Lisa Kreißler

Pohle, Deutschland

Zu Gast im LCB:
September 2018
April 2019

Lisa Kreißler, geboren 1983 in Bückeburg, studierte Theaterwissenschaften, spielte Theater und arbeitete als Journalistin in Stockholm und Berlin, ehe sie nach Leipzig ging um sich aufs Schreiben zu konzentrieren. 2014 erschien ihr Debütroman »Blitzbirke« (mairisch), 2018 »Das vergessene Fest« (Hanser Berlin). Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Maler Patrick Eicke, lädt sie regelmäßig zu Veranstaltungen in den Kunstraum »Die Küche« auf ihren Hof in Pohle ein. Sie erhielt das Aufenthaltsstipendium des Berliner Senats.

Lisa Kreißler
Lisa Kreißler © Ute Kreißler

»ein kostbarer Hallraum für neue Sätze und Gedanken«

Woran arbeitest du gerade?
Es gibt einen sehr frischen Anfang, über den ich noch nichts Zusammenfassendes sagen möchte. Mir ist die Freiheit beim Schreiben sehr wichtig, gerade dann, wenn etwas Neues entsteht. Gerade macht es mir großen Spaß, (scheinbar) unvereinbare Ideen nebeneinanderzustellen und dem Text seine Rätsel einzuschreiben.

Wie beeinflusst dein Aufenthalt im LCB deine Arbeit?
Die Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen literarischen Positionen und Lebensentwürfen, die hier im Haus vertreten waren, hat viel mit mir gemacht. Und die Zeit, die mir hier geschenkt wurde, war ein kostbarer Hallraum für all die neuen Sätze und Gedanken. Ich konnte tagelang lesen und schreiben, ohne dass jemand etwas von mir wollte.

Welche Erfahrungen wirst du mit nach Hause nehmen?
Als ich ankam, wurde im Garten gerade »Der Fröhliche Weinberg« geprobt. Davon wusste ich aber nichts. Ich betrat das Zimmer, das ich nun bewohnen sollte, öffnete die Balkontür und hörte laute Stimmen im Garten, Gesang, ein Orchester. Ich wusste nicht, was da vor sich ging, aber die Stimmen und vor allem die Musik hatten eine beruhigende Wirkung auf mich. Ich legte mich in das frisch bezogene Bett und schlief den ganzen Nachmittag, eine unglaubliche Erschöpfung fiel von mir ab, und als ich in der Dämmerung erwachte, war die Musik immer noch da, Motive wiederholten sich und mir wurde klar, dass ich mitten in einer großen lebendigen Inszenierung gelandet war. Ich verließ mein Zimmer, um zu schauen, was da unten lief.
Eine neue Neugier ist es, was ich mit nach Hause nehme.

Das Interview fand im Oktober 2018 statt.

Hausgäste

Lisa Kreißlers Aussicht im LCB

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