lunghuß, Anna Ospelt, Esther De Soomer Janna Steenfatt und Lea Wintterlin

Moderation: Antje Rávik Strubel und Thorsten Dönges

Autorenwerkstatt Prosa 2018 © Tobias Bohm

Im Herbst 2018 nahmen neun Autorinnen und Autoren an der Autorenwerkstatt Prosa des LCB teil, die von Antje Rávik Strubel und Thorsten Dönges geleitet wurde. Am heutigen Abend kommen alle Autor·innen noch einmal im LCB zusammen, um sich und ihre Texte dem Berliner Publikum vorzustellen. Auch in diesem Jahr ist eine große Bandbreite von Sujets und Schreibweisen zu entdecken, die Themenpalette reicht vom geheimen Leben unter dem Lenin-Mausoleum am Roten Platz über botanisch-biographische Studien bis hin zum Erwachsenwerden unter erschwerten gesellschaftlichen und familiären Bedingungen.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

Montag
April
19.30  h
08.04.2019

Studio LCB
»Wale und Nachtfalter«
Lesung: Szczepan Twardoc

Im Gespräch: Olaf Kühl und Marta Kijowska
Moderation: Katharina Teutsch

Szczepan Twardoch © Zuza Krajewska

Der 1979 in Schlesien geborene Szczepan Twardoch hat erreicht, was in der europäischen Literaturwelt heute selten ist: Als Bestsellerautor im Dreiteiler, der Werbung für Mercedes-Benz macht, ist er ein Schriftsteller mit Glamour. Sein Roman »Der Boxer« hat das polnische wie auch das deutsche Publikum begeistert. Nach dem experimentellen Schlesienroman »Drach« und dem Zwischenkriegsroman »Morphin« folgte sein Buch über einen jüdischen Mafioso in Warschau am Vorabend des Zweiten Weltkriegs. In Polen verkaufte sich der den Antisemitismus thematisierende Roman innerhalb weniger Monate mehr als hunderttausend Mal. In allen drei Büchern geht es um das Aufbrechen tradierter Geschichtsbilder. Twardoch zeigt in seinen Büchern keine polnischen Opfer, sondern Menschen mit Ambivalenzen. Anders gesagt: Seine Bücher handeln vom Widerspruch zwischen dem ideologischen Überbau und dem verstrickten Einzelschicksal. Damit stellt er die offizielle Geschichtspolitik der polnischen Regierung in Frage. In seinem literarischen Arbeitstagebuch »Wale und Nachtfalter« (Rowohlt Berlin, 2019) gibt Twardoch jetzt Einblicke in seine Begegnung mit der Welt. Als Schlesier, als Pole, als Europäer, als Vater, Autor und Abenteurer. Mit ihm diskutieren sein preisgekrönter Übersetzer Olaf Kühl und die Kritikerin Marta Kijowska über polnische Geschichte, polnische Gegenwartsliteratur und Twardochs besondere Rolle darin.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. April 2019, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

DLF

Mittwoch
April
19.30  h
10.04.2019

Traumpfade der Literatur
Hans Christoph Buch in Lesung und Gespräch

Moderation: Helmut Böttiger

Tunnel über der Spree 1991 (v.l.n.r.: Gert Loschütz, Wolfgang Hilbig, Hans Christoph Buch) © Renate von Mangoldt

