LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 10/2015

LCB-Programm 10/2015 als PDF

Donnerstag
Oktober
20.00 Uhr
01.10.2015

Die Tutoren
Buchpremiere mit Bora Ćosić und seiner Übersetzerin Brigitte Döbert

Lesung: Miroslav Nemec

Bora Cosic © Bogdan Pedovic

Brigitte Döbert © Ariel Gout

Miroslaw Nemec © Katrin Jäger

Was für Irland „Ulysses”, ist für Serbien „Die Tutoren”: ein avantgardistisches Meisterwerk voller Wortspiele und Stilbrüche, ein experimentelles Labor der Sprache – und dabei hochkomisch. Im Mittelpunkt steht eine in Slawonien angesiedelte Familienchronik, die auf vielfältige Weise erzählt wird: anhand einer Rauferei in einer Kneipe, in Form eines Lexikons oder als Beratungsgespräch in einer Buchhandlung. Dabei hat der Erzähler als leidenschaftlicher Sammler kurioser Phänomene ein besonderes Augenmerk für Alltagsdinge. Bora Ćosić, der während der Entstehung der „Tutoren” in den siebziger Jahren mit Veröffentlichungsverbot belegt war, bietet alles auf, womit sich nationalistische Mythen und Ideologien jeglicher Couleur lächerlich machen lassen: Ausgehend von einem rebellischen orthodoxen Priester des 19. Jahrhunderts über tatkräftige unternehmerische Frauen bis hin zu einem namenlosen Autor spannt er einen Bogen über 150 Jahre europäischer Geschichte. Viele Werke des seit zwei Jahrzehnten in Berlin lebenden Autors – „Die Rolle meiner Familie in der Weltrevolution”, „Das Land Null” oder „Eine kurze Kindheit in Agram” – liegen in deutscher Übersetzung vor. An eine Übertragung dieses opus magnum hat sich lange niemand herangetraut. Brigitte Döbert und mit ihr der Verlag Schöffling & Co. sind das Wagnis nun eingegangen und erschließen den Lesern damit einen der großen mitteleuropäischen Autoren der Gegenwart neu. „Genaugenommen gibt es keine unübersetzbaren Bücher”, kommentiert Bora Ćosić, „wenn man von den unvermeidlichen Abweichungen gegenüber dem Original absieht. Insofern hat die Übersetzerin ein Buch vorgelegt, das sie mit kritischen, schrägen Blicken in mein altes Manuskript selbst verfasste. Nun, der Autor selbst geht ganz ähnlich vor: Während er schreibt, schaut er natürlich in das, was vor ihm da war, und erschafft daraus eine Welt”. Mit dem Autor, der Übersetzerin und dem Schauspieler Miroslav Nemec tauchen wir in die Welt der „Tutoren” ein.

In Zusammenarbeit mit dem Verlag Schöffling & Co.
Eintritt 8 € / 5 € *

Montag
Oktober
18.00 Uhr
05.10.2015

Studio LCB: „Frank“
Lesung: Richard Ford

Deutsche Lesung: Peter Moltzen
Gesprächspartner: Sacha Verna und Julika Griem
Moderation: Denis Scheck

außer Haus!
Ort: Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin

Richard Ford © privat

Nach dem Tod von John Updike und seit Philip Roth erklärt hat, nichts mehr zu veröffentlichen, hat Richard Ford die Stelle des Doyen der amerikanischen Gegenwartsliteratur übernommen. „Der Sportreporter“, „Unabhängigkeitstag “ und „Die Lage des Landes“ zählen nicht nur zu den Höhepunkten im Werk des 1944 in Jackson, Mississippi geborenen Richard Ford, diese drei Romane mit dem gemeinsamen Helden Frank Bascombe zählen zu den Höhepunkten der amerikanischen Literatur der Gegenwart. Richard Ford schickt seinen mürrischen Melancholiker Frank auf eine Odyssee verstörender Begegnungen. Familientragödien, bösartige Exfrauen, späte Beichten – nichts bleibt Bascombe erspart. Es sind die Tage, nachdem der Hurrikan „Sandy” in den USA wütete. Der Anruf eines Freundes zwingt Bascombe dazu, sich vor Ort mit der Katastrophe auseinanderzusetzen. Die Kulisse zerstörter Häuser wird zum Hintergrund, vor dem Ford mit der Stimme seines berühmtesten Helden über die Beschädigungen des Lebens räsoniert: über das Alter und Krankheiten, über Erlösung und letzte Dinge. Und wie nebenbei beschreibt er dabei abermals die Lage des Landes. In vier miteinander verbundenen Erzählungen verschafft Ford seinem Protagonisten ein furioses Comeback. „Let Me Be Frank With You“ hat Richard Ford sein neues Werk im Original genannt, Frank Heiberts deutscher Titel heißt einfach „Frank“. Im Studio LCB, das diesmal ausnahmsweise in der Schaubühne gastiert, wird Richard Ford aus „Frank“ lesen und mit der Frankfurter Literaturwissenschaftlerin Julika Griem und der in New York lebenden Literaturkritikerin Sacha Verna über sein Werk diskutieren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 31. Oktober 2015, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Karten über die Schaubühne.
Eintritt 9 € / 5 €

