LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 02/2010

LCB-Programm 02/2010 als PDF

Donnerstag
Februar
20.00 Uhr
04.02.2010

Hausgäste

Zsofia Bán, Manuel Antonio Pereira, Dragan Radovancevic und Aleš Šteger in Lesung und Gespräch

Aleš Šteger © Renate von Mangoldt

Autoren aus Ungarn, Serbien, Slowenien und Belgien wohnen und arbeiten im Februar im LCB. Der in Ljubljana lebende Aleš Šteger, 1973 geboren, ist im deutschsprachigen Raum und besonders in Berlin kein Unbekannter mehr. Schon 2001 erschien sein Gedichtband „Kaschmir“ in der „Edition Korrespondenzen“, bei Suhrkamp folgten das „Buch der Dinge“ (2006) und zuletzt seine Berliner Skizzen unter dem Titel „Preußenpark“ (2009). Dragan Radovancevic, 1979 in Belgrad geboren, hat Gedichtbände in Serbien publiziert und arbeitet an seinem ersten Roman. Zsofia Bán (www.banzsofia.net) aus Budapest erhielt 2008 den Jószef-Attila-Preis für ihre literarischen Arbeiten; insbesondere der Prosaband „Esti iskola“ („Abendschule“) sorgte in Ungarn für Aufsehen. Manuel Antonio Pereira wurde 1965 in Porto geboren, lebt und schreibt (in französischer Sprache) in Brüssel. Er gründete das Theaterensemble Tsek und arbeitet zurzeit als Schriftsteller, Theaterautor, Regisseur und Videokünstler. 2005 erschien „Requiem pour une cascadeuse“, das er 2008 am Brüsseler Theater Les Tanneurs selbst inszenierte.

Eintritt frei

Dienstag
Februar
20.00 Uhr
09.02.2010

Vom Übersetzen des Unübersetzbaren: Beispiel Koran

Öffentliches Seminar mit Stefan Weidner, dem Inhaber der August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung im Wintersemster 2009/2010

Stefan Weidner © Tobias Bohm

Je poetischer und je fremder im räumlichen und zeitlichen Sinn die Literatur ist, die man übersetzt, desto unmöglicher scheint die Übersetzung – die orientalische Poesie und vor allem der Koran sind Beispiele dafür. Dennoch wurden und werden solche Texte mit teils erstaunlichem Erfolg übertragen. Stefan Weidner geht zusammen mit dem Publikum der Frage nach, wie in den vorhandenen Koranübersetzungen mit vermeintlich oder tatsächlich Unübersetzbarem umgegangen worden ist, welche übersetzerischen Alternativen es gäbe und wie weit die Kreativität des Übersetzers gehen darf. Eins nämlich ist kaum bestreitbar: Die Übersetzung des Unübersetzbaren erhöht nicht nur die Schwierigkeiten, sondern auch die Freiheiten zur eigenständigen Kreativität des Übersetzers. Die August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessur für Poetik der Übersetzung wurde 2007 vom Deutschen Übersetzerfonds und der FU Berlin ins Leben gerufen. Nach Frank Günther und Burkhart Kroeber ist Stefan Weidner der dritte Übersetzer, der dieses Amt bekleidet.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Übersetzerfonds und dem Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften der FU Berlin.
Eintritt 6 € / 4 € *

