LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 01/2015

LCB-Programm 01/2015 als PDF

Sonntag
Januar
ab 12.00 Uhr
11.01.2015

Filmische Blicke auf die Ukraine
„Grenzgänger” und ihre Dokumentarfilme im Kino Moviemento

Von und mit Angelika Wittlich, Jakob Preuss, Vadim Jendreyko und Stanisław Mucha
Moderation: Natascha Freundel und Gemma Pörzgen

Außer Haus!
Ort: Moviemento Kino, Berlin-Kreuzberg, Kottbusser Damm 22 (U-Bhf. Schönleinstraße)

Vadim Jendreyko: „Die Frau mit den 5 Elefanten”

Angelika Wittlich: „Alexander Granach – Da geht ein Mensch”

Jakob Preuss: „The Other Chelsea – A story from Donetsk”

Stanisław Mucha: „Tristia – Eine Schwarzmeer-Odyssee”

Die Ukraine ist im Umbruch und derzeit in der Öffentlichkeit präsent wie nie zuvor. Gemeinsam mit dem Moviemento Kino und der Robert Bosch Stiftung präsentiert das LCB vier Dokumentarfilme, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der ukrainischen Geschichte und Gegenwart beschäftigen und auf diese Weise die Entwicklungen im Lande und die derzeitige gesellschaftliche Realität abbilden.

Vadim Jendreykos „Die Frau mit den 5 Elefanten“ verwebt die Lebensgeschichte der Dostojewski-Übersetzerin Swetlana Geier mit ihrem Wirken und spürt dem Geheimnis dieser unermüdlich tätigen Frau nach.

Angelika Wittlichs „Da geht ein Mensch“ widmet sich den wichtigsten Lebensstationen des jüdischen Schauspielers Alexander Granach, dessen Karriere ihn rund um den Globus führte.

Der junge Regisseur und Max-Ophüls-Preisträger Jakob Preuss stellt seinen Film „The Other Chelsea“ vor, in dem er am Beispiel des ukrainischen Fußballclubs Schachtjor Donezk vorführt, wie eng Sport, Politik und Wirtschaft verzahnt sind.

Mit Stanisław Muchas „Tristia“ reisen wir einmal um das Schwarze Meer und werden durch die faszinierenden Küstengebiete von sieben Ländern geführt, wo wir auf romantische Steilklippen, postkommunistische Gespenster und megalomanen Olympiawahn treffen.

Alle Filmemacher erhielten ein Grenzgänger-Recherche-Stipendium. Es moderieren Natascha Freundel (Redakteurin NDR Kultur) und Gemma Pörzgen (freie Journalistin).

12.00 Uhr
„Die Frau mit den 5 Elefanten”
Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Vadim Jendreyko
14.30 Uhr
„Alexander Granach – Da geht ein Mensch”
Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin Angelika Wittlich
17.00 Uhr
„The Other Chelsea – A story from Donetsk”
Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Jakob Preuss
19.30 Uhr
„Tristia – Eine Schwarzmeer-Odyssee”
Im Anschluss Gespräch mit dem Regisseur Stanisław Mucha

Eine gemeinsame Veranstaltung des LCB und der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Förderprogramms Grenzgänger.
Eintritt: 8 €, ermäßigt 7 €, ab 2 Filmen: 5 €/Film

Mittwoch
Januar
20.00 Uhr
14.01.2015

In Baku, Tiflis und Berlin 
Lesung: Olga Grjasnowa und Nino Haratischwili

Moderation: Christiane Pöhlmann

Olga Grjasnowa © Tobias Bohm

Nino Haratischwili © Tobias Bohm

Zwei ehemalige Grenzgänger-Stipendiatinnen sind an diesem Abend zu Gast im LCB. Olga Grjasnowa, Absolventin des Deutschen Literaturinstituts Leipzig, ist in Baku geboren und in Hessen aufgewachsen. Sie lotet nach ihrem Debütroman „Der Russe ist einer, der Birken liebt“, für den sie mehrere Preise erhielt, in ihrem neuen Buch „Die juristische Unschärfe einer Ehe“ (Hanser) unser Verständnis von romantischen Beziehungen aus. Grjasnowa erzählt von der lesbischen Tänzerin Leyla und dem schwulen Psychiater Altay, die in Baku eine Scheinehe eingehen. In Berlin beginnen die beiden dann ihre Ehe auch zu vollziehen und lernen in einer Drag-Bar die junge Jounoun kennen. Eine Ménage-à-trois nimmt ihren Lauf. Nino Haratischwili studierte sowohl in ihrer Heimatstadt Tiflis als auch in Hamburg Theater und trat zunächst als Dramatikerin in Erscheinung. Die Adelbert-von-Chamisso-Preisträgerin erzählt in „Das achte Leben (Für Brilka)“ (FVA) die Geschichte von sechs Generationen der georgischen Familie Jaschi von 1900 bis 2006. Sie spannt den Bogen dabei vom Schicksal der Urgroßmutter, die vor Stalin fliehen musste, weil ihr Mann gegen die Bolschewiki kämpfte, bis zu dem der Urenkelin, die im Berlin von heute lebt, wo West und Ost Geschichte sind. Die Übersetzerin und Kritikerin Christiane Pöhlmann moderiert den Abend.

