Mittwoch
Juli
19.30h
18.07.2018

Berliners
Abdulkadir Musa, Rebecca Rukeyser, Mitja Vachedin, Liwaa Yazji und Érica Zingano

Begrüßung: Torsten Wöhlert, Staatssekretät für Kultur

Abdulkadir Musa © privat

Mitja Vachedin © privat

Yazij Liwaa © Florian Riemann

Érica Zingano © privat

Würde man eine Feldforschung über die Entwicklung der Berliner  Literaturszene der letzten 20 Jahre in Auftrag geben, dürfte vor  allem ein Phänomen ins Auge fallen: die Vielsprachigkeit ihrer  schreibenden, übersetzenden und vermittelnden Akteure. Projekte wie »writers@berlin« auf literaturport.de oder die PARATAXE-Symposien, die wir mit den »Stadtsprachen«-Kollegen veranstalten,  haben das Gelände kartografiert und dabei eine ganz erstaunliche  Vielgestaltigkeit beschrieben. Zum hiesigen literarischen Ökosystem gehören eine polnische Buchhandlung, russische Magazine,  englische Lesereihen, hebräisch-arabische Autorenzirkel genauso wie ein mazedonischer Verlag oder die Schreibwerkstätten einer  argentinischen Autorin. Kein Wunder also, dass auf die erste Stipendienausschreibung des Berliner Senats, die sich ausschließlich an  fremdsprachige Berliner Autorinnen und Autoren richtete, etwa 250  Bewerbungen eingingen. Die Jury zeichnete den kurdischen Lyriker Abdulkadir Musa, die amerikanische Autorin Rebecca Rukeyser, den  russischen Erzähler Mitja Vachedin, die syrische Filmemacherin  und Lyrikerin Liwaa Yazji, die brasilianische Dichterin und Künstlerin Érica Zingano sowie die amerikanische Autorin und Übersetzerin  Amanda DeMarco mit einem Jahresstipendium aus. Die fünf  Erstgenannten folgen unserer Einladung, lesen aus ihren aktuellen Projekten – im Original, aber auch in deutscher Übersetzung – und gehen in Gesprächen mit Übersetzern und Juroren den literarischen  Produktivkräften dieser Stadt nach.

Eintritt frei

Donnerstag
Juli
19.30h
19.07.2018

Vom Verschwinden bedroht. Im Gedicht gerettet?
Mikael Vogel und Hendrik Jackson in Lesung und Gespräch

Moderation: Katharina Schultens

Mikael Vogel © Hans Praefke, Verlagshaus Berlin

Hendrik Jackson © Kookbooks

Seine im Band »Dodos auf der Flucht. Requiem für ein verlorenes Bestiarium« (Verlagshaus Berlin, 2018) versammelten Gedichte widmet Mikael Vogel ausgestorbenen Tierarten. Mit humorvoller Zuneigung erschafft er eine literarische Enzyklopädie verschwundener und vom Verschwinden bedrohter Tierarten. Im Nachruf auf Dodos, Hokkaido-Wölfe und Hasenkängurus lässt Vogel sie aus Knochen und Texten kurz wieder aufleben, bis sie erneut im Strom der Zeit verschwinden. Zugleich wird dabei die Ironie der Evolution sichtbar und mit jedem Gedicht wird es schwieriger, die Frage „War es die Natur – oder ist es unsere Schuld?“ zu ignorieren. In seinem Gedichtband »Panikraum« (kookbooks, 2018) schafft Hendrik Jackson einen poetischen Raum, den er mit Panik vor der Zusammenhanglosigkeit, vor der nicht zu erfassenden Unendlichkeit, vor dem eigenen Verschwinden füllt. In dieser Panik findet der Autor einen Impuls für das Schreiben, bleibt sich aber der Gewalt der Texte durchaus bewusst. Der Angst verleiht er einen sprachlich präzisen und schmerzvoll ehrlichen Ausdruck und fragt: Welche Rolle spielt die Poesie angesichts der unausweichlichen Tatsache, dass alles – und jede und jeder von uns – verschwinden wird? Wie geht sie damit um, kann sie aus dem Verlust etwas gewinnen, etwas schaffen? Den Abend moderiert die Dichterin Katharina Schultens, von der zuletzt der Band »untoter schwan« erschien (kookbooks, 2017).

