Sonntagsmatinée: Vom Hungerengel eins zwei drei

Lesung: Oskar Pastior und Herta Müller
Moderation: Helmut Böttiger

»Kleine Schätze sind die, auf denen steht: Da bin ich. Größere Schätze sind die, auf denen steht: Weißt du noch. Die schönsten Schätze aber sind die, auf denen niemals stehen wird: Weißt Du noch, sondern: Da war ich«. Oskar Pastior war dort: in der Industrieregion Donbas – wie 80.000 andere Rumäniendeutsche in den Jahren 1945-49 von den Sowjets als Zwangsarbeiter verschleppt. Im kommunistischen Rumänien wurde über die Deportationen nicht gesprochen. Oskar Pastior, Jahrgang 1927, setzt sich seit einigen Jahren der Erinnerungsarbeit aus: gemeinsam mit Herta Müller, deren Familiengeschichte ebenfalls von den Deportationen überschattet wurde und die den Anstoß für das Projekt gab. Sie fuhren gemeinsam an die historischen Orte, sprachen mit den heute dort lebenden Menschen, tauchten ein in die Landschaft der Ukraine. In gemeinsamer Sprach-Arbeit entsteht seit einigen Jahren die subjektive Rekonstruktion einer Biographie, aus der die beiden lesen werden.

Oskar Pastior und Herta Müller erhielten 2004 ein »Grenzgänger«-Stipendium, das die Reise in die Ukraine ermöglichte. In Kooperation mit der Robert Bosch Stiftung.

18.06.06

Sonntag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Helmut Böttiger, Herta Müller, Oskar Pastior

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