DLF

Mittwoch
Oktober
20.00 Uhr
07.10.2015

Dichterlesen.net
Literatur der Mauerrisse: Julia Schoch und Marcel Beyer präsentieren historische Tonaufnahmen

Moderation: Jan Bürger und Florian Höllerer

Julia Schoch © privat

Marcel Beyer © Renate von Mangoldt

Am 3. Oktober geht das digitale Tonarchiv „Dichterlesen.net“ online. In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach wird das Onlineportal in der Nachfolge von „Lesungen.net“ künftig Veranstaltungsmitschnitte beider Literatureinrichtungen zum Nachhören präsentieren und darüber hinaus virtuelle Themenräume mit Text-, Bild- und Ton-Exponaten anbieten. Auch die Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Basel wird fortgesetzt. Zum Auftakt und anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der deutschen Wiedervereinigung haben die beiden Autoren Marcel Beyer, geborener Baden-Württemberger und seit 1996 in Dresden lebend, und Julia Schoch, aufgewachsen in Mecklenburg und heute in Potsdam wohnhaft, die Tonarchive in Marbach und Berlin durchforstet und ihren jeweils eigenen Blickwinkel auf die „Literatur der Mauerrisse“ in einem audiovisuellen Onlineparcours verarbeitet. An diesem Abend werden sie berichten, auf welche erstaunlichen Fundstücke (u. a. von Oskar Pastior, Ernst Jandl, Wolfgang Hilbig und Elke Erb) sie dabei gestoßen sind, wie sie die aufgeladene politische Situation 1989/90 wahrgenommen und wie sie rückblickend 25 Jahre deutsche Einheit erlebt haben. Durch den Abend führen Jan Bürger (Deutsches Literaturarchiv Marbach) und Florian Höllerer (LCB). Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Empfang ein.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Eintritt 8 € / 5 € / Studierende frei *

DLA

BKM

Donnerstag
Oktober
19.30 Uhr
08.10.2015

Deutsch-Hebräischer Übersetzerpreis 2015

Vorstellung der Preisträgerinnen Ruth Achlama und Nitsa Ben-Ari im Gespräch mit Anat Feinberg, Gadi Goldberg und Marie Luise Knott
Es liest der Schauspieler Christian Grashof

Außer Haus!
Ort: Jüdisches Museum, Lindenstraße 9-14, 10969 Berlin. Altbau, Großer Saal im 2. OG
Anmeldung erbeten per E-Mail an: reservierung@jmberlin.de

Ruth Achlama

Nitsa Ben-Ari

Yirmiyahu Yovel

Die Literatur Israels genießt ein hohes Ansehen in Deutschland. Autoren wie Amos Oz und David Grossman haben uns in ihren Büchern mit großer Eindringlichkeit die Geschichte und Gesellschaft Israels nahegebracht; umgekehrt gehören deutschsprachige Autoren – besonders jene der klassischen Moderne von Kafka bis Bernhard – zu den wichtigen Impulsgebern der heute in Israel Schreibenden. Diese Wechselbeziehungen sind ohne Übersetzungen nicht denkbar. Mehr noch: Qualität und Reichweite der vom Deutschen ins Hebräische und vom Hebräischen ins Deutsche übersetzten Literatur formen unsere wechselseitige Wahrnehmung, tragen zur Sensibilisierung und Differenzierung bei. Die Sprach- und Interpretationskunst und die Vermittlungsleistung von Literaturübersetzern auf beiden Seiten zu würdigen und sichtbar zu machen, ist das Anliegen des Deutsch-Hebräischen Übersetzerpreises. Er ist eine gemeinsame Initiative der deutschen und israelischen Regierungen, ins Leben gerufen zum 50. Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die erstmalige Verleihung des Preises erfolgt am 8. Oktober im Rahmen der deutsch-israelischen Regierungskonsultationen durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsministerin Prof. Monika Grütters, und die israelische Ministerin für Kultur und Sport, Miri Regev. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden am Abend im Jüdischen Museum im Gespräch mit Anat Feinberg und Marie Luise Knott vorgestellt. Anschließend Empfang.

