Studio LCB mit Milo Dor

Lesung: Milo Dor
Gesprächspartner: Herbert Ohrlinger und Thomas Rothschild
Moderation: Maike Albath

Milo Dor, als Sohn eines serbischen Arztes 1923 in Budapest geboren, hat viele Stimmen. Sein Werk umfaßt Romane, politische Essays, Erinnerungen, Reiseberichte, Übersetzungen, Krimis, Hörspiele und Fernsehspiele. Der umtriebige Schriftsteller, der im Banat aufwuchs und in Belgrad zur Schule ging, ist seit den vierziger Jahren in Wien zuhause und steht in der Tradition eines kämpferischen Humanismus. Als Spurensicherer des untergegangenen Mitteleuropas und Kenner der Sprachen und Literaturen Ex-Jugoslawiens nimmt Dor auch politisch immer wieder Stellung. In seinem autobiographisch gefärbten, dokumentarischen Roman »Tote auf Urlaub« (1952) protokolliert Milo Dor auf nüchterne Weise den Werdegang des Widerstandskämpfers Mladen Raikow in Belgrad, der verhaftet und gefoltert wird. Auf das Straflager folgt die Deportation nach Wien, wo er das Kriegsende in den Gefängnissen der Gestapo erlebt. Großes Echo fand Milo Dor 1951 mit einer Lesung aus seinem Manuskript auf einem Treffen der Gruppe 47. Als unbestechlicher Beobachter trat Dor während des Balkankrieges hervor: »Leb wohl, Jugoslawien« (1993) hieß eines seiner erfolgreichsten Bücher mit Analysen zur Entstehung des Hasses und der Konflikte. Die Wechselfälle seiner eigenen Lebensgeschichte hält er in den autobiographischen Schriften »Auf dem falschen Dampfer« (1988) und »Grenzüberschreitungen« (2003) fest. Milo Dor wird aus seinen Büchern lesen und mit dem Programmleiter des Zsolnay Verlages Herbert Ohrlinger und dem Publizisten Thomas Rothschild diskutieren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk Köln.
Sendetermin: 31. Juli 2004, 20.05
Sendefrequenzen unter: http://www.dradio.de/dlf/freq/

20.07.04

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Herbert Ohrlinger, Maike Albath, Milo Dor, Thomas Rothschild

Teilen

360