»Pilze« – Jean-Henri Fabre

In Lesung und Gespräch: Judith Schalansky, Anita Albus und Andreas Rötzer
Moderation: Jens Bisky

Jean-Henri Fabre, dessen Erinnerungen eines Insektenforschers für den Literaturnobelpreis nominiert waren und der mit diesem Werk unzählige Schriftsteller beeinflusste, war Zeit seines Lebens der ebenso faszinierenden wie geheimnisvollen Welt der Pilze verfallen. »Welche Mannigfaltigkeit der Struktur«, schreibt Fabre, »und vor allem des Duftes, wesentliche Eigenschaft in dieser Frage des Spürsinns! Es gibt welche, die sich durch nichts weiter bemerkbar machen als einen vagen Pilzgeruch, den man überall mehr oder weniger deutlich wiedererkennt. Es gibt welche die nach Rüben riechen, nach verfaultem Kohl; es gibt welche, die mit ihrem Gestank die Wohnung des Sammlers verpesten können. Einzig der echte Trüffel verfügt über ein dem Feinschmecker teures Aroma.« Von 1872 an aquarellierte er insgesamt fast 700 naturwissenschaftlich genaue und wohlkomponierte Pilzstudien, vornehmlich, um den Reichtum der Pilzwelt für die Nachwelt zu erhalten. Er fürchtete – zu Recht, wie wir heute wissen –, dass viele Arten aussterben würden. In der Reihe »Naturkunden« (Matthes & Seitz) sind erstmals alle erhaltenen Pilz-Aquarelle Fabres in einem großformatigen Bildband versammelt, der eindrucksvoll beweist, dass dem Naturforscher Jean-Henri Fabre neben seinem herausragenden Rang in der Literatur auch ein besonderer Platz in der Kunstgeschichte gebührt. Judith Schalansky, Herausgeberin der »Naturkunden«, wird in den Abend einführen und über die Gestaltung des Buches sprechen. Über das Werk Fabres führt Jens Bisky, Redakteur der SZ, ein Gespräch mit dem Verleger Andreas Rötzer und der Autorin und Fabre-Kennerin Anita Albus, die auch das Nachwort des Buches schrieb.

10.11.15

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Andreas Rötzer, Jens Bisky, Pauline Altmann

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