In Zusammenarbeit mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Jüdischen Museum Berlin.
Eintritt frei, Anmeldung erbeten per E-Mail an: reservierung@jmberlin.de

BKM

Montag
Oktober
20.00 Uhr
19.10.2015

was weißt du schon von prärie

Buchpremiere: Daniela Seel
Vernissage der Ausstellung „California State Route 152, April 2015“ – Fotos von Mathilde Bonnefoy, 19.10-27.11.2015

 

Route 152 © Mathilde Bonnefoy

Daniela Seel © Alexander Gumz

Mathilde Bonnefoy © Dirk Wilutzky

„Was weiß ich von Prärie, solange ich keine aus eigener Anschauung und Umgang kenne, woher kommen mein Wissen, meine Vorstellungen von Prärie, und wie informieren diese meine Wirklichkeit? Wie formen Fiktionen meinen Alltag, indem sie in ihm anwesend sind, in Denk- und Sprachpraxis, mein Handeln (mit-)gestalten? Wie werden Landschaftserzählungen zur Legitimierung von Machtstrukturen und Ausbeutung eingesetzt, zum Schüren von Angst, Größe, Heroismus? Und mit welchen, auch künstlerischen, sprachlichen Strategien lässt sich dem entgegenwirken?“ Fragen über Fragen – die Dichterin Daniela Seel lässt sie in einen neuen Gedichtband münden: „was weißt du schon von prärie“ (kookbooks). Das Buch schrieb Daniela Seel zum Teil als Gast der „Villa Aurora“, Los Angeles. Zur selben Zeit entstanden ebendort die Fotoarbeiten der Filmregisseurin und Cutterin Mathilde Bonnefoy, die nun unter dem Titel „California State Route 152, April 2015“ für einen Monat im Literarischen Colloquium zu sehen sind. Mathilde Bonnefoy arbeitete u.a. mit Tom Tykwer und Wim Wenders zusammen. 2014 war sie als Cutterin und Produzentin des Edward-Snowden-Dokumentarfilms CITIZENFOUR von Laura Poitras tätig und wurde dafür dieses Jahr mit einem Oscar („Bester Dokumentarfilm“) ausgezeichnet. Mit einem Gespräch über ihre neuen Arbeiten knüpfen Daniela Seel und Mathilde Bonnefoy nun an ihre gemeinsame Zeit in Kalifornien an.

In Zusammenarbeit mit der Villa Aurora.
Eintritt 8 € / 5 € *

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Dienstag
Oktober
20.00 Uhr
20.10.2015

Berliner Preis für Literaturkritik 2015
Preisverleihung an Daniela Strigl

Laudatio: Sigrid Löffler
anschließend Empfang

Daniela Strigl © Tobias Bohm

Der Berliner Preis für Literaturkritik wird der österreichischen Essayistin und Literaturkritikerin Daniela Strigl verliehen. Aus der Begründung der Jury: „Daniela Strigls Literaturkritik ist Aufklärung in eigensinniger Form, durchaus in der Tradition Karl Kraus ´scher Sprachpflege und Sprachkritik und damit aus dem Gedächtnis der Literatur heraus. Ihre Texte sind witzig, analytisch, hintergründig. Sie steht für eine selbstbewusste Literaturkritik, die den Leser nicht abholt, sondern fordert.” Der von Jörg A. Henle gestiftete Berliner Preis für Literaturkritik wird zum siebten Mal verliehen. Der Jury gehörten Renée Zucker, Andreas Rötzer, Florian Höllerer, Robert Schindel und Ulrich Janetzki an. Sigrid Löffler, Publizistin und Literaturkritikerin, hält die Laudatio. Die Preisträger der Vorjahre waren Andrea Köhler (2003), Ursula März (2005), Ijoma Mangold (2007), Stefan Zweifel (2009), Joseph Hanimann (2011) und Lothar Müller (2013). Empfang im Anschluss an die Preisverleihung.

