Donnerstag
November
19.30h
15.11.2018

Auf Wiedervorlage: Michail Bulgakow

Mit Thomas Reschke, Ingo Schulze und Christina Links
Moderation: Katharina Raabe

 Michail Bulgakow © Wikipedia

Vor 50 Jahren erschien Thomas Reschkes Übersetzung des Romans »Der Meister und Margarita« von Michail Bulgakow im Verlag Kultur und Fortschritt. Das russische Original war kurz zuvor, im Winter 1966/67, also Jahrzehnte nach dem Tod des Autors, in einer zensierten Fassung in einer Moskauer Zeitschrift publiziert worden und erfuhr sofort eine geradezu rauschhafte Rezeption. Der Roman wurde als deftige Satire auf die korrupte sowjetische Gesellschaft gelesen, sabotierte überdies mit seinen phantasmagorischen Elementen und seiner Liebe zur Allegorie und Metaphysik den doktrinären Literaturbegriff des sozialistischen Realismus. Die verschlungenen Wege der Ankunft dieses Kultbuchs in der Ulbricht-DDR bilden ein besonderes Kapitel deutscher Übersetzungsgeschichte. Mit Thomas Reschke, der neben dem Gesamtwerk Bulgakows weit über 100 Werke der russischen Literatur ins Deutsche gebracht hat, sprechen die Lektorin Christina Links, der Schriftsteller Ingo Schulze und Katharina Raabe, Lektorin im Suhrkamp Verlag.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Freitag
November
11h - 21h
16.11.2018

Europa und seine Grenzen: Tagung und Abschlussabend
Tagung ab 11h

Literarischer Abend um 19.30 h: Jenseits der Heimat
Mit: Oliver Rohe und Anja Kampmann
Moderation: Cornelia Ruhe

Veranstaltung mit Simultanübersetzung Deutsch-Französisch / Französisch-Deutsch

 Oliver Rohe © privat

 Anja Kampmann © Julia Henrich

Vom 14. bis 16. November findet im Centre Marc Bloch und im LCB an zwei Tagen und drei Abenden ein deutsch-französisches Schriftsteller- Treffen statt, Thema: »Europa und seine Grenzen«. Wir leben in einer Zeit der Debatte darüber, was „Europa“ eigentlich sei. Während heute Konsens über die Reformnotwendigkeit der Institutionen der EU besteht, hat sich die Debatte längst zu einer Identitätsdebatte umgeformt. In den globalisierungsbedingten Verunsicherungen ist der Europa-Begriff durch identitäre Bewegungen vereinnahmt worden, die in Europa „eine Tatsache“ (Marine Le Pen) ausmachen, die in der longue durée eines kulturellen „Abendlandes“ bestehe und die es gegen das Eindringen der Welt zu verteidigen gelte. Der Schriftsteller-Kongress will den Begriff „Europa“ wieder öffnen und Argumente für ein anderes Verständnis liefern. Da die Frage der Welt und der Haltung zu dieser mit Auerbach eine ästhetische Frage ist und die „Politik der Literatur“ mit Jacques Rancière in dieser Frage der Darstellung liegt, soll die Diskussion ausgehend vom Schreiben geführt werden: Wie stellen sich europäische Wirklichkeiten dar? Welche Welt wird dabei entworfen? Der politische Charakter der Frage liegt dabei mit Jacques Derridas »Das andere Kap« in der Frage nach den „Grenzen“ Europas, also in der Frage, was Europa sein kann und möchte und wohin es sich entwirft. Das detaillierte Programm finden Sie in Kürze hier. Eine gemeinsame Veranstaltung von: Centre Marc Bloch, Literarisches Colloquium Berlin, Humboldt-Universität zu Berlin, Université de Paris III – Sorbonne Nouvelle, Université de Grenoble-Alpes und Université de Picardie Jules Verne; in Kooperation mit: Allianz Kulturstiftung, Société européenne des auteurs, Bureau du livre de l’Ambassade de France en Allemagne.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

Programm:

11-13 h
Table ronde: Neuer Realismus? Die Zukunft des Romans
Mathieu Larnaudie & Anja Kampmann
Moderation: Dominique Viart

14.30-16 h
Vortragsessay
Alexandre Gefen
„La mondialisation de l'idée de littérature. L'Europe et ses frontières“

