György Dragomán: Der Scheiterhaufen

Lesung: György Dragomán
Moderation: Thomas Geiger

Immer wieder bringt die ungarische Literatur Autoren hervor, die zur Weltliteratur gehören. In der älteren Generation waren das Autoren wie György Konrád oder Imre Kertész, in der nächsten Generation wären etwa Péter Nádas, Péter Esterházy oder László Krasznahorkai zu nennen, und es scheint so, als könnten sie den Staffelstab mühelos an jüngere Autoren wie Zsofia Bán und György Dragomán weiterreichen. Dragomán ist 1973 in Marosvásárhely/Siebenbürgen (dt.: Neumarkt am Mieresch, rum.: Târgu Mures) geboren, und somit als Mitglied der ungarischen Minderheit in Rumänien. Er übersiedelte mit seiner Familie schon 1988 nach Ungarn. Sein Roman »Der weiße König« erschien 2005 (dt.: 2008) und nun ist sein neues Buch »Der Scheiterhaufen« in der Übersetzung von Lacy Kornitzer bei Suhrkamp erschienen. Emma, eine dreizehnjährige Waise, wächst im Internat auf. Ihre Eltern sollen bei einem Autounfall ums Leben gekommen sein. Eines Tages erscheint eine Unbekannte, die sich als ihre Großmutter ausgibt. Wieder schreibt Dragomán aus einer Kindheitsperspektive. Es wird vom Umbruch in Rumänien nach der Ära Ceausescu erzählt – viel von Schuld und wenig von Sühne. Die SZ resümiert in ihrer Besprechung: »Die Prosa Dragománs wirbelt die Zeitgeschichte auf und erobert ein Stück Europa in der Umbruch- und Schreckenszeit um 1989/90 für die Literatur: als Bildersturm aus Kindermündern, der den Roman dem gängigen Realismus entführt. (…) ein Ereignis.«

04.02.16

Donnerstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

György Dragomán, Thomas Geiger

Teilen

360