Eintritt frei

Freitag
Oktober
20.00 Uhr
23.10.2015

Salon Spezial: Ein Abend über das Literaturland Luxemburg
Alexandra Fixmer, Pol Sax und Nico Helminger in Lesung und Gespräch

Moderation: Guy Helminger und Ulla Lenze

So nah und doch so fern: das europäischste Land Europas. Von den Banken weiß man einiges, von den Büchern leider so gut wie nichts. Dabei bietet Luxemburg eine ganz eigene und sehr kosmopolitische Literatur, in allen Gattungen und mit mehreren Sprachen auf engstem geografischem Raum. Mit Alexandra Fixmer, Pol Sax und Nico Helminger sind drei der renommiertesten Schriftsteller des Großherzogtums zu Gast im LCB. Während die gebürtige Hauptstädterin ihre Bücher auf Französisch veröffentlicht, wechselt Helminger laufend die Sprachen, publiziert Reisebücher auf Deutsch, Romane auf Luxemburgisch und mischt die Idiome in der Lyrik. Dritter im Bunde ist der in Berlin lebende luxemburgische Schriftsteller Pol Sax, der 2008 im Elfenbein Verlag den Roman U5 veröffentlichte. Eingeladen wurden die drei Autoren vom Literarischen Salon Köln, dessen Initiator Guy Helminger selbst aus Luxemburg stammt und heute mit seiner vor einigen Jahren von Köln nach Berlin übergesiedelten Schriftstellerkollegin Ulla Lenze durch den Abend führt. Im Anschluss an die Lesungen lädt die luxemburgische Botschaft zu einem Umtrunk ein.

In Kooperation mit der Botschaft des Großherzogtums Luxemburg.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Montag
Oktober
9.30 bis 17.00 Uhr
26.10.2015

Viele Wege führen nach Rom...oder zum Literaturübersetzen
Berufskundeseminar für Einsteiger und Zukunftsplaner

Leitung: Claudia Steinitz und Jochen Schwarzer

Das Seminar richtet sich an alle, die mehr über die Wege zum Literaturübersetzen und die rechtlichen und wirtschaftlichen Seiten dieses Berufs erfahren wollen. Besprochen werden: Möglichkeiten des Einstiegs, Auftragsakquise, Vertragsgestaltung, Honorare, Urheberrecht, Künstlersozialkasse, VG Wort, Stipendien, Übersetzerverband und Gewerkschaft. Seminarleitung: Claudia Steinitz (seit 25 Jahren Übersetzerin aus dem Französischen) und Jochen Schwarzer (seit 20 Jahren Übersetzer aus dem Englischen). Für einen Imbiss und Getränke bitten wir vor Ort um einen Unkostenbeitrag von 12 Euro.

Anmeldungen erforderlich – bitte mit kurzer Angabe, ob Sie über das Literaturübersetzen noch nachdenken oder schon auf dem Weg dazu sind – bis 20. Oktober 2015 per Mail an: claudia.steinitz@t-online.de.

Montag
Oktober
20.00 Uhr
26.10.2015

Auf Wiedervorlage:
Nabokov und die russische Emigration in Berlin

Viktor Jerofejew im Gespräch mit Aris Fioretos

in englischer Sprache!
Leo Solter liest Nabokov in deutscher Übersetzung.

Viktor Jerofejew © Sinissey

Viktor Jerofejew gehört zu den festen Größen der russischen Gegenwartsliteratur und ist seit den frühen neunziger Jahren, als sein Roman „Die Moskauer Schönheit” in deutscher Übersetzung erschien, auch hierzulande ein gefragter Autor, Essayist („Russische Apokalypse”, 2009) und meinungsstarker Kommentator des Zeitgeschehens. Er wurde 1947 in eine Diplomatenfamilie hineingeboren; sein Vater war zeitweilig Stalins Dolmetscher. Mit den Zirkeln der Macht kam er also früh schon in Berührung, auch die Jahre im Ausland prägten ihn. Als Gastautor im LCB widmet sich Jerofejew derzeit den russischen Emigrationsbewegungen nach Berlin. Als Herausgeber der ersten russischen Nabokov-Ausgabe ist ihm das Thema überdies gut vertraut. Im Gespräch mit Aris Fioretos („Die halbe Sonne. Ein Buch über einen Vater”, 2013), schwedischer Schriftsteller griechisch-österreichischer Herkunft, gibt er Auskunft über seine Forschungen.

