Montag
Januar
19.30 h
21.01.2019

Erinnerung und Toleranz
Studio LCB: Aleida und Jan Assmann

Gesprächspartner: Paul Nolte
Moderation: Katharina Teutsch

 Aleida & Jan Assmann © Tobias Bohm

Die Friedenspreisträger des Jahres 2018 Jan und Aleida Assmann werden zu Gast sein im Studio LCB. Die Verbrechen der Nationalsozialisten, so formulierte Aleida Assmann es einmal, seien als „negativer Maßstab“ zu begreifen, an dem sich die politische Kultur der BRD messen lassen müsse. Und sie ließ sich daran messen: Institutionen der Erinnerungspflege wurden geschaffen, Museen, Archive und Gedenktage. Kulturen seien so etwas wie „Versicherungssysteme gegen das allgemeine und unaufhaltsame Vergessen“. Die aktuelle Entwicklung des politischen Diskurses scheint Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass dies immer so bleiben könnte. Nichts im Werk der Anglistin und des Ägyptologen wirkte je abstrakt, obwohl es das sowohl in der Theoriebildung (Erinnerungskultur) als auch in der Spezialisierung (Monotheismus) durchaus war. Im Gespräch mit dem Berliner Historiker Paul Nolte und der Moderatorin Katharina Teutsch werden sich die Themen und Motive dieses beeindruckenden, zweistimmigen Lebenswerks entfalten.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 26. Januar 2019, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online. Restkarten an der Abendkasse verfügbar.

Dienstag
Januar
19.30 h
22.01.2019

Gott der Linguist lehrt uns atmen
Ein Lyrik- und Hörspielabend zu Ivan Blatný

Gäste: Jan Faktor, Annette Simon, Christine Nagel
Moderation: Marie Luise Knott

Ivan Blatný

Der tschechische Lyriker Ivan Blatný (1919 – 1990) galt viele Jahre als verschollen. Nach seiner Abkehr vom Kommunismus wurde er zur persona non grata erklärt, entwickelte paranoide Ängste und suchte Schutz hinter den Mauern einer englischen Psychiatrie. Nach der Veröffentlichung mehrerer Lyrikbände vor seinen Klinikaufenthalten folgte ein literarisches Schweigen von fast 20 Jahren. Bis eine Krankenschwester beginnt, seine auf Papierfetzen notierten Gedanken zu sammeln und an einen tschechischen Verlag in Toronto zu schicken… In ihrem Hörspiel »Blatnýs Kopf oder: Gott der Linguist lehrt uns atmen« (Erstausstrahlung am 09.03.2018 im rbb; ausgezeichnet mit dem 3. Preis beim International Radio Drama Festival Grand Prix Nova 2018) widmet sich die Hörspielautorin Christine Nagel der außergewöhnlichen Lebensgeschichte dieses tschechischen Dichters. Für die erstmals in deutscher Sprache erschienene Lyriksammlung »Hilfsschule Bixley« (Edition Korrespondenzen, 2018) wählten der Autor und Übersetzer Jan Faktor und die Psychoanalytikerin und Übersetzerin Annette Simon 162 Gedichte aus, die einen Einblick in die bemerkenswerte Experimentierfreudigkeit und den sprachlichen Facettenreichtum von Blatnýs Schaffen geben. Im Gespräch mit Marie Luise Knott, ebenfalls Autorin und Übersetzerin, werden die drei Gäste den beinahe vergessenen Lyriker würdigen, Gedichte lesen und Hörspiel-Ausschnitte zu Gehör bringen. Eine gemeinsame Veranstaltung des LCB und der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des Förderprogramms Grenzgänger.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Mittwoch
Januar
19.30 h
23.01.2019

Schlaglichter N°1
Autoritäre Persönlichkeit heute: Vom Hass auf Differenz zum Identitätszwang

Vortrag: Karin Stögner
Im Gespräch: Koschka Linkerhand

Außer Haus: diffrakt. zentrum für theoretische peripherie, Crellestraße 22, Schöneberg (Hinterhaus)

 Karin Stögner © privat

 Koschka Linkerhand © Marina Weissenborn

Zum neuen Jahr starten wir eine neue Reihe in Kooperation mit dem ausland: Die »Schlaglichter. Positionen und Debatten zur Gegenwart« beleuchten diskursiv akute (gesellschafts-)politische und ökonomische Herausforderungen. Eine Autor*in aus Wissenschaft und Publizistik eröffnet mit ihrem Vortrag die Abende und diskutiert mit dem eingeladenen Gesprächsgast und dem Publikum. Zum Auftakt spricht Karin Stögner, derzeit Gastprofessorin für kritische Gesellschaftstheorie in Frankfurt, zur Aktualität des Konzepts vom autoritären Charakter, wie es die Frankfurter Schule entwickelt hat: Warum sind Ressentiments und Ideologien wie Nationalismus, Antisemitismus und Antifeminismus durch allen sozialen Wandel hindurch nach wie vor wirksam? Darüber spricht sie mit Koschka Linkerhand, die 2018 den Band »Feministisch streiten« (Querverlag) und den Roman »Die Irrfahrten der Anne Bonnie« (Querverlag) veröffentlichte.

