Studio LCB mit Reinhard Jirgl und Georg Klein

Lesung: Reinhard Jirgl und Georg Klein
Gesprächspartner: Nico Bleutge
Moderation: Denis Scheck

Syzygie: dieser Begriff bezeichnet in der Astronomie das Phänomen, wenn mehrere unterschiedliche Himmelskörper in gleicher geozentrischer ekliptikaler Länge, also umgangssprachlich ausgedrückt »in einer Reihe« stehen. Solche Phänomene gibt es auch in der Literatur, etwa wenn zwei denkbar unterschiedliche Autoren wie Reinhard Jirgl und Georg Klein in ihren neuen Büchern plötzlich das gleiche Sujet behandeln und mit ihren Marsromanen »Nichts von Euch auf Erden« und »Die Zukunft des Mars« eine thematische Syzygie liefern. Kein Wunder eigentlich, haben Marsromane in der deutschen Literatur doch seit Kurd Laßwitz’ »Auf zwei Planeten« Tradition. Jeder Science Fiction-Roman zielt wie jeder historische Roman immer auf die Gegenwart seines Entstehens. Weshalb erzählt Büchner-Preisträger Reinhard Jirgl also von den »solaren Kriegen« und lässt im 25. Jahrhundert eine Zeit der Bücher anbrechen, die nicht für Menschen, sondern für andere Bücher geschrieben werden? Warum schreibt Georg Klein von einer analphabetischen Kultur von Marskolonisten und vom »Freigebiet Germania« auf der Erde? Ist die Zukunft etwa unsere Vergangenheit? Hat sich der politisch engagierte Roman in die Science Fiction gerettet? Und wie ertragreich ist Science Fiction als Erkenntnismethode literarisch?

Im »Studio LCB« werden Reinhard Jirgl und Georg Klein aus ihren neuen Romanen lesen und mit dem Lyriker und Literaturkritiker Nico Bleutge über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Mensch und Literatur diskutieren.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk.
Sendetermin: Samstag, 28. September 2013, 20:05 Uhr.

25.09.13

Mittwoch

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Hausgäste

Teilnehmer•innen

Denis Scheck, Georg Klein, Nico Bleutge, Reinhard Jirgl

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