Eintritt 8 € / 5 € *

Dienstag
Oktober
20.00 Uhr
27.10.2015

Wahrnehmungsapparate, Welthits und der verdammte Vogel von Graz. Vier Schreibansätze
Es lesen Aljoscha Brell, Inger-Maria Mahlke, Nina Bußmann und Martin Lechner

Moderation: Thorsten Dönges

Aljoscha Brell © Tobias Bohm

Inger-Maria Mahlke © Sibylle Baier

Nina Bußmann © Susanne Schleyer

Martin Lechner © Katja Boldt

Die in Berlin ansässigen Schriftsteller Aljoscha Brell, Nina Bußmann, Martin Lechner und Inger-Maria Mahlke lernten sich vor genau zehn Jahren kennen, als sie von der damals noch künftigen Nobelpreisträgerin Herta Müller mit ihrem strengen Kritik-Hämmerchen zurechtgeklopft wurden. Seitdem halfen sie einander, sich selbst zu verstehen, beschimpften und berauschten sich und lagen nachts mit schwirrenden Köpfen im Bett, weil nach ihren Treffen oft alles ins Ungewisse abzuschwenken drohte. An eine weitergehende Öffentlichkeit war lange nicht zu denken, die Manuskripte unfertig und die Verlage so verrammelt wie das Schloss bei Kafka. Heute erzählen die vier, die mittlerweile alle auch mit dem LCB verbandelt sind, von zehn Jahren gemeinsamer Arbeit, lesen aus ihren Romanen „Kress“ (Brell), „Wie ihr wollt“ (Mahlke), „Große Ferien“ (Bußmann) und „Kleine Kassa“ (Lechner) und berichten von Schnittmengen und Differenzen, von Diskussionen über Figuren als Wahrnehmungsapparate, Welthit-Romane und vielleicht sogar von dem verdammten Vogel von Graz.

Eintritt 8 € / 5 € *

Donnerstag
Oktober
20.00 Uhr
29.10.2015

Rosenstengel
Angela Steidele in Lesung und Gespräch

Moderation: Thorsten Dönges

Angela Steidele © Ben Chislett

Die in Köln lebende Schriftstellerin Angela Steidele trat 2011 bei den Lesungen zum Döblin-Preis im LCB mit einem Manuskript auf, aus dem nun glücklicherweise ihr literarisches Debüt geworden ist: „Rosenstengel“ (Matthes & Seitz Berlin), bindet einen authentischen historischen Kriminalfall in ein Geflecht von Fiktionen ein: Als der bayerische Märchenkönig Ludwig II. durch den Arzt Franz Carl Müller zufällig von dem delikaten Fall des Anastasius Rosenstengel erfährt, lässt ihn dessen Schicksal nicht mehr los, Recherchen fördern Unglaubliches zutage: Rosenstengel zog als Prophet umher, kämpfte als Musketier im Spanischen Erbfolgekrieg und heiratete mit kirchlichem Segen, um schließlich einer Maskerade überführt zu werden, die alle Grenzen überschreitet. Denn Rosenstengel war in Wahrheit ein Weibsbild mit Namen Catharina Linck. Jedes Detail, das sich Ludwig während nächtlicher Schlittenfahrten, in der Venusgrotte von Schloss Linderhof oder im tropischen Wintergarten der Münchner Residenz berichten lässt, bringt den jungen Arzt und den einsamen König einander näher, bald geraten beide in einen Strudel tiefer Verwirrung: Wo verläuft die Grenze zwischen wissenschaftlicher Leidenschaft und verbotenem Begehren, Perversion und Normalität, Mann und Weib, König und Untertan? Mal zärtlich, mal deftig entwirft Angela Steidele einen atemberaubenden historischen Briefroman über Trug, Leidenschaft und Irrsinn.

Eintritt 8 € / 5 € *

Ausstellung

»Was uns verbindet« | Mila Teshaieva | Ausstellung: 31. Mai bis 25. August 2018

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