Wolfgang Hilbig zum Gedenken

Lesung und Gespräch: Adolf Endler, Katja Lange-Müller, Lutz Seiler
Moderation: Renatus Deckert

Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten, dass es so einen Schriftsteller wie den am 2. Juni 2007 verstorbenen Wolfgang Hilbig nie mehr geben wird. Das liegt einmal an seinem Werk, aber auch an seiner Herkunft. Er hätte der Vorzeigeautor der DDR sein können, denn Wolfgang Hilbig wuchs in Meuselwitz in wahrlich proletarischen Verhältnissen im thüringisch-sächsischen Braunkohleabbaugebiet auf. Bei Hilbig spiegelt sich dies im Stoff, nie aber im Stil. Die Welt der Hilfsarbeiter, aber auch die apokalyptische Landschaft der Abraumgebiete seiner Heimat sind Ausgangspunkt seines Erzählens gewesen. Später kamen noch zwei wichtige Romane der Nachwendezeit hinzu, der Roman »Ich«, der die von der Stasi unterwanderte Künstlerszene am Prenzlauer Berg nicht unironisch beschrieb und der tragische, autobiographisch grundierte Roman »Das Provisorium«, der den Leser schmerzhaft nachvollziehen lässt, dass Wolfgang Hilbig in keinem der beiden deutschen Staaten heimisch werden konnte. Wir wollen an diesem Abend in Lesung und Gespräch mit Autorenkollegen Hilbigs an den großen Autor erinnern.

In Zusammenarbeit mit dem S. Fischer Verlag.

03.09.07

Montag

Ort

Literarisches Colloquium Berlin · Am Sandwerder 5 · 14109 Berlin

Teilnehmer•innen

Adolf Endler, Katja Lange-Müller, Lutz Seiler, Renatus Deckert

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