LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 09/2012

LCB-Programm 09/2012 als PDF

Dienstag
September
20.00 Uhr
11.09.2012

Nachbarschaften
Silke Scheuermann und Steven Uhly in Lesung und Gespräch

Moderation: Julia Encke

Silke Scheuermann © Kirsten Bucher

Steven Uhly © Michael Herdlein

 

Zwei Neuerscheinungen der Saison stellen wir am heutigen Abend vor. Silke Scheuermann machte zunächst als Lyrikerin auf sich aufmerksam und wurde 2001 mit dem Leonce-und-Lena-Preis ausgezeichnet. Seit 2005 veröffentlicht sie Prosa und Lyrik im Frankfurter Schöffling Verlag. Ihr neuer Roman "Die Häuser der anderen" porträtiert (mit Abstechern in die weite Welt) den Kuhlmühlgraben, eine Straße am Stadtrand. Unsentimental und einfühlsam erzählt das Buch von den zerbrechlichen Wünschen, den Ängsten und Hoffnungen der Menschen, die hier so nah beieinander und so weit voneinander entfernt zu Hause sind. Steven Uhly wurde 1964 in Köln geboren und lebt in München. Sein dritter Roman „Glückskind” ist im Secession Verlag erschienen und erzählt die Geschichte von Hans D. Dieser Mann von Ende fünfzig ist an den Rand der Gesellschaft geraten. Als er eines Tages in einer Mülltonne einen Säugling findet, verändert diese unerhörte Begebenheit sein Leben und das seiner Nachbarschaft schlagartig. „Dieser Roman beginnt mit einem starken Gedanken, führt ihn tiefer und tiefer und eröffnet ein ganzes Universum! Ein berührendes, ein grandioses Leseerlebnis!” schrieb Egon Ammann. Mit den Autoren des Abends spricht Julia Encke, Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Eintritt 6 € / 4 € *

Mittwoch
September
20.00 Uhr
12.09.2012

Selbstporträt mit Bonaparte
Lesung und Buchpremiere mit Julia Schoch

Moderation: Natascha Freundel

Julia Schoch © Tobias Bohm

„Aber die Zeit vergeht, und was passiert eigentlich?” ist als Motto dem neuen Roman der in Potsdam lebenden Schriftstellerin Julia Schoch vorangestellt. „Selbstporträt mit Bonaparte”, erschienen im Piper Verlag, erzählt im Rückblick die Geschichte einer Leidenschaft. Bonaparte, notorischer Spieler und der Geliebte der Erzählerin, ist verschwunden. Zögerlich zunächst, aber auch beharrlich geht die Zurückgelassene nun seinem Verschwinden nach und hinterfragt ihre Liebe und das, was sie mit Bonaparte verbindet. Es entsteht bei dieser Suche nach den verborgenen Fäden der Vergangenheit zugleich ein Porträt unserer Gegenwart, die in einem Stillstand gefangen zu sein scheint, von dem allein die Leidenschaft befreien kann. Mit einer Lesung und im Gespräch mit Natascha Freundel, Redakteurin beim NDR, stellt Julia Schoch ihr messerscharfes und doch poetisches Buch am heutigen Abend erstmals öffentlich vor.

Eintritt 6 € / 4 € *

Montag
September
9.30 Uhr - 17.00 Uhr
17.09.2012

Viele Wege führen nach Rom … und zum Literaturübersetzen

Berufskundeseminar für Einsteiger und Zukunftsplaner

 

Das Seminar richtet sich an alle, die mehr über die Wege zum Literaturübersetzen und die rechtlichen und wirtschaftlichen Seiten dieses Berufs erfahren wollen. Besprochen werden: Möglichkeiten des Einstiegs, Auftragsakquise, Vertragsgestaltung, Honorare, Urheberrecht, Künstlersozialkasse, VG Wort, Stipendien, Übersetzerverband und Gewerkschaft. Seminarleitung: Claudia Steinitz (seit 20 Jahren Übersetzerin aus dem Französischen) und Jochen Schwarzer (seit 15 Jahren Übersetzer aus dem Englischen).

Für einen Imbiss und Getränke bitten wir vor Ort um einen Unkostenbeitrag von 10 Euro. Anmeldungen erforderlich – bitte mit kurzer Angabe, ob Sie über das Literaturübersetzen noch nachdenken oder schon auf dem Weg dazu sind. Bitte bis 10.9.2012 per Mail an: claudia.steinitz@bluewin.ch.