Hans Christoph Buch gehört zu den großen Kosmopoliten unserer Literatur. „Throw away leg!“ – auf Reisen gehen, die Welt erkunden, das hat sein Leben und sein Werk geprägt. Als Kriegsreporter berichtete er aus Tschetschenien, Bosnien und Ruanda, und immer wieder, auch aufgrund familiärer Beziehungen dorthin, war Haiti Ziel seiner Expeditionen und Inspirationsquelle seiner literarischen Phantasie (»Die Hochzeit von Port-au- Prince«, 1984). In seinem neuen Buch »Tunnel über der Spree. Traumpfade der Literatur« (FVA, 2019) aber schaut er zurück auf die Anfänge seines Werdegangs als Schriftsteller: das „Ostwestberlin“ der sechziger und siebziger Jahre. Als Neunzehnjähriger nahm Hans Christoph Buch wie Hubert Fichte, Nicolas Born und Elfriede Gerstl 1963 an der Autorenwerkstatt »Prosaschreiben« im gerade gegründeten LCB teil, wurde im selben Jahr zur Lesung in der Gruppe 47 eingeladen und gehörte später mit Peter Schneider und F. C. Delius zu den prägenden Figuren einer Literatur der „neuen Sensibilität“. Auf seine Initiative gehen die deutsch-deutschen Autorentreffen zurück, die unter dem Fontane-Titel »Tunnel über der Spree« Anfang der neunziger Jahre für Furore sorgten. Auf der hier abgebildeten Fotografie von Renate von Mangoldt ist er im Jahr 1991 mit seinen Kollegen Gert Loschütz und Wolfgang Hilbig (v.l.n.r.) zu sehen. Die Auseinandersetzungen jener Jahre, die Wegbereiter und Weggefährten und nicht zuletzt der Autor selbst leuchten in leichtfüßigen Porträts und Erinnerungen und im Gespräch mit Helmut Böttiger auf, der diesen Abend moderieren wird.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Donnerstag
April
19.30  h
11.04.2019

Allseits Fontane – zum 200. Geburtstag

Lesung und Gespräch
mit Jan Böttcher, Annett Gröschner, Norbert Miller und Ernst Osterkamp

Theodor Fontane © Von Carl Breitbach

Seit die Firma Playmobil anlässlich des Lutherjahrs einen Plastikreformator in die Welt setzte, gibt es eine neue Kategorie der Nobilitierung. Neuester Kandidat ist der Dichter der Mark Brandenburg, aber auch der Porträtist der deutschen Kaiserzeit: Theodor Fontane. Obwohl sich sein Geburtstag erst am 30. Dezember 2019 zum zweihundertsten Male jährt, beginnen Ende März, vor allem im Land Brandenburg, die Feierlichkeiten zu Fontane. Feierstimmung herrscht aller Orten zwischen Neuruppin und München. An der Grenze von Berlin, seiner zur Heimat gewordenen Stadt, und der Mark Brandenburg wollen wir an diesem Abend auch im LCB zusammen mit der Theodor Fontane-Gesellschaft einen Abend ausrichten. Jan Böttcher und Annett Gröschner lassen unter dem Motto »Mein Fontane« ihr Verhältnis zum Dichter der Mark Brandenburg aufleuchten. Außerdem lesen sie ihre Lieblingsstellen im Werk Fontanes. Darüber hinaus werden wir hören, was Norbert Miller, langjähriger Direktor des LCB und Ernst Osterkamp, Präsident der Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt, von derartigen Dichter-Jubelfeiern halten. Vielleicht sogar im Fontane'schen Tone: „Gut und schön – aber was soll der Unsinn“? Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Theodor Fontane Gesellschaft.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Dienstag
April
19.30  h
16.04.2019

Hausgäste

Sibylla Vricic Hausmann, Novuyo Rosa Tshuma und Lisa Kreißler in Lesung und Gespräch

 Sibylla Vričić Hausmann ©  Dirk Skiba

 Novuyo Rosa Tshuma © Tribute Nyoni

 Lisa Kreißler © privat

Beim zweiten Hausgäste-Abend dieses Jahres lesen drei unserer Gäste aus Pohle, Houston und Leipzig aus ihren Werken und sprechen über ihre derzeitigen Projekte. Lisa Kreißler war nach einem Studium der Theaterwissenschaften als Schauspielerin und Journalistin tätig, bevor sie sich auf das Schreiben konzentrierte. 2014 erschien ihr Debütroman »Blitzbirke« (mairisch), »Das vergessene Fest« (Hanser Berlin) folgte 2018. Novuyo Rosa Tshuma wurde mit ihrem Roman »House of Stone« für den diesjährigen Swansea University International Dylan Thomas Prize nominiert. Für ihren Kurzgeschichtenband »Shadows« erhielt sie 2014 den Herman Charles Bosman Preis für das beste literarische Werk auf Englisch. Sibylla Vričić Hausmann schreibt Lyrik, Essays und Prosa. Sie hat in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht und erhielt den Orphil-Debütpreis für ihr Erstlingswerk »3 FALTER« (poetenladen), einen 2018 erschienenen Gedichtband.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Donnerstag
April
19.30  h
18.04.2019

