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Quelle: https://www.lcb.de/home/index.htm

Donnerstag
Oktober
19.30h
18.10.2018

Der Kadaverräumer
Lesung: Zoltán Danyi und seine Übersetzerin Terézia Mora

Moderation: Jörg Plath

Zoltan Danyi © Tibor Weiner

Kleine Sprache – große Literatur: auf kaum eine Sprache dürfte dieser Slogan so zutreffen wie auf das Ungarische. Auch in der auf Nádas und Esterházy folgenden Generation stoßen wir auf eine erstaunlich vitale literarische Gestaltungskraft – so wie bei unserem Gastautor Zoltán Danyi, der in diesem Herbst mit dem Roman »Der Kadaverräumer« (Suhrkamp) erstmals in deutscher Übersetzung zu lesen ist. Der Erzähler des Romans ist im Garten einer Berliner Klinik gestrandet, als ihn die Musik eines Kusturica-Films einholt. Er bricht in Tränen aus, „vielleicht, weil sie an die Oberfläche brachte, wovor er gerne weggelaufen wäre, jene alles verwüstenden, alles ausbeinenden Jahre, die einfach kein Ende nehmen konnten oder wollten, die immer noch andauerten“. Wer ist dieser Erzähler, der in einem reißenden Redestrom zwischen den traumatischen Schauplätzen seines Lebens hin und her taumelt? Zoltán Danyi, 1972 geboren, gehört der ungarischen Minderheit in Serbien an und lebt heute als Rosenzüchter in Senta. Der Jugoslawienkrieg und sein Nachleben haben ihn nie losgelassen. Zwei Jahrzehnte lang scheiterte er an dem Versuch, eine monströse Realität, die ihn selbst fast verschlungen hätte, literarisch zu fassen. Eines Tages war der Ton da – ein Sound, der in Terézia Moras deutscher Übersetzung bezwingt. Jörg Plath führt das Gespräch mit dem Autor und der diesjährigen Büchner-Preisträgerin.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Dienstag
Oktober
19.30h
23.10.2018

Hausgäste II

John Mateer, Jewgenij Babuschkin und Anna Narinskaja in Lesung und Gespräch

John Mateer © privat

Jewgenij Babuschkin © privat

Anna Narinskaja © privat

Auch an diesem Abend stellen wir drei unserer Gäste vor. John Mateer, in Südafrika geboren und 1989 nach Australien ausgewandert, ist Dichter sowie Kurator und Essayist für zeitgenössische Kunst. Seine Texte widmen sich Kulturen als Konglomeraten verschiedener Einflüsse, z. B. in Indonesien oder auf den Kokosinseln. In deutscher Übersetzung erschienen »Einmal Weiß. Südafrikanische Gedichte« (Sisyphus, 2009), »Der Narbenbaum« (hochroth, 2015) und »Ungläubige « (Sonderzahl, 2017). Anna Narinskaja ist Kolumnistin, Kuratorin, Mitglied der Russischen Literaturakademie und Jury-Mitglied weiterer literarischer Preise. Im Jahr 2018 konzipierte sie »Petrushestvie« – eine Museumsshow über das Leben und Werk der russischen Schriftstellerin Ludmila Petrushevskaya. Jewgenij Babuschkin, in Leningrad geboren, ist studierter Theaterhistoriker, Journalist und Schriftsteller, und hat bereits als Straßenmusiker, Ausgräber und Schachlehrer gearbeitet. Seine Kurzprosa wurde ins Finnische und Chinesische übersetzt.