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Dienstag
Juli
19.30h
24.07.2018

Studio LCB
Triebkräfte des Unglücks
Lesung: Karl-Heinz Ott

Im Gespräch: Anna-Katharina Hahn und Joachim Kalka
Moderation: Maike Albath

Karl-Heinz Ott © Peter-Andreas Hassiepen

Was macht eigentlich den Charakter enger Beziehungen aus: Liebe oder doch eher Hass? Karl-Heinz Ott versteht sich auf die Abgründe von Ehen und Familien und erforscht mit kühlem Blick und abgründiger Komik das Leben in all seinen makabren Ausformungen. In seinem neuen Roman »Und jeden Morgen das Meer« (Hanser Verlag, 2018) muss Sonja nach dreißig Jahren als Chefin eines Hotels am Bodensee mit dem ungeklärten Tod ihres Mannes zurechtkommen. War es Selbstmord? Das etablierte Feinschmeckerlokal entpuppt sich jedenfalls als Schuldenberg – ihr Schwager springt in die Bresche, aber nur, wenn Sonja verschwindet. Sie landet in Wales. Öde Landschaft, Wind und Regen, zugige Häuser und schlechtes Essen. Doch das allgemeine Grau entwickelt ungeahnte Qualitäten. Karl-Heinz Ott, geboren 1957, ist Romancier, Dramatiker und Musikwissenschaftler, er übersetzt aus dem Französischen und hat sich in seinen Werken ebenso mit Georg Friedrich Händel wie mit Jean-Jacques Rousseau beschäftigt. An diesem Abend wird er mit der Stuttgarter Schriftstellerin Anna-Katharina Hahn und dem Essayisten Joachim Kalka über den deutschen Südwesten und die Triebkräfte des Unglücks diskutieren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 28. Juli 2018, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendlasse

DLF

Donnerstag
Juli
19.30h
26.07.2018

Das Helvetische Fest
Mit Lesungen von Martina Clavadetscher, Marina Skalova, Gianna Molinari und Alain Claude Sulzer

Musik von Blackburg alias Aurora Pajón Fernández (Quer- & Bassflöte), Emile Van Helleputte (Kontrabass) und Ramon Bischoff (Mischpult & Elektronik)

Martina Clavadetscher © Ingo Höhn

Marina Skalova © Sophie Kandaouroff

Gianna Molinari © Christoph Oeschger

Alain Claude Sulzer © Gunter Glücklich

Gleich drei unserer Hausgäste im Juli kommen aus der Schweiz und werden uns beim diesjährigen Helvetischen Fest beehren; außerdem liest Alain Claude Sulzer, der bereits 1983 bei uns am Wannsee residierte. Martina Clavadetscher schreibt Prosa und Bühnenstücke, mit ihrem zweiten Roman »Knochenlieder« war sie 2017 für den Schweizer Buchpreis nominiert.

Die Lyrikerin Marina Skalova wurde 1988 in Moskau geboren und schreibt auf Französisch und Deutsch; 2016 erschien ihr zweisprachiger Gedichtband »Atemnot« (souffle court). Gianna Molinari war 2012 Teilnehmerin unserer Autorenwerkstatt Prosa, sie ist Mitgründerin der Kunstaktionsgruppe »Literatur für das, was passiert«, soeben ist ihr Romandebüt »Hier ist noch alles möglich« bei Aufbau erschienen. Alain Claude Sulzer veröffentlichte zahlreiche vielfach ausgezeichnete Romane, heute liest er aus seinem autobiographischen Band »Die Jugend ist ein fremdes Land« (Galiani, 2017). Den musikalischen Rahmen des Abends setzt die dreiköpfige Combo »Blackburg« mit Improvisationen über Studioaufnahmen und nachträglichen Arrangements, dabei greift sie auf verschiedene musikalische Stile wie Klassik, Jazz und Elektro zurück. Der Abend klingt wie stets mit einer Einladung der Schweizerischen Botschaft zu Wein und Käse aus. Mit freundlicher Unterstützung durch die Kulturstiftung Pro Helvetia und die Schweizerische Botschaft.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Mittwoch
August
19.30 h
01.08.2018

Queer*East

Ein Festival mit Literatur, Musik und Performance aus Mittel-, Ost- und Südosteuropa
Eröffnungsrede am 1.8., 19.30 h: Murathan Mungan

Donnerstag
August
10.30 h Freitag
August
13.00 h
02.08.2018 03.08.2018 Qeer*East

»We have to shout: “Pink!” or “Rainbow!” only to be noticed and to slowly muscle in to get an equal position. In which the pink should become natural, neutral, transparent. As it is.« (Jacek Dehnel: Transparent Pink, Statement for Queer*East*Festival).

