Flurin Jecker

Bern, Schweiz

Zu Gast im LCB:
April 2018

Flurin Jecker, 1990 in Bern geboren, studierte Biologie und Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Im Februar 2017 erschien sein Debütroman «Lanz» bei Nagel&Kimche, wofür er mit dem Weiterschreiben-Stipendium der Stadt Bern und dem Kranichsteiner-Stipendium des Deutschen Literaturfonds ausgezeichnet wurde.

Flurin Jecker
Flurin Jecker © LCB

»Was das Schreiben anbelangt, fühlte ich mich hier aber nie, als wäre ich nicht zu Hause.«

Woran arbeitest du gerade?
Ich arbeite an einem Roman. Ich glaube, ich arbeite immer an einem Roman. Auch wenn ich aufhören würde zu schreiben, würde ich nicht aufhören, an einem Roman zu arbeiten.

Wie beeinflusst dein Aufenthalt im LCB deine Arbeit?
Im wahren Wortsinn gar nicht. Und das ist das Beste, was das LCB tun kann. Alles andere wäre auch schrecklich. Niemand will, dass einen etwas beeinflusst, ohne dass man dies aktiv sucht. Wenn jemand am ersten Tag im LCB an meine Tür geklopft hätte, mir ein Buch in die Hand gedrückt und gesagt hätte, ich müsse das unbedingt lesen, hätte ich das Haus vielleicht grad wieder verlassen. Aber das passierte nicht. Und ich hatte auch nie Angst, dass es passieren würde. Ich glaube, was das LCB tut, ist eher ein zur Verfügung Stellen eines Raumes. In diesem Raum kann man sich da öffnen, wo man etwas aufnehmen möchte. Das muss gar nichts Intellektuelles sein. Es kann auch sein, dass man in der Dusche steht und das Gefühl, da zu duschen, ganz anders ist, als zu Hause.

Welche Erfahrungen wirst du mit nach Hause nehmen?
Bleiben wir bei der Dusche. Solche Dinge nimmt man natürlich immer mit nach Hause, wenn man anderswo war. Was das Schreiben anbelangt, fühlte ich mich hier aber nie, als wäre ich nicht zu Hause. Sobald ich schreibe, bin ich es. Darum irritiert mich diese Frage ein bisschen. Um aber trotzdem etwas in diese Richtung zu sagen: Es war eine sehr erfüllende und intensive Zeit. Ich war und bin sehr glücklich hier. Und das sage ich nicht einfach so. Vielen Dank dafür.

Das Interview fand im April 2018 statt.

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