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LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 02/2017

LCB-Programm 02/2017 als PDF

Mittwoch
Februar
19.00 Uhr
08.02.2017

Das Weiße Meer: Marseille – Berlin
Tore zu anderen Welten

mit Leyla Dakhli, Thierry Fabre, Christian Garcin, Jörg Magenau, Katerina Poladjan, Philippe Pujol, Jaroslav Rudiš, Stanisław Strasburger und Christina Weiss

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„Das weiße Meer“ ist das Mittelmeerprojekt der Allianz Kulturstiftung und des Literarischen Colloquiums Berlin. Wir erkunden auf literarischem Wege Mittelmeermetropolen, in diesem Jahr Marseille. Wir wollen untersuchen, wie sich Städte durch ihre geographische und mentale Nähe zu anderen Kulturräumen verändern und bereichern. So wie Marseille das Tor zu Nordafrika ist, wird Berlin für zahlreiche Kunstschaffende, Autorinnen und Autoren aus Mittel- und Osteuropa zu einer Möglichkeit, einen anderen kulturellen Raum oder schlicht einen größeren Markt zu erreichen, vielleicht sogar zu erobern. An diesem Abend im LCB werden wir auf zwei Podien Berlin und Marseille unter diesen Aspekten untersuchen. Unter der Moderation von Jörg Magenau sprechen Katerina Poladjan, Jaroslav Rudiš und Stanisław Strasburger über Berlin. Philippe Pujol, Thierry Fabre und Christian Garcin unterhalten sich mit der Soziologin Leyla Dakhli vom Marc Bloch Centre Berlin über Marseille. Christina Weiss, ehemalige Staatsministerin für Kultur, begrüßt. In der Pause laden wir zu einem mediterranen Büffet.

Mehr Informationen unter www.dasweissemeer.eu
Eintritt frei

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Donnerstag
Februar
20.00 Uhr
09.02.2017

Ist Literatur wiederholbar?
Öffentliches Abschlussseminar

mit Christian Hansen und Studierenden der FU Berlin

Christian Hansen © privat

Ist Literatur wiederholbar? Der zur Gretchenfrage an die Übersetzung – wie hält sie’s mit der Kunst – stilisierte Titel des Seminars soll dazu einladen, die übliche Herangehensweise einmal auf den Kopf zu stellen und literarische Originale auf ihr handwerkliches Gemachtsein hin zu betrachten, die Wiederholungen derselben in Form von Übersetzungen dagegen auf ihre poetischen Qualitäten, ihren Kunstcharakter hin zu lesen. Wenn das Augenmerk weniger auf das Originalitätsgefälle zwischen Ausgangstext und Übersetzung gelegt wird, rückt die grundsätzliche Frage in den Vordergrund, wie Stimme und Körperlichkeit sprachlichen Ausdrucks in der Verschriftlichung zur Geltung gebracht werden: Wie das Analoge von Intonation und Gebärdenspiel durch klangliche, rhythmische und rhetorische Mittel dem Digitalen eines Textes eingeprägt ist. An kurzen Passagen aus „Moby Dick“, „Pierre Menard“, „Don Quijote“ und „L’Étranger“ haben August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessor Christian Hansen und seine Studentinnen und Studenten die Probe aufs Exempel gemacht.

Eine Veranstaltung des Deutschen Übersetzerfonds in Zusammenarbeit mit dem Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin.
Eintritt frei

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Montag
Februar
20.00 Uhr
13.02.2017