Schlaglichter N°4
Die Neue Rechte und der Mainstream

Vortrag: Volker Weiß
Im Gespräch: Thorsten Mense

Außer Haus: ausland, Lychener Straße 60, Berlin-Prenzlauer Berg

Wie rebellisch ist die Neue Rechte? Was ist revolutionär an der „Konservativen Revolution“? Die Welt scheint Kopf zu stehen. Glaubt man so manchem Journalisten, so proben derzeit die Enkel der 68er den Aufstand. Diesmal soll das Establishment links stehen, heißt es. Daher sei nun Rechts das neue Links. Doch schon die 68er waren schnell im Mainstream angekommen. Popkultur und repressive Toleranz ließen ihre Rebellion in den Werbeagenturen enden. Bei der „Neuen Rechten“ ist diese Aneignung gar nicht erst nötig. Sie treibt von Anbeginn der Wunsch nach Konformität. In ihrem Protest fordert sie mehr Autorität, mehr Tradition, mehr Konvention und mehr Ungleichheit. Die »Differenz«, die sie einklagt, ist völkische Identität. Was sie als »neu« anpreist, entpuppt sich als das ganz Alte. Volker Weiß, der an diesem Abend zum Thema einen Vortrag halten wird, ist Historiker und forscht zu Geschichte und Gegenwart der äußersten Rechten in Deutschland. Sein Buch »Die autoritäre Revolte. Die Neue Rechte und der Untergang des Abendlandes« (Klett Cotta) war 2017 für den Sachbuchpreis der Leipziger Buchmesse nominiert. Mit ihm diskutiert Thorsten Mense, der zur Kritischen Theorie des Nationalismus promovierte. Zuletzt erschien von ihm das Buch »Kritik des Nationalismus« (Schmetterling, 2016).

Eintritt 3 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Donnerstag
April
19.30  h
25.04.2019

Romandebüts der Saison
Helene Bukowski, Emanuel Maeß und Katharina Mevissen in Lesung und Gespräch

Moderation: Anne Kohlick

 Helene Bukowski © privat

 Emanuel Maeß © Anno Dittmer

 Katharina Mevissen © Denise Sterr

Der Frühling bringt uns nicht nur die ersten warmen Sonnenstrahlen, sondern auch zahlreiche literarische Neuerscheinungen. Drei Debüts der Saison haben wir uns ausgesucht und deren Autor·innen eingeladen, ihre Romane vorzustellen und mit der Journalistin Anne Kohlick zu besprechen. Mit seinem ersten Buch »Gelenke des Lichts« (Wallstein) nahm Emanuel Maeß an der LCB-Prosawerkstatt 2009 teil. Es erzählt den eigentümlichen Bildungsweg eines jungen Mannes in der Vor- und Nachwendezeit, dabei entfaltet Maeß in feierlicher, prachtvoller Sprache und mit diskreter Ironie seine Figur. Der zweite Erstling des Frühjahrs ist Katharina Mevissens »Ich kann dich hören« (Wagenbach), ein Roman, der „die Kunst des Zuhörens feiert“ (Deutschlandfunk) und Töne sowie Klänge in eine poetische Sprache übersetzt. Helene Bukowski, Teilnehmerin der Autorenwerkstatt 2016, stellt ihren Roman »Milchzähne« (Blumenbar) vor, die märchenhafte, liebevolle Geschichte des Mädchens Skalde und ihrer Mutter Edith – eine Erzählung über Empathie und Zusammenhalt in einer im Chaos versinkenden Welt.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Montag
April
19.30  h
29.04.2019

