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LCB-Programmarchiv

LCB-Veranstaltungen 10/2010

LCB-Programm 10/2010 als PDF

Dienstag
Oktober
20.00 Uhr
05.10.2010

Die Liebe in London und anderswo

Flavio Soriga in Lesung und Gespräch
Moderation: Tilman Rammstedt

 

Ein junger Mann, der seine beengende Insel vor Afrika verlässt und auf der Suche nach einem ‚normalen‘ Leben in der Großstadt stets mit der Vergangenheit seiner beschädigten Kindheit konfrontiert wird. Eine Hochzeitsfeier nach indischem Ritual in einer toskanischen Villa. Das Wiedersehen von einem Tänzer und seiner früheren Geliebten in London. Eine römische Schauspielerin, die sich in ihrer Liebe zu einem machtbesessenen Präsidenten verliert. Flavio Soriga, eines der aufregendsten Autorentalente in Italien, erzählt mit kraftvoller Fantasie und melancholischer Stimme Geschichten von Leidenschaft, Eifersucht und Leichtigkeit. Der Autor, geboren 1975 in Uta auf Sardinien, arbeitet als Journalist in Italien und England und ist künstlerischer Leiter des Lyrikfestivals Settembre dei Poeti von Seneghe. Für sein erstes Buch („Diavoli di Nuraiò“) wurde er 2000 mit dem „Premio Calvino“ ausgezeichnet. Nach seinem Roman „Der Schwarze Regen“ liegt nun mit dem Erzählband „Die Liebe in London und anderswo“ (Luchterhand) Sorigas zweites Buch auf Deutsch (Ü.: Viktoria von Schirach) vor. Der Autor Tilman Rammstedt führt das Gespräch mit Flavio Soriga auf Englisch und liest die deutsche Übersetzung der Erzählungen.

Logo: HALMA

Mit freundlicher Unterstützung von HALMA - das europäische Netzwerk literarischer Zentren e.V.
Eintritt 6 € / 4 €
*

Dienstag
Oktober
19.00 Uhr
12.10.2010

Joseph-Breitbach-Preis 2010

Lesung: Michael Krüger

Außer Haus!
Ort: Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz, In den Ministergärten 6, 10117 Berlin-Mitte

Michael Krüger © Renate von Mangoldt

„Der Joseph-Breitbach-Preis 2010 wird an den Dichter, Essayisten und Herausgeber Michael Krüger verliehen. Der Lyriker hat in einer Reihe wichtiger Gedichtbände auf die Entwicklung der Poesie Einfluss genommen und in immer erneuerter Unmittelbarkeit gegenwärtige Erfahrung an die großen Traditionen des 20. Jahrhunderts angeschlossen“ – so begründete die Jury ihre Entscheidung. Am Erzähler hebt sie seine schwebend-ironische Haltung hervor, der Herausgeber und Essayist habe sich um die Verknüpfung der anglo-amerikanischen Avantgarde mit der deutschen verdient gemacht. Am 24. September wird der Verleger des Carl Hanser Verlages den Preis in Koblenz, der Geburtsstadt Breitbachs, entgegennehmen. An diesem Abend liest Michael Krüger, eingeführt von Norbert Miller, in der Landesvertretung von Rheinland-Pfalz.

Da die Plätze in der Landesvertretung begrenzt sind, wird um Anmeldung bis 1. Oktober unter generalsekretariat@adwmainz.de oder unter der Telefonnummer 06131-577-101 gebeten.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Mainzer Akademie der Wissenschaften und Literatur, der Stiftung Joseph Breitbach sowie der Landesvertretung Rheinland-Pfalz.
Eintritt frei

Mittwoch
Oktober
20.00 Uhr
13.10.2010

Europäische Erzähler

„Zone“ : Mathias Énard in Lesung und im Gespräch
Moderation: Lothar Müller

Mathias Énard © M.Avanzato/Agence Opale

„Ich wollte ein zeitgenössisches Epos schreiben“, so lässt sich der 1972 im westfranzösischen Niort geborene Mathias Énard, zitieren. Mit „Zone“ (soeben im Berlin Verlag in der Übersetzung von Holger Fock und Sabine Müller erschienen) legt er es vor: es ist ein Roman, der die Schrecklichkeiten der christlich-arabischen Konflikte des letzten Jahrhunderts bis hin zur Gegenwart heraufbeschwört: Vom Balkankrieg zum Blutbad der christlichen Phalange in Beirut von 1982, von Mussolinis Nordafrikakrieg bis hin zum Haager Kriegsverbrecherprozess reicht der Erzählbogen. Das Besondere an dem Buch jedoch ist die mäandernde Sprache, die einen ungeheuren Lesesog entwickelt. Ènard studierte Kunstgeschichte und orientalische Sprachen. Nach längeren Aufenthalten im Nahen Osten lebt er heute in Barcelona, wo er Arabisch lehrt.

