Grenzgänger – Von Vätern und Vaterfiguren

Peter Henning und Kolja Mensing in Lesung und Gespräch
Moderation: Jenny Friedrich-Freksa

1946 wird im Nordwesten Deutschlands ein Kind geboren. Der Vater ist Pole, Soldat der Besatzungstruppen, die Mutter eine Deutsche. Die Liebe scheitert. Das Kind wächst heran, ohne den Vater, der in seine Heimat zurückgekehrt ist, kennenzulernen. Viele Jahre später macht sich Kolja Mensing, der Enkel jenes polnischen Soldaten, auf die Suche. In »Die Legenden der Väter« erzählt Mensing von der vorsichtigen Annäherung an seinen unbekannten Großvater Józef. Auf Spurensuche gehen will auch Peter Henning. Er wurde einige Jahre vom polnischen Lebensgefährten seiner Großmutter aufgezogen, der ihn sehr prägte. Viktor Knapik war eine disparate und schillernde Persönlichkeit, ein Offizier in NS-Uniform, ein Waffenschmuggler, Erfinder und Melancholiker. Für Henning blieb ein großer Teil der Biografie seines Ziehvaters lange im Dunkeln, und nun will er herausfinden, wer dieser Mann eigentlich war. Er arbeitet derzeit an einem Roman über diesen »polnischen Vater« und wird aus seiner Werkstatt berichten. Beide Autoren erhielten für ihre Recherchen ein »Grenzgänger«-Stipendium der Robert Bosch Stiftung. Im Gespräch mit Jenny Friedrich-Freksa, Chefredakteurin der Zeitschrift »Kulturaustausch«, werden sie von den Freuden und Nöten berichten, Familiengeschichte eine literarische Form zu geben.

In Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung.

28.10.11

Freitag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Jenny Friedrich-Freksa, Kolja Mensing, Peter Henning

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