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
17.02.2010

Luft und Liebe. Buchpremiere
Lesung: Anne Weber

Moderation: Hubert Winkels

Anne Weber © Renate von Mangoldt

Es ist ein Traum, der für die Heldin dieses Romans wahr wird: Versehrt von den altersüblichen Enttäuschungen in Liebesdingen, begegnet sie mit Anfang vierzig in Paris ihrem Traummann. Er ist schon in reiferen Jahren, zärtlich, aufmerksam und charmant – und er verspricht ihr den Himmel auf Erden. Um die Idylle vollkommen zu machen, lebt dieser Märchenprinz auf einem Schloss in der französischen Provinz. Doch als das gemeinsame Leben, inklusive Hochzeit und Kind, Realität werden soll, zerplatzt alles wie eine Seifenblase. Und die mit großer Leichtigkeit und funkelnder Ironie erzählte Geschichte von Liebe und Verrat nimmt ein Ende mit Schrecken. „Luft und Liebe“ (S. Fischer) ist ein grimmiger und dabei komischer Roman, bei dessen Lektüre Lachen und trauriger Zorn sehr nah beieinander liegen. Anne Webers Talent, auf leichte Art ernst zu werden, macht den Reiz und die Faszination dieses literarischen Spiels mit doppelten Böden aus. Die Autorin, geboren 1964, lebt in Paris und der Bretagne. Sie arbeitet als literarische Übersetzerin aus dem Französischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Französische. Ihr eigenes literarisches Werk, das sie ebenfalls auf Deutsch und Französisch schreibt, wurde unter anderem mit dem Heimito-von-Doderer-Preis und dem 3sat-Preis in Klagenfurt ausgezeichnet. Den Abend moderiert Hubert Winkels, Literaturkritiker und Redakteur beim Deutschlandfunk.

In Zusammenarbeit mit dem S. Fischer Verlag.
Eintritt 6 € / 4 € *

Donnerstag Februar
20.00 Uhr
18.02.2010

Weltensammler
Aleksandar Hemon (Chicago) in Lesung und Gespräch

Moderation: Sigrid Löffler

Aleksandar Hemon © Knaus Verlag

Noch kaum bemerkt und gewürdigt, doch mit Nachdruck und ungeheurer Dynamik vollzieht sich neuerdings ein Umbruch in der Bücherwelt: von der Weltliteratur zur Global Literature. Es handelt sich hierbei um eine Literatur im Transit ohne festen Wohnsitz, geschrieben von Migranten aus oft literaturfernen Weltgegenden – meist Krisen- und Bürgerkriegsregionen wie Äthiopien, Pakistan, Libanon oder Somalia. Sigrid Löffler stellt die bemerkenswertesten „Weltensammler“ im LCB vor. In seinem international gefeierten Roman „Lazarus“ (Knaus Verlag) erzählt Aleksandar Hemon die Geschichte des jüdischen Einwanderers Lazarus Averbuch, der irrtümlich für einen Anarchisten gehalten und im März 1908 vom Chicagoer Polizeipräsidenten erschossen wird. Auf den Spuren dieser wahren Geschichte schickt Hemon sein Alter Ego, den bosnisch-amerikanischen Schriftsteller Vladimir Brik, und dessen Freund, den Fotografen Rora, auf eine Recherche-Reise durch Osteuropa. Im steten Wechsel dieser beiden Erzählstränge offenbaren sich nicht nur zahlreiche Parallelen zwischen dem heutigen und dem damaligen Amerika, es wird auch deutlich, dass sich an dem Außenseiter-Schicksal der Emigranten im Laufe eines ganzen Jahrhunderts nicht allzu viel geändert hat. Aleksandar Hemon wurde 1964 in Sarajevo geboren. 1992 reiste er im Rahmen eines Kulturaustauschs als Stipendiat in die USA. Dort erfuhr er kurze Zeit später von dem Ausbruch des Krieges in seiner Heimat und beschloss, in Chicago zu bleiben. „Lazarus“ ist sein zweiter Roman, der unter anderem für den National Book Award nominiert war. Sein neuer Erzählungsband „Liebe und Hindernisse“ wird im Mai 2010 in der deutschen Übersetzung erscheinen.