Eintritt 6 € / 4 € *

Donnerstag
Oktober
20.00 Uhr
14.10.2010

Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud
Christa Wolf in Lesung und Gespräch

Moderation: Christina Weiss

Christa Wolf © Privatbesitz

In diesem Jahr ist der lange erwartete neue Roman von Christa Wolf erschienen: „Stadt der Engel oder The Overcoat of Mr. Freud“ . Die Stadt der Engel ist Los Angeles – und die Anspielung an Freud verweist darauf, dass das Erinnern ein zentrales Thema dieses autobiografisch gefärbten Romans ist. Christa Wolf war 1992/1993 Gast des Getty Centers in Brentwood in Los Angeles als sie von der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert mehrfach eingeholt wurde. Einmal weil Kalifornien ein Zentrum der deutschen Emigration während des Faschismus war, zum anderen weil sich in dieser Zeit für Christa Wolf noch einmal die Frage stellte, wie man sich in verschiedenen politischen Verhältnissen bewegt, ohne sich selbst zu verlieren. Den Abend moderiert die frühere Staatsministerin für Kultur Christina Weiss.

Eintritt 6 € / 4 € *

Freitag
Oktober
10.00 bis 18.00 Uhr
15.10.2010

„ …von säkularen Ausmaßen“ – NS-Deutsch als Beispiel totalitären Sprachgebrauchs

Eine ganztägige und sprachübergreifende Fortbildung für literarische Übersetzer und Interessierte
Leitung: Gabriele Leupold und Eveline Passet

 

Gibt es eine spezifisch totalitäre Sprache? Wodurch zeichnet sie sich aus? Durch einen eigenen Wortschatz, gewiß. Doch was charakterisiert diesen Wortschatz jenseits bestimmter ideologisch besetzter Begriffe? Gibt es Wortbildungsmuster, die als typisch totalitär eingestuft werden können, etwa vielgliedrige Komposita oder Abkürzungswörter? Und wie steht es mit einer spezifisch totalitären Stilistik? Bevorzugt sie bestimmte rhetorische Figuren, Wortgruppen, Satzbauweisen, z.B. Nominalstil oder Superlativ? In seinem Vortrag „Ideologie und Sprache – Verbalstrategien in der NS-Propaganda“ wird Christian A. Braun, Verfasser einer maßgebenden Arbeit zum nationalsozialistischen Sprachstil, Charakteristika des NS-Stils aufzeigen und dabei auch die Frage diskutieren, wie ideologische Weltkonstruktion und Sprachgebrauch ineinandergreifen. Renate Birkenhauer, die zur Zeit ihr in den 1980er Jahren auf Anregung von Übersetzern entstandenes „Wörterbuch NS-Deutsch“ grundlegend überarbeitet, wird in ihrem gleichnamigen Vortrag ebenso über menschenverachtende sprachliche Stereotypen und Mechanismen der Wortbildung sprechen wie über Formen der „lagerszpracha“ , jener deutschbasierten Lingua franca unter den nicht-deutschen KZ-Häftlingen, die in frühen Übersetzungen von Lagerliteratur wiederholt als fehlerhaftes Deutsch wegkorrigiert wurde. In den anschließenden Übungen soll der Blick über die NS-Sprache hinaus auf übersetzungsspezifische Fragen gelenkt werden, wie sie sich beim Übertragen fremdsprachiger Literatur stellen, die von totalitären Regimes handelt und deren Sprache auf die eine oder andere Weise abbildet.

Der Eintritt ist frei, 10 Euro Unkostenbeteiligung für einen Mittagsimbiß und Getränke sind vorgesehen. Anmeldung per Mail erbeten an becker@lcb.de oder Fax 030-81699619.