Mit freundlicher Unterstützung der Berliner Senatskanzlei, Abteilung Kultur.
Eintritt 6 € / 4 €
*

Dienstag
September
20.00 Uhr
25.09.2012

Brüder unterm Sternenzelt – Friedrich Georg und Ernst Jünger

Lesung: Jörg Magenau
Moderation: Jens Bisky

Friedrich Georg Jünger © Klett-Cotta Verlag

Ernst Jünger © Klett-Cotta Verlag

Der Berliner Literaturkritiker Jörg Magenau, der Biografien über Martin Walser und über Christa Wolf sowie eine Geschichte der „taz” geschrieben hat, beschäftigt sich in seinem neuen Buch („Brüder unterm Sternenzelt – Friedrich Georg und Ernst Jünger”. Klett-Cotta Verlag 2012) mit dem Leben der Jünger-Brüder. Sie jagten Käfer am Steinhuder Meer, der eine rettete dem anderen das Leben auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs, gemeinsam schockierten sie das Bürgertum in den 20er-und 30er-Jahren, durchlebten die deutsche Katastrophe in der inneren Emigration und begründeten den ökologischen Konservatismus der Bundesrepublik. Ernst und Friedrich Georg Jünger waren Geistesverwandte und politische Bündnispartner, die gemeinsam an einem großen Werk arbeiteten. Die hier erzählte Geschichte dieser außerordentlichen Schriftsteller-Beziehung ist so vielfältig wie die Zeit, von der sie handelt: zwischen Familiengeschichte und Künstlerbiographie, deutscher Katastrophengeschichte und philosophischem Disput. Jens Bisky, Feuilletonredakteur der Süddeutschen Zeitung, moderiert die Veranstaltung.

In Zusammenarbeit mit dem Klett-Cotta Verlag.
Eintritt 6 € / 4 €
*

Mittwoch
September
20.00 Uhr
26.09.2012

Studio LCB
Lesung: Bodo Kirchhoff

Gesprächspartner: Christoph Schröder und Joachim Unseld
Moderation: Maike Albath

Bodo Kirchhoff © Laura J. Gerlach

„Es gibt kein modernes Unglück, es gibt nur das alte Lied“ heißt es gleich am Anfang von Bodo Kirchhoffs neuem Roman, der sich dem ältesten Thema der Literatur zuwendet: der Liebe. Sein breit angelegtes Panorama heißt „Die Liebe in groben Zügen” und erzählt von einem Paar jenseits der fünfzig, das sich eingerichtet hatte in seiner bequemen Ehe, den Jobs beim Fernsehen und dem kultivierten Alltag zwischen Frankfurt und dem Gardasee. Bis das Gefüge eines Tages auseinander zu brechen  droht, weil ein fremder Mann auftaucht, Spezialist für Franz von Assisi. Wieder vermittelt Kirchhoff, 1948 in Hamburg geboren, am Bodensee aufgewachsen und spätestens seit seinem internationalen Erfolg mit „Infanta” (1990) einem großen Publikum bekannt, einen Einblick in typisch bundesrepublikanische Verhältnisse. Nach der Vater-Sohn-Geschichte in „Parlando” (2001) ist dieses Mal die Ehe sein Versuchsfeld. Mit seinem Verleger und Freund Joachim Unseld, dessen Frankfurter Verlagsanstalt im Herbst ihr 25jähriges Jubiläum feiert, und dem Literaturkritiker Christoph Schröder diskutiert Kirchhoff über die Möglichkeiten des zeitgenössischen Romans.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 29. September 2012, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/
Eintritt 6 € / 4 € *

Freitag
September
ab 14.30 Uhr
28.09.2012

Übersetzertag 2012

Im Bergwerk der Sprache. Eine Geschichte des Deutschen in Episoden

Titel Programm

Unter den Schreibenden stehen die Literaturübersetzer vor einer ganz besonderen Herausforderung. Sie müssen die Sprache, die andere in unterschiedlichen Epochen geschaffen und in verschiedenste Formen gegossen haben, nachschaffen: ob im Roman oder im mundartlichen Theaterstück, im wissenschaftlichen Traktat oder in Briefwechseln und Lebenserinnerungen. Die Schichten und Lagen der Sprache, aus der und besonders in die sie übersetzen, müssen sie sich gezielt zu erschließen wissen. Und weil auch andere Sprachinteressierte von ähnlichen Fragen umgetrieben werden, entstand vor einigen Jahren die Idee zu einer von Gabriele Leupold und Eveline Passet kuratierten Veranstaltungsreihe im Literarischen Colloquium Berlin, die sich ausgewählten Aspekten der deutschen Sprachgeschichte widmet. Unter dem Titel „Im Bergwerk der Sprache“ haben Gabriele Leupold und Eveline Passet jetzt im Wallstein Verlag ein Kompendium herausgegeben, das höchst unterschiedlichste Facetten der deutschen Literatursprache beleuchtet. Den Grundstock bilden Referate der Seminarreihe, die Auswahl der Themen war von den Problemen geleitet, die in der Praxis des literarischen Übersetzens immer wieder auftauchen. „Im Bergwerk der Sprache“ ist der Ausgangspunkt für den diesjährigen Übersetzertag, den der Deutsche Übersetzerfonds seit 1997 regelmäßig im LCB veranstaltet. Sprachgeschichtliches und Osteuropäisches spielen dabei eine große Rolle. Wir geben Einblicke in die Arbeit an der „Durchsicht“ der Lutherbibel zum Reformationsjubiläum 2017, beschäftigen uns mit dem Deutschen in der Diaspora, hören einen Banater und einen schwäbischen Dichter. Am Ende des Tages steht eine Vokalperformance der „Maulwerker“.

