Was heißt übersetzen?

Vortrag: Klaus Reichert
Moderation: Lothar Müller

Übersetzen ist die unmöglichste Sache von der Welt, und dennoch tut man es seit Anbeginn der Welt. Übersetzung ist kultureller Transfer, eine Verschiebung, ist die Über-Setzung von einem Ufer ans andere, wobei die Strömung mitzubedenken ist, die einen abtreibt vom genau gegenüberliegenden Ufer. Klaus Reichert geht in seinem Vortrag der immer wieder neu zu stellenden Aufgabe des Übersetzungskritikers nach, die Übersetzung nicht so sehr am Original zu messen, ihre Verfehlungen zu notieren, sondern sie in ihrem Eigenwert zu begreifen, in ihrer Differenz. Er veranschaulicht dies am Beispiel der Bibel und des deutschen Shakespeare. Reichert, der mehrere Gedichtbände publiziert und u.a. Joyce, Beckett und das Hohelied Salomos übersetzt hat, ist Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und derzeit Fellow des Wissenschaftskollegs Berlin. Eine Essaysammlung zum Übersetzen erschien im vergangenen Jahr unter dem Titel »Die unendliche Aufgabe« im Hanser Verlag.

Mit freundlicher Unterstützung der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

13.07.04

Dienstag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Klaus Reichert, Lothar Müller

Teilen

360