Montag
Oktober
20.00 Uhr
18.10.2010

Tauben fliegen auf

Lesung: Melinda Nadj Abonji
Moderation: Thomas Geiger

Melinda Nadj Abonji © Gaëtan Bally

In „Tauben fliegen auf“ erzählt die aus einer ungarischen Familie aus der Vojvodina stammende Melinda Nadj Abonji (Jung und Jung) die Geschichte einer Familie, die aus Titos Jugoslawien in die Schweiz übersiedelt. Es ist die Geschichte zweier Mädchen, die die ersten Lebensjahre in Serbien aufwachsen und dann nach ein paar Jahren mit ihrer Mutter in die Schweiz nachziehen. Bewegend, aber nie rührselig, erzählt Melinda Nadj Abonji vom Leben zwischen zwei Kulturen, vom dörflichen Leben im Norden Serbiens und von den Schwierigkeiten sich in der zur Heimat werdenden Fremde zurechtzufinden – und von der Unmöglichkeit davon. Eine Kandidatin für den Deutschen Buchpreis 2010.

Melinda Nadj Abonji erhielt ein „Grenzgänger“ -Stipendium. Mit freundlicher Unterstützung der Robert Bosch Stiftung.
Eintritt 6 € / 4 € *

Dienstag
Oktober
20.00 Uhr
19.10.2010

Die unerträgliche Freiheit. Zum Start der editionBalkan

Ein bulgarischer Abend mit Dimitar Atanassow, Bozhana Apostolowa und Maria Stankowa
Lesung der deutschen Texte: Max Volkert Martens Einführung: Roumen M. Evert

Dimitar Atanassow

Bozhana Apostolowa

Maria Stankowa

Die neue Buchreihe editionBalkan im Dittrich Verlag setzt sich zum Ziel, zeitgenössische Autoren aus den Balkanländern vorzustellen. Zum Start der Reihe erscheinen vier Übersetzungen bulgarischer Autoren: Dimitar Atanassow („Die unerträgliche Freiheit“ , übersetzt von Roumen M. Evert), Bozhana Apostolowa („Kreuzung ohne Weg“ , übersetzt von Ines Sebesta), Maria Stankowa („Langeweile“ , übersetzt von Barbara Beyer) sowie ein Werk des kürzlich verstorbenen Viktor Paskov („Autopsie“, übersetzt von Alexander Sitzmann). Lesungen und Gespräche mit den angereisten Autoren und dem Herausgeber und Übersetzer Roumen M. Evert.

Eintritt frei

Mittwoch
Oktober
20.00 Uhr
20.10.2010

Hausgäste

Lesung: Gintaras Grajauskas, Finn-Ole Heinrich und Liu Ka-Shiang

 

Mehr als 40 Stipendiaten haben wir in diesem Jahr beherbergt, Autoren und Übersetzer aus aller Welt. Bevor das LCB zur Baustelle wird und für mehrere Monate schließt (saniert werden u.a. die Gästezimmer, der Veranstaltungssaal und die Heizungsanlage), stellen wir unsere Autoren des Hauses im Monat Oktober vor: den litauischen Schriftsteller Gintaras Grajauskas, der taiwanesische Autor Liu Ka-shiang sowie den in Hamburg lebenden Finn-Ole Heinrich, der mit mit seinem Erzählungsband „Gestern war auch schon ein Tag“ (mairisch verlag) bekannt wurde.

