Studio LCB mit Karl Heinz Bohrer

Lesung: Karl Heinz Bohrer
Im Gespräch: Mara Delius, Jürgen Kaube
Moderation: Katharina Teutsch

Karl Heinz Bohrers intellektuelle Biografie scheint aus heutiger Sicht so märchenhaft, dass sein »Abenteuer mit der Phantasie« für Kenner der deutschen Nachkriegsverhältnisse Pflichtlektüre ist. Jetzt nimmt der ehemalige London-Korrespondent der FAZ seine Leser und Weggefährten mit in die Vergangenheit und lässt sie darin aufleben: Bohrer führt uns in die Literaturredaktion der FAZ, die er seit 1968 leitete, bis er 1974 – nicht ganz freiwillig – an Marcel Reich-Ranicki abgeben musste. Es folgte eine Professur für Literaturwissenschaft in Bielefeld sowie Ausflüge an ausländische Universitäten, von wo aus Bohrer die linksliberale Kultur der Bundesrepublik immer wieder wie eine Störantenne aus dem Off traktierte. Die Herausgeberschaft des »Merkur« machte ihn in den achtziger Jahren schließlich zur intellektuellen Kultfigur in Deutschland. Dann stieg Bohrer um und schrieb Prosa. Bereits in seinem Erinnerungsbuch »Granatsplitter« gewährte er Einblicke ins Private: die prägenden Momente einer Kindheit, der Skandal, den Krieg als Ereignis, also ästhetisch wahrzunehmen. Es regnete dort nicht einfach Granatsplitter vom Himmel, sondern »farbige Sterne«. Mit Karl Heinz Bohrer diskutieren über die Existenzformen des Intellektuellen, über das Selbstdenken und über die ideenhistorische Landschaft der Bundesrepublik der FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube und die Literaturkritikerin Mara Delius (Die Welt).

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 25. Februar 2017, 20:05 Uhr.

13.02.17

Montag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Jürgen Kaube, Karl Heinz Bohrer, Katharina Teutsch, Mara Delius

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