Programm Übersetzertag 2012
Eintritt 6 € / 4 €

14.30 Uhr Vom Weinberg des Herrn ins Bergwerk der Sprache.
Die Lutherbibel, neu durchgesehen. Podiumsgespräch mit Martin Rösel, Landesbischof i.R. Christoph Kähler, Thomas Brovot und Susanne Lange. Moderation: Albrecht Buschmann

Zum Reformationsjubiläum 2017 wird im Auftrag der Evangelischen Kirche in Deutschland eine „durchgesehene“ Fassung der Lutherbibel erscheinen. Neue philologische Erkenntnisse gilt es einzuarbeiten und Fehler auszubessern. „Der Wortlaut darf nur dort verändert werden, wo es die Treue zu den biblischen Zeugen zwingend erfordert.“ Es gehe nicht um eine Revision, und es sei „nicht Ziel der Arbeit, die Lutherbibel modernem Deutsch anzunähern“, heißt es aus der zuständigen Kommission. Doch was geschieht, wenn sich Sprache, das Verständnis von Begriffe und Wendungen wandelt? Wie weit kann man in diesen für die deutsche Sprache und Kultur so prägenden Grundtext eingreifen, ohne ihn in seiner Anmut und Sprachgewalt zu beschädigen? Das Thema beschäftigt Laien wie Fachleute – und eine Reihe von Literaturübersetzern, die sich im Vorfeld des Übersetzertages mit Mitgliedern des EKD-Lenkungsausschusses in einem Seminar über einzelne Texte gebeugt haben. Ein Zwischenbericht.

16.15 Uhr  Deutsch in der Diaspora
Außerhalb des Binnensprachgebiets steht das Deutsche zumindest seit frühneuhochdeutscher Zeit im Kontakt mit anderen Sprachen. Das hat seine Gestalt wie das Schreiben der Autoren geprägt. András F. Balogh, Manfred Michael Glauninger und Hermann Scheuringer unternehmen im Gespräch mit Gabriele Leupold und Eveline Passet eine Reise durch 500 Jahre „kakanische“ Sprachkontaktgeschichte.

18.00 Abendessen

19.30 Buchpräsentation: „Im Bergwerk der Sprache“ mit Gabriele Leupold und Eveline Passet. Moderation: Martina Kempter

20.30 Uhr  Aus jed’r Gass n’ Hund?  Ernest Wichner und Ulf Stolterfoht über Zitate, Plagiate, Mimikry und andere Übersetzungen. Moderation Sabine Küchler
„Steinsuppe“, nannte Ernest Wichner seinen ersten Gedichtband.  Auf der Sprachinsel der Banater Dichter war Tauschhandel mit Worten, Bildern und Klängen lebensnotwendig, und jeder wusste, dass seine Literatur, wie die „Steinsuppe“ der Bettler, viele fremde Ingredienzien enthält.  Auch in Ulf Stolterfohts  „fachsprachen-“ und „heslach-“Zyklen wird zitiert, plagiiert und Mimikry betrieben,   „kopfhals ins ungesicherte hinein“. In Lesung und Gespräch präsentieren die beiden Autoren ihre poetischen Übersetzungen durch Zeiten und Räume.

21.30 Uhr An-sätze, Redeübungen, Maulwerke
Eine Vokalperformance der Maulwerker mit Werken von Dieter Schnebel
Ausführende: die Maulwerker Katarina Rasinski, Ariane Jeßulat und Tilmann Walzer

Der Komponist Dieter Schnebel schuf mit „Maulwerke“ (1968-74) ein Grundlagenwerk moderner Vokalmusik. Die Maulwerke gehören zur Kategorie des „offenen Werks“. Sie stellen sich den Interpreten nicht fertig ausnotiert, sondern als Materialpartitur dar, die – dem Übersetzungsprozess nicht unähnlich - jeweils neu erarbeitet werden will. Die Mund-, Zungen-, Lippen-, Kehlkopf-, Lungen- und Zwerchfellbewegungen werden in „An-sätze“  (1985) und „Redeübungen“ (1983-84) aus dem Zyklus „Laut-Gesten-Laute“  mit Bewegungen des ganzen Körpers in Beziehung gesetzt.

Eine Veranstaltung des Deutschen Übersetzerfonds und des Literarischen Colloquiums Berlin. Mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung GmbH und des Centre de Traduction Littéraire Lausanne. Im Rahmen von PETRA (Europäische Plattform für Literaturübersetzung), gefördert von der Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles & Kultur der Europäischen Kommission.

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Ausstellung

»Was uns verbindet« | Mila Teshaieva | Ausstellung: 31. Mai bis 25. August 2018

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