What does leading a queer life mean in Poland, Bosnia or Russia today? Where and how, between the internet and government censorship, does this life take place? How has art that addresses gay issues evolved in Central and Eastern European countries in the recent past? Is there such a thing as “queer literature“ in the first place – and what might it look like? And do art and literature have a special responsibility when authoritarian power seeks to marginalize “other” identities? Queer Writing from Central and Eastern Europe shall be the main focus of our festival, Queer*East. The LCB has invited writers and artists from 15 countries to Berlin, to discuss literature in its societal context and significance. Brief statements have been collected in a booklet – and we are all invited to share experiences, hopes and strategies: three summer days with discussions, readings, music, and performances at the Wannsee.

 Was bedeutet es heute, in Polen, Bosnien oder Russland ein queeres Leben zu führen? Wo und wie gestaltet sich dieses Leben im Spannungsfeld von Internet und Zensur? Wie hat sich Kunst, die sich mit Homo-Themen beschäftigt, in den Ländern Mittel- und Osteuropas in den letzten Jahren entwickelt? Gibt es überhaupt so etwas wie queere Literatur – und wie sähe die aus? Und wenn autoritäre Macht „andere“ Lebensformen an den Rand der Gesellschaft drängen will: Haben Kunst und Literatur dann eine besondere Verantwortung und Aufgabe? Queeres Schreiben in Mittel-, Ost- und Südosteuropa steht im Zentrum unseres Queer*East-Festivals. Das LCB hat Schriftsteller*innen und andere Künstler*innen aus 15 Ländern nach Berlin eingeladen, um über Literatur, ihre gesellschaftliche Bedingtheit und Bedeutung zu diskutieren. Kurze Statements unserer Gäste sind in einem Festival-Reader versammelt -- wir alle sind eingeladen, Erfahrungen, Hoffnungen und Strategien auszutauschen. Drei Sommertage mit Diskussionen, Lesungen, Musik und Performances am Wannsee.

 // August 1st //
19.30h Opening // Introduction Flourish / Eröffnungstusch by Friederike Jäger // Opening speech by Murathan Mungan HayranLarı // Music & performance with Friederike Jäger und Johannes von Dassel // Food and drinks

Entrance free!

// August 2nd //
10.30h Introduction // 11h Panel 1: A look at the conditions of queer writing, publishing and reception // 14.30h Panel 2: Literature and activism: the place of queer writing in society // 17h performance with Misha Badasyan und Abdulsalam Ajaj // 19.30h readings, short films & The Real Housewives Of Neukölln

8/5 Euros

// August 3rd //
13h lunch & swim // 14.30h Panel 3: The gay cangaroo: queer topics in children´s and young adult literature // 16h coffee & performance // 16.30h Panel 4: The traditions, influences and role models of queer writing // 19.30h readings and performances // 21h concert Damir Imamovic // 22h Dancefloor LCB with Justin Case & Open Mike (pEt sHOp bEARs)

8/5 Euros

Festival Ticket: 12/10 Euros
Tickets online or at the box office

with: Abdulsalam Ajaj, Cennet Alkan, Zsófia Bán, Mischa Badasyan, Jürgen Bauer, Nikolaj Bojkov, Lavinia Braniște, Traude Bührmann, Ebru Nihan Celkan, Johannes von Dassel, Neringa Dangvydė, Jacek Dehnel, Larysa Denysenko, Marie Feryna, Karen-Susan Fessel, Samanta Gorzelniak, Manny de Guerre, Patricia Hempel, Fabian Hischmann, Kristina Hočevar, Ulrich Hub, Damir Imamovic, Uladzislaŭ Ivanoŭ, Friederike Jäger, Lejla Kalamujic, Sergej Khasov-Kassia, Johannes Kram, Bojan Krivokapić, Gabriele Leupold, Kristof Magnusson, Murathan Mungan, Maxi Obexer, Leonie Ott, Dino Pesut, Katharina Raabe, Karol Radziszewski, Adi Schiop, Natalka Sniadanko, Gulya Sultanowa, Angela Steidele, The Real Housewives Of Neukölln and Karlis Verdins