Gefördert aus dem „Grenzgänger”-Programm der Robert Bosch Stiftung.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Dienstag
Januar
20.00 Uhr
20.01.2015

Urwaldgäste und Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr

Roman Ehrlich und Franz Friedrich in Lesung und Gespräch
Moderation: Thorsten Dönges

Roman Ehrlich © Tobias Bohm

Franz Friedrich © Tobias Bohm

Mit seinem düster schillernden Debütroman „Das kalte Jahr“ sorgte der 1983 geborene Schriftsteller
Roman Ehrlich im Literaturjahr 2013 für Aufsehen. Nun liegt sein zweites Buch vor, der Erzählungsband „Urwaldgäste“ (Dumont). Mit dem Satz „Ich fühlte mich ohnehin in diesen Tagen als soziales Wesen, als Mensch unter Menschen, unanbietbar”, beginnt die erste von zehn Geschichten, von denen einige 2011 in der Autorenwerkstatt Prosa des LCB diskutiert wurden. „Besonders genau beherrscht Ehrlich die detailgenaue und doch mehrdeutige Beschwörung von Alltagssituationen, wobei das Reale surreal wird und Surreales ganz real”, schrieb Oliver Jungen in der FAZ. Franz Friedrich, ebenfalls Jahrgang 1983, nahm 2012 an unserer Autorenwerkstatt teil. Für seinen Debütroman „Die Meisen von Uusimaa singen nicht mehr“, aus dem er heute liest, wurde er mit dem Ponto-Preis ausgezeichnet. „Wenn ein Roman so komplex und gut gebaut ist und die Lektüre dennoch eine so ungeheure Freude bereitet, darf man von einem Wunderwerk sprechen”, schrieb Christoph Schröder in der Süddeutschen Zeitung. Am heutigen Abend lesen beide Autoren aus ihren Büchern und sprechen über Grenzen und Übergänge zwischen Erzählungen und Roman.

Eintritt 8 € / 5 € *

Freitag
Januar
15 - 17 Uhr
23.01.2015

Perspektiven der Gegenwartslyrik
Monika Rinck und Michael Lentz im Gespräch mit Studierenden der HU Berlin

Moderation: Tobias Amslinger und Charlotte Kurbjuhn (Institut für deutsche Literatur der HU Berlin)

Monika Rinck © Tobias Bohm

Michael Lentz © Tobias Bohm

In einem Workshop mit Studierenden des Masterstudiengangs Deutsche Literatur der Humboldt-Universität widmen sich Monika Rinck und Michael Lentz heute exemplarischen Lektüren ihrer Werke. Sie geben Auskunft über Entstehungsprozesse und ihre Sicht auf den gegenwärtigen Lyrikbetrieb. Wie verorten sie sich in der Tradition? Wie finden ihre Texte zum Leser? Welche Medien nutzen sie dabei? Wie gestalten sie Lesungen und Performances, welche ‚Rolle‘ spielen Dichter? Um diese Fragen wird es ebenso gehen wie um das Verhältnis von Lyrik und Lyrikkritik, Schrift und Stimme, Poesie und Philologie. Monika Rinck wurde 1969 in Zweibrücken geboren. Ihr Essay „Ah, das Love Ding“ erschien 2006, ihr letzter Gedichtband „Honigprotokolle“ 2012. Der Dichter und Romancier Michael Lentz wurde 1964 in Düren geboren. 1998 promovierte er mit einer Arbeit über Lautpoesie und -musik nach 1945. Sein Roman „Pazifik Exil“ erschien 2007, der Gedichtband „Offene Unruh“ 2010 und seine Frankfurter Poetikvorlesungen 2013 unter dem Titel „Atmen Ordnung Abgrund“.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin.
Eintritt frei

Mittwoch
Januar
20.00 Uhr
28.01.2015

Studio LCB
Lesung: Anne Weber

Gesprächspartner: Cécile Wajsbrot und Erdmut Wizisla
Moderation: Maike Albath

Anne Weber © Thorsten Greve

Die Schriftstellerin Anne Weber führt eine Doppelexistenz: Sie ist eine deutsche Französin oder vielleicht auch eine französische Deutsche, verfasst ihre literarischen Werke in beiden Sprachen und übersetzt sowohl vom Deutschen ins Französische als auch umgekehrt. 1964 in Offenbach geboren und in Paris zu Hause, debütierte sie 1998 zuerst in Frankreich. Ihre Begabung, sich zwischen verschiedenen Sphären einzunisten, zeichnet ihre literarische Arbeit aus. Immer wieder geht es in ihren Büchern um Zustände, die nicht ganz eindeutig sind, schwankende Befindlichkeiten, die mal in Euphorie, mal in Entsetzen, mal in Komik kippen. Das galt für „Luft und Liebe” (2010), das mit den Elementen des Märchens spielte, ebenso wie für die elegante Fortschreibung des Orpheus-Mythos in „Tal der Herrlichkeiten” (2012). In ihrem neuen Roman „Ahnen”, der im Frühjahr gleichzeitig in Frankreich und Deutschland (S. Fischer Verlag) erscheint, nimmt sie sich nun ihre eigene Herkunft vor und tastet sich an ihren Urgroßvater Florens Christian Rang (1864-1924) heran. Rang, Jurist, Theologe, Schriftsteller und ein enger Freund Walter Benjamins, strebte nichts weniger als eine „Abrechnung mit Gott“ an. Er sei der „tiefste Kritiker des Deutschtums seit Nietzsche“ befand Benjamin. Über den Ernst und den Größenwahn einer deutschen Biographie diskutiert Anne Weber mit der französischen Schriftstellerin Cécile Wajsbrot und dem Leiter des Benjamin-Archivs Erdmut Wizisla.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 31. Januar 2015, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 € *

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