Programm: Schlaglichter. Positionen und Debatten zur Gegenwart

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

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Sonntag
Januar
17 h
27.01.2019

Der Puls – Olga Bergholz, Leningrad, Sankt Petersburg und die Blockade.
Radioskizze und Live-Set

Mit Masha Era, Marie Chartron und Anouschka Trocker

Außer Haus: Galerie Kabinett 25, Wrangelstr. 25, Kreuzberg

Heldenstadt Leningrad (c) privat

Für das Radiostück »Der Puls« machten sich Anouschka Trocker und Marie Chartron 2018 auf den Weg nach Sankt Petersburg. Am 27. Januar 2019, an dem sich das Ende der Leningrader Blockade zum 75. Mal jährt, erinnern sie in der Galerie Kabinett 25 mit der Präsentation ihrer Recherchen an die Dichterin Olga Bergholz, die während der Blockade fast täglich im Radio Gedichte las und zur eingekesselten Bevölkerung sprach. Hatte sie dazu keine Kraft mehr, stellte sie als Zeichen ihrer Anwesenheit ein Metronom vor das Mikrofon. Die Präsentation der Radioskizze – Interviews und Sounds, die die Autorinnen während der Recherchereise aufgenommen haben – geht über in ein Live-Set der Petersburger Musikerin Masha Era. Bei Wein und Vodka sind die Gäste anschließend zum Gespräch über das Hörstück eingeladen, das gerade entsteht. Die Veranstaltung wird aus Mitteln des Förderprogramms Grenzgänger der Robert Bosch Stiftung und des LCB unterstützt.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

Montag
Januar
19.30 h
28.01.2019

Wohin will der Text? Intuition und Kalkül beim Übersetzen.

Öffentliches Abschlussseminar mit Gabriele Leupold und Studierenden der FU Berlin

 Gabriele Leupold © Tobias Bohm

Wer übersetzt, muss vor allem lesen können – und die eigene Sprache in möglichst vielen Facetten beherrschen. Im Seminar der August-Wilhelm-von-Schlegel-Gastprofessorin Gabriele Leupold ging es exemplarisch um Überlegungen und Arbeitsschritte, die das Übertragen anspruchsvoller Texte nahelegt. Schwerpunkte der Betrachtung waren die Übersetzung als „Aufführung“ eines fremden Textes, die sprachlichen Mittel des Deutschen und die sinngenerierende Bedeutung der Form. Analyse und Vergleich von deutschen Originaltexten und von Übersetzungen (aus dem Deutschen in diverse Sprachen und umgekehrt) waren ebenso Gegenstand wie eigene Übersetzungsproben der Studierenden und das experimentelle Um- und Fortschreiben ausgewählter Originalwerke. In der öffentlichen Abschlussveranstaltung werden wir unterschiedliche Varianten einer Übersetzung präsentieren und darüber diskutieren. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Übersetzerfonds und dem Peter-Szondi-Institut der Freien Universität Berlin.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

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Dienstag
Januar
19.30 h
29.01.2019

Autorinnen und Autoren vor Mikrofon und Kamera.
Ein historischer Streifzug

Mit Hans-Christian Herrmann, Reinhart Meyer-Kalkus und Harun Maye

 Thomas Kling, Studio LCB, Juni 1992 © Renate von Mangoldt

Rainald Goetz, Klagenfurt 1983

Autorenlesungen, also Lesungen vor anonymem, Eintrittsgeld zahlendem Publikum, gibt es seit Ende des 19. Jahrhunderts. Seitdem wurden Dichterstimmen auf Phonogrammwalzen und später auf Grammophon-Sprechschallplatten aufgenommen und vertrieben. Auch im Radio waren sie zu hören. Thomas Mann war der erste Autor, der sich im Jahr 1929 einer audiovisuellen Aufnahme stellte. Breitenwirkung erlangten solche Aufnahmen freilich erst durch das Fernsehen seit den 1950er Jahren. An einigen prominenten Beispielen (Gottfried Benn, Ingeborg Bachmann, Ernst Jandl, Rainald Goetz und Thomas Kling) sollen die vortrags- und mediengeschichtlichen Voraussetzungen solcher Lesungen im audiovisuellen Medium erörtert werden. Eingeleitet werden diese Beispiele durch kurze Rückblicke auf die Geschichte der Dichterlesung in Deutschland seit dem 18. Jahrhundert und auf die Mediengeschichte im 20. Jahrhundert.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Donnerstag
Januar
19.30 h
31.01.2019

