Adam Schwarz

Basel / Leipzig, Schweiz / Deutschland

Zu Gast im LCB:
August 2018

Adam Schwarz, geboren 1990, ist Redakteur der Literaturzeitschrift »Narr«. Außerdem veröffentlichte er in Literaturzeitschriften wie »Entwürfe« oder »Poet«. 2017 erschien sein Romanerstling »Das Fleisch der Welt« (Zytglogge). Inzwischen arbeitet er an seinem nächsten Roman, unterstützt durch einen Werkbeitrag der Stiftung Pro Helvetia.

Adam Schwarz
Adam Schwarz © privat

»Rasensprenger, Füchse und Krähen«

Woran arbeitest du gerade?
Gerade habe mich gerade in meinen zweiten Roman eingesponnen. Das soll der schwierigste sein, heißt es. An einem Tag kann ich kaum aufhören, am nächsten fühle ich mich ausgepresst. Ein ständiges Ringen darum, wieviel Kontrolle ich behalten und wieviel ich an den Text abgeben will. Zu merken, wie die Geschichte und die Figuren, die sie bevölkern, Form annehmen, ist ein echt erhebendes Gefühl!

Wie beeinflusst dein Aufenthalt im LCB deine Arbeit?
Ich kann hier sehr gut arbeiten. Das ist mir das Wichtigste. Vermutlich funktionierte so ein Schreibaufenthalt auch in einem umgenutzten Wolfsburger Großraumbüro. Aber man hat noch mehr Lust, Stunden vor einem Bildschirm zu verbringen und zu halluzinieren, wenn man weiß, dass man danach einen Seespaziergang machen, durch den Grunewald radeln oder ins Theater gehen kann.

Welche Erfahrungen wirst du mit nach Hause nehmen?
Die Gespräche mit meinen MitstipendiatInnen, ob morgens beim Frühstück oder um Mitternacht auf einer Parkbank bei der Bushaltestelle. Das Bellen der Füchse, die sich morgens um zwei Uhr im Nachbargarten balgen. Von dem Rasensprenger geweckt zu werden, die der Hausmeister jeden Morgen leicht anders im Garten verteilt. Die vielen Krähen, die auf einen herabsehen, wenn man auf der Terrasse sitzt und liest. Und diese große Stadt, von der ich glaubte, sie schon zu kennen und in die ich nun zum ersten Mal richtig eintauchen kann.

Das Interview wurde im Sommer 2018 geführt.

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