Die diagnostische Kraft der Literatur

Lesung und Gespräch: Shumona Sinha und Lena Müller
Moderation: Aurélie Maurin
Lesung der deutschen Texte: Marina Frenk

»Wenn die bengalische Sprache meine Wurzel ist, dann wird das Französische mein Flügel sein«: Mit wortgewaltiger Stimme und starken Bildern hat Shumona Sinha, 1973 in Kalkutta geboren, seit 2001 in Paris lebend und derzeit Gastautorin im LCB, die französische Literatur um neue Akzente bereichert. Ihr Debütroman »Erschlagt die Armen!« (dt. 2015) war eine Abrechnung mit dem französischen Asylsystem, »Kalkutta« (dt. 2016) eine Auseinandersetzung mit der Stadt und dem Milieu ihrer westbengalischen Herkunft. Der neue Roman »Staatenlos« (Herbst 2017, Edition Nautilus) erzählt von drei Frauen, die einer unbarmherzigen männlichen Ordnung gegenüber- stehen – in Paris wie in Kalkutta. Shumona Sinha stellt uns Fragen nach der Gewalt, die wir tolerieren, aber auch nach jener Gewalt, die wir selbst ausüben. In Lena Müllers deutscher Übersetzung hat die Dringlichkeit ihrer Literatur eine eigene, passende Stimme gefunden; dafür wurden Autorin und Übersetzerin 2016 mit dem Internationalen Literaturpreis des HKW ausgezeichnet. Aurélie Maurin moderiert den Abend, die Sängerin und Schauspielerin Marina Frenk (Gorki Theater) liest aus den Übersetzungen.

Eine literarische Untersuchung im Vorfeld des Internationalen Literaturpreises 2017, der am 6. Juli im Haus der Kulturen der Welt verliehen wird.

Mit freundlicher Unterstützung des Auswärtigen Amts und in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt.

08.06.17

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Aurélie Maurin, Lena Müller, Marina Frenk, Shumona Sinha

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