Studio LCB mit Nico Bleutge

Lesung: Nico Bleutge
Im Gespräch: Marie Luise Knott und Marcel Beyer
Moderation: Tobias Lehmkuhl

Vom heutigen Istanbul bis zur fernen Fernsehdrachenwelt der siebziger Jahre spannt sich der geographisch-kulturelle Bogen in Nico Bleutges neuem, seinem vierten Gedichtband. Nach »verdecktes gelände« (2013, C.H. Beck) mischt sich in »nachts leuchten die schiffe« stärker noch das flüssige Element ein: »die frachtarbeiter an deck, ihre grellroten westen / die noch kurz in der dämmerung wachsen / die glut vertiefte sich, hob den erdstoff ein wenig / meer schien land und land schien meer zu sein«. Und wähnte man sich eben noch am Bosporus, läuft »die warme golfstromdrift« schon an der Südspitze Grönlands vorbei. Aus den Tiefen der alten Bundesrepublik grüßt schließlich der kleine Drache Grisu herüber mit Bildern gesteigerter Wahrnehmung, mit Erinnerungsbildern: »ich habe mitten im schauen / gebrannt.« Nico Bleutge gehört zu den Dichtern, für die Wahrnehmung der Nahwelt und tiefe Reflexion ganz nahtlos ineinander gehen. Er arbeitet auch als Literaturkritiker und Essayist; im vergangenen Jahr hat er den Alfred Kerr-Preis für Literaturkritik bekommen. Mit Nico Bleutge diskutieren die Kritikerin Marie Luise Knott und der Schriftsteller Marcel Beyer, der auch eigene Texte lesen wird. Den Abend moderiert der Berliner Literaturkritiker Tobias Lehmkuhl.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 27. Mai 2017, 20:05 Uhr.

09.05.17

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Hausgäste

Teilnehmer•innen

Marcel Beyer, Marie Luise Knott, Nico Bleutge, Tobias Lehmkuhl

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