Eintritt frei
Tickets online oder an der Abendkasse

Mittwoch
Oktober
19.30h
24.10.2018

Verzeichnis einiger Verluste
Judith Schalansky im Studio LCB

Im Gespräch: Jutta Person und Alexander Cammann
Moderation: Maike Albath

Judith Schalansky © Tobias Bohm

Was bleibt, wenn etwas ganz und gar vorbei ist? Die Schriftstellerin Judith Schalansky befasst sich in ihrem neuen Buch »Verzeichnis einiger Verluste« (Suhrkamp) mit Dingen, die der Welt abhandengekommen sind. Dazu zählen Gebäude, wie der Palast der Republik, Texte, wie die Lieder von Sappho, eine Insel, die irgendwann im Meer versank oder eine Tierart, die ausstarb. Schalanskys ungewöhnliche Spurensuche führt an überraschende Orte und stellt Menschen in den Mittelpunkt, die sich im Abseits halten und sich dem Vergessen entgegenstemmen. Auch die versunkene DDR, in die Judith Schalansky 1980 hineingeboren wurde, ist Gegenstand ihrer erzählerischen Recherche. Erforscht hatte sie dieses Terrain bereits in ihrem Roman »Der Hals der Giraffe« (Suhrkamp). Einen internationalen Bestseller landete die Schriftstellerin, die auch als Herausgeberin und Herstellerin der Buchreihe »Naturkunden « sehr erfolgreich ist, bereits mit ihrem »Atlas der abgelegenen Inseln« (Matthes & Seitz, 2009). Wie sich die Welt heute katalogisieren ließe, diskutiert Judith Schalansky mit der Literaturkritikerin Jutta Person und Alexander Cammann, Feuilletonredakteur bei der Zeit.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. Oktober 2018, 20:05 Uhr.
Sendefrequenzen und Livestream
Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

DLF

Donnerstag
Oktober
19.30h
25.10.2018

Writers@Berlin
Reconnecting the Middle East

Diskussion und Performance: Hila Amit Abas, Hassan Abul Fadl, Zehava Khalfa, Abdulkadir Musa, Mariam Rasheed, Mati Shemoelof und Mevan Younes
Moderation: Hila Amit Abas und Mati Shemoelof

Hila Amit Abas © privat

Zehava Khalfa © privat

Abdulkadir Musa © privat

Mariam Rasheed © privat

Mati Shemoelof © privat

Hassan Abul Fadl und Mevan Younes © privat

Hila Amit Abas und Mati Shemoelof, die Kuratoren dieser Veranstaltung, sind zwei in Israel geborene Mizrachim-Juden mit syrischen, iranischen, irakischen Wurzeln, die mittlerweile in Berlin leben, forschen und schreiben. Ihre Literatur schreiben sie auf Hebräisch, der Sprache, mit der sie aufgewachsen sind, die jedoch nicht die Sprache ihrer Eltern ist. In Berlin sind sie auf ihresgleichen gestoßen – Autorinnen und Autoren aus dem gesamten Mittleren Osten. Dabei erkannten sie, dass hier, anders als in ihren Herkunftsländern, ein Austausch möglich ist. Am heutigen Abend möchten sie den verlorengegangenen, einst so fruchtbaren Dialog durch Literatur, Musik und Diskussion wiederbeleben. Mit dabei sind neben Hila Amit Abas – deren Kurzgeschichtenband »Moving on from Bliss« 2016 große Beachtung fand – und neben Mati Shemoelof – eine dt. Ausgabe seiner Gedichte ist gerade im Berliner Aphorisma Verlag erschienen –, die Spoken-Word-Dichterin Mariam Rasheed (Ägypten), der kurdische Autor Abdulkadir Musa, die Dichterin Zehava Khalfa (Israelin mit libyschen Wurzeln), sowie die beiden Musiker Hassan Abul Fadl (Syrien) und Mevan Younes (Kurdistan), die Teil des wohlbekannten Berliner Orient Ensembles sind.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

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Freitag
Oktober
20.30h
26.10.2018

Krieg im Frieden

Szenische Lesung mit Texten von Ebru Nihan Celkan (Istanbul), Sivan Ben Yishai (Tel Aviv), Anastasiia Kosodii (Zaporizhzhya) und Mehdi Moradpour (Berlin)

Außer Haus!
Ort:
StudioЯ des Maxim Gorki Theaters, Hinter dem Gießhaus 2, 10117 Berlin

Samstag
Oktober
18.00h
27.10.2018

Mutterliebe © Esra Rotthoff

Die Grenzen zwischen Krieg und Frieden sind brüchig geworden. Kriege werden nicht mehr erklärt, sondern einfach geführt. Was ist noch Konflikt, was schon Krieg? Was ist Befreiung, was Besatzung? Und was ist mit dem Krieg in unserem Inneren? Über ein Jahr lang haben sich vier Theaterautor*innen mit den gesellschaftlichen Bedingungen auseinandergesetzt, die aus einem freien Leben ein Gefüge von Krieg im Frieden machen. Ausgehend von einem Schreiblabor am Literarischen Colloquium Berlin und Austauschforen mit zivilgesellschaftlichen Akteur*innen aus der Türkei, Israel und der Ukraine fragen sie nach der Rolle der Kunst in Zeiten der Umbrüche. Die entstandenen Texte werden in vier szenischen Lesungen im StudioЯ präsentiert.

Vorverkauf über das Maxim Gorki Theater.
Eintritt 12 €

Dienstag
Oktober
19.30h
30.10.2018

Neues aus der Werkstatt.
Denis Pfabe und Donat Blum in Lesung und Gespräch

Moderation: Inka Parei und Thorsten Dönges

Denis Pfabe © Tobias Bohm

Donat Blum © Tobias Bohm

Nur ein Notizbuch mit kryptischen Einträgen hinterlässt der Aktionskünstler Adrian Ballon nach seinem Selbstmord. Mit diesen Notizen fängt die Suche der Textilkünstlerin Frida an. Bei einer Reise durch US-amerikanische Kleinstädte und bundesdeutsche Archive setzt Frida langsam ein Bild des Lebens und Werks Ballons zusammen. In einer anderen Zeit begibt sich der junge Schriftsteller Donat auf eine Reise, die ihn aus den Schweizer Alpen über holländische Dörfer bis nach Berlin und Leipzig führt. Auch er hat nur wenige Briefe und eine Handvoll Erinnerungen, anhand derer er das Leben seiner verstorbenen Großmutter zu rekonstruieren versucht. Die Fragmente zweier abgeschlossener Lebensgeschichten ermöglichen es Frida und Donat in den beiden Romanen, ihre Gegenwart besser zu verstehen, und bieten Stoff und Inspiration für ihre künstlerische Arbeit. Ihre Debüts »Der Tag endet mit dem Licht« (Rowohlt Berlin) und »Opoe« (Ullstein Fünf) schreiben Denis Pfabe und Donat Blum sind jedoch nicht nur Familiengeschichten: In die Textgewebe sind auch Entwicklungen von Macht- und Geschlechterverhältnissen des Zweiten Weltkriegs bis heute eingeflochten. Beide Autoren waren Teilnehmer der Autorenwerkstatt 2016; heute treffen sie sich im LCB wieder und sprechen mit den damaligen Werkstattleitenden Inka Parei und Thorsten Dönges über ihre Bücher.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

Mittwoch
Oktober
19.30h
31.10.2018

Casino
Babel International

Lyrik und Mehrsprachigkeit
Kuratiert von Max Czollek

Max Czollek © Stefan Loeber

Unseren Casinoabend kuratiert Max Czollek, der gerade mit seinem jüngst erschienenen Buch »Desintegriert euch« (Hanser) Furore macht. Wen er für diesen Abend eingeladen hat? Lassen Sie sich überraschen...

Sehr verehrte Damen und Herren. Halten Sie Ihre Chips bereit. Hier gehts aufs Ganze. Auf die Grenze. Zwischen den Künsten. Den Sprachen. Den Perspektiven. Direktemang ins Roulette der Denkarbeit. Die AutorInnen setzen den Abend alles auf eine Karte. Steht auf der Karte ein Gedicht, ist es sicherlich ein Bluff. Sonnenbrille und Nagellack. Doppelter Einsatz. Alles ausgedacht. Aber erinnern Sie sich: ein Bluff bedeutet nicht, dass man damit nicht trotzdem die anderen Blätter sticht. Also kommen Sie vorbei. Und bringen Sie ihre Chips mit.

Max Czollek ist Essayist, Lyriker und Kurator von »Babelsprech.International«, einem Projekt zur Vernetzung junger deutschsprachiger und internationaler Poesie. Es wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, dem Bundeskanzleramt Österreich, Abteilung Kultur, Pro- Helvetia und der Kulturstiftung Liechtenstein.

Eintritt 8 € / 5 €
Tickets online oder an der Abendkasse

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