Ein Projekt des LCB in Kooperation mit Christiane Bauermeister, Traduki, Quarteera, Hannchen Mehrzweck Stiftung, Siegessäule, Auswärtiges Amt

Mittwoch
August
19.30h
08.08.2018

Außer sich
Romane in der Rotunde

Lesung: Sasha Marianna Salzmann
Moderation: Lann Hornscheidt

Sasha Marianna Salzmann © Heike Steinweg

Am heutigen Romanabend in unserer Rotunde folgen wir der Protagonistin Alissa in Sasha Marianna Salzmanns Romandebüt »Außer sich« (Suhrkamp, 2018) von Moskau in die westdeutsche Provinz, nach Berlin und weiter nach Istanbul. Auf der Suche nach ihrem verschwundenen Zwillingsbruder Anton entdeckt Alissa die unterschiedlichen Puzzleteile ihrer Familiengeschichte: „Ali hatte keine Ahnung, ob jemand auf sie warten würde, sie hoffte es, aber sie wusste es nicht. Sie lag auf dem Boden und schlug mit Wimpern wie eine Fliege mit ihren Flügeln.“ Lann Hornscheidt  veröffentlichte vor kurzem das Buch »Zu Lieben« (Verlag w_orten & meer, 2018), einen Doppelband, der das Thema Lieben sowohl politisch-aktivistisch als auch analytisch beleuchtet. Sasha Marianna Salzmann und Lann Hornscheidt sprechen über ihre Bücher und über Lieben als politisches Handeln zwischen Kapitalismus, Postkolonialismus und Feminismus. Bei Regen findet die Veranstaltung im Haus statt.

Eintritt 8 € / 5 €

Dienstag
August
19.30h
14.08.2018

Hausgäste

Orsolya Bencsik, Peter Závada und Agnieszka Wolny-Hamkało
in Lesung und Gespräch

Orsolya Bencsik © privat

Peter Závada © privat

Agnieszka Wolny-Hamkało © privat

An diesem Abend lesen drei unserer derzeitigen Hausgäste aus ihren Texten und sprechen über aktuelle Projekte. Orsolya Bencsik aus Serbien erhielt für ihren jüngsten Roman »Több élet« (»Mehr Leben«) das Péter Horváth Stipendium und unterrichtet Kreatives Schreiben an der Universität Szeged, beschäftigt sich darüber hinaus mit Stadtliteratur und Minderheitentheorien. Der ungarische Dichter Peter Závada stand bereits als Jugendlicher mit seiner Rap- und Slam-Formation »Söhne des Anbeginns« auf der Bühne, was sich auch in der Sprache seiner Gedichte wiedererkennen lässt. Agnieszka Wolny-Hamkało ist Dichterin und veröffentlichte als Journalistin u. a. in der polnischen Tageszeitung »Gazeta Wyborcza«. Derzeit arbeitet sie an einem neuen Gedichtband über Berlin.

Eintritt frei

Mittwoch
August
19.30h
15.08.2018

Wärmefragen
Studio LCB mit Sylvia Geist und Martina Hefter

Gesprächspartner: Nico Bleutge
Moderation: Tobias Lehmkuhl

Sylvia Geist © gezett

Martina Hefter © Jan Löser

Die Lyrik hat das Erhabene längst hinter sich gelassen. Bis in die Profanität eines Pflegeheims war sie bislang jedoch nicht vorgedrungen. Dass aber auch in einem Pflegeheim nicht alles ist, wie es scheint, dass hier kleine Teufel hausen, Katzen Wärme verbreiten und sogar Fernseher „gewisse Kräfte“ besitzen, zeigt nun Martina Hefter in »Es könnte auch schön werden« (kookbooks, 2018). Hefters sehr unmittelbare „Sprechtexte“ sind dabei anders gelagert als Sylvia Geists sich durch „geschickt kalkulierte Künstlichkeit“ (Nico Bleutge) auszeichnende Gedichte. Aber auch in Geists neuem Band »Fremde Felle« (Hanser Berlin, 2018) geht es um Wärmefragen, um „Wärmewaben“ – darum, wie die Einzelne im Einbettzimmer oder auch durch den Hornissenstich eines Gedichts der existentiellen Kälte entgeht.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. August 2018, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €

DLF

Donnerstag
August
19.30h
23.08.2018

Wie hoch die Wasser steigen
Romane in der Rotunde

Lesung: Anja Kampmann
Moderation: Tobias Lehmkuhl

Anja Kampmann © Juliane Henrich

Weit weg vom Festland – und von der eigenen Vergangenheit – leben Waclaw und Matyás auf einer Ölplattform inmitten des Ozeans. Jeder Tag gleicht dem anderen und die einzige Abwechslung von schwerer physischer Arbeit und trostloser Isolation sind kurze, im Drogen- und Spielrausch verbrachte Festlandsurlaube. Als Matyás in einer stürmischen Nacht von der Bohrinsel verschwindet, erlebt Waclaw einen Bruch. Erschüttert durch den Verlust seines Freundes, erschöpft durch die harte Arbeit und irritiert durch die Gleichgültigkeit anderer Arbeiter kehrt er zurück an Land und begibt sich auf die Suche nach den Leben, die er und sein verschollener Kollege dort zurücklassen mussten. Anja Kampmanns für den Preis der Leipziger Buchmesse nominierter Debütroman »Wie hoch die Wasser steigen« (Hanser, 2018) kann als Kritik unterdrückender Diskurse gelesen werden, da ihre Figuren an den Schnittstellen dieser Diskurse stehen. Eine Systemkritik steht aber nicht im Fokus des Romans, sondern die Menschen selbst. Kampmann erschafft einen Raum für die sinnlichen Eindrücke ihrer Figuren, ihre Gefühle, Sehnsüchte und Erinnerungen. Einen Einblick in diesen Raum gewährt uns die Autorin am Ufer des Großen Wannsees im Gespräch mit dem Literaturkritiker Tobias Lehmkuhl. Bei Regen findet die Veranstaltung im Haus statt.

Eintritt 8 € / 5 €

Samstag
August
14h
25.08.2018

LCB-Sommerfest der Verlage Kiepenheuer & Witsch / Galiani Berlin

2018 feiert das LCB den Sommer und die Literatur mit den Verlagen Kiepenheuer & Witsch / Galiani Berlin und seinen Autorinnen und Autoren am Wannsee!

 

LCB-Sommerfest der Verlage Kiepenheuer & Witsch / Galiani Berlin

Programm

14.30 h
Begrüßung: Helge Malchow & Wolfgang Hörner (Terrasse)
14.30 - 17 h
Kinderprogramm
15 h
Michael Kleeberg bittet auf den Diwan, Moderation: Wolfgang Hörner (Terrasse)
Dinah Marte Golch holt die fehlende Stunde wieder rein, Moderation: Christian Neidhart (Zelt)
15.30 h
Thomas Raab lässt Frau Huber von der Leine, Moderation: Kerstin Gleba (Rotunde)
Peter Littger ist Lost in Trainstation, Moderation: Stephanie Kratz (Zelt)
16 h
Karen Duve kurzer Sommer mit der Droste, Moderation: Esther Kormann (Terrasse)
Anne Chaplet lässt die Cevennen brennen, Moderation: Gaby Callenberg (Zelt)
16.30 h
Verena Roßbacher ist Diener im Hause Hobbs, Moderation: Mona Leitner (Rotunde)
Die ganze Wahrheit über Karl (May), erfunden von Philipp Schwenke, Moderation: Martin Breitfeld (Zelt)
17 h
Maxim Biller öffnet die sechs Koffer einer Familie auf der Flucht, Moderation: Jörg Thadeusz (Terrasse)
Ulrich Blumenbach, David Foster Wallace und der Spaß an der Sache, Moderation: Helga Frese-Resch (Zelt)
17.30 h
Vladimir Sorokin & Andreas Tretner schmeißen Bücher auf den Grill, Moderation: Kerstin Gleba (Rotunde)
Lenz Koppelstätter lässt sich vom Nebel nicht schrecken, Moderation: Stephan Wirges (Zelt)
18 h
Michael Kumpfmüller schickt zwei Stadtneurotiker auf Spontanurlaub, Moderation: Jan Valk (Terrasse)
Bittere Schokolade für Luxemburg mit Tom Hillenbrand, Moderation: Martin Breitfeld (Zelt)
18.30 h
Anne Gesthuysen fragt: Wie viel Ehe verträgt ein erfülltes Leben? Moderation: Sandra Heinrici (Rotunde)
Tijan Sila hisst die Fahne der Wünsche, Moderation: Mona Leitner (Zelt)
19 h
Integration gelingt und in Deutschland gab es nie eine bessere Zeit als jetzt, sagt Aladin El-Mafaalani, Moderation: Helga Frese-Resch (Terrasse)
Jakob Hein geht mit Leutnant Stern auf Orient-Mission, Moderation: Esther Kormann (Zelt)
19.30 h
Mit Burghart Klaußner durch die Stadt, bevor es dunkelt, Moderation: Jörg Thadeusz (Rotunde)
Kerstin Hämke liest selten allein, Moderation: Sabine Glitza (Zelt)
20 h
Adriana Altaras und eine jüdische Souffleuse auf abenteuerlicher Reise, Moderation: Sandra Heinrici (Terrasse)
20.30 h
Sven Regener trägt das alte Kreuzberg an den Wannsee, Moderation: Helge Malchow (Rotunde)
Volker Kutscher taucht ein ins Babylon Berlin, Moderation: Martin Breitfeld (Zelt)
21 h
High Fidelity – die KiWi-Playlist
22 h
Für heute genug gelesen: Die Party mit DJ Sascha Moser
Dienstag
August
19.30h
28.08.2018

Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt
Romane in der Rotunde

Lesung: Peter Stamm
Moderation: Judith Kuckart

Peter Stamm © Anita Affentranger

Wenn man so etwas wie eine Poetik für Peter Stamms Romane benennen müsste, dann wäre es die sprachlich ausgearbeitete Überblendung von Erzählen, Erinnern und Erfinden: Sein gefeiertes Debüt »Agnes« (1998) und der zuletzt erschienene Roman »Weit über das Land« (2016) vollziehen diese Verschränkung subtil; langsam schreibt sich der Text in einen Realismus hinein, in dem das Erzählte zum Erlebten wird, obwohl es vielleicht erfunden ist. In seinem neuesten Buch »Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt« (S. Fischer, 2018) ist dieses Prinzip Programm. Christoph, ein Schriftsteller mittleren Alters, erzählt der jungen Frau Lena die Geschichte seiner Liebe, über die er ein Buch geschrieben hat. Die Lebenssituation von Lena und ihrem Freund ist seinem erinnerten Leben zum Verwechseln ähnlich, so dass Christophs Erfahrungen zugleich Prophezeiungen für Lenas weiteren Lebenslauf sind. In gewohnt klarer und poetisch reduzierter Sprache entfaltet Peter Stamm das Erzählspiel einer Begegnung, die Distanz und Nähe zueinander und zur eigenen Identität vereint. Peter Stamm liest an diesem vierten und letzten Abend in der Reihe »Romane in der Rotunde« aus seinem Roman und unterhält sich mit der Autoren-Kollegin Judith Kuckart.

Eintritt 8 € / 5 €

Donnerstag
August
19.30h
30.08.2018

Messias
Buchpremiere

Andreas Martin Widmann
Moderation: Hanna Lemke

Andreas Widmann © Simone Schröder

Im Herbst 2013 stellte Andreas Martin Widmann erste Auszüge eines neuen Manuskripts in unserer Autorenwerkstatt Das zweite Buch vor – nun erscheint der Roman unter dem Titel „Messias“ bei Rowohlt. Das Buch erzählt von einer auseinanderdriftenden Familie und von überraschenden neuen Verbindungen, die aus dieser Bewegung entstehen. Andreas Martin Widmann erwies sich schon in seinem mehrfach ausgezeichneten Debüt „Die Glücksparade“ als hellsichtiger Beobachter mit klarem Blick für die gesellschaftlichen Zusammenhänge. Deren Hineinwirken in unsere privatesten Beziehungen beschreibt er auch in seinem neuen Roman: Paul Helmer pendelt zwischen dem Werbe-Business in London und einem deutschen Vorort am Taunus, wo seine Frau Inge und die erwachsene Tochter Judith leben. Judith steckt in Schwierigkeiten, die mit Geld, vielleicht aber auch mit einer größeren Schuld zu tun haben. Am Ende des Sommers ist sie aus einer dänischen Kommune zurück ins Haus der Eltern geflohen. Eine Sehnsucht treibt alle in der Familie um; auf verschiedenen Wegen suchen sie Erlösung. Doch wo wäre die zu finden? Über die Arbeit an seinem Roman unterhält sich Andreas Martin Widmann mit seiner Schriftsteller-Kollegin Hanna Lemke, die ebenfalls an der Autorenwerkstatt 2013 teilnahm.