Studio LCB
Lesung: Karl Heinz Bohrer

Im Gespräch: Mara Delius, Jürgen Kaube
Moderation: Katharina Teutsch

Karl Heinz Bohrers intellektuelle Biografie scheint aus heutiger Sicht so märchenhaft, dass sein „Abenteuer mit der Phantasie“ für Kenner der deutschen Nachkriegsverhältnisse Pflichtlektüre ist. Jetzt nimmt der ehemalige London-Korrespondent der FAZ seine Leser und Weggefährten mit in die Vergangenheit und lässt sie darin aufleben: Bohrer führt uns in die Literaturredaktion der FAZ, die er seit 1968 leitete, bis er 1974 – nicht ganz freiwillig – an Marcel Reich-Ranicki abgeben musste. Es folgte eine Professur für Literaturwissenschaft in Bielefeld sowie Ausflüge an ausländische Universitäten, von wo aus Bohrer die linksliberale Kultur der Bundesrepublik immer wieder wie eine Störantenne aus dem Off traktierte. Die Herausgeberschaft des „Merkur“ machte ihn in den achtziger Jahren schließlich zur intellektuellen Kultfigur in Deutschland. Dann stieg Bohrer um und schrieb Prosa. Bereits in seinem Erinnerungsbuch „Granatsplitter“ gewährte er Einblicke ins Private: die prägenden Momente einer Kindheit, der Skandal, den Krieg als Ereignis, also ästhetisch wahrzunehmen. Es regnete dort nicht einfach Granatsplitter vom Himmel, sondern „farbige Sterne“. Mit Karl Heinz Bohrer diskutieren über die Existenzformen des Intellektuellen, über das Selbstdenken und über die ideenhistorische Landschaft der Bundesrepublik der FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube und die Literaturkritikerin Mara Delius (Die Welt).

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. Februar 2017, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €*

DLF

Dienstag
Februar
20.00 Uhr
14.02.2017

MOVA

Viktor Martinowitsch und sein Übersetzer Thomas Weiler in Lesung und Gespräch

Viktor Martinowitsch © Wolf Dirk Skiba

Minsk im Jahr 4741 chinesischer Zeitrechnung, eine Provinzmetropole im Nordwesten des chinesisch-russischen Unionsstaates. Trotz drakonischer Strafen gelangt immer wieder eine Droge ins Land: Mova. Wer die Mova-Briefchen liest, versteht kaum ein Wort, erlebt aber beglückende Rauschzustände. Chinesische Triaden, belarussische Untergrundkämpfer und die staatliche Suchtmittelkontrolle sind in den Drogenkrieg verstrickt. Oder geht es eigentlich um etwas ganz anderes? Schon mit seinem Romandebüt „Paranoia“ (2014) und als Stipendiat im LCB beeindruckte uns der weißrussische Autor Viktor Martinowitsch.

In „MOVA“ (übersetzt von Thomas Weiler, Voland&Quist 2016) zeigt er sich abermals als meisterhaft komponierender Romancier mit einem Talent fürs Groteske.

Eintritt 8 € / 5 €*

Donnerstag
Februar
20.00 Uhr
16.02.2017

Marcel Proust, Briefe 1879 – 1922

Lesung und Gespräch mit dem Herausgeber Jürgen Ritte
Moderation: Joachim Kalka

Marcel Proust © Otto Wegener

Marcel Proust: Briefe (Cover)

Marcel Proust gehört wie etwa James Joyce für das Englische oder Italo Svevo für das Italienische zu den großen kanonisierten Autoren der Moderne. Über sein Werk lässt sich eine ganze Epoche der französischen und damit der westlichen Kulturgeschichte ganz allgemein aufschlüsseln. So ist es kein Wunder, dass die im letzten Jahr bei Suhrkamp erschienene und von Jürgen Ritte besorgte Briefausgabe „Briefe 1879 – 1922“ breit rezipiert wurde. Dass aber die Auswahl der 572 Briefe (von annähernd 6000), die Übersetzung und vor allem die Kommentierung begeistert von der Kritik vermerkt wurde, ist nicht mehr selbstverständlich. Andreas Isenschmidt schrieb in der ZEIT, die Briefe erschienen wie „gesellige Monologe“. Aber natürlich beleuchten sie neben dem privaten Marcel Proust vor allem den Autor der „Recherche". Man kann in dieser Ausgabe den Entstehungsprozess des Jahrhundertwerks mitverfolgen. An diesem Abend berichtet der Herausgeber Jürgen Ritte im Gespräch mit Joachim Kalka über seine Auswahl und die Bedeutung Prousts bis heute.