Out of Sight.
Internationales Dramatiker·innenlabor 2019/2020

Werkstattgespräch mit Yildiz Çakar, Monageng Motshabi, Laura Uribe und Dalia Taha
Moderation: Maxi Obexer und Mazlum Nergiz

»Lifestill of Betty« © Esra Rotthoff

Yildiz Çakar © privat

Monageng Motshabi © privat

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Dalia Taha © privat

Autoritäre Systeme bringen Menschen zum Verschwinden, sperren sie weg und verwischen ihre Spuren. Doch nicht nur Gewaltherrschaft tilgt die Vielfalt gesellschaftlicher Wirklichkeiten und Visionen. Auch in demokratischen Gesellschaften werden Menschen unterdrückt, aus dem Blick gedrängt und unsichtbar gemacht. Für das Projekt »Out of Sight« haben das Literarische Colloquium Berlin, das Maxim Gorki Theater, das Neue Institut für Dramatisches Schreiben, die Robert Bosch Stiftung und das Schauspiel Stuttgart vier Theaterautor ·innen eingeladen. Im Rahmen des Schreiblabors verfolgen sie die Fragen: Wer entscheidet, was unsichtbar gemacht und was in Vergessenheit gedrängt wird? Welche gesellschaftlichen Gruppen und Vorstellungen, welche Körper werden unterschlagen? Und welche Realitäten und Geschichten zeigen sich dort, wo das Leben und Handeln bewusst im Verborgenen gehalten wird? Im Werkstattgespräch, moderiert von den Werkstattleiter·innen Maxi Obexer und Mazlum Nergiz, berichten die vier Autor·innen über die gemeinsame Arbeit an ihren Texten. Im Herbst 2020 werden die künstlerischen Ergebnisse der Begegnungen im StudioЯ des Maxim Gorki Theaters in szenischen Lesungen präsentiert und darüber hinaus im Rahmen eines Themenabends am Schauspiel Stuttgart vorgestellt.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

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Dienstag
April
19.30  h
30.04.2019

Niederungen und Erhebungen
Volker Demuth
Lesung und Gespräch

Gesprächspartner: José F. A. Oliver

Volker Demuth © privat

Volker Demuth: Niederungen und Erhebungen

Im Gespräch mit dem Schriftstellerkollegen José F. A. Oliver stellt Volker Demuth seinen neuen Roman vor – »Niederungen und Erhebungen. Besichtigung einer Lebenslandschaft« (Matthes & Seitz). Ein Bauernhof, eine süddeutsche Kleinstadt, ein Haus am Fluss bilden den Erfahrungsraum dieser autobiografischen Erzählung, in dem die deutsche Geschichte sich spiegelt und die äußere Gegend zur inneren Landschaft wird. „Geschichte ist nicht, was man will. Geschichte ist, was man bekommt. Das war ein Wissen, von dem man nicht sprechen musste, um es doch an jedem neuen Tag und mit jeder Verrichtung, die der Bauernhof erforderte, zum Ausdruck zu bringen.“ Volker Demuth war Professor für Medientheorie an der Fachhochschule für Gestaltung in Schwäbisch Hall. 2004 gab er die Lehrtätigkeit auf und lebt heute als freier Schriftsteller in Berlin. Zuletzt erschienen »Fleisch. Versuch einer Carneologie« (2016) und »Der nächste Mensch« (2018), in der Reihe »Fröhliche Wissenschaft«.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Ausstellung

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dichterlesen.net

Zeitschrift

Spritz

Projekte

Krieg im Frieden. Internationales Dramatiker*innenlabor

DAS WEISSE MEER. Literaturen rund ums Mittelmeer

Übersetztercolloquium

Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

Allons Enfants!

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Netzwerk der Literaturhäuser: literaturhaus.net

ARTE. Kulturpartner literaturhaus.net