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LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 09/2008

LCB-Programm 09/2008 als PDF

Mittwoch
September
20.00
03.09.2008

Macht, Gewalt, Erinnerung (V)

Lesung: Arkadi Babtschenko und György Dragomán
Moderation: Olaf Kühl

 

Zwei junge Autoren, die aus Gewalterfahrungen große Literatur gemacht haben: Arkadi Babtschenko aus Moskau wurde mit achtzehn Jahren zum Militärdienst einberufen und 1996 nach Tschetschenien versetzt. „Die Farbe des Krieges“ (Rowohlt Berlin) ist ein schonungsloser Bericht in der remarqueschen Tradition von schwer zu überbietender visueller Kraft. György Dragomán (Budapest) verbrachte die ersten 15 Jahre seines Lebens in Rumänien als Mitglied der ungarischen Minderheit in Siebenbürgen. 1988 übersiedelte er mit seiner Familie nach Ungarn. Sein Roman „Der weiße König“ (Suhrkamp) erzählt aus der Perspektive eines Kindes von der allumfassenden Roheit, von psychischer und physischer Gewalt in Ceaucescus totalitärem Regime.

Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Donnerstag
September
20.00
04.09.2008

Die Schweiz von innen und außen

Lesung: Dieter Bachmann und Paul Nizon
Moderation: Thomas Geiger

Dieter Bachmann

Paul Nizon

Die Schweiz liegt mitten in Europa und gehört doch nicht dazu. Andererseits leben die Schweizer seit Jahrhunderten etwas vor, was in der Europäischen Union erst erreicht sein will: sie leben in Frieden und nicht nur relativem Wohlstand, dabei sprechen sie vier Sprachen und gelten weltweit als unabhängig und solide. Der Frage, in wie weit das Kriterien sind, die auch für die Literatur produktiv sind, soll an diesem Abend nachgegangen werden. Zwei Schweizer Autoren, die seit Jahren im Ausland leben und in diesem Jahr neue Bücher vorgelegt haben, lesen aus ihren Büchern und sprechen über die Schweiz von innen und außen. Paul Nizon, Jahrgang 1929 und seit vielen Jahren in Paris ansässig, legt unter dem Titel „Die Zettel des Kuriers“ ein Journal vor, das die Jahre 1990 bis 1999 umfasst. Mit seinen Journalen hat Nizon eine eigene Form der Zeitmitschrift geschaffen, die einen sehr persönlichen Einblick in seine Biographie und seine Zeit erlauben. Dieter Bachmann, Schriftsteller und lange Jahre Chefredakteur der Kulturzeitschrift „Du“, lebt seit Jahren auf einem Hügel Umbriens mit Blick auf Assisi. Nach seinem Schweizer Nachkriegsroman „Grimsels Zeit“ legt Bachmann (geb. 1940) nun ein unterhaltsames Haß-Liebe-Buch zu Italien vor. „Die Vorzüge der Halbinsel“ schildert die Abenteuer, denen ein Schweizer ausgesetzt ist, der sich in der italienischen Provinz niederlassen will.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Pro Helvetia.
Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Dienstag
September
20.00
09.09.2008

Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht

Lesung: Jakob Hein
Moderation: Ingo Schulze

 

 

Boris Moser sammelt Ideen, bevor sie verloren gehen. Als Rebecca seine „Agentur für verworfene Ideen“ betritt, weiß er, dass er sie nie mehr gehen lassen darf. Dafür erzählt er ihr sogar einen seiner eigenen streng geheimen, verworfenen Romananfänge... „Vor mir den Tag und hinter mir die Nacht“ erzählt die große alte Geschichte von der Suche nach dem Glück. Unentwirrbar ist sie verknüpft mit dem Sinn hinter den Dingen, mit den verborgenen Motiven unserer Taten. Durchzogen von leiser Komik beweist Jakob Heins neuer Roman große Einsicht in den Aberwitz unseres täglichen Lebens. Durch den Abend führt der Berliner Autor Ingo Schulze.

In Zusammenarbeit mit dem Piper Verlag.
Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Donnerstag
September
11.00 bis 15.00
11.09.2008

Wo die Parallelen sich schneiden
Zum Austausch zwischen deutscher und russischer Literatur

Ein Symposium im Rahmen der Verleihung des Brücke Berlin Preises 2008 an Andrej Bitow und Rosemarie Tietze

 

 

Die BHF-BANK-Stiftung würdigt mit dem Brücke Berlin Preis ein bedeutendes Werk aus den mittel- und osteuropäischen Literaturen der Gegenwart und seine herausragende Übersetzung ins Deutsche.

Die Preisträger des Jahres 2008 sind der russische Autor Andrej Bitow und seine Übersetzerin Rosemarie Tietze. Sie werden ausgezeichnet für den Roman „Das Puschkinhaus“, der 2007 in deutscher Übersetzung im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Ein begleitendes Symposium thematisiert die Rezeption russischer Literatur in Deutschland – und umgekehrt. Gibt es „Schulen des Übersetzens“, und wie haben die Veränderungen auf den Buchmärkten das Übersetzen verändert? Eine zweite Diskussion geht den Russlandbildern in der deutschen und den Deutschlandbildern in der russischen Literatur nach. Die Frage, ob und wo die Parallelen sich schneiden, legen sich Andrej Bitow, der Berliner Autor Ingo Schulze und der ehemalige Direktor des Museums der bedingungslosen Kapitulation Peter Jahn vor.

11.00 Uhr
Begrüßung
Wilhelm Burmester, BHF-BANK-Stiftung
11.10 Uhr
Russische und deutsche Literatur im Spiegel ihrer Übersetzung
Podiumsdiskussion mit den Übersetzern Irina Alexejewa (St. Petersburg),), Rosemarie Tietze (München) und Andreas Tretner (Berlin)
Moderation: Anna Schibarowa, Übersetzerin (Berlin)
12.30 Uhr
Mittagspause (mit Imbiß)
13.30 Uhr
Wo die Parallelen sich schneiden
Andrej Bitow, Peter Jahn und Ingo Schulze
Moderation: Jörg Plath
ca. 15.00 Uhr
Ende

Öffentliche Veranstaltung
Anmeldung erbeten per mail an becker@lcb.de
Tel. 030 – 81 69 96 25
Informationen zur BHF-BANK-Stiftung unter www.bhf-bank-stiftung.de
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Dienstag
September
20.00
16.09.2008

Studio LCB
Lesung: Adolf Endler

Gesprächspartner: Gerrit Jan Berendse und Cornelia Jentzsch
Moderation: Maike Albath

Adolf Endler

Sprache kann Körperverletzung sein, und jemand wie Adolf Endler schafft es, mit Wörtern eine „Fortsetzungs-Züchtigung“ vorzunehmen. Zu dieser lustvoll-gewalttätigen Handlung bekennt sich der Schriftsteller im Untertitel seines neuen Buches „Nächtlicher Besucher, in seine Schranken gewiesen“, das im Herbst bei Wallstein erscheinen wird. Entstanden ist Endlers Schimpfkanonade bereits in den frühen 80er Jahren. Gedacht als „hackmesserartige Abwehr“ bestimmter Bemühungen, Endler von seinem Weg als Satiriker und Kritiker abzubringen und ihm den Schriftstellerverband der DDR wieder schmackhaft zu machen, erschien es im Frühjahr 1989 in der Kreuzberger Handpresse, ging dann allerdings im Strudel der historischen Umwälzungen unter. Ein nicht zu bändigender Sprachfuror und ein scharfzüngiger Witz charakterisieren Endlers Schreiben. Gerrit-Jan Berendse, Germanist an der Universität Cardiff, und die Literaturkritikerin Cornelia Jentzsch diskutieren mit Endler über seinen Blick auf die Wirklichkeit.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. September 2008, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/freq/
Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Mittwoch
September
20.00
17.09.2008

„Der Turm"
Uwe Tellkamp in Lesung und Gespräch

Moderation: Jens Bisky

Uwe Tellkamp

Als Uwe Tellkamp 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis erhielt, stellte die Jury-Vorsitzende Iris Radisch fest: „Ich glaube, wir haben einen großen Autor entdeckt.“ Mit dem Gesellschaftsroman „Der Eisvogel“ (2005) bestätigte Tellkamp diese Hoffnung. Nun erscheint im Suhrkamp Verlag „Der Turm“, ein Roman, der auf fast tausend Seiten ein monumentales Panorama der untergehenden DDR entwirft und uns mit drei Generationen einer bildungsbürgerlichen Familie in einem Dresdner Villenviertel bekanntmacht. Erzählt wird von einem Milieu, das im Arbeiter- und Bauernstaat eigentlich gar nicht vorgesehen war. Der Leser gerät mitten hinein in den alltäglichen Konflikt zwischen Beteiligung und Distanz, Anpassung und Aufbegehren. Uwe Tellkamp liest aus „Der Turm“ und spricht mit SZ-Redakteur Jens Bisky über die Herausforderung, die Geschichte jenes deutschen Staates, der vor zwanzig Jahren unterging, heute in Literatur zu verwandeln.

Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Donnerstag
September
20.00
18.09.2008

Debütanten
Gunther Geltinger in Lesung und Gespräch

Moderation: Marius Meller

Gunther Geltinger

Leonard Engel schreibt, und die Leser werden hineingezogen in ein Dickicht von Geschichten. „All diese Geschichten stimmen, doch keine ist wahr“, heißt es dazu in Gunther Geltingers Debüt „Mensch Engel“ (Schöffling), das auch eine Lebensreise erzählt. Sie beginnt in Unterfranken, führt nach Wien, Südfrankreich und Köln, in eine Kindheit und Jugend - und zu einem Lebensproblem, das darin besteht, dass mit Engel „etwas Grundsätzliches nicht stimmt“. Doch nicht etwa die Tatsache, dass Engel schwul ist, entpuppt sich als Kern der Sache, sondern ein Wesenszug, der zu bitter ernsten wie grotesk komischen Szenen Anlass gibt: Engels scheinbare Unfähigkeit zur und seine Sehnsucht nach Liebe, die ihn nicht so recht wissen lassen, zu welcher Welt er eigentlich gehört, der der Menschen oder der der Engel. Geltinger nahm 2006 an der Autorenwerkstatt Prosa des LCB teil und wurde 2007 mit dem Rolf-Dieter-Brinkmann-Stipendium der Stadt Köln ausgezeichnet.

Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Montag
September
20.00
22.09.2008

Christina Weiss im Gespräch mit Claudio Magris

 

Christina Weiss

Zweiter Gast in unserer Reihe „Christina Weiss im Gespräch mit ...“ ist Claudio Magris, dessen Roman „Blindlings“ letztes Jahr im Carl Hanser Verlag erschienen ist. Magris, Professor für Germanistik, italienischer Senator, Kolumnist und Autor, ist einer der bedeutendsten europäischen Intellektuellen der Gegenwart, dem es 1963 gelang mit seiner ersten Veröffentlichung „Der habsburgische Mythos in der modernen österreichischen Literatur“ (dt. 1966) ein Standardwerk vorzulegen, dass bis heute Referenzcharakter hat. Berühmt geworden ist sein Donaubuch, das zum einen Reisebuch ist, zum anderen eine gelehrte Geschichte Mitteleuropas erzählt. Sein viel gelobter Roman „Blindlings“ wurde als Abgesang auf die Utopien des grausamen letzten Jahrhunderts gelesen. Christina Weiss ist Literaturwissenschaftlerin und Kritikerin, leitete das Literaturhaus in Hamburg, ehe sie dort 1991 Kultursenatorin wurde. Von 2002 bis 2005 war sie Staatsministerin für Kultur und Medien.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturradio im rbb, das das Gespräch am 3.10.2008 auf UKW 92,4 senden wird.
Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Mittwoch
September
20.00
24.09.2008

Rumänien rockt

Filip Florian, Florin Lazarescu, Dan Lungu und Lucian Dan Teodorovici

 

Die rumänische Gegenwartsliteratur wird zur Zeit von deutschsprachigen Verlagen entdeckt. Grund genug, vier der interessantesten Autoren der jüngeren Generation am Wannsee vorzustellen: Filip Florian, 2006 Stipendiat im LCB, arbeitete als Geologe und Geophysiker und kam über die journalistische zur literarischen Prosa. Sein mehrfach ausgezeichneter Roman „Kleine Finger“ erschien gerade bei Suhrkamp. Dan Lungus Roman „Das Hühnerparadies“ (Residenz) profitiert „bei aller gewitzten Fabulierfreude unbedingt vom soziologisch geschulten Blick“ des Autors, stellte Wolfgang Schneider in der FAZ fest. Florin Lazarescu debütierte 2006 mit dem Roman „Unser Sonderberichterstatter“ (Wieser). Von Lucian Dan Teodorovici hingegen liegt noch kein Buch in deutscher Übersetzung vor - aber im LCB kann er beweisen, dass auch seine Texte eine Übersetzung wert sind. Durch den Abend führt Georg Aescht, einer der wichtigsten Übersetzer aus dem Rumänischen, der auch Filip Florian für die deutschen Leser zugänglich gemacht hat.

In Zusammenarbeit mit der Corona Foundation, unterstützt vom Rumänischen Kulturinstitut Bukarest.
Eintritt 6 Euro / 4 Euro*

Logo Corona Foundation
Montag
September
9.30 bis 17.00
29.09.2008

Viele Wege führen nach Rom - oder zum Literaturübersetzen

Berufskundeseminar für Einsteiger und Zukunftsplaner

 

Das Seminar richtet sich an alle, die mehr über die Wege zum Literaturübersetzen und die rechtlichen und wirtschaftlichen Seiten dieses Berufs erfahren wollen. Besprochen werden: Möglichkeiten des Einstiegs, Auftragsakquise, Vertragsgestaltung, Honorare, Urheberrecht, Künstlersozialkasse, VG Wort, Stipendien, Übersetzerverband und Gewerkschaft. Seminarleitung: Claudia Steinitz (seit 20 Jahren Übersetzerin aus dem Französischen) und Jochen Schwarzer (seit 14 Jahren Übersetzer aus dem Englischen). Für einen Imbiss und Getränke bitten wir vor Ort um einen Unkostenbeitrag von 10 Euro. Anmeldungen bitte bis 20. September 2008 per Mail an: claudia.steinitz@bluewin.ch.

Mit freundlicher Unterstützung der Kulturverwaltung des Berliner Senats.
Eintritt 6 Euro / 4 Euro