Eintritt 8 € / 5 €*

Freitag
Februar
20.00 Uhr
17.02.2017

Statt etwas oder Der letzte Rank.
Martin Walser in Lesung und Gespräch

Moderation: Ijoma Mangold

90 Jahre alt wird Martin Walser im März. – Und bevor er das wird, erscheint ein neuer Roman: „Statt etwas oder Der letzte Rank“ (Rowohlt Verlag). „Mit der Unwahrheit ein Glückskunstwerk zu schaffen, das ist die menschliche Fähigkeit überhaupt.“ Wer sagt das? Seine Frau nennt ihn mal Memle, mal Otto, mal Bert, er versucht zu erkennen, wie aus Erfahrungen Gedanken werden. Den Widerstreit von Interessen hat er hinter sich gelassen, Gegner und Feinde auch, sein Wesenswunsch ist, sich herauszuhalten, zu schweigen, zu verstummen. Am liebsten starrt er auf eine leere, musterlose Wand, sie bringt die Unruhe in seinem Kopf zur Ruhe. „Mir geht es ein bisschen zu gut“, beginnt der Roman. „Seit dieser Satz mich heimsuchte, interessierte ich mich nicht mehr für Theorien. Alles Besitzergreifende mied ich mühelos.“ Martin Walser liest, wie es weitergeht, und spricht mit dem Literaturkritiker der „Zeit“ Ijoma Mangold.

Eintritt 8 € / 5 €*
Karten ausschließlich an der Abendkasse!

Samstag
Februar
19.00 Uhr
18.02.2017

Die iranische Moderne (I)
Fremdheitsgefühle

Mahmoud Doulatabadi (Teheran) in Lesung und Gespräch
Moderation: Iris Radisch

außer Haus!
Ort: Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, 10709 Berlin

Mahmud Doulatabadi © Stephan Wallocha

„Man lebt und schreibt ohne Hoffnung”, sagt Mahmoud Doulatabadi in einem Interview mit Iris Radisch, es sei eine uralte Tradition in der iranischen Literatur. 1940 in einem Wüstendorf im Nordosten Irans geboren, schlug sich Doulatabadi als Jugendlicher nach Teheran durch, wo er vierzehn Jahre an seinem Epos „Kelidar“ arbeitete: eine Erzählung von Liebe und Hass und dem Überlebenskampf der Nomaden. Trotz seiner Länge von 3000 Seiten verkaufte sich das Buch mehr als hunderttausend Mal, vielfach wurde es übersetzt. Weitere Romane folgten, die ihn weltweit bekannt machten. „Seit dreißig Jahren sitze ich zu Hause”, sagt Doulatabadi, doch in seinem aktuellen, bislang nur auf Persisch erschienenen Erzählband erzählt er von Migration und Flucht und richtet so den Blick über sein Heimatland hinaus. Eine Veranstaltung im Rahmen des Programms „Die iranische Moderne“, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.

Eintritt 9 €
Karten über die Schaubühne erhältlich.

Montag
Februar
10.00 - 18.00 Uhr
20.02.2017

Wenn man ein Führeschein genommen haben, ist man ja nicht gleich ein „Super Autofahrer“

Sprachübergreifende Fortbildung zu deutschen Text-Korpora
Für literarische ÜbersetzerInnen und andere Interessierte
Leitung: Gabriele Leupold und Eveline Passet

 