Eintritt 6 € / 4 € *

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
24.02.2010

Wir vier. Buchpremiere
Lesung: Andreas Schäfer

Moderation: Ursula März

Andreas Schäfer © Renate von Mangoldt

Nach Jakobs gewaltsamen Tod gerät die Familie Wilber aus dem Gleichgewicht: Der Vater muss seinen Beruf als Pilot aufgeben, die Mutter flüchtet sich in soziales Engagement und Merten, der jüngere Bruder des Ermordeten, geht auf größtmögliche Distanz zu seinen Eltern. Keiner spricht mit dem anderen über die Umstände des Mordes und den schmerzlichen Verlust. Die einzelnen Familienmitglieder versuchen allein auf sich gestellt mit dieser Katastrophe umzugehen und geraten dabei in immer größer werdende Bedrängnis. Bevor die Familie unter der Last des Schweigens vollends auseinander zu brechen droht, führt ein unerwarteter Entschluss der Mutter aus der Erstarrung. Präzise und einfühlsam erzählt Andreas Schäfer in seinem neuen Roman „Wir vier“ (Dumont) vom Weiterleben nach dem Trauma. Der Berliner Autor, 1969 in Hamburg geboren, war Teilnehmer der Autorenwerkstatt im LCB und schreibt Reportagen und Kritiken für den „Tagesspiegel“. Für seinen ersten Roman „Auf dem Weg nach Messara“ wurde er mit dem Bremer Literaturförderpreis ausgezeichnet. Durch den Abend führt die Berliner Literaturkritikerin Ursula März.

In Zusammenarbeit mit dem DUMONT BUCHVERLAG.
Eintritt 6 € / 4 €
*

Donnerstag Februar
20.00 Uhr
25.02.2010

Studio LCB
Lesung: Martin Walser

Gesprächspartner: Heinz Ludwig Arnold und Frank Schirrmacher
Moderation: Denis Scheck

Martin Walser © Renate von Mangoldt

„Klassiker“ sind einem berühmten Essay von Martin Walser zufolge jene Autoren, „die die meisten Leute am längsten brauchen“. Sehr viele Menschen haben Martin Walser in diesem Sinn über die Jahrzehnte gebraucht und brauchen ihn noch. In seinem 83. Lebensjahr ist Martin Walser selbst längst zum Klassiker geworden – und ein höchst produktiver obendrein, wie die großen Erfolge seiner jüngsten Romane„Angstblüte“ und „Ein liebender Mann“ bei Kritik und Publikum im In- und Ausland belegen. In diesem Frühjahr erscheinen unter dem Titel „Leben und Schreiben“ Aufzeichnungen von Martin Walser aus den Jahren 1974 bis 1978 als dritter Band der Tagebuchedition – und unter dem Titel „Mein Jenseits“ eine neue Novelle. „Je älter man wird, desto mehr empfiehlt es sich, darauf zu achten, wie man auf andere wirkt“ – so der erste Satz von „Mein Jenseits“. Martin Walser wird aus seinen neuen Büchern lesen und mit den Kritikern Heinz-Ludwig Arnold und Frank Schirrmacher über die Wirkung auf andere und die Verwandlung von Leben in Literatur diskutieren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. Februar 2010, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/
Eintritt 6 € / 4 € *

Freitag
Februar
20.00 Uhr
26.02.2010

Tolstoi liest Tolstoi

Wladimir Tolstoi stellt mit der Übersetzerin Rosemarie Tietze die neue deutsche „Anna Karenina“ vor. Lesung und Gespräch

Tolstoi

Zum Auftakt des Tolstoi-Gedenkjahres 2010 (Lew Tolstoi starb vor hundert Jahren, am 20. November 1910) hat der Hanser Verlag Lew Tolstois berühmten Roman „Anna Karenina“ in neuem Gewand herausgebracht – die erste Neuübersetzung seit rund einem halben Jahrhundert. Wladimir Tolstoi, Ururenkel des Dichters und heute Hausherr in Jasnaja Poljana, dem ehemaligen Landgut der Familie und jetzigen Museum, wird den russischen Text vortragen und zusammen mit der Übersetzerin Rosemarie Tietze über Entstehungsgeschichte und Originalschauplätze des Romans berichten wie auch über das heutige Gesicht der Tolstoi-Stätten.

Eintritt 6 € / 4 € *

Ausstellung

Portale

litport.de

dichterlesen.net

Zeitschrift

Spritz

Projekte

Krieg im Frieden. Internationales Dramatiker*innenlabor

DAS WEISSE MEER. Literaturen rund ums Mittelmeer

Übersetztercolloquium

Deutsch-Italienischer Übersetzerpreis

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