Romane in der Rotunde: »Macht und Widerstand«

Buchpremiere

Gesprächspartnerin: Juli Zeh
Moderation: Insa Wilke

Lange schon, bis zurück in die Neunziger Jahre, sammelt Ilija Trojanow, geboren 1965 in Sofia, Material für seinen ‚Bulgarien-Roman‘, seien es Gespräche mit Zeitzeugen oder Akten der Staatssicherheit. Nun also erscheint das mit Spannung erwartete Werk und wird erstmals vorgestellt. Schon das vor zwei Jahren erschienene Prosabuch »Wo Orpheus begraben liegt« (mit Fotografien von Christian Muhrbeck) nähert sich dem Heimatland, ebenso der 2007 ausgestrahlte Fernsehfilm »Vorwärts und nie vergessen – Ballade über bulgarische Helden« oder das Reportagebuch »Die fingierte Revolution« aus dem Jahr 2006. Im Roman indes gewinnt die Auseinandersetzung mit Erinnerung und Geschichte eine überzeitliche Gültigkeit – »Macht und Widerstand«. Konstantin, der Widerstandskämpfer, einerseits, Metidi, der systemkonforme Offizier, andererseits prägen die antagonistische Struktur des Buches, die sich in den Mikrokosmen der verwobenen Geschichten unabsehbar gespiegelt findet. Das Motto des Buches spricht Miltscho Minkow, »Hobbyphilosoph und Amateurhenker aus Panagjurischte«: »Beim ersten Mal kommt Geschichte tragisch daher, beim zweiten Mal absurd, beim dritten Mal tragisch und absurd zugleich.« Mit Ilija Trojanow spricht die Autorenkollegin Juli Zeh, gemeinsam schrieben sie 2009 das Buch »Angriff auf die Freiheit« über Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und den Abbau bürgerlicher Rechte. Es moderiert die Literaturkritikerin Insa Wilke.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung und des S. Fischer Verlags.

02.09.15

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Ilija Trojanow, Insa Wilke, Juli Zeh

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