Ist der zitierte Satz typisch für LernerInnen des Deutschen als Fremdsprache mit Muttersprache Englisch? Wie sprechen Kinder? Seit wann schreibt man Komposita zusammen? Gab es diese oder jene Wendung schon im 18. Jahrhundert? Übersetzerinnen und Übersetzer müssen oft Sprechweisen gestalten, die sie nicht genau kennen. Hier helfen manchmal Korpora – elektronische Sammlungen von alten und neuen, gesprochenen und geschriebenen Texten. Sie sind gut geeignet, um Wörter und Wendungen in einer bestimmten Varietät und ihre typischen Kontexte und Kombinationen zu sehen. Die Linguistin Anke Lüdeling und ihr Team werden verschiedene deutschsprachige Korpora vorstellen. Nach einer kurzen Einführung lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Suchprogramm ANNIS mit seinen vielfältigen Möglichkeiten kennen und erwerben so ein unabdingbares Werkzeug, um die beständig wachsenden Korpora in ihrer Tiefe nutzen zu können.

Da wir gemeinsam üben werden, sollten Sie ein WLAN-fähiges Notebook mitbringen. Ob Windows oder macOS (Apple) spielt keine Rolle, hilfreich wäre ein aktueller Webbrowser (Mozilla Firefox oder Google Chrome). Das WLAN sollte aktiv sein und der Akku des Geräts aufgeladen (zur Sicherheit das Ladekabel einpacken).

Der Eintritt ist frei, 12 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiss und Getränke sind vorgesehen. Verbindliche Anmeldung per Mail erbeten an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619.
Eintritt frei

Dienstag
Februar
20.00 Uhr
21.02.2017

Auf Wiedervorlage
Gottfried Wilhelm Leibniz – Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse

Oswald Egger. Buchpremiere, Film- und Bilderschau
Einführung: Hartmut Hecht

Oswald Egger © Charlotte Kons

„Honk, if you love Leibniz“ – Kann, wer sich auf Leibniz beruft, ein Narr sein? Oswald Egger wird versuchen, einige implizite Ideen bei Leibniz zusammenzureimen und in Modellen und Gedanken-
experimenten anschaulich zu machen, „wie eins zum anderen kommt“. Er tut dies in Form von Worten und Formen ohne Worte, anhand von Bildern und Filmen. Ausgangspunkt des Abends ist Oswald Eggers poetologische Untersuchung „Harlekinsmäntel und andere Bewandtnisse“, soeben erschienen bei Matthes & Seitz. Der Leibniz-Spezialist Hartmut Hecht (Humboldt-Universität, Institut für Philosophie) führt in den Abend ein. „Wer mich bloß aus meinen Veröffentlichungen kennt, kennt mich nicht“, schreibt Leibniz, zu dessen Ehren der Fabrikant Hermann Bahlsen 1895 sogar den Namen für Produkte seiner Cakes-Fabrik schützen ließ. Im Anschluss Leibniz-Kekse und Getränke.

Eintritt 8 € / 5 €*

Mittwoch
Februar
20.00 Uhr
22.02.2017

Die iranische Moderne (II)
Literatur, die fremd bleibt:
Geschichten aus der Ferne erzählen

Amir Hassan Cheheltan (Teheran) und
Shahriar Mandanipur (USA) in Lesung und Gespräch
Moderation: Jutta Himmelreich

Amir Hassan Cheheltan © DAI

Shahriar Mandanipur © privat

Es sei Aufgabe des Schriftstellers, so Amir Hassan Cheheltan, von anderen Orten und Zeiten zu schreiben. Was aber, wenn die einheimische Literatur an ganz anderen Orten und in divergierenden Gesellschaften entsteht? Cheheltan und Shahriar Mandanipur gehören zu den bedeutendsten Vertretern der iranischen Gegenwartsliteratur, beide haben internationale Resonanz und restituieren mit ihrer Erzählkunst die iranische Kultur. Nur ist ihnen ihr eigenes Werk in gewisser Weise fremd: Seinen aktuellen Roman „Eine iranische Liebesgeschichte zensieren” (Unionsverlag) hat Mandanipur im Ausland geschrieben und veröffentlicht, den Iran hat er seit Jahren nicht mehr besucht. Cheheltans furioser letzter Roman „Der Kalligraf von Isfahan“ (C.H. Beck) ist wie seine letzten Bücher nicht in der Originalsprache Farsi erschienen. Trotzdem lebt und schreibt er im Iran. Beide werden aus neuen Texten lesen und darüber sprechen, wie sich ihr Schreiben in der Ferne und der Heimat verändert hat.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Programms „Die iranische Moderne“, in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut, mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts.
Eintritt 8 € / 5 €
*

