Jurij Mamlejew

Moskau, Russland

Zu Gast im LCB:
1999

Jurij Mamlejew, 1931 in Moskau geboren, schreibt seit den 60er Jahren und gilt als Schriftsteller, der sowohl für die offizielle russische als auch für die Underground-Literatur der Sowjetzeit völlig untypisch war. Er führte lange Zeit ein Doppelleben, arbeitete tagsüber als Mathematiklehrer in einem Technikum und versammelte abends einen Kreis von Intellektuellen in seinem Kommunalkazimmer um sich. Seine Werke, in denen er dem sowjetischen Kollektivmenschen ohne persönliches Schicksal und Individualität einen adäquaten Ausdruck verleiht, wurden seit den 80er Jahren im Westen publiziert, als er schon längst in die USA ausgewandert war. Später lebte Juruij Mamlejew in Paris und kehrte 1992 nach Moskau zurück. Auf deutsch erschienen die Romane »Der Mörder aus dem Nichts« (1992) und »Die letzte Komödie« (1994), sowie der Erzählband »Der Tod des Erotomanen« (1998, alle Bücher im Residenz-Verlag, aus dem Russischen von Ulrike Zemme). Jurij Mamlejew ist Stipendiat der Stiftung Preußische Seehandlung.

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