Poesie-Casino am Wannsee

Daniela Seel präsentiert:
Farhad Showghi & Sandra Burkhardt
Martina Hefter & Andreas Töpfer
Christiane Heidrich & Sibylla Vricic Hausmann
Ulf Stolterfoht & Sean Bonney

Wenn sich am ersten Casino-Abend des neuen Jahres das Literaturroulette am Wannsee um Poesie dreht, öffnen wir Räume unserer Villa, die sonst verschlossen bleiben: An vier unterschiedlichen Orten zeigen Dichterinnen und Dichter ihre neuesten Arbeiten. Von Daniela Seel, der Kuratorin des Abends, erschien zuletzt bei kookbooks »was weißt du schon von prärie«. Ihr Plan für den heutigen Abend: „Niemand befiehlt und niemand gehorcht im zu Atem Kommen, geht Ich einer Wahrnehmung nach und über in Ornament, während von fern Hafiz und Petrarca grüßen ‒ bei Farhad Showghi (»Wolkenflug spielt Zerreißprobe «, kookbooks) und Sandra Burkhardt (»wer A sagt«, gutleut). Die Dichterin, Tänzerin und Performerin Martina Hefter (»Es könnte auch schön werden«, kookbooks) und der Zeichner und Buchkünstler Andreas Töpfer zeigen Skizzen von Teufeln, Engeln und anderen Geistern. In den Debüts von Christiane Heidrich (»Spliss«, kookbooks) und Sibylla Vričič Hausmann (»3 Falter«, poetenladen) treffen durchkreuzte Gesten auf Dreifaltigkeit, verbünden sich digital natives mit Maria Sibylla Merian. Bei Ulf Stolterfoht (»fachsprachen XXXVII‒XLV«, kookbooks) und Sean Bonney (»Ghosts«, Materials) schließlich leben wir nach dem Crash und das Gedicht geht auf die Straße. Die beiden stellen widerständige Texte vor und sprechen über ihre liebsten activist poets.“ Fühlen Sie sich eingeladen, sich treiben zu lassen und Ihren ganz eigenen Parcours durchs LCB zu gestalten!

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Save these dates 2019:

Freitag
Februar
22.02.2019

Hafenrevue – Déjà-vu!

Die Berliner Literaturszene zu Gast mit literarischen Programmen und Musik
Präsentiert von Literaturport.de

Präsentiert von Literaturport.de

Hafenrevue
Hafenrevue
Hafenrevue
Hafenrevue

Fotos © René Löffler

Die Berliner Literaturszene ist von außergewöhnlicher Vielfalt und trifft an allen Ecken und Enden der Stadt auf ein neugieriges Publikum. Es herrscht ein Klima der Experimentierfreude, in dem sich literarische Veranstaltungsformate und Initiativen stets neu erfinden. Zum nunmehr vierten Mal haben wir die Berliner Literaturveranstalter* innen eingeladen, an einer Hafenrevue mitzuwirken und zum Jahresbeginn zusammenzukommen. Durch den Abend führen Aurélie Maurin, Claudia Schütze und Thomas Böhm.

   

Schlaglichter

Positionen und Debatten zur Gegenwart

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In der Reihe »Schlaglichter« werden akute (gesellschafts-)politische und ökonomische Herausforderungen an unterschiedlichen Orten diskursiv beleuchtet. In Zusammenarbeit mit dem ausland.

Schlaglichter N°1
Karin Stögner, Koschka Linkerhand
Autoritäre Persönlichkeit heute

23. Januar 2019, 19.30h,
Ort: diffrakt. zentrum für theoretische peripherie

Schlaglichter N°2
Kenan Malik, Jacinta Nandi
The history and politics of white identity

5. März 2019, 19.30h, Ort: LCB

Schlaglichter N°3
Markus Wissen, Jens Beckmann
Automobile Subjektivität

20. März 2019, 19.30h, Ort: Vierte Welt

Schlaglichter N°4
Volker Weiß, Thorsten Mense
Die Neue Rechte und der Mainstream

18. April 2019, 19.30h, Ort: ausland

Schlaglichter N°5
Wolfgang Ullrich, Julia Hoffmann
Konsum als Arbeit

2. Mai 2019, 19.30h, Ort: LCB

Programm: Schlaglichter. Positionen und Debatten zur Gegenwart

Samstag
Juni
22.06.2019

Kleine Verlage am Großen Wannsee

 

»Kleine Verlage am Großen Wannsee« © Tobias Bohm

Samstag
August
31.08.2019

Sommerfest

Klett-Cotta & Tropen Verlag

»Sommerfest« © Tobias Bohm


 

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