Montag
Februar
20.00 Uhr
27.02.2017

Kafka geht ins Kino (I)
„Im Kino gewesen. Geweint. ‚Lolotte‘.“

Hanns Zischler
Ein Stummfilmabend mit Musik, Filmerklärer und Zauberer

Hanns Zischler © Julia Baier

Hanns Zischler: Kafka geht ins Kino (Cover)

„Anders als die zünftigen Germanisten, deren verbohrte Untersuchungen regelmäßig umschlagen in eine Travestie von Wissenschaft, und anders auch als die an der Schwierigkeit Kafkas ihren höheren Scharfsinn erprobenden Literaturtheoretiker beschränkt Hanns Zischler sich auf den zurückhaltenden, nirgends über den Gegenstand eines Interesses hinausstrebenden Kommentar“, schrieb W.G. Sebald, als vor zwanzig Jahren „Kafka geht ins Kino“ erschien. Nun veröffentlicht Hanns Zischler eine neue erweiterte Ausgabe (Galiani Berlin), ausgestattet mit einer DVD des Filmmuseums München, die die Filme enthält, die Franz Kafka damals sah: etwa „Die Weiße Sklavin“, „Theodor Körner“ oder „Das Kind von Paris“ mit Suzanne Privat als kleine Lolotte. „Im Kino gewesen. Geweint. ‚Lolotte'. Der gute Pfarrer. Das kleine Fahrrad. Die Versöhnung der Eltern. Maßlose Unterhaltung.“ – notiert Franz Kafka im November 1913. Hanns Zischler führt durch den Abend, nach historischem Vorbild als Filmerklärer, sekundiert von einem Zauberkünstler.

Eintritt 8 € / 5 €*

Dienstag
Februar
20.00 Uhr
28.02.2017

Kafka geht ins Kino (II)
„Nachmittag Palästinafilm“

Filmvorführung: Shiwath Zion (50 Min. R: Jakob Ben-Dov)
Diskussion: Anja Siegemund, Stewart Tryster, Hanns Zischler

„Nachmittag Palästinafilm.“ liest man, datiert auf den 23. Oktober 1921, in Kafkas Notizbuch. Auf Betreiben der zionistischen Zeitschrift „Selbstwehr“ wurde in einer geschlossenen Vorführung im Prager Kino „Lido-Bio“ der heroische Aufbruchsfilm „Shiwath Zion“ (Rückkehr nach Zion) gezeigt. „Hauptsächlich gilt es ja für die Durchschnittsmasse der Juristen, dass sie erst zu Staub zerrieben werden müssen, ehe sie nach Palästina dürfen, denn Erde braucht Palästina, aber Juristen nicht“, schreibt Franz Kafka indes 1921 in einem Brief an Robert Klopstock. Aber auch wenn Kafka zum Zionismus in einem ambivalenten Verhältnis stand, so zwang ihn doch der zunehmende Antisemitismus in Prag, sich ernsthaft mit dem Gedanken der Auswanderung auseinanderzusetzen: „Ist es nicht selbstverständlich, dass man von dort weggeht, wo man so gehasst wird (Zionismus oder Volksgefühl ist dafür gar nicht nötig)?“ Im Anschluss an den Film diskutiert Hanns Zischler mit Anja Siegemund, Leiterin des Centrum Judaicum, und Stewart Tryster, ehemaliger Leiter des Steven Spielberg Jewish Film Archives, Jerusalem.

In Kooperation mit der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum.
Eintritt 8 € / 5 €
*