16.30-18 h
Table ronde: Nach dem Universalismus: Europa in der Welt
Arno Bertina & Priya Basil
Moderation: Franck Hofmann

19.30 h
Jenseits der Heimat – Literarischer Abend
Mit : Oliver Rohe und Anja Kampmann
Abschlussabend
Moderation: Cornelia Ruhe

Dienstag
November
19.30h
20.11.2018

Landschaften des Umbruchs. Feldforschungen in den postsowjetischen Literaturen
Sofia Andruchowytsch (Kiew), Violet Grigoryan (Eriwan), Volha Hapeyeva (Minsk), Vadim Leventhal (St. Petersburg), Vladimir Rafejenko (Kiew) und Maria Stepanova (Moskau) in Lesung und Gespräch

Moderation: Odile Kennel, Olga Radetzkaja, Thomas Weiler

 Sofia Andruchowytsch © privat

 Violet Grigoryan © privat

 Volha Hapeyeva © Marie le Gal

 Vadim Lewental © privat

 Wladimir Rafejenko © translit-portal.de

 Maria Stepanova © Valery Shibanov

Die Literaturen auf dem Territorium der untergegangenen Sowjetunion haben sich seit den neunziger Jahren neu sortiert. Die Sowjetliteratur, ein durch ästhetische und politische Doktrinen, durch die lingua franca des Russischen und eine emphatische Übersetzungspolitik zusammengehaltenes Gebilde, mag zwar hier und da noch nachwirken, prägend aber sind die vielsprachigen Diversifikationen und Narrative. Auf Einladung der Goethe-Institute in Osteuropa waren bzw. sind in diesem Jahr zehn Autorinnen und Autoren aus Russland, Weißrussland und der Ukraine zu Gast im LCB. Zu Sofia Andruchowytsch (Kiew), dem Russisch schreibenden Ukrainer Vladimir Rafejenko, der belarussischen Autorin Volha Hapeyeva und dem Petersburger Autor Vadim Leventhal gesellen sich an diesem Abend die armenische Lyrikerin Violet Grigoryan sowie Maria Stepanova (Moskau), die als Siegfried-Unseld-Gastprofessorin in Berlin weilt und gerade ihren Roman »Nach dem Gedächtnis« (Ü: Olga Radetzkaja, Suhrkamp) publiziert hat. An diesem Abend hören Sie Lesungen und Gespräche zu unterschiedlichen Texten und Positionen.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Mittwoch
November
19.30h
21.11.2018

Zeitreisen
Angela Steidele

Moderation: Thorsten Dönges

Angela Steidele © Ben Chislett

Von St. Petersburg und Moskau, entlang der Wolga bis in den Kaukasus und an die Ufer des Kaspischen Meeres, folgt Angela Steidele den Spuren von Anne Lister und Ann Walker auf ihrer letzten großen Reise. An die »erotische Biographie« (Matthes & Seitz, 2017) über die außergewöhnliche Engländerin knüpft der zweite Teil von Steideles Trilogie zu biografischem Schreiben an. In »Zeitreisen« überlagern sich ihre eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse mit Aufzeichnungen aus Listers minutiös geführten Tagebüchern, historischen Reiseberichten über Russland und den Kaukasus, sowie zeitgenössischen Reiseführern und Handbüchern. Im Bestreben, sich dem Leben von Anne Lister anzunähern, gelingt Steidele ein wissens- und wahrnehmungsgeschichtlicher, politischer und persönlicher Reiseessay, der neue Perspektiven nicht nur auf die bereisten Länder, sondern auf belletristische Biografien und Reiseliteratur öffnet. Mit Thorsten Dönges bespricht die Autorin ihr neues Buch und lädt das LCB-Publikum zu einem Zeitspaziergang ein. Die Veranstaltung wird gefördert im Rahmen des Grenzgänger-Programms des Literarischen Colloquiums und der Robert Bosch Stiftung.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Donnerstag
November
14-17 h
22.11.2018

Neuentwicklungen im Urheberrecht.
Auswirkungen für Autorinnen und Autoren

Seminar mit Prof. Eva Inés Obergfell und Dr. Ingo Fessmann

Am 1. März 2017 trat die in den letzten Jahren vieldiskutierte Novellierung der gesetzlichen Regelungen zum Urhebervertragsrecht in Kraft. Mit dem sogenannten Urheberrechts-Wissensgesellschafts- Gesetz sind Fragen verbunden für all jene, die als Autorin oder Autor unmittelbar damit konfrontiert sind. Wie in den Vorjahren informieren Prof. Eva Inés Obergfell (Vizepräsidentin der Humboldt-Universität und Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung) und Dr. Ingo Fessmann (Rechtsanwalt in Berlin) über diese Entwicklungen und über neue, die Autorenrechte betreffenden gerichtlichen Entscheidungen.

Eintritt frei
Anmeldungen erbeten unter Tel. 030 - 816 99 60 oder mail@lcb.de.

Freitag
November
10.30 -
22 h
23.11.2018

Berlin POYLINGUAL. PARATAXE SYMPOSIUM IV

Symposium ab 10.30 h
Abendveranstaltung um 20 h: Meine schönste Lengevitch
Mit Tomer GardiSharon Otoo und Jane Flow
Moderation:
Jayrôme C. Robinet

Logo

Dass in Berlin Literatur nicht nur auf Deutsch entsteht, ist bekannt. Dass sich aber viele der hier ansässigen Schreibenden nicht mehr einer bestimmten Sprache oder Herkunftskultur zuordnen, ist ein neues Phänomen, das sich in der Berliner Literaturszene häuft. Die Berliner Literarische Aktion, das Literarische Colloquium Berlin und Literaturport erkunden deshalb Geschichte und Gegenwart der mehrsprachigen, interkulturellen Literaturen Berlins: mit Elina Mikkila, Alistair Noon, Meike Fesmann, Alexandru Bulucz, Kristof Magnusson, Uljana Wolf, Jo Frank, Cia Rinne, Eugene Ostashevsky, Jake Schneider, Anne Fleig, Andrea Scrima, Mitja Vachedin, Eugen Ruge u. a. m. Neben thematischen Panels gibt es Gelegenheit zum Austausch sowie eine abschließende Lesung mit Tomer Gardi, Sharon Dodua Otoo und Dagmara Kraus, moderiert von Jayrôme C. Robinet. In den Pausen steht ein kostenpflichtiges Imbissangebot zur Verfügung. PARATAXE ist ein Projekt der Berliner Literarischen Aktion e.V. in Zusammenarbeit mit dem LCB und Literaturport. PARATAXE wird gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Deutschsprachiges Programm mit gelegentlichem Englischanteil. Keine Teilnahmegebühr, um Anmeldung wird gebeten: dietze@lcb.de.
Eintritt zur Abendlesung: 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

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Programm PARATAXE SYMPOSIUM IV:

10.30h
Auftakt: Martin Jankowski und Jürgen Jakob Becker

11-13 h
PANEL I
: Die Stimmen Berlins – Geschichten vom babylonischen Reichtum
Keynote: Elina Mikkilä
Panelteilnehmer*innen: Alistair Noon, Meike Feßmann, Alexandru Bulucz, Elina Mikkilä
Moderation: Kristof Magnusson
Featured Poet: Eugenia Bahmutska

14.30-16 h
PANEL II
: Falsche Freunde – literarische Horizonterweiterungen
Keynote: Uljana Wolf
Panelteilnehmer*innen: Jo Frank, Cia Rinne, Eugene Ostashevsky, Uljana Wolf
Moderation: Jake Scheider
Featured Poet: Adelaiide Ivánova

16.30-18 h
PANEL III
: Berliner Futur – entropische Literaturen?
Keynote: Anne Fleig
Panelteilnehmer*innen: Andrea Scrima, Eugen Ruge, Mitja Vachedin, Anne Fleig
Moderation: Martin Jankowski
Featured Poet: Amora Bosco

20 h
Meine schönste Lengevitch – multilinguale Lesung
Mit Tomer Gardi, Sharon Otoo und Jane Flow
Moderation: Jayrôme C. Robinet

Mittwoch
November
19.30 h
28.11.2018

SWR Bestenliste: 30 Kritiker. 10 Bücher. 1 Liste
Mit Martin Ebel, Cornelia Geißler und Klaus Nüchtern

Moderation: Gerwig Epkes

 Martin Ebel © SWR

 Cornelia Geissler © SWR

 Klaus Nüchtern © SWR

 Gerwig Epkes © SWR

Die SWR Bestenliste macht Station im Literarischen Colloquium Berlin. In Deutschland erscheinen ungefähr 90.000 Buchtitel pro Jahr, das sind rund 250 Titel am Tag. Eine Jury aus derzeit 30 Literaturkritikerinnen und -kritikern wählt jeden Monat zehn Bücher auf die SWR Bestenliste, denen sie möglichst viele Leserinnen und Leser wünscht. Anstatt auf das Bekannte und Etablierte zu vertrauen, ist die SWR Bestenliste auf der Suche nach Neuentdeckungen, nach unbekannten Autorinnen und Autoren, für die nicht gleich der große Werbeetat eines Verlags zur Verfügung steht, die aber Aufmerksamkeit verdienen. Aus der Jury diskutieren an diesem Abend Cornelia Geißler, Martin Ebel und Klaus Nüchtern über ausgewählte Bücher. Sendetermin auf SWR2: 4. Dezember 2018.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

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WÖRTER SCHLAFEN NICHT – Essays, Gespräche, Performances

(c) Jörg Piringer

Sprache zu verwenden bedeutet zu handeln. Begriffe, Schlagworte, Slogans prägen Wahrnehmung, schaffen Kontexte, setzen Prioritäten, wecken Hoffnungen oder schüren Ängste. Sie werden eingeführt und gebraucht, um Interessen zu formulieren und durchzusetzen. Ein kleines Wort kann einen ganzen Straftatbestand verändern; eine einzelne Äußerung kann einen Aktienkurs abstürzen lassen. Begriffe prägen die gesellschaftliche und politische Diskussion; unser sprachlicher Umgang mit der Vergangenheit, die begriffliche, mediale Aufarbeitung von Geschichte prägen das Bild, das unsere Gesellschaft von sich selbst entwirft. Wir laden dazu ein, Wörter auf die Goldwaage zu legen. Gerahmt von einem einführenden Vortrag und Performances werden an zwei Abenden sechs Tandems aus jeweils einem*r Autor*in und einer Persönlichkeit aus Wissenschaft und Politik Essays über selbstgewählte Begriffe präsentieren und über die Bedeutung von Sprache debattieren. Die Wörter schlafen nicht, und auch wir bleiben wach!

Donnerstag
November
18 h
29.11.2018

Eröffnung: Durs Grünbein
Es diskutieren: Lukas Bärfuss (Pygmäe), Marcel Beyer (Hooliganmoral), Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Rechtsstaat), Christina von Braun (Identität)

Performance: Jörg Piringer

18.00-18.20 Uhr
Eröffnungsvortrag von Durs Grünbein
18.20-19.10 Uhr
Christina von Braun (Identität) und Lukas Bärfuss (Pygmäe)
19.10-20.10 Uhr
Pause mit Abendessen
20.10-21.00 Uhr
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (Rechtsstaat) und Marcel Beyer (Hooliganmoral)
21.00-21.30 Uhr
Performance von Jörg Piringer
 

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Freitag
November
17 h
30.11.2018

Es diskutieren: Isabel Fargo Cole (Politische Korrektheit), Lann Hornscheidt (Grenze), Svenja Flaßpöhler (Missverstehen), Dagmara Kraus (Überfremdung), Falko Schmieder (Verbraucher), Bernd Schneidmüller (Gedenken), Marlene Streeruwitz (Privatsache), Deniz Utlu (Vertrauen)

Performance: Lyrikkollektiv G13

17.00-17.10 Uhr
Performance des Lyrikkollektivs G13
17.10-18.00 Uhr
Svenja Flaßpöhler (Missverstehen) und Dagmara Kraus (Überfremdung)
18.00-18.10 Uhr
Performance des Lyrikkollektivs G13
18.10-19.00 Uhr
Bernd Schneidmüller (Gedenken) und Isabel Fargo Cole (Politische Korrektheit)
19.00-20.00 Uhr
Pause mit Abendessen
20.00-20.10 Uhr
Performance des Lyrikkollektivs G13
20.10-21.00 Uhr
Falko Schmieder (Verbraucher) und Marlene Streeruwitz (Privatsache)
21.00-21.10 Uhr
Performance des Lyrikkollektivs G13
21.10-22.00 Uhr
Lann Hornscheidt (Grenze) und Deniz Utlu (Vertrauen)

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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Programmleporello

Gerne schicken wir Ihnen unser Programmleporello zu, mailen Sie uns dazu einfach Ihre Adresse an mail@lcb.de.

NEU: KARTEN ONLINE UND AN DER ABENDKASSE

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