Eintritt 8 € / 5 €

Freitag
August
19.30h
31.08.2018

Auf Wiedervorlage: Carl Zuckmayers »Der fröhliche Weinberg«
Diskursive Weinprobe mit Monika Rinck, Kenan Khadaj, Armin Langer, Susanne Bredehöft

Musikalische Volksliedinterventionen: »Syriaropean Weintraub Syncopators« (Neue Nachbarschaft Moabit)
Musikalische Leitung: stefanpaul

Monika Rinck © Gene Glover

Kenan Khadaj © Ramy Al-asheq

Armin Langer © Cornelis Voogdt

Susanne Bredehöft © Janine Guldener

Zur kollektiven Einstimmung auf die Inszenierung »Der fröhliche Weinberg« am Literarischen Colloquium Berlin werden in dieser Probestunde die geheimen Weinvorräte aus dem Keller geholt! Gemeinsam offenbaren uns die Dichterin Monika Rinck, der Autor Kenan Khadaj, der Aktivist Armin Langer sowie die Schauspielerin Susanne Bredehöft die Verbindungen von Theater und Sucht, Kunst und Exzess, Lyrik und Durst, Geselligkeit und Gesellschaft, Dialekt und Dialektik und geben einen Einblick in die Probenarbeit. Wie trinkt man Ideologen unter den Tisch? Was braucht es, um gegenwärtig ein authentisches Schunkeln anstimmen zu können? Wie begegnet man dem Antisemitismus im zweiten Akt dieses meist gespielten Stücks der Weimarer Republik? Welche Trinkrituale kennen die Kulturen des Nahen Ostens? Warum singt man bis heute die Volkslieder von Eduard Zuckmayer in der Türkei? Und ist Deutschland immer noch das Paradies der Trinker? All diese Fragen gilt es vor dem großen Spektakel am 7., 8. und 9. September zu klären. Also Augen, Münder und Ohren auf! Denn heut gemma abba gar net mehr haam!

Eintritt 8 € / 5 €

Freitag
September
18 h
07.09.2018

Der fröhliche Weinberg

Eine Volksauktion am Wannsee
nach Carl Zuckmayers gleichnamigem Lustspiel

Samstag
September
18 h Sonntag
September
18 h
08.09.2018 09.09.2018 Der fröhliche Weinberg. Eine Volksauktion am Wannsee am 7., 8. & 9. September 2018

Des Volkes Stimme ist auch eine Stimme!

Mit drei Uraufführungen in Serie verwandelt sich der Garten der Wannsee-Villa des Literarischen Colloquiums Berlin in Carl Zuckmayers „Fröhlichen Weinberg“! Was es dort zu sehen gibt? Boulevard, Volkstheater & Anarchie! Ein amouröses Bacchanal mit Lachgarantie! Eine Familien-Saga mit Kindern und Schweinen, Weltkriegsveteranen, Karnevalisten, Juden, Syrern, echten ausgestorbenen Deutschen und Berlins beiden ältesten musikalischen Institutionen! Eine rheinische Kirmes mit Weinköniginnen, Chören, Segelbooten, einer Blaskapelle und vielen rollenden Fässern! Mit dem Dritten sieht man besser: Denn jede der drei Aufführungen wird unterschiedlich sein! Anwesend sind Schauspielgrößen aus Gegenwart, Zukunft und Tatort! Anwesend sind bedeutende Autorinnen und Autoren wie Monika Rinck und Kenan Khadaj, die sich gemeinsam mit Ihnen gepflegt betrinken und alles für die Folge des nächsten Tages umschreiben! Versteigert werden sämtliche literarischen Bestände aus dem Weinkeller des Hauses! Und am Ende vielleicht auch ein Seegrundstück in Prachtlage! Packen Sie Ihr Probierglas ein - und nix wie raus zum Wannsee!

weitere Infos hier »

Eintritt: 15 Euro
Tickets online für 07.09.2018
Tickets online für 08.09.2018
Tickets online für 09.09.2018
oder an der Abendkasse


 

Programmleporello

Gerne schicken wir Ihnen unser Programmleporello zu, mailen Sie uns dazu einfach Ihre Adresse an mail@lcb.de.

NEU: KARTEN ONLINE UND AN DER ABENDKASSE

Ab sofort:
Vor und nach jeder Veranstaltung
kleine Speisen von
AL DENTE Catering

Ausstellung

»Was uns verbindet« | Mila Teshaieva | Ausstellung: 31. Mai bis 25. August 2018

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