Eintritt frei

Donnerstag
Oktober
20.00 Uhr
21.10.2010

Von der Weltliteratur zur Global Literature

Lesung: Rawi Hage
Moderation: Sigrid Löffler

Rawi Hage © Piper Verlag

In seinem erfolgreichen Debütroman „Als ob es kein Morgen gäbe“ erzählte Rawi Hage die Geschichte zweier Jugendlicher, die sich in dem vom Bürgerkrieg verwüsteten Libanon der achtziger Jahre durchschlagen. Das Buch wurde für den Internationalen Literaturpreis 2009 nominiert und mit dem IMPAC-Award ausgezeichnet. Im September 2010 ist nun der zweite Roman des 1964 im Libanon geborenen Autors erschienen: „Kakerlake“ (Piper Verlag, aus dem Amerikanischen von Gregor Hens). In Montreal, wo Rawi Hage selbst seit fast zwanzig Jahren lebt, spielt auch der neue Roman über einen libanesischen Kleinkriminellen, der, traumatisiert vom Tod seiner Schwester, in einer zwielichtigen und gewalttätigen Unterwelt zu überleben versucht. Dabei kommt der namenlose Erzähler fast ausnahmslos mit Iranern, Algeriern und anderen Libanesen in Berührung, die ebenfalls in der eisigen Stadt gestrandet sind. Rawi Hage zeichnet mit diesem sprachgewaltigen neuen Roman ein düsteres Bild vom Alltag der Immigranten in seiner Wahlheimat Kanada. Durch den Abend führt die Literaturkritikerin Sigrid Löffler, die Kuratorin dieser Veranstaltungsreihe über bemerkenswerte internationale Autoren, die für den aktuellen Umbruch von der Weltliteratur zur Global Literature stehen.

Eintritt 6 € / 4 € *

Montag
Oktober
20.00 Uhr
25.10.2010

Studio LCB
Lesung: Antonio Tabucchi

Gesprächspartner: Carmen Morese und Andreas Isenschmid
Moderation: Maike Albath

 

Antonio Tabucchi hat viele Jahre lang als Professor für Portugiesische Literatur an der Universität von Siena gearbeitet, ist Herausgeber und Übersetzer der Werke Fernando Pessoas und pendelt heute zwischen der Toskana, Paris und Lissabon hin und her. Aber Literatur ist für Tabucchi weder eine Wissenschaft, noch ein Beruf, den man erlernen kann, sondern, wie er es ausdrückt, ein Teil der Seele. Seine Helden empfinden das eigene Dasein als Geheimnis; jede Antwort wirft neue Fragen auf, jede Lösung birgt einen mysteriösen Kern, und jede Reise führt in ein Labyrinth. Das gilt auch für die Protagonisten seines jüngsten Erzählbandes „Die Zeit altert schnell“ (Ü: Karin Fleischanderl), der gerade im Hanser Verlag erschienen ist – Geschichten über Opfer von Diktaturen und Kriegen, über Spitzel und Opportunisten. Mit Skepsis beobachtet Antonio Tabucchi seit einigen Jahren den gesellschaftlichen Wandel Italiens und beklagt immer wieder den Niedergang der politischen Kultur. Im Studio LCB diskutiert der Schriftsteller mit der Leiterin des Goethe-Instituts Neapel Carmen Morese und dem Literaturkritiker Andreas Isenschmid über seine Arbeit und die Lage in seiner Heimat. Den deutschen Text liest der Schauspieler und Rundfunksprecher Frank Arnold.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 30. Oktober 2010, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen unter: www.dradio.de/dlf/frequenzen/
Eintritt 6 € / 4 € *

Mittwoch
Oktober
20.00 Uhr
27.10.2010

Mitternachtboogie

Edo Popovic, Clemens Meyer und Alida Bremer in Lesung und Gespräch

Außer Haus!
Ort: Münzsalon, Münzstraße 23, Berlin-Mitte. Anmeldung erbeten an news@muenzsalon.net

Edo Popovic © Christian Kortüm

Clemens Meyer © Tobias Bohm

Mit „Mitternachtsboogie“ wurde der kroatische Schriftsteller Edo Popovic als Kultautor seiner Generation in den achtziger Jahren bekannt. Nach „Ausfahrt Zagreb-Süd“ , „Kalda“ und „Die Spieler“ erscheint nun dieser vielgefeierte Debütroman in deutscher Übersetzung bei Voland & Quist. In biergetränkten Nächten, zufälligen Begegnungen in der Halbwelt Zagrebs und mit lakonischem Stil gewährt Edo Popovic Einblicke in die Jugend des sozialistischen Jugoslawiens am Ende der Tito-Ära. Edo Popovic, geboren 1957, ist Mitbegründer einer der wichtigsten Literaturzeitschriften des ehemaligen Jugoslawiens. Von 1991 bis 1995 war er als Kriegsberichterstatter Kroatiens für seine ideologiefreien Reportagen ebenso angesehen wie gefürchtet. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Edo Popovic und der Autor Clemens Meyer lesen aus „Mitternachtsboogie“ und sprechen mit der Übersetzerin Alida Bremer.

In Zusammenarbeit mit TRADUKI.
Eintritt 6 € / 4 €