Europäische Erzähler: James Kelman

Lesung: James Kelman (Glasgow)
Moderation: Bernhard Robben

Es war eine Sensation und sogar ein kleiner Skandal, als James Kelman vor zehn Jahren für sein Buch »Spät war es, so spät« mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Unerhört deswegen, weil die Londoner »Times« die Glasgower Gossensprache nicht goutierte, nicht die Schreibweise, die gelegentlich ans Englische nur erinnert und auch nicht, daß das berühmteste four-letter-word den Text nicht weniger als 4.000 Mal anreichert, wie der Times-Rezensent fleißig gezählt hatte. Die Schwierigkeit, diese Sprache ins Deutsche zu bringen, ist auch der Grund, warum es zehn Jahre dauerte, bis diese sechstägige Reise durch die Halb- und Unterwelt Glasgows jetzt in der Übersetzung von Silvia Morawetz bei Liebeskind erschienen ist. James Kelman gehört neben Alisdair Gray zu den bekanntesten Protagonisten der schottischen Literatur, die etwa von Irvine Welsh (»Trainspotting«) immer wieder als wichtige Inspiratoren genannt werden. Durch den Abend führt der Übersetzer und Kenner der angloamerikanischen Literatur Bernhard Robben.

Mit freundlicher Unterstützung des Scottish Arts Council.

12.10.04